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Karolina_Hruskova

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Veröffentlicht am 04.11.2025

Fühlt sich an wie ein warmer Sonnenstrahl im Herbst

Katzentage
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»Katzentage« ist für mich das perfekte Buch für den Herbst. Trotz seiner Kürze hat es Ewald Arenz mit seinen Worten geschafft mich zu verzaubern und in eine stimmungsvolle Atmosphäre einzuhüllen.

Paula ...

»Katzentage« ist für mich das perfekte Buch für den Herbst. Trotz seiner Kürze hat es Ewald Arenz mit seinen Worten geschafft mich zu verzaubern und in eine stimmungsvolle Atmosphäre einzuhüllen.

Paula und Peter stranden aufgrund eines Bahnstreiks ungeplant in Würzburg und entscheiden sich daraufhin, die Stadt sowie Umgebung zu erkunden. Ohne Ziel, die gewonnene Zeit nutzen, um sich einfach treiben zu lassen. Keine Verpflichtungen, keine Termine. Ewald Arenz nahm mich mit auf diesen kleinen Zwischenstopp, zeigte mir gemeinsam mit Paula und Peter wunderschöne Orte. Gespickt waren seine detaillierten Beschreibungen mit fast schon poetischen Gedanken. Liebevolle Neckereien zwischen Paula und Peter haben die Ernsthaftigkeit gemildert, wirkten sogar verspielt. Beide haben sehr offen miteinander kommuniziert und mir mit ihren Worten den Herbst in all seiner Pracht beschrieben.

Die Illustrationen von Florian Bayer haben mir gut gefallen und haben das Gesamtpaket einfach abgerundet. Auch er hat ausgewählte Szenen sehr atmosphärisch und modern eingefangen.

Ich habe mich in »Katzentage« ein kleines bisschen verliebt. Das wunderschöne Herbstwochenende war auf sanfte, nachdenkliche, aber auch lockere Art beschrieben, ich konnte mühelos eintauchen, die Stimmung genießen und viele, viele Gedanken für mich mitnehmen. Jede Seite hat sich wie ein warmer, goldener Sonnenstrahl angefühlt.

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Veröffentlicht am 04.11.2025

Keine Höhen und Tiefen

Kings of Cypress Pointe - Crossed Lines
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Die Reihe Kings of Cypress Pointe erhält bis heute meiner Meinung nach viel zu wenig Aufmerksamkeit. Ich habe sie jedenfalls gierig verschlungen und habe mich wahnsinnig gefreut, als das Spin-Off »Crossed ...

Die Reihe Kings of Cypress Pointe erhält bis heute meiner Meinung nach viel zu wenig Aufmerksamkeit. Ich habe sie jedenfalls gierig verschlungen und habe mich wahnsinnig gefreut, als das Spin-Off »Crossed Lines« erschienen ist.

Der Band ist unabhängig lesbar und umreißt alle Geschehnisse der Reihe verständlich. Während der Reihe war schon klar, dass Dane und Joss ihre eigene Geschichte verdienen und... Ja... sie war okay. Ich mochte die Vibes zwischen Dane und Joss sehr. Friends-to-Lovers finde ich oft langweilig, aber diesmal nicht. Das Knistern zwischen den beiden, die Intensität, haben mich voll abgeholt. Dass sie füreinander bestimmt sind, habe ich keine Sekunde bezweifelt. Ihre Vertrautheit und ihr Umgang miteinander wirkten einfach nur echt - nur Joss' Zögern war mir manchmal zu oft platziert oder zu künstlich.

Die Handlung ist mir dagegen nicht erwähnenswert in Erinnerung geblieben. Es gab keine Probleme, die man hätte ernst nehmen können, für alles hat insbesondere Dane eine (zu einfache) Lösung gehabt.

Insgesamt war mir das Spin-Off deshalb leider etwas zu schwach aufgestellt. Die Handlung ist vor sich hin geplätschert, war zwar nett zu lesen, aber zu glatt. Mir haben Spannung und Dynamik gefehlt, echte Probleme, echte Tiefpunkte. Die Beziehung zwischen Dane und Joss hat zwar einiges an Emotionen mitgebracht, allerdings hat es für mich nicht ganz ausgereicht, um das Spin-Off auf gleicher Stufe wie die Reihe zu sehen.

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Veröffentlicht am 04.11.2025

Genug Potenzial vorhanden, schlechte Umsetzung

The Monet Family – Shine Bright, Little Pearl
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Bei Band vier der Reihe weiß ich echt nicht, was ich sagen soll. Ich bin regelrecht erschrocken darüber, wie naiv, kindisch und kindlich Hailee, eine immerhin Siebzehnjährige, dargestellt wird.

Die Handlung ...

Bei Band vier der Reihe weiß ich echt nicht, was ich sagen soll. Ich bin regelrecht erschrocken darüber, wie naiv, kindisch und kindlich Hailee, eine immerhin Siebzehnjährige, dargestellt wird.

Die Handlung ist schnell erklärt - Hailee verreist nämlich wieder. Sie jettet in Europa hin und her, heult wegen ihrer Brüder, weil sie gemein zu ihr sind, und flüchtet zu Daddy, weil er sie Prinzessin nennt und ihr ein Küsschen auf die Stirn gibt. Excuse me, aber so verhält sich keine junge Frau in ihrem Alter.

Ich denke, die ganze Geschichte hätte viel mehr Ecken und Kanten bekommen, eine echte Struktur, wenn man alles nicht aus der Perspektive einer Siebenjährigen erzählt hätte. Erst zum Schluss hin wird versucht etwas Spannung aufzubauen, aber letztendlich gipfelt alles nur in einem Cliffhanger, der lange vorhersehbar war. Wobei ich auch zugeben muss: Der Cliffhanger hat mich trotzdem an der Angel. Endlich ist das fast schon Unvermeidliche eingetreten, jetzt muss ich unbedingt wissen, wie die Geschichte weitergeht.

Das Potenzial sehe ich voll. Die Story an sich überzeugt mich nämlich trotz der Kritik nach wie vor. Aber die Umsetzung ist zu zaghaft, ohne Dynamik oder eine echte Überraschung. Vielleicht hat Weronika Anna Marczak die ganze Spannung bis zum nächsten Band aufgehoben? Ich glaube, wir sind endlich an einem Punkt angekommen, von dem an alles anders wird, und darauf bin ich schon sehr gespannt!

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Veröffentlicht am 04.11.2025

Hautnah dabei

Crushing
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Wie gut ist einfach diese Story! Besonders freue ich mich, weil Genevieve Novak wie auch schon in »No Hard Feelings« diese herzerwärmenden Bridget-Jones-Vibes geschaffen hat - doch diesmal wirkte die Geschichte ...

Wie gut ist einfach diese Story! Besonders freue ich mich, weil Genevieve Novak wie auch schon in »No Hard Feelings« diese herzerwärmenden Bridget-Jones-Vibes geschaffen hat - doch diesmal wirkte die Geschichte erwachsener und reifer.

Anfangs war »Crushing« für mich nur eine Alltagserzählung. Marnie arbeitet, ist zuhause und sucht sich neue Hobbys. Nett. Aber genau das ist dann auch die Stärke des Romans geworden: Als Leserin war ich nämlich voll mit dabei, erste Reihe, ganz nah.

Unter der Oberfläche hat Marnie ihre eigene Identität gesucht, eine Antwort auf die Frage: Wer bin ich ohne den Einfluss von außen? Dabei begegnete sie neuen Freund:innen, hat Konflikte ausgetragen, sich vor allem selbst reflektiert und aus ihren bisherigen (falschen) Verhaltensmuster Konsequenzen gezogen. Ich mochte ihre Entwicklung sehr. Sie hat sich auch im Nachhinein teilweise als übergriffig reflektiert, als sie ihrer Schwester oder Freundin ihre Meinung gesagt hat. Das war für mich oftmals nicht nachvollziehbar, was mir tatsächlich ein komisches Gefühl gegeben hat.

Auch die Liebe zu Isaac wird thematisiert und stellt sich als ziemlich komplex dar. Wie Marnie letztendlich mit der Beziehung zu ihm umgegangen ist, hat mich sehr beeindruckt. Auch die Beziehungen zu den weiteren Figuren (allen voran Claud!) waren tief, echt und wunderbar ausgearbeitet.

Ich mochte »Crushing« wirklich sehr. Durch die Nähe war Marnie wie meine eigene Freundin, deren Geschichte ich begleiten darf. Ihre persönliche Entwicklung war inspirierend und öffnet einem wahrscheinlich in gleich mehreren Punkten die Augen. Darüber hinaus ließ es sich leichtfüßig und fließend lesen. Für mich ein rundum gelungener Roman, den ich gerne empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 19.10.2025

Coming-of-Age in Stockholm

Beste Zeiten
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Anfangs wusste ich lange nicht, wohin mich der Roman führen möchte. Man lernt Sickan kennen, begleitet sie durch ihren Alltag in Stockholm. Worauf die Geschichte abzielte, hat sich parallel ganz sachte ...

Anfangs wusste ich lange nicht, wohin mich der Roman führen möchte. Man lernt Sickan kennen, begleitet sie durch ihren Alltag in Stockholm. Worauf die Geschichte abzielte, hat sich parallel ganz sachte aufgebaut.

Schnell hingegen mochte ich Jenny Mustard Schreibstil. Ich war damit nah an den Figuren, habe ihre Gedanken und Gefühle eingängig vermittelt bekommen. An den richtigen Stellen änderte sich der Stil, man driftet mit Sickan ab, dreht sich im Kreis, die Umgebung verschwimmt. Jenny Mustard hat mich alles bedingungslos glauben lassen, was ich gelesen habe.

In teilweise schmerzhaften Erinnerungen blickt man mit Sickan gemeinsam auf Erlebnisse ihrer Jugend zurück, die Traumata verursacht haben. Oft habe ich den Eindruck gehabt, dass Sickan mit diesen Kapiteln abschließen und drüber stehen wollte. Stockholm hat ihr immerhin die Möglichkeit geboten, sich neu zu definieren. Ein Reset. Sickan war dabei sehr um Distanz bemüht, jedoch war der Einfluss ihrer Vergangenheit trotzdem in ihrem Wesen stark bemerkbar.

In Stockholm selbst ist Sickan trotz ihrer Neuerfindung von Selbstzweifeln geplagt, findet neue Freunde, setzt sich mit Loyalität auseinander und verliebt sich. Ich mochte es sehr, sie auf ihrem Weg mit all den damit verbundenen Emotionen und Begegnungen zu begleiten. Jenny Mustard hat durch Sickan viele wichtige Themen natürlich zusammengefasst, die wahrscheinlich jeden Menschen in diesem Alter beschäftigen.

»Beste Zeiten« sind genau das: beste Zeiten im Leben, ein neuer Lebensabschnitt, neue Erfahrungen, neue Freunde, neue Gefühle und Ängste. Ein Coming-of-Age-Roman, der Fiktion und Realität verschwimmen lässt, der sich so nahbar und glaubwürdig anfühlt. Von Anfang bis Ende einfach nur gelungen!

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