Profilbild von Karschtl

Karschtl

Lesejury Star
offline

Karschtl ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Karschtl über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.11.2023

Adventszeit in Cornwall

Ein Herrenhaus zum Verlieben
0

Ich habe zu diesem Buch gegriffen, weil ich dieses Jahr bereits zwei andere Hörbücher von Karin Lindberg sehr genossen hatte. Auch dieses hier enttäuscht nicht in Punkto Liebeswirrwarr - kriegen sie sich/ ...

Ich habe zu diesem Buch gegriffen, weil ich dieses Jahr bereits zwei andere Hörbücher von Karin Lindberg sehr genossen hatte. Auch dieses hier enttäuscht nicht in Punkto Liebeswirrwarr - kriegen sie sich/ kriegen sie sich nicht bzw. wann kriegen sie sich endlich? Und auch eine weihnachtliche Stimmung war deutlich spürbar. Obwohl Tara und Emery ja die meiste Zeit allein im Herrenhaus sind, tauchen auch reichlich weitere Nebenfiguren auf, die aber alle keine besonders wichtige Rolle spielen wenn es um die Hauptgeschichte geht.

Ich fand es diesmal - im Gegensatz zu den beiden Lindberg-Romanen die ich zuvor gehört hatte - zu viel "innerer" Monolog, besonders von Tara. Da sich die Dinge bei so etwas fast immer nur wiederholen, wird mir sowas dann schnell auch langweilig. Und: Emery ist zu Beginn des Romans ein leicht arroganter Eigenbrötler. Zu Ende soll er dann liebenswert sein, aber die Wandlung - die Schritte dazwischen - waren für mich nicht so recht deutlich.

Dennoch mochte ich diese romantisch-schnulzige Weihnachtsstory ganz gern.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.11.2023

Hochsee"angeln" mal anders

Traummann an Bord
0

Als Kind habe ich sehr gerne "Love Boat" geschaut, und dieses Buch könnte sehr gut eine Folge daraus sein. Zwei Freundinnen, die es zwar nicht unbedingt darauf anlegen, aber auch nicht nein sagen würden ...

Als Kind habe ich sehr gerne "Love Boat" geschaut, und dieses Buch könnte sehr gut eine Folge daraus sein. Zwei Freundinnen, die es zwar nicht unbedingt darauf anlegen, aber auch nicht nein sagen würden wenn ihnen auf dieser von ihren Müttern geschenkten Reise ein fescher Mann begegnet.

Ich denke sogar, dass die Geschichte im TV besser wirken würde als hier als Buch. Zum einen hätte man dann auch die Kulisse dazu, zum anderen klingen die Dialoge eher altbacken. Ich weiß gar nicht, ob überhaupt erwähnt wird, wie alt Tilda und Anneke eigentlich sind. Soo alt können sie aber wohl noch nicht sein - dennoch reden (und teilweise auch agieren) sie wie Damen, die jenseits der 40 sind. Generell fehlte mir beim Schreibstil leider öfter mal die Frische und der Humor. Und dadurch zog sich die Geschichte für mich dann auch etwas in die Länge, den viel passiert da eigentlich nicht während ihrer Kreuzfahrt-Woche.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.11.2023

Zweite Hälfte deutlich besser

Ein Ort für Herzensdinge
0

Ich mich auf eine leichte Kost eingestellt. Immerhin wird er ja als "Wohlfühl-Roman" beschrieben. Doch schon nach den ersten Kapiteln merkte ich, dass die Hauptperson Gwen in einer melancholischen, fast ...

Ich mich auf eine leichte Kost eingestellt. Immerhin wird er ja als "Wohlfühl-Roman" beschrieben. Doch schon nach den ersten Kapiteln merkte ich, dass die Hauptperson Gwen in einer melancholischen, fast schon depressiven Stimmung ist. Dabei wird lange Zeit jedoch nicht wirklich klar, wieso das so ist. Dadurch hat sich die erste Hälfte des Buches für mich ein bisschen wie Kaugummi gezogen. Es ging wenig voran in der Geschichte, und die immer wieder eingeschobenen Anekdoten über Dinge, die dann im Sozialkaufhaus enden, hatten auch schon bald ihren Reiz für mich verloren. Fast wollte die schon ganz skippen, bevor irgendwann mal eine vorkam, die dann doch relevant zu sein schien. Stück für Stück gab es mehr Puzzleteile zu zusammensetzen, es wurde einiges klarer für mich und damit dann auch wieder interessanter.

Denn das Grundgerüst der Geschichte und eigentlich auch der Schreibstil der Autorin fand ich durchaus gut. Nur dauerte es eben viel zu lange, bis es Sinn machte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.10.2023

'Word Nerd' Ambrosius findet Freunde

Peanuts und andere Katastrophen
0

In den letzten paar Jahren habe ich einige Jugendbücher von Susin Nielsen gelesen, und sie waren alle richtig gut. Die Autorin schafft es immer noch, tolle Jugendbücher zu schreiben. Auch wenn sie selbst ...

In den letzten paar Jahren habe ich einige Jugendbücher von Susin Nielsen gelesen, und sie waren alle richtig gut. Die Autorin schafft es immer noch, tolle Jugendbücher zu schreiben. Auch wenn sie selbst schon fast 60 ist und bereits seit den 80ern in diesem Genre schreibt, als sie für die kanadische TV-Serie "Degrassi Junior High" Drehbücher schrieb. Diese Serie hab ich damals sehr gern geschaut (sie kam auf einem der dritten ARD-Programme), und auch dort bestand die Schülerschaft aus vielen verschiedenen speziellen Charaktern. Genau diese porträtiert Nielsen nun auch in ihren Büchern

Auch "Peanuts..." beginnt in einem Schul-Setting, das jedoch abrupt endet als Ambrosius - der unter einer starken Erdnussallergie leidet - eben genau so eine in sein Pausenbrot geschmuggelt bekommt von seinen blöden Mitschülern, die ihn für ein leichtes Mobbingopfer halten. Leider ist Ambrosius wirklich stark allergisch, überlebt den Vorfall aber und wird nun nur noch zu Hause unterrichtet. Heutzutage, nach Corona, für uns alle gar nicht mehr so ungewöhnlich. Das Buch ist allerdings schon von 2008, aber auch da war es in Nordamerika durchaus üblich. Ambrosius findet die soziale Abschottung aber gar nicht gut. Und findet sich schon bald heimlich neue Freunde.

Nielsens Bücher schlawinern sich immer durch so eine ganz dünne Lücke zwischen lustig und dramatisch hindurch. Man hat sehr oft Mitleid mit den Protagonisten, die nie ein leichtes Leben und meist Geldsorgen haben. Und hofft dann immer auf ein wenigstens versöhnliches Ende.

Auch dieses Buch hat mich nicht enttäuscht, es liest sich Klasse - und zwar nicht nur für Jugendliche.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.10.2023

Muttis Rezepte

Hundert Klassiker
0

Das Buch hätte bei mir auch "Muttis Rezepte" heißen können. Es sind soo viele Rezepte dabei, die ich aus der Küche meiner Mutter kenne. Gulasch natürlich, Frikassee ist DAS Familienessen an Heiligabend ...

Das Buch hätte bei mir auch "Muttis Rezepte" heißen können. Es sind soo viele Rezepte dabei, die ich aus der Küche meiner Mutter kenne. Gulasch natürlich, Frikassee ist DAS Familienessen an Heiligabend bei uns, Königsberger Klopse, gefüllte Paprikaschoten, Kohlrouladen, Wurstsalat... und vieles mehr, und auch der klassische Käsekuchen (eben nicht der Cheesecake!). Einiges davon habe ich selbst noch nicht gemacht, und kann meine Mutter leider auch nicht mehr nach einem Rezept fragen. Deshalb freut es mich ungemeint, sie hier alle versammelt zu sehen.

Das Buch ist klar und in Zutaten-Kategorien aufgebaut. Die Beschreibung der Rezepte ist detailliert genug und dennoch übersichtlich. Am besten sind aber auf jeden Fall die "Tipps" und der Wichtig-Kasten am Ende. Die können mir selbst bei Gerichten, die ich eigentlich kann, hilfreich sein. Wie z.B. beim Wiener Schnitzel und dem Tipp, wie man die Panade richtig hinbekommt.

Dass Spaghetti Carbonara original ganz ohne Sahne auskommt, weiß ich schon länger. Nämlich auch von Steffen Hennsler, ich glaube das war noch zur Zeit der "Topfgeldjäger", wo er das mal beschrieben hat. Ich hab für meine Kinder bisher dennoch immer die Variante mit dem Soßenpulver aus der Tüte und der Sahne/Milch dazu gemacht. Ich möchte aber unbedingt jetzt auch mal Steffens Rezept ausprobieren, wo man nur mit Fett, ein bisschen Nudelwasser und dem Ei eine Art Emulsion herstellt, die sich um die Nudeln legt.

Das erste Rezept war allerdings das Kartoffelpüree. Wir haben aufgrund der Kartoffelernte auf den Feld hinter unserem Haus so viele Kartoffeln, das wir jetzt viele verschiedene Kartoffelgerichte machen werden. Für das Püree bietet Henssler sogar 2 Varianten an! Ich habe das klassische mit Butter und Milch ausprobiert - es war mein erstes selbstgemachtes Püree, das nicht auf der Tüte kam, überhaupt und hat geschmeckt wie es sein soll! Version 2 mit Creme Fraiche werde ich aber definitiv auch ausprobieren.

Dieses Klassiker-Buch ist also ein wertvoller Schatz für all jene, die bodenständige deutsche Gerichte ohne viel ChiChi in einem Buch vereint haben wollen, um nachlesen zu können wie es unsere Mütter und Omas damals gekocht haben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil