Profilbild von Karschtl

Karschtl

Lesejury Star
offline

Karschtl ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Karschtl über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.11.2022

Spannender Wälzer

Keeper of the Lost Cities – Der Angriff (Keeper of the Lost Cities 7)
0

Diesmal beginnt das Buch gleich sehr actiongeladen mit einer sehr brenzligen Situation. Dadurch war ich aber auch viel mehr zum Weiterlesen verführt als bei den bisherigen Bänden. Selbst wenn darauf erstmal ...

Diesmal beginnt das Buch gleich sehr actiongeladen mit einer sehr brenzligen Situation. Dadurch war ich aber auch viel mehr zum Weiterlesen verführt als bei den bisherigen Bänden. Selbst wenn darauf erstmal eeewig lange Kapitel folgen, die ausschließlich auf der Krankenstation spielen (und das Tempo wieder gehörig rausgenommen haben, weil es da im Grunde wieder nur endlos lange Gespräche gibt).

Aber irgendwann wird es auch wieder spannend, und zwar gleich richtig. Inklusive ein-zwei wirklicher Überraschungen. Da merkt man auch fast (!) gar nicht, dass dieser siebente Band mit 832 Seiten nochmal 100 Seiten mehr hat als der Vorgänger. Angefangen hatte das ganze ja mit gut 500 Seiten. Was ich für diese empfohlene Altersgruppe ab 11 Jahren auch noch ok finde, alles drüber ist schon heftig.

Auf jeden Fall hat die Story im 7. Band und das Ende für viel Vorfreude und vor allem Spannung auf den finalen Band gesorgt, in dem hoffentlich alles zu einem guten Abschluss für unsere liebgewonnenen Charaktere kommen wird.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.11.2022

Das erschütternde Leben eines Mannes, der scheinbar alles hat was man sich nur wünschen kann

Friends, Lovers and the Big Terrible Thing
0

Ich habe alle Folgen von "Friends" gesehen, sogar mehrmals. Und abgesehen davon, dass Chandler später auch mal dicker wird, ist mir nie was aufgefallen. Nichts von dem, was dessen Darsteller Matthew Perry ...

Ich habe alle Folgen von "Friends" gesehen, sogar mehrmals. Und abgesehen davon, dass Chandler später auch mal dicker wird, ist mir nie was aufgefallen. Nichts von dem, was dessen Darsteller Matthew Perry in seiner Autobiographie beschreibt. Gegen was er damals schon ankämpfte, und am Ende doch immer und immer wieder verlor und zu Drogen - vor allem Alkohol und starken Tabletten - griff. Er beschreibt seine Süchte und deren Auswirkungen als so stark, dass er sich an 3 Jahre des Friends-Drehs überhaupt nicht mehr erinnern kann!

Schonungslos offen beschreibt Matthew Perry, wie er bereits seit frühester Jugend abhängig war von verschiedensten Substanzen. Und dass er es trotz all seinem Erfolg, seinem tollen Leben in schönen Häusern mit bester Aussicht und mit einer hübschen Frau an seiner Seite immer eine Leere in sich spürte, die er nur mit Alkohol, Drogen oder Tabletten stopfen konnte. Wie er trotz zahlreicher Entziehungskuren, unzähligen Stunden in Therapiesitzungen und bei den AA und der unermüdlichen Unterstützung durch Familie und Freunde ein ums andere Mal rückfällig wurde. Selbst dann noch, als der jahrelange Missbrauch von Substanzen seine Gesundheit schon erheblich geschädigt hat.

Ein bisschen schade fand ich es ja, dass Perry abseits der Drogengeschichte so wenig von seinem Leben erzählt. Engagements als Schauspieler werden nur so nebenbei eingestreut, Ankedoten dazu gibt es kaum. Aber ich schätze, seine Süchte hatten so sehr die Kontrolle über ihn gehabt, für ihn gab es außerhalb dessen eben kaum etwas. Und höchstwahrscheinlich ist das auch heute noch so. Das Buch endet zwar damit, dass es ihm jetzt gerade gut geht (so ganz deutlich wird es aber nicht, ob er derzeit wirklich clean ist), aber es ist sicherlich jeden Tag aufs Neue ein großer Kampf den er mit sich selbst ausfechten muss.

Vom Schreibstil her fand ich das Buch leider nur mittelmäßig. Perry verwendet unnötig viele Allegorien und Umschreibung und formuliert einige Sätze auch sehr holprig (was aber auch an der Übersetzung liegen kann).
Zudem springt er immer wieder in den Zeiten umher, so dass man oft nicht weiß, wann und wo man sich gerade befindet. Da hätten zB simple Jahreszahlen am Kapitelanfang sehr geholfen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 16.11.2022

Zeit für Familie, Liebe und Geschichten

Weihnachten in der kleinen Buchhandlung
0

"Weihnachten in der kleinen Buchhandlung" von Jenny Colgan ist keine Fortsetzung ihrer anderer Buchladen-Reihe, die ebenfalls in Schottland angesiedelt ist. (Spielt aber sozusagen im selben 'Universum', ...

"Weihnachten in der kleinen Buchhandlung" von Jenny Colgan ist keine Fortsetzung ihrer anderer Buchladen-Reihe, die ebenfalls in Schottland angesiedelt ist. (Spielt aber sozusagen im selben 'Universum', denn Buch-Van-Besitzerin Nina taucht auf der Weihnachtsfeier mal kurz im Laden auf). Hier werden ganz neue Charaktere vorgestellt, und jeder von ihnen hat ein paar Ecken und Kanten aber auch viel Gutes im Herzen. Zu Beginn dachte ich, die große Schwester Sophie könnte sich zu einer reichen Zimtzicke entwickeln, aber dem war dann überhaupt nicht so. Und sogar der eingebildeten Skylar konnte ich was Gutes abgewinnen. Meine Lieblingsfiguren waren aber natürlich Carmen und ihre insgesamt drei Nichten & Neffe. Das waren immer die schönsten Szenen.

Den Rest der Geschichte konnte ich auch genießen. Es geht hier unter anderem um das Thema Familie und ungeklärte, jahrelang falsch verstandene Missverständnisse. Aber es geht immer wieder auch um die Faszination von Geschichten. Um kindliche Neugier. Um "mehr Schein als Sein". Und auch um Edinburgh, das ja eigentlich eine Großstadt mit einer halben Million Einwohner ist - bei Jenny Colgan klingt es aber nach einer gemütlichen heimeligen Kleinstadt. Mir war gar nicht bewusst, wie mittelalterlich Edinburgh ist, ich habe aufgrund des Buches erstmal nach Bildern von der Burg und der Stadt an sich gegoogelt, weil das alles so schön beschrieben wird. Das sieht wirklich sehr bezaubernd aus und ist definitiv eine Reise wert, ganz besonders in der Vorweihnachtszeit wenn es einen schönen Weihnachtsmarkt gibt.

Ich habe das Buch als Hörbuch genossen und fand die Sprecherin Vanida Karun ganz wunderbar. Sie hat jeder Figur ihren besonderen Stempel aufgedrückt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.11.2022

Gute Geschichte, aber zu langatmig

Keeper of the Lost Cities – Die Flut (Keeper of the Lost Cities 6)
0

Die Geschichten um die Elfin Sophie und ihrer mittlerweile wirklich sehr großen Entourage finde ich ja durchaus spannend. Wenn die Autorin das nur ein bisschen kürzer hätte hinkriegen können...

Wenn sie ...

Die Geschichten um die Elfin Sophie und ihrer mittlerweile wirklich sehr großen Entourage finde ich ja durchaus spannend. Wenn die Autorin das nur ein bisschen kürzer hätte hinkriegen können...

Wenn sie schon nichts an der Handlung an sich wegnehmen wollen würde - diesmal passieren immerhin einige Dinge und es gibt überraschende Entdeckungen - so könnte man wenigstens die einzelnen Szenen erheblich editieren. Die ziehen sich jeweils über mehrere Kapitel hin (auch bei Szenen, in denen gar nichts wirklich passiert sondern wieder mal nur geredet wird über das was schon passiert ist oder überlegt wird was bald passieren wird). Auch die große Menge an Figuren, die alle zu Wort kommen indem zB jeder nochmal wiederholt, was er oder sie bei der nächsten Aktion beitragen wird, bläht das Buch ungemein auf. Daher brauchte ich bei diesem Band tatsächlich Wochen, um es zu beenden.

Aber jetzt bin ich bis hierhin gekommen, daher werde ich die letzten beiden Bände auch noch lesen, um zu verstehen, wozu Projekt Mondlerche erschaffen worden ist und ob es schlussendlich zu einem Erfolg geführt hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.11.2022

Wohin mit der Wut

Der Junge, der die Welt verschwinden ließ
0

Harrison bekommt bei einem Kindergeburtstag, bei dem er - aus einem völlig doofen Grund - einen Wutanfall hat - einen Ballon geschenkt, der in Wahrheit ein schwarzes Loch ist. Alles was damit in Berührung ...

Harrison bekommt bei einem Kindergeburtstag, bei dem er - aus einem völlig doofen Grund - einen Wutanfall hat - einen Ballon geschenkt, der in Wahrheit ein schwarzes Loch ist. Alles was damit in Berührung kommt, verschwindet darin auf Nimmerwiedersehen. Zu Anfang findet Harrison das großartig, bis dann auch Dinge verschluckt werden die er mag...

Ich hatte mir die Hauptperson Harrison etwas älter vorgestellt (ca. 12), und mir gedacht dass er manchmal doch viel zu unüberlegt mit seinem Geschenk - dem Schwarzen Loch - umgeht. In der zweiten Hälfte des Buches erwähnt er mal, dass er erst 8 ist, und dann macht es doch wieder ein bisschen mehr Sinn. (Wobei auch mein 9jähriger Sohn einige Sachen unvernünftig fand).

Ich fand die Moral der Geschichte mit den Wutanfällen ganz schön. Nachdem das Buch aber gerade am Anfang mehrmals das Mobbing thematisiert, hatte ich gedacht dass darauf nochmal näher eingegangen wird. Dass der Täter seine Lektion lernt oder sowas. Doch der Fokus von Ben Miller lag wohl allein auf dem Wut-Thema.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere