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Kastainenecker

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Veröffentlicht am 18.03.2020

Arrangierte Ehe, die wahre Liebe und Freiheit...

Cherish Hope
1

Arrangierte Ehe, die wahre Liebe und Freiheit – drei Stichpunkte, die auf den ersten Blick nicht unbedingt zusammenpassen und doch in Nalini Singhs neuem Liebesroman „Cherish Hope“ funktionieren.
Nayna ...

Arrangierte Ehe, die wahre Liebe und Freiheit – drei Stichpunkte, die auf den ersten Blick nicht unbedingt zusammenpassen und doch in Nalini Singhs neuem Liebesroman „Cherish Hope“ funktionieren.
Nayna hat kein großes Glück in der Partnersuche und überlässt das schließlich ihren traditionsbewussten Eltern, in der Hoffnung sie mögen den richtigen für sie finden und damit die Familie zufriedenzustellen. Dabei verspürt sie aber gleichzeitig den starken Wunsch aus den Fesseln der elterlichen Fürsorge und der indischen Traditionen auszubrechen. Als sie diesem nachgibt, findet sie sich in den Armen eines Mannes wieder, der bisher unbekannte Gefühle in ihr weckt und Nayna erst die Nacht mit ihm, dann die arrangierte Partnerwahl bereuen lässt. Am nächsten Tag stellen ihre Eltern ihr unerwartet den eigentlich ebenfalls sehr traditionellen Raj als einen möglichen Ehemann vor und es beginnt heftiger den je zwischen den beiden zu knistern. Raj, der alles daransetzen möchte, dass Nayna sich für ihn entscheidet. Und Nayna, die gefallen an der Freiheit gefunden hat und sich fürchtet, in die Fesseln der Ehe zu sinken.

Ich möchte mit dem meiner Meinung nach einzigen größeren Kritikpunkt beginnen: Das Cover spricht mich nicht direkt an, ich finde es langweilig und einfallslos. Es passt nicht unbedingt zur Geschichte und würde auch nicht zwingend meine Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Bei diesem Kritikpunkt soll es aber bleiben, denn der Rest der Geschichte war einfach umwerfend!
Das Thema ist gut gewählt, endlich mal etwas anderes! Raj ist kein Playboy, sondern ein traditionsbewusster Mann, der sich nach Sicherheit und Liebe sehnt. Dabei ist er so ehrlich und aufrichtig, dass man nur ins Schwärmen kommen kann. Und ins Träumen, ja. So einen Mann hätte ich auch gern, offen gesagt. Dazu kommen die Einblicke in die indische Kultur, bzw. die der auf den Fidisch-Inseln beheimateten Menschen, was mir sehr gut gefallen hat und auch mal etwas anderes war. Das gewählte Konzept der Autorin geht völlig auf. Der Konflikt wird schnell klar und gliedert sich gut in das Gesamtbild ein, lässt dabei sogar bei Menschen, die nicht derart stark in eine Kultur integriert sind Identifikationsmöglichkeiten. Wer verspürt den heute bitte nicht dieses Gefühl, zwischen Tradition und Freiheit, Abenteuern oder etwas Neuem hin- und hergerissen zu sein?
Insgesamt sind die Figuren authentisch und gut gewählt, vor allem die beiden Hauptcharaktere. Einziges Manko an der Stelle besteht in den Nebencharakteren – Rajs Bruder und seiner Frau, deren Geschichte nicht zufriedenstellend endet, meiner Meinung nach.
Der Spannungsbogen wird allerdings gehalten, die Geschichte bleibt interessant und die Unsicherheit Naynas ist absolut nachvollziehbar, genauso ihre einzelnen Handlungen. Zusammen mit dem Thema, dem unterhaltsamen Schreibstil und der Charakterauswahl ist großer Lesespaß vorprogrammiert.

Alles in allem ein wirklich tolles Buch, das ich wärmstens empfehlen kann! Ich habe einiges über die indische Kultur hinzugelernt und durfte Naynas Charakterwandlung mitverfolgen, beides war sehr interessant zu beobachten. Wer nach einer wirklich süßen Liebesgeschichte mit Wirrungen eines jungen Lebens und den Traditionen einer ganz besonderen Kultur sucht, sollte auf jeden Fall zu diesem Buch greifen!

  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 21.11.2019

süße aber leider vorausschaubare Liebesgeschichte

Everything I Didn't Say
2

Um ihren Traum als Dramaturgin näher zu rücken, bemüht sich die Studentin Jamie um einen der begehrten Praktikumsplätze am Serienset „Chicago Hearts“, bei welchem sie einen Einblick in Teile ihrer späteren ...

Um ihren Traum als Dramaturgin näher zu rücken, bemüht sich die Studentin Jamie um einen der begehrten Praktikumsplätze am Serienset „Chicago Hearts“, bei welchem sie einen Einblick in Teile ihrer späteren Arbeit erhält und den aufsteigenden Schauspieler Carter kennen lernt. Obwohl Carter äußerst arrogant, verwöhnt und selbst überzeugt wirkt, während Jamie ein Leben gewohnt ist, in dem sie alles für jedes ihrer Ziele geben muss, können beide dieses Knistern zwischen sich nicht ganz ausblenden, weshalb sie immer wieder aneinandergeraten und doch nicht umeinander kommen. Allerdings verbietet eine Klausel in Carters Vertrag jegliche Beziehungen. Nichts können die beiden gegen diese Anziehungskraft ausrichten und verlieren dabei zusehends die Kontrolle, bis sie von den Folgen überrannt werden…

Leicht fällt die Bewertung dieses Buches wirklich nicht, weil ich mit sehr gemischten Gefühlen dastehe und leider sehr viel zu kritisieren habe.
Das Cover hat mir gleich gefallen, weil dieser Kontrast mit dem weißen Hintergrund und den roten, wie aufgepinselten Streifen trotz der Schlichtheit Aufmerksamkeit erregt. Zu dem Titel konnte man die ein oder andere wilde Theorie aufstellen und es hat mir sehr gut gefallen, dass sich dieses Thema auch im Buch widerspiegelte, wenn auch erst sehr spät.
Die beiden Protagonisten wurden relativ gegensätzlich in ihrern Lebenssituation und Weltauffassung konstruiert, was ich an sich auch sehr begrüße. Heißt schließlich nicht umsonst, Gegensätze würden sich anziehen. Trotzdem muss ich kritisieren, dass sowohl Jamie als auch Carter nicht ganz rund wirkten. Im Zusammenhang mit ihren Handlungen wurden beide Charaktere gegen Ende anstrengend, sogar unrealistisch, weil sie ihre Probleme etwas überspitzten und meines Erachtens sogar extrem egoistisch handelten, sich gar nicht für die Geschichte des anderen interessierten. Sehr schade, denn begonnen hat das Buch sogar mit zwei sehr sympathischen, authentischen Charakteren. An sich muss ich auch bemängeln, wie die Liebesgeschichte zwischen ihnen ablief, die eher körperlich war, als auf Gefühle ausgelegt, wie immer behauptet wurde. Bis zum Ende der Geschichte kannten Jamie und Carter einander kaum, was einen großen Teil zu ihrer späteren Unglaubwürdigkeit beitrug.
Genau das selbe kann ich zur Handlung wiedergeben: Der erste Teil gefiel mir sehr gut, obwohl es schade ist, so wenig über die Arbeiten eines Dramaturgen erfahren zu haben, wo dass doch zumindest bei Jamie ein zentrales Thema sein sollte. Die gelegentlichen Vorausblenden im Buch haben mich eher gestört und verwirrt, statt die Spannung zu steigern, aber dass kann auch nur mir so ergangen sein. Grundsätzlich wurde der Spannungsbogen gut kreiert, man wollte unbedingt wissen, wie es mit den beiden weiter ging, ob sie wieder aneinander geraten würden, oder es auch mal Einvernehmen gäbe. Leider muss ich auch hier Abstriche machen, denn gegen Ende wurde die Geschichte extrem voraussehbar, die Konflikte so überspitzt, dass sie ihre Wirkung bei mir völlig verfehlten. Lobenswert dagegen ist, die Einführung zweier Nebencharaktere, welche wohl im nächsten Buch die rolle der Protagonisten einnehmen werden. Leider haben beide Charaktere gegen Ende deutlich interessanter gewirkt, wie Jamie und Carter, was sicher auch nicht das Ziel sein sollte.
Um jetzt mal etwas komplett zu loben: Der Schreibstil in diesem Buch ist unterhaltsam, locker und lädt dazu ein, dass Buch in einem Stück durchlesen zu wollen, was für den Lesespaß eine wichtige Rolle spielt!

Alles im allem ist dies ein nettes Buch für zwischendurch, wenn man nicht zu viel erwartet und nichts gegen voraussehbare, klischeehafte Geschichten hat. Ansonsten störte mich die Umsetzung teilweise etwas, sodass mich das Buch insgesamt nicht komplett überzeugen konnte. Dennoch handelt es sich um eine lesenswerte, unterhaltsame Geschichte, die ich durchaus empfehlen kann, wenn man bereit ist, einige Abstriche zu machen!

  • Cover
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Gefühl
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.09.2019

Ein heißes Sexabenteuer, eine dubiose Vergangenheit, die gerne mal einholen möchte und eine Zukunft voller Träume, die darauf wartet, erfüllt zu werden!

Sinful Prince
1

Um der kriminellen Vergangenheit, die ihre Familie zu überschatten scheint, zu entfliehen, hat sich Temperence ein artiges, fast schon langweiliges Leben aufgebaut, bei welchem sie nicht mehr von kriminellen ...

Um der kriminellen Vergangenheit, die ihre Familie zu überschatten scheint, zu entfliehen, hat sich Temperence ein artiges, fast schon langweiliges Leben aufgebaut, bei welchem sie nicht mehr von kriminellen Machenschaften abhängig ist, sondern in schicker Kleidung den teuren Whiskey der Seven Sinners Destillerie vermarktet. Dass es sie aber insgeheim nach einem ganz anderen Leben dürstet, entdeckt sie erst, als sie durch einen seltsamen Zufall eine Nacht in einem Sexclub mit einem heißen Unbekannten verbringt, der ihr anschließend nicht mehr aus dem Kopf weichen will. Während sie nun weiterhin versucht ihr unauffälliges Leben zu führen, gehen ihr die Sehnsüchte die dieser Mann in ihr weckte nicht mehr aus den Kopf und so zieht es sie trotz wiederholten Warnungen erneut zu diesem geheimen Sexclub und dem schönen Fremden.
Dabei ist dieser Reihenauftakt das Spin-off der SINFUL-EMPIRE Triologie, kann aber durchaus auch ohne Vorwissen genossen werden.

Ganz am Anfang möchte ich einfach mal dieses umwerfende Cover loben, dass mit seiner wunderschönen Schlichtheit einfach nur überzeugt! Ein richtiger Blickfang, wenn man das so sagen mag!
So, dann möchte ich zum spannenderen Teil der Rezension kommen: Dem Inhalt! Temperence ist eine junge Frau, die noch dabei ist, sich selbst so richtig zu finden und im Leben anzukommen. Im Laufe der Handlung muss sie wiederholt alte Vorstellungen von sich verwerfen und lernt ihr neues Ich zu akzeptieren. Irgendwie erinnert mich das ein bisschen an mich und ich denke, die meisten jungen Frauen haben mal so eine Zeit durchgemacht, in der sie sich selbst lernten, zu akzeptieren, so wie sie wirklich sind. Genau diese Wandlung habe ich mit großem Interesse verfolgt! Ihre spitzzüngige Vermieterin Harriet, bringt mit ihren Sprüchen nicht nur Temperence auf den Weg ihre wirkliches Ich anzunehmen, sondern unterhält auch den Leser mit ihrer trockenen Art, während sie wahre Lebensweisheiten verteilt, die man so schnell nicht vergisst.
Für mich am teilweise spannendsten war tatsächlich das Ziel, mehr über Tempes Liebhaber zu erfahren, weshalb die Seiten für mich nur so dahin flogen. Den Spannungsbogen bezüglich diesen Charakters hat die Autorin auf jeden Fall kontinuierlich gehalten und so wird es sicher besonders spannend in den folgenden Bänden mehr über ihn zu erfahren. Trotzdem möchte ich ehrlich sein und auch sagen, dass ich es etwas schade finde, dass man so wenig über ihn erfahren hat, sprich, nicht mal seinen Namen.
Des Weiteren habe ich es als sehr Interessant wahrgenommen, wie Temperence mit ihrer Vergangenheit konfrontiert wurde und sich dieser stellen musste, wogegen sie sich erst so sträubte. Langweilig wurde dieses Buch jedenfalls nie, denn wenn man nicht heiße Szenen zwischen Tempe und ihrem Liebhaber verfolgen durfte, konnte man über Sprüche der liebenswerten Harriet lachen, mehr über Tempes Vergangenheit in Erfahrung bringen und mit ihren Zukunftsträumen mitfiebern. Diesen lockeren Schreibstil mit den vielen Humor kann ich daher nur loben!
Etwas Abzüge gibt es für mich allerdings im puncto einer bestimmten Szene, die meiner Meinung nach sehr einfallslos und flach gelöst wurde. Nachdem man im Rahmen der Leserunde auch noch so sehr aufmerksam auf den plötzlichen Diebstahl von Tempes Wagen gemacht wurde, hätte ich mir eine etwas spektakulärere, aufschlussreichere und vielleicht auch eher mit ihrer Vergangenheit oder ihrem Liebhaber verbundene Lösung gewünscht, weshalb dieser Diebstahl zustande kam. Meiner Meinung nach wurde diese Szene nicht so gut umgesetzt, wie man es hätte machen können.
Nicht destotrotz endet das Buch äußerst spannend, sodass ich mir definitiv Band 2 anschaffen werde um zu sehen, wie sich die Geschichte weiterentwickelt, denn mich mit der Handlung an so einem Punkt stehen zu lassen, ist einfach nur grausam, positiv gesehen natürlich! Ich kann es kaum erwarten, das nächste Buch zu lesen!

Alles in allem kann ich dieses Buch jedem empfehlen, der Lust zu sehen hat, wie eine junge Frau zu sich selbst findet und sich in ihrem Leben festigt, während sie ein heißes Abenteuer mit einem Fremden erlebt und Freunde findet, die so ganz anders sind, als man zunächst vermuten mag. Wer zudem gerne mal über den trockenen Humor einer älteren, aber immer noch sehr lebensfrohen Dame lachen möchte, sollte sich dieses Buch auf jeden Fall vornehmen, denn es bleibt noch weit über das Ende heraus spannend, was für einiges an Nervenkitzel sorgt!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
  • Gefühl/Erotik
Veröffentlicht am 11.06.2019

Da werden Erinnerungen an die Schulzeit wach!

Fünf Sterne für dich
1

In Charlotte Lucas neustem Buch „Fünf Sterne für dich“ stürzt sich die begeisterte Quereinsteigerin Pia Flemming in ihren Beruf als Lehrerin, in welchem sie prompt die Leitung einer Klasse mit ihrem Kollegen ...

In Charlotte Lucas neustem Buch „Fünf Sterne für dich“ stürzt sich die begeisterte Quereinsteigerin Pia Flemming in ihren Beruf als Lehrerin, in welchem sie prompt die Leitung einer Klasse mit ihrem Kollegen Tom Wohlfahrt übernehmen darf. Bei einem Elternabend lernt Konrad Michaelsen die Klassenlehrer, Pia und Tom, seiner Tochter Mathilda kennen. Um sich nicht allzu sehr bei Pia’s absolut durchstrukturierten, umfassenden Elternabend zu langweilen, wendet sich Konrad seiner Lieblingsbeschäftigung zu, mit welcher er auch sein Geld verdient: Er verfasst Rezensionen und schreibt in diesem Sinne auch eine kurze, aber weniger freundliche Bewertung über beide Klassenlehrer. Blöd nur, dass ausgerechnet Pia diese in die Hände bekommt und bald ihren Rachefeldzug gegen den frisch ernannten Elternsprecher beginnt. Dabei muss sie sich zudem um eine sehr zerstrittene Klasse kümmern, in welcher Themen wie Mobbing und Ausgrenzung eine große Rolle spielen.

Den Titel halte ich für absolut passend, denn er spielt perfekt auf Konrads Job und so viele Facetten innerhalb des Buches an, unter anderem natürlich, auf seine Bewertung Pia betreffend, welche er später sicher noch einmal ändern muss, sodass ich mir keinen passenderen Titel vorstellen könnte!
Besonders gut gefallen hat mir an dem Buch, dass Themen wie Mobbing und Ausgrenzung aufgegriffen werden, was in heutigen Schulen kein unbekanntes Problem ist. Die Autorin schafft es dabei wunderbar zu beweisen, wie sinnfrei und willkürlich solche Attacken in der Regel sind und dass daher gar nicht immer ein Grund für die Ausgrenzung eines Mitschülers vorliegt.
Die Wahl der Charaktere empfand ich in diesem Sinne als sehr passend gewählt, denn sie konnten die Geschichte sehr authentisch stützen und dem Leser das Gefühl vermitteln, annähernd reale Personen vor sich zu haben. Pia Flemming wirkt nach außen sehr jung, etwas unsicher oder unerfahren, übereifrig, lieb und nett. Im Laufe der Handlung zeigt sie aber, was wirklich in ihr steckt, was ich nicht als Wandlung bezeichnen würde, denn der Leser und die anderen Charaktere lernen schlicht weitere Seiten der jungen Frau kennen. Denn Pia kann selbstbewusst sein und sich gegen andere Menschen behaupten. Sie ist kreativ, einfühlsam, taktvoll und aus ganzem Herzen eine Lehrerin, weshalb sie zu gern kostbare Freizeit für ihre Schützlinge opfert, denn deren Wohlbefinden hat oberste Priorität. Ihr anfänglicher Gegenspieler Konrad dagegen ist sehr verschlossen und in sich zurückgezogen, was mit seiner Vergangenheit zusammen hängt. Er versteckt seine Verletzlichkeit und Unsicherheit hinter einem verletzenden, hart urteilenden Mann, dem aber alles an seiner Tochter liegt.
Richtig Schwung in die Geschichte können aber auch Tom Wohlfahrt, Mathilda, der ausgegrenzte Finn-Lasse und die schwierige Mitschülerin Pauline zusammen mit ihrer Mutter Frau Richter bringen, denn sie haben genauso starke Persönlichkeiten, wie die beiden Protagonisten.
Während der ganzen Zeit habe ich das Buch nur so verschlungen und konnte mich, zu meinem Beschämen, nicht an Leseabschnitte halten, denn es war einfach zu spannend. Als Leser möchte man unbedingt wissen, wie sich die Situation der beiden sehr starken Hauptcharaktere Pia und Konrad weiter entwickelt und wie sie die Konflikte rund um und in Mathildas Klasse lösen. Außerdem möchte man selbstverständlich auch erfahren, welches schreckliche Geheimnis Mathildas Vater Konrad mit sich herumschleppt und ihn so zurückgezogen hat werden lassen. Dass dabei vor allem Pia zeigt, wie Facettenreich ihr Charakter ist, hat mich sehr gefesselt und fasziniert. Unterstützt wird das ganze durch den häufig erheiternden Schreibstil der Autorin, die es schafft, selbst ernste Themen – wie Mobbing – nett zu verpacken, ohne dass dabei die Ernsthaftigkeit verloren geht, was definitiv eine bewundernswerte Eigenschaft ist.
Das Ende war mir persönlich doch etwas zu abrupt, denn nachdem die Autorin Konrad’s Geheimnis so lange herausgezögert hat, hätte ich mir da doch etwas mehr Text erhofft und war über die kurze Abhandlung regelrecht enttäuscht.

Dieses Buch hat absolut gehalten, was der Klappentext versprochen hat und ist daher nur empfehlenswert, zumindest wenn man an einer süßen Liebesgeschichte, mit viel Witz aber auch sehr aktuellen und ernsthaften Themen mit denen Kinder heute definitiv belastet werden, interessiert ist. Dieses Buch ist lustig, spannend und brandaktuell Schulthemen betreffend!

Vielen Dank, dass ich dieses Manuskript vorab lesen durfte und die Chance hatte, der Autorin Fargen zu stellen (welche sie leider nicht beantworten konnte, was schade ist)!

  • Cover
  • Geschichte
  • Idee
  • Figuren
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 28.05.2019

süße Geschichte, mit schönen Naturbeschreibungen

Libellensommer
0

Die fünfzehnjährige Jodie aus Antje Barbendererdes Buch „Libellensommer“ lernt an einer Tankstelle den Indianer Jay kennen, weiß aber nicht, dass sie keinen Tag später mit ihm durch die Wildnis streifen ...

Die fünfzehnjährige Jodie aus Antje Barbendererdes Buch „Libellensommer“ lernt an einer Tankstelle den Indianer Jay kennen, weiß aber nicht, dass sie keinen Tag später mit ihm durch die Wildnis streifen wird, fernab jeder Zivilisation, nachdem er sie vor einem übergriffigen Truckfahrer rettete. Nur notgedrungen nimmt Jay sie mit in die kanadische Wildnis, führt sie zu dem kleinen Indianerlager, in dem er mit seinen Freunden, seiner Familie lebt. Diese Reise soll das Leben der ängstlichen, vielleicht etwas unreifen Jodie von Grund auf verändern, denn sie lernt eine Welt fernab von Süßigkeiten, Luxus und ja, Zeit, lieben, die so voller Magie in ihrer Schlichtheit ist.


Die ängstliche Jodie mit einem unheimlichen Laster zu Süßigkeiten, sowie einer nicht ganz so versteckten Schwärmerei zu ihrem Internetfreund Tim steht einem wortkargen, nachdenklichen Indianerjungen gegenüber, der in seinem kurzen Leben bereits viel erleben musste und mit diesen Ereignissen in der Natur reifte. An Jay’s Seite durchläuft Jodie eine überraschende Wandlung, lernt was wichtig im Leben ist und beginnt, ihr eigenes Handeln, ihre eigenen Fehler zu hinterfragen. Diese Wandlung war für mich sehr interessant zu beobachten.
Loben hervorwähnen möchte ich insbesondere die detaillierten Naturbeschreibungen der Autorin, die dem Leser das Gefühl vermitteln können, selbst fernab der Zivilisation in Kanada zu sein. Bei diesem Schreibstil fällt das Auge für’s Detail der Autorin stark auf und bringt dem Leser dabei nicht nur die Natur Kanadas näher, sondern zeigt auch dass moderne Leben eines winzigen Indianerstammes im einundzwanzigsten Jahrhundert.
Gleich anfangs habe ich mich für das Buch begeistern können, dass vielleicht nicht die typische Art der Spannung bereithält, aber durch seine Magie in Sachen Naturbeschreibung und dem Umstand, dass man lernt die Welt einmal von einer ganz anderen Seite aus zu betrachten, trotzdem sehr überzeugt. Für mich wird das Leben der Indianer im einundzwanzigsten Jahrhundert sehr gut und nachvollziehbar dargestellt, während man sich mit der pubertierenden, anfangs noch sehr unreifen Jodie trotzdem gut identifizieren kann. Mein Lesespaß blieb bis zur letzten Seite erhalten, was nicht zuletzt dem Thema des Buches und dem Schreibstil der Autorin zu verdanken ist!

Zusammenfassend kann ich dieses Buch jedem empfehlen, der sich für das Leben der Ureinwohner Amerika’s zur heutigen Zeit interessiert und dabei auch sehen möchte, wie ein Mädchen langsam erwachsen wird.