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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.06.2019

Unfassbar gut geschrieben und gruselig realistisch

Der Kindersammler
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Anne und ihr Mann Harald erleben den Albtraum aller Eltern: Während eines Toscana-Urlaubs verschwindet ihr Kind beim Spielen spurlos. Die Suche der Polizei verläuft ergebnislos, und sie müssen ohne ihren ...

Anne und ihr Mann Harald erleben den Albtraum aller Eltern: Während eines Toscana-Urlaubs verschwindet ihr Kind beim Spielen spurlos. Die Suche der Polizei verläuft ergebnislos, und sie müssen ohne ihren Sohn nach Hause fahren. Zehn Jahre später kehrt Anne an den Ort des Geschehens zurück, um herauszufinden, was damals passiert ist. Sie ahnt nicht, wie nah sie dem Täter kommt – und er ihr.

Als ich dieses Buch in den Händen hielt, konnte ich es nicht mehr ablegen und habe es daher sehr schnell durchgelesen. Die Autorin hält den Erzählstil sehr hoch und beginnt mit der Geschichte von dem kleinen Benjamin, der mit seinen Eltern in Berlin lebt. Als ihm am helllichten Tag das Schlimmste zustößt, was sich Eltern ausmalen können, beginnt die Verzahnung von mehreren Geschichten. Eine fleißige Kommissarin übernimmt Benjamins Fall, ohne den Täter finden zu können. Gleichzeitig tauchen wir in die Welt von Alfred ein, der kein einfaches und sehr geheimes Leben führt.

Gerade, wenn man das Gefühl hat, sich gut in der Geschichte zurechtzufinden und eine Ahnung für die Richtung entwickelt, entführt einen die Autorin in die wunderschöne Welt der Toscana und eine Zusammenführung der Geschichten um Benjamin, Anne, Alfred und der Kommissarin beginnt.

Dieses Buch ist so realistisch, was das Geschehene noch unfassbarer macht. Vor allem, wenn man selbst Kinder hat, hinterfragt man schnell, was man sie im Alltag alles selbst machen lässt und ob man überhaupt gute Eltern sein kann, die immer da sind.
Perfekt recherchiert und wunderbar angenehm geschrieben, unterhält uns dieses Buch und zeigt uns die Abgründe des menschlichen Seins in seiner gruseligen Alltäglichkeit.

Absolute Leseempfehlung, sehr gut geeignet für sommerliche Tage oder den Urlaub. Das Buch regt zum Nachdenken an.

Veröffentlicht am 01.06.2019

Absolute Pflicht für Thriller Fans

Die Blutlinie
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Im ersten Roman der Reihe um Agentin Smoky Barrett hält der Autor bereits nichts zurück. Noch nicht ganz erholt von einem schlimmen Schicksalsschlag beginnt für sie ein Fall, der es in Sachen Ekel, Blut ...

Im ersten Roman der Reihe um Agentin Smoky Barrett hält der Autor bereits nichts zurück. Noch nicht ganz erholt von einem schlimmen Schicksalsschlag beginnt für sie ein Fall, der es in Sachen Ekel, Blut und Schande so richtig in sich hat. Der Mörder berührt dabei nicht nur die privaten Bereiche der Hauptpersonen, sondern schreckt auch vor keiner Handlung zurück. Er hält sich für einen Nachfahren von Jack the Ripper und versetzt seine Umgebung in Angst und Schrecken. Von Anfang an scheint der gesuchte Täter näher zu sein, als man denkt und eine wilde und spannende Jagd beginnt.

Dieses Buch hat mich ab der ersten Seite komplett gefesselt und es war sehr schwierig, es überhaupt aus der Hand zu legen. Leider ist genau dies an der ein oder anderen Stelle nötig, weil Cody McFadyen die Morde in einer detailreichen Schande beschreibt, dass einem die Luft wegbleibt. Der lebendige Schreibstil reißt den Leser völlig mit und versetzt ihn in die Lage, die Angst der Protagonisten selbst zu spüren und den Tatort nicht nur zu sehen sondern auch zu riechen. Der Autor macht vor nichts Halt und so müssen sogar junge Kinder bei skrupellos geplanten Morden zusehen. Das Leben der Agentin Barrett scheint ohne Sinn, als ihre Familie getötet und sie selbst in ihrem eigenen Haus vergewaltigt wird. Nach einer intensiven therapeutischen Behandlung ist direkt der erste Fall nach ihrer Rückkehr der, der ihr unter die Haut geht und ihr weiteres Leben komplett auf den Kopf stellt. Unglaublich scharfsinnig und intelligent ermittelt sie mit Ihrem brillanten Team in einer Geschwindigkeit, die zum lebendigen Schreibstil passt. Die Figuren sind sehr klar und detailliert gezeichnet und man kann sich sehr gut mit ihnen identifizieren. Die Spannung ist von Anfang bis Ende sehr hoch gehalten und an manchen Stellen fast unerträglich. Man möchte das Buch direkt am Stück lesen, obwohl man nachts vielleicht nicht schlafen kann. Der Autor taucht mit dem Leser in einen menschlichen Abgrund, der in unserer Gesellschaft wohl häufiger zu finden ist, als uns lieb ist.

Ich gebe für dieses Buch eine ganz klare Leseempfehlung und bin der Meinung, dass die Reihe um Smoky Barrett sehr vielversprechend ist. Wer sich im Genre der Thriller und Krimiromane wohlfühlt und keinen allzu schwachen Magen hat, sollte sich dieses Buch vornehmen.