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Kathi1984

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.08.2022

Verwunderlich...

Ich verliebe mich so leicht
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Nach dem Riesenerfolg von Die Anomalie kommt Ich verliebe mich so leicht verwunderlich daher. Ein Mann um die 50 reist durch Europa, um seine zwanzig Jahre jüngere Geliebte zu treffen. Diese ist gebunden ...

Nach dem Riesenerfolg von Die Anomalie kommt Ich verliebe mich so leicht verwunderlich daher. Ein Mann um die 50 reist durch Europa, um seine zwanzig Jahre jüngere Geliebte zu treffen. Diese ist gebunden und scheinbar nicht wirklich darüber erfreut diesen Mann zu treffen. Er möchte sie davon überzeugen, sich für ihn zu entscheiden, doch schlussendlich muss er einsehen, dass diese zarte Pflanze von Liebe keine Zukunft haben kann.

Der Erzählstil von Hervé Le Tellier ist zunächst gewöhnungsbedürftig. In der gesamten Erzählung gibt es keine wörtliche Rede und die Protagonisten werden als „unser Held/unsere Heldin“ bezeichnet. Dadurch wird eine gewisse Distanz erzeugt und der Leser kann keine direkte Identifikation mit den Personen aufbauen. Der Held – also der Mann als Hauptprotagonist erscheint dadurch beliebig austauschbar. Alle Figuren bleiben das gesamte Buch hinweg seltsam fremd und unnahbar. Der Held möchte vor allem seine eigenen Bedürfnisse gestillt wissen und drängt sich der Heldin förmlich auf. Hier muss der Leser selbst entscheiden, ob in der Liebe wirklich alles erlaubt ist oder ob es schon in Richtung Stalking driftet.

Das große Thema der Liebe ist in diesem Roman zwar omnipräsent, bleibt aber dennoch oberflächlich und unausgereift. Die Handlung plätschert meiner Ansicht nach die gesamte Zeit nur so dahin und erreicht keinerlei Tiefe. Am Ende bleibt der Leser ratlos zurück.

Von mir gibt es allein schon vom Preis-Leistungs-Verhältnis keine Kauf- und Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 26.08.2022

Lädt zum Schmunzeln ein

Liebe machen
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Susanne Fröhlich und Constanze Kleis haben gemeinsam das Buch Liebe machen verfasst. Darin schreiben sie abwechselnd zu verschiedenen Themen, die die Liebe betreffen, aus ihren eigenen Sichtweisen. Die ...

Susanne Fröhlich und Constanze Kleis haben gemeinsam das Buch Liebe machen verfasst. Darin schreiben sie abwechselnd zu verschiedenen Themen, die die Liebe betreffen, aus ihren eigenen Sichtweisen. Die Voraussetzungen bei den beiden Frauen könnten unterschiedlicher nicht sein. Susanne Fröhlich, selbst lange Single gewesen, sieht manche Aspekte anders als Constanze Kleis, die seit 30 Jahren mit demselben Mann verheiratet ist.

Jede Autorin schreibt für sich selbst ein Kapitel zu einem Thema der Liebe und stellt am Ende eine Frage, auf die die jeweils andere Autorin in ihrem Kapitel eingeht. Es entsteht eine Art Gespräch zwischen den beiden Frauen.
Die allermeisten Themen werden rein aus Frauensicht beschrieben, was teilweise schade ist, denn die Sicht der Männer auf die Dinge wären bestimmt ebenso spannend gewesen.

Jede Frau, die selbst schon mal auf der Suche nach einem Mann war, oder in einer Beziehung gewesen ist, findet sich in diesem Buch auf jeden Fall wieder! Besonders lustig waren für mich die Kapitel über Tinder und andere Datingplattformen im Internet sowie das Verhalten mancher Männer in der Kommunikation, vor allem über Whatsapp. Wie oft hat man selbst schon auf eine Nachricht oder eine Antwort gewartet. Aber sie kommt einfach nicht, weil Männer am Ende nun mal doch nicht so kommunikative Wesen sind wie wir Frauen und darin auch kein Problem sehen. Auch die Szenen aus dem Alltag mit einem Mann in Bezug auf den Haushalt laden zum Schmunzeln ein.

Der Schreibstil des Buches kommt locker und flockig daher und ich als Leser konnte häufig lachen und dachte: „Genau so ist es!“ Das Buch lebt natürlich von den allgemein gängigen Klischees, was Mann und Frau angeht, aber an den meisten Klischees ist eben immer auch ein Fünkchen Wahrheit.

Von meiner Seite eine klare Leseempfehlung, allerding nur für die Frauen unter uns.

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Veröffentlicht am 20.08.2022

Wichtiges Buch!

Die Wagemutige
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In dem Buch Die Wagemutige begleitet der Leser die junge Frau Lisa Fittko bei ihrem Widerstand gegen die Nazis, auf ihrer eigenen Flucht aus Deutschland nach Frankreich sowie bei ihrem selbstlosen Handeln, ...

In dem Buch Die Wagemutige begleitet der Leser die junge Frau Lisa Fittko bei ihrem Widerstand gegen die Nazis, auf ihrer eigenen Flucht aus Deutschland nach Frankreich sowie bei ihrem selbstlosen Handeln, wenn sie weitere Flüchtlinge über die Berge in sichere Gefilde schmuggelt. Gleichzeitig muss Lisa sich zudem mit ihrer turbulenten Gefühlwelt auseinandersetzen, denn die Liebe ist auch in schweren Zeiten kompliziert.

Zunächst wird Lisa in ein Internierungslager in Gurs gebracht, wo sie mit vielen anderen Frauen einen schweren Alltag zu meistern hat. Den Frauen im Lager fehlt es am Nötigsten, aber sie schaffen es immer wieder, sich gegenseitig zu helfen und sie ermutigen sich gegenseitig, nicht die Hoffnung in dieser schweren Zeit zu verlieren.

Lisa ist lange Zeit auf der Flucht und muss immer wieder Enttäuschungen hinnehmen. So muss sie lange Zeit ohne ihren geliebten Hans auskommen. Doch als sie sich dann treffen, sind sie sich so fremd, dass Lisas Gefühle Achterbahn fahren - all das in dieser unfassbar schlimmen politischen Zeit, in der man nicht weiß, was das Morgen bringt.
Der Schreibstil ist jederzeit lebendig und facettenreich. Der Leser fühlt mit Lisa mit, wenn sie zum einen die gefährlichen Rettungen der Flüchtlinge über die Berge unternimmt, aber auch, wenn sie um ihre Liebe kämpft und schwere Entscheidungen zu treffen hat.

Caroline Bernard vermischt geschickt Fiktion und Realität. Bücher wie diese sind wichtig, um weiterhin an die schreckliche Zeit der Nazis zu erinnern. Im Buch tauchen berühmte Persönlichkeiten der damaligen Zeit auf (Walter Benjamin, Hannah Arendt), denen Lisa bei der Flucht hilft oder die sie im Internierungslager trifft. Diese Personen verschaffen der Geschichte zusätzliche Authentizität.

Vor der Lektüre dieses Buches habe ich noch nie etwas von Lisa Fittko gehört. Solch starke, mutige Frauen sollten in den Geschichtsschulstunden der heutigen Jugend viel mehr Beachtung finden.

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Veröffentlicht am 14.08.2022

Eher Krimi als Thriller

Lügentod – Wenn die Wahrheit stirbt: Thriller
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Ariana Lambert erzählt in „Lügentod. Wenn die Wahrheit stirbt“ die Geschichte von Hugo und seinen Freunden, die ihre Vergangenheit nie loslassen konnten. Erzählt wird in zwei Zeitebenen. Der Hauptprotagonist ...

Ariana Lambert erzählt in „Lügentod. Wenn die Wahrheit stirbt“ die Geschichte von Hugo und seinen Freunden, die ihre Vergangenheit nie loslassen konnten. Erzählt wird in zwei Zeitebenen. Der Hauptprotagonist Hugo kommt nach elf Jahren zurück in sein Heimatdorf und trifft seine Jugendliebe Becca wieder. Der Großteil des Buches spielt in der Vergangenheit, in der mehrere Menschen aus der Dorfgemeinschaft durch mysteröse Umstände ums Leben kommen. Hugo und seine Freunde helfen dem Kommissar bei den Ermittlungen. Erst in der Erzählung der Gegenwart zeigt sich die Wahrheit über die Morde von damals.

Die Geschichte ist in sich schlüssig geschrieben und auch die einzelnen Charaktere wirken auf mich authentisch. Gerade die Liebesgeschichte zwischen Becca und Hugo war für mich spannend geschrieben, auch wenn diese manchmal die Geschichte um die Mordfälle etwas überdeckt.

Unrealistisch ist für mich der Kommissar, der die damals Jugendlichen in die Ermittlungsarbeit einbezieht. Sowas dürfte es in der Realität nicht ansatzweise geben. Wer darüber hinwegsehen kann, bekommt aber einen durchaus spannenden Krimi, nicht unbedingt einen Thriller, der den Leser atemlos zurücklässt.

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Veröffentlicht am 03.08.2022

Spannend!

Mord im Hintergrund
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Sören Prescher legt mit Mord im Hintergrund seinen sechsten Fall mit dem Ermittlerduo Dominik und Mark vor. Unterstützt werden die beiden durch die Schnüffelnase Felix. Das Cover ist schön gestaltet. Es ...

Sören Prescher legt mit Mord im Hintergrund seinen sechsten Fall mit dem Ermittlerduo Dominik und Mark vor. Unterstützt werden die beiden durch die Schnüffelnase Felix. Das Cover ist schön gestaltet. Es macht deutlich, dass das Setting in Bayern angesiedelt ist und durch den Aktenberg zeigt sich der hohe Stresslevel der Kommissare.

Zu Beginn des Krimis müssen sie sich mit einer Serie von Lebensmittelvergiftungen mit Rizin auseinandersetzen. Mehrere Menschen kommen ums Leben, nachdem sie im selben Supermarkt eingekauft haben. Lange Zeit tappen die Ermittler im Dunkeln und finden keine Spur. Im späteren Verlauf müssen sich Dominik und Mark noch gleichzeitig mit einem zweiten Fall beschäftigen, der zunehmend ihre ganze Aufmerksamkeit erfordert. Die Mischung dieser beiden Fälle lässt zunächst erstaunen, ist am Ende aber nachvollziehbar. Vor allem durch das Wechseln zwischen den beiden Fällen wird eine gewisse Spannung erzeugt.

Gerade die detailreichen Informationen zu den Vergiftungen mit Rizin sind positiv hervorzuheben. Der Autor hat dieses Thema genauestens recherchiert. Auch die Einschübe der pathologischen Untersuchungen der Mordopfer sind detailreich und ausführlich beschrieben.

Der Schreibstil ist eher locker und gut lesbar. Besonders die privaten Einschübe aus dem Leben von Mark zeigen einen schönen Kontrast zur trüben Polizeiarbeit. Es zeigt sich, dass auch Kommissare ganz normale Menschen sind, die sich freuen, nach der Arbeit Zeit mit ihrer Familie verbringen zu können. Meiner Meinung nach sind es genau diese privaten Erzählungen, die aus Ermittlerreihen im Gedächtnis bleiben und den Leser neugierig machen, wie es weitergeht.

Der Fall ist in sich abgeschlossen, sodass man ihn auch gut ohne Kenntnis der Vorgängerbände lesen kann. Klare Leseempfehlung!

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