Profilbild von KittyCatina

KittyCatina

Lesejury Star
offline

KittyCatina ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit KittyCatina über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.12.2025

Eine richtig schöne, emotionale Familiengeschichte

Das Mädchen auf den Klippen
0

Ich weiß echt nicht, warum ich bisher noch nicht viel mehr Bücher von Lucinda Riley gelesen habe, denn auch dieses hier konnte mich wieder begeistern, und zwar so richtig. Dieses spielt nämlich wieder ...

Ich weiß echt nicht, warum ich bisher noch nicht viel mehr Bücher von Lucinda Riley gelesen habe, denn auch dieses hier konnte mich wieder begeistern, und zwar so richtig. Dieses spielt nämlich wieder in verschiedenen Zeitebenen, wobei es um Geheimnisse rund um zwei Familien geht, die letztendlich miteinander verwoben sind, alles super interessant und spannend geschrieben, aber auch mit vielen Emotionen.

Der Roman beginnt dabei mit einer Art Brief von Aurora, die kurz vor ihrem Lebensende steht und es wird schon bald klar, dass die Geschichte ihrer Familie mehr oder weniger noch einmal aus ihren Augen erzählt wird, die ganzen Geheimnisse, die Dramen und die Liebe. Sie erzählt von Grania, die Aurora eines Tages in Irland trifft und sich dieser annimmt, von Missverständnissen und Verlust, aber auch über Familie im Allgemeinen. Außerdem dreht es sich hier viel um die Liebe zum Ballett. Diese Themen hat die Autorin großartig miteinander verbunden, hat immer wieder Spannung aufgebaut und einige Wendungen eingebaut. Die ganzen Familienverhältnisse sind dabei zwar ziemlich verzwickt, aber dazu gibt es einen Stammbaum, den ich sehr praktisch fand. Ebenfalls mochte ich die vielen verschiedenen Aspekte der Geschichte, vor allem auch die Handlung, die sich rund um Mary, Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts, dreht, deren Geschichte sich der von Grania ähnelt, aber für mich noch intensiver war. Allerdings muss ich auch sagen, dass der Brief Auroras vom Anfang erst mit dem letzten Brief am Ende des Buches, richtig Sinn ergibt und das auf wirklich tragische Weise, dass er der Geschichte noch einmal einen dramatischen Dreh gibt, der alle übrigen Fragen noch aufklärt. Dennoch fand ich das Ende insgesamt wirklich schön.

Auch die Charaktere, von denen es einige gibt, mochte ich hier sehr. Aurora steht für mich dabei im Mittelpunkt, da sich, zumindest in der Gegenwart, eigentlich alles um sie herum abspielt. Diese ist einfach ein super liebenswerter Wirbelwind, für ihr Alter extrem weise und dennoch ein typisches Kind von acht Jahren. Allerdings ist sie auch extrem einsam, hat schon einen großen Verlust miterlebt und wird auch im Laufe der Geschichte noch einiges erleben. Genauso muss Grania einen großen Verlust verkraften und gleichzeitig wirkt sich ihre Flucht nach Irland auf ihre Beziehung aus. Sie und ihre Eltern, gerade ihre Mutter Kathleen, mochte ich ebenfalls sehr und sowohl Mary als auch Anna waren sehr interessante Figuren. Aber es gab in diesem Buch sowieso zahlreiche sympathische Charaktere, die allesamt vielschichtig waren und lebendig geschrieben, hier und da aber auch solche, die nicht so nett waren.

Alles in allem bekommt man hier eine recht komplexe und emotionale Familiengeschichte, mit einigen Wendungen, die ich so nicht erwartet habe und einem Ende, welches mich wirklich fertig gemacht hat. Man bekommt zudem mit Irland ein super schönes Setting und viele tolle, lebendig geschriebene Charaktere. Ich habe es jedenfalls geliebt und kann es nur weiterempfehlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.12.2025

Düster, atmosphärisch und prickelnd sexy

Nocticadia
0

Nachdem ich so viel Gutes über diesen Roman gehört hatte, musste ich ihn einfach lesen, beziehungsweise hören und muss sagen, dass er wirklich perfekt gewesen wäre, hätte es nicht eins zwei Dinge gegeben, ...

Nachdem ich so viel Gutes über diesen Roman gehört hatte, musste ich ihn einfach lesen, beziehungsweise hören und muss sagen, dass er wirklich perfekt gewesen wäre, hätte es nicht eins zwei Dinge gegeben, die ich echt nervig fand.

Schon allein, dass dieser Roman durch gegendert wurde, fand ich wahnsinnig schade, denn es machte das Lesen, beziehungsweise Hören, teilweise wirklich anstrengend und stört meiner Meinung nach den Lesefluss. Ansonsten fand ich den Schreibstil aber großartig, wirklich bildlich und eindringlich, was das Gendern für mich nur noch schlimmer macht.

Ansonsten muss ich sagen, fand ich die Geschichte tatsächlich großartig, hätte aber nicht gebraucht, dass mir die Protagonistin immer wieder mitteilt, wie feministisch sie doch ist. Manchmal zeigen Taten eben mehr als Worte und von diesen Taten gibt es wirklich einige, egal ob gut oder schlecht. So geht es hier vor allem um Lilas Suche nach den Ursachen der Krankheit ihrer Mutter. Mit Professor Bramwell gerät sie dabei genau an den Richtigen, denn er erforscht genau diese Krankheit, nicht immer mit ganz legalen Mitteln. Zudem hat diese Forschung sogar noch mehr mit Lilas Familie zu tun, als sie tatsächlich ahnt. Überhaupt war dieser Aspekt schon ziemlich spannend und es gab einige unvorhersehbaren Wendungen, er war teilweise echt grausam und düster, andererseits aber auch echt interessant.

Und dann gibt es noch die Beziehung zwischen Lilia und Devryck Bramwell, die sich zwar sehr langsam entwickelte und nicht ganz ohne das typische Hin und Her auskam, aber mit der Zeit dennoch immer intensiver wurde und es zu einigen spicy Szenen kam. Überhaupt konnte ich Bramwells Zögern echt gut verstehen, schließlich ist diese Beziehung alles andere als erlaubt. Nicht nur, ist er ihr Professor und auch noch um einiges älter, sondern auch noch ein Stück weit eine Gefahr für sie, da es einige Dinge rund um ihn herum gibt, die sich im Hintergrund abspielen, die Lilia schaden könnten. Dennoch prickelt es die ganze Zeit schon zwischen den beiden und die Atmosphäre insgesamt fand ich richtig toll. Ebenso ist das Setting super, echt düster, aber auch auf raue Art irgendwie schön.

Die Charaktere mochte ich ebenfalls wirklich gern, denn sie sind vielschichtig und lebendig beschrieben. Lilia ist eine starke, junge Frau, selbstbewusst und unbeirrbar. Dennoch hat sie ihre Schwächen. Bramwell ist ein recht mysteriöser Typ mit verschiedenen Facetten, der vieles richtig macht, aber dennoch kein guter Mensch ist. Trotzdem konnte ich zumindest verstehen, warum er handelt, wie er handelt. Interessant fand ich an ihm zudem seine Krankheit, die ihn auch mal schwach aussehen lässt. Ansonsten gibt es noch einige mehr oder weniger wichtige, aber nicht weniger interessante Nebencharaktere, die allesamt ihre Daseinsberechtigung haben.

Alles in allem muss ich sagen, ist dieser Dark Romance Roman für mich mal etwas anderes, düster, moralisch sehr grau, aber auch echt spicy und vor allem super spannend und mitreißend. Ich konnte ihn jedenfalls kaum aus der Hand legen und mochte auch das Hörbuch, bis auf das Gendern, wirklich gern, da es richtig gut vertont wurde.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.12.2025

Wenn die Kinder plötzlich weg sind

Bewahren Sie Ruhe
0

Ich muss sagen, ich kann nicht so recht verstehen, warum dieses Buch doch ziemlich viele eher negative bis mittelmäßige Bewertungen bekommen hat, denn ich fand es, wenn auch nicht perfekt, dennoch durchaus ...

Ich muss sagen, ich kann nicht so recht verstehen, warum dieses Buch doch ziemlich viele eher negative bis mittelmäßige Bewertungen bekommen hat, denn ich fand es, wenn auch nicht perfekt, dennoch durchaus gut und auf jeden Fall unterhaltsam. Teilweise war es sogar relativ tiefgründig, was man aber eventuell nur versteht, wenn man selbst Kinder hat.

Vor allem fand ich richtig toll, dass man einen guten Einblick in alle wichtigen Charaktere und auch deren bisheriges Leben bekommt, denn die Kapitel wechseln immer wieder zwischen den verschiedenen Perspektiven hin und her und es gibt immer wieder einen Blick in die Vergangenheit der jeweiligen Figur, um die es gerade geht. Daher weiß man als Leser auch immer, was gerade mit den Kindern geschieht, was zwar ein bisschen von der Spannung nimmt, welche die Eltern erleben, aber dennoch blieb die ganze Geschichte zumindest für mich spannend genug. Schon allein dadurch, dass man nicht so richtig weiß, was als Nächstes kommt, und es gab wirklich einige Wendungen, blieb es wirklich packend. Ebenfalls fand ich gut, dass sich die Geschichte mal mit Themen wie Mutterschaft beschäftigt, mit Verantwortung und mit den typischen Ängsten, die hier natürlich durch das Verschwinden der Kinder auf die Spitze getrieben wird. Aber auch um Kinder auf der Flucht geht es nebenbei. Dabei handelt es sich bei diesem Roman, anders, als ich gedacht hatte, nicht um einen Thriller, sondern um einen typischen Gegenwartsroman, auch, wenn es ein paar Aspekte gibt, die wirklich nicht leicht zu verdauen und krass waren. Diesbezüglich muss ich auch darauf hinweisen, dass es in diesem Buch eine Szene mit einer Vergewaltigung an einem Kind gibt und auch Mord wird thematisiert. Wer damit nicht umgehen kann, sollte dieses Buch wirklich nicht lesen.

Was die Charaktere angeht, so gibt es hier gleich drei Familien mit je zwei Kindern und noch einige Nebenfiguren, die mehr oder weniger wichtig sind. Dennoch konnte ich nur am Anfang noch die Kinder nicht immer gleich zuordnen, was aber mit der Zeit besser wurde. Mit den anderen Charakteren hatte ich gar keine Probleme. Ansonsten sind die Figuren größtenteils typische, gut situierte Amerikaner, die hier mit der traurigen, tragischen Realität konfrontiert werden. Ans Herz gewachsen sind sie mir dabei zwar nicht, aber ich fand sie dennoch gut geschrieben. Genauso muss ich sagen, sind die Kinder echt gut gezeichnet, alle mit eigenen Besonderheiten, nicht immer wahnsinnig sympathisch, aber dennoch lebendig. Am meisten ist mir aber die kleine Noemi ans Herz gewachsen, die eigentlich eher zufällig in die ganze Sache mit hineingezogen wird.

Alles in allem fand ich dieses Buch wirklich gut und flüssig geschrieben, die Geschichte durchaus spannend und unterhaltsam, manchmal mit dem Finger auf dem wunden Punkt der Gesellschaft, teilweise sogar echt böse, aber trotzdem auch irgendwie nicht realistisch genug, um sich damit selbst zu geißeln. Hier finde ich diesen letzten Punkt sogar richtig passend und deshalb kann ich es auch durchaus weiterempfehlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.11.2025

Nicht meine Geschichte

Die Unmöglichkeit des Lebens
0

Also, eigentlich mochte ich die Bücher von Matt Haig bisher echt gern. Vor allem „Ich und die Menschen“ fand ich einfach nur großartig. Aber dieses Buch hier war absolut nicht mein Fall, die Geschichte ...

Also, eigentlich mochte ich die Bücher von Matt Haig bisher echt gern. Vor allem „Ich und die Menschen“ fand ich einfach nur großartig. Aber dieses Buch hier war absolut nicht mein Fall, die Geschichte viel zu abgedreht, wirr und esoterisch angehaucht.

Eigentlich hatte ich mit einer lebensbejahenden Geschichte gerechnet, vielleicht sogar mit ein paar Lebensweisheiten, aber das, was man hier tatsächlich geboten bekommt, ist in meinen Augen nichts, was ich ernst nehmen kann. So geht es um eine mysteriöse, außerirdische Präsenz unter Wasser, besondere Fähigkeiten und dann gibt es noch den Kampf für die Umwelt, gegen den Kapitalismus und einen komischen Typen, der keine Rücksicht auf Land und Leben nimmt. Außerdem geht es darum, sich selbst vergeben zu können, denn Grace leidet extrem unter Selbstvorwürfen, wobei dieser Aspekt der Geschichte zumindest noch etwas emotional war.

Erzählt wird die Geschichte dabei in Form einer E-Mail von Grace an ihren ehemaligen Schüler Maurice. Der Schreibstil ist super und gespickt mit viel Humor, so wie ich es bereits vom Autor gewohnt bin. Die Charaktere waren okay, aber nichts Besonderes. Grace ist vierundsiebzig, mit den typischen Wehwehchen, die dieses Alter mit sich bringen, verändert sich aber im Laufe der Geschichte auf ziemlich verrückte Weise. Dann gibt es noch den für sein Alter recht flippigen Alberto und seine Tochter Martha, die Grace zur Seite stehen. Christina, Grace Freundin. lernt man allerdings nur nebenbei kennen.

Alles in allem kann ich verstehen, dass der Autor mit diesem Buch auf verschiedene Themen aufmerksam machen möchte, allerdings mochte ich die Art und Weise nicht. Ich konnte leider mit der Geschichte nicht wirklich etwas anfangen und im Großen und Ganzen auch nicht unbedingt mit den Charakteren. Dafür war aber zumindest der Schreibstil einmal mehr großartig.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.11.2025

Magischer Realismus und viel Wasser

Unbeugsam wie die See
0

Wieder einmal hat Emilia Hart hiermit einen super feministischen Roman geschrieben, der mir, obwohl ich eigentlich, was dieses Thema angeht, ziemlich zwiegespalten bin, echt gut gefallen hat. Schon die ...

Wieder einmal hat Emilia Hart hiermit einen super feministischen Roman geschrieben, der mir, obwohl ich eigentlich, was dieses Thema angeht, ziemlich zwiegespalten bin, echt gut gefallen hat. Schon die Idee fand ich dabei echt toll und interessant. Zudem wurde diese auch noch richtig schön und märchenhaft umgesetzt.

Dabei spielt die Geschichte auf drei verschiedenen Zeitebenen, wobei Lucys Geschichte aus neutraler Sicht erzählt wird, die von Jess anhand von Tagebucheinträgen und die der Zwillingsschwestern Mary und Eliza als Träume, die sowohl Lucy als auch Jess immer wieder haben. Mit der Zeit verschwimmen die drei verschiedenen Perspektiven allerdings und es kommen mehr und mehr mysteriöse Geheimnisse, wie zum Beispiel die verschwundenen Männer, ans Tageslicht, die alle vier Schicksale miteinander verbinden. Diesbezüglich gab es einige interessante Wendungen, mit denen ich nicht unbedingt gerechnet hätte. Allerdings gibt es auch verschiedene Dinge, die bereits am Anfang schon ziemlich vorhersehbar waren, bei denen ich aber nicht weiß, ob es nicht eventuell auch so gewollt war. Ansonsten fand ich die Geschichte echt spannend und emotional, der magische Realismus ist der Autorin gut gelungen und hat ihr eine wirklich tolle Atmosphäre gegeben. Ebenfalls fand ich schön, dass es hier zwar auch um missbräuchliche Männer geht, Männer im Allgemeinen aber nicht über einen Kamm geschert werden. Außerdem geht es in gewissem Maße um Familie, um Rache und auch viel ums Wasser und das Meer.

Die Protagonistin war in diesem Buch für mich dabei Lucy, weil man von dieser am meisten mitbekommt und ich muss sagen, dass ich sie zwar nicht unbedingt ins Herz geschlossen habe, sie aber dennoch nachvollziehbar und besonders geschrieben fand. Genauso ist ihre Schwester Jess eine sehr außergewöhnliche und fast schon mysteriöse Figur, die einige Geheimnisse verbirgt. Und dann sind da natürlich noch Mary und Eliza, die ich anfangs sehr tragisch fand, die sich aber immer mehr verwandeln und am Ende sogar zu Heldinnen werden.

Alles in allem fand ich dieses Buch wirklich toll. Die Geschichte ist echt packend, märchenhaft und emotional, sodass ich es kaum aus der Hand legen konnte und die Charaktere fand ich, wenn auch nicht super sympathisch, dennoch wahnsinnig interessant und außergewöhnlich.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere