Vielschichtig
Nach ihrem Umzug aus Israel haben Lilach und Michael in Kalifornien auf allen Ebenen Erfolg.
Doch dann stirbt ein Mitschüler ihres Sohnes auf einer Party und alles gerät ins Wanken.
Kann es sein, dass ...
Nach ihrem Umzug aus Israel haben Lilach und Michael in Kalifornien auf allen Ebenen Erfolg.
Doch dann stirbt ein Mitschüler ihres Sohnes auf einer Party und alles gerät ins Wanken.
Kann es sein, dass ihr Sohn etwas mit dem Tod zu tun hat?
Mit “Wo der Wolf lauert” deckt Ayelet Gundar-Goshen gleich mehrere Genres ab: Die Handlung ist spannend wie ein Thriller, der Schreibstil gehoben wie Literatur, die Themen vielschichtig und politisch wie ein Gesellschafts-/ Familienroman.
Vom ersten Kapitel an packt einen das Buch und lässt einen nicht mehr los. Die Aufklärung des Mordes rückt beinahe in den Hintergrund - obwohl der tote Junge stets eine wichtige Rolle spielt - vielmehr behandelt die Autorin innerfamiliäre und gesellschaftliche Konflikte: Probleme in Israel vs in den USA, Rassismus und Antisemitismus. Entfremdung von Mutter und Sohn. Wie gut kennt man seine Familienmitglieder wirklich? Und vor allem macht Gundar-Goshen eines deutlich: Der Wolf lauert überall. Überall gibt es Gefahren unterschiedlicher Herkunft, je nach Perspektive ist jede:r sowohl Opfer als auch Täter:in.
Geschickt wird man mit Lilachs Gefühlsleben konfrontiert, bekommt es aufprojiziert und empfindet den Konflikt nach, ihren Sohn Adam sowohl beschützen, gleichzeitig aber die Wahrheit herauszufinden zu wollen; spürt die Verzweiflung, als sie merkt, wie er ihr immer weiter entgleitet.
Das Buch hat mich sehr beeindruckt, der Schreibstil, die Vielschichtigkeit und genaue Analyse der Charaktere, sowie die vielen Themen und die spannende Grundhandlung haben es mich kaum aus der Hand legen lassen. Absolute Leseempfehlung. ⭐️5/5⭐️
*Übersetzt von Ruth Achlama