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Kobina

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.08.2025

Immerhin ist die Protagonistin queer

Hunt on Dark Waters
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Hexen, Vampire, Portale, Piraten, Selkies – Hunt on Dark Waters wirft alles in einen Topf, was Fantasy so hergibt, und würzt das Ganze mit einer ordentlichen Prise Spice. Klingt nach einem wilden Ritt? ...

Hexen, Vampire, Portale, Piraten, Selkies – Hunt on Dark Waters wirft alles in einen Topf, was Fantasy so hergibt, und würzt das Ganze mit einer ordentlichen Prise Spice. Klingt nach einem wilden Ritt? Ist es auch. Leider aber nicht nur im besten Sinne.

Die Geschichte beginnt vielversprechend: Evelyn, eine etwas nervige, aber durchaus interessante Hexe mit Hang zum Chaos, flieht vor ihrer Vampir-Exfreundin durch ein Portal und landet auf dem Schiff eines Piratenkapitäns namens Bowen. Der ist natürlich groß, düster, magisch begabt und... ziemlich blass. Im Sinne von: kaum erinnerungswürdig. Zwischen Evelyn und Bowen soll es dann ordentlich knistern – aber was man bekommt, ist eher ein laues Lüftchen. Insta-Love, wenig echte Chemie, und alles viel zu schnell und unglaubwürdig. Schade, denn Potenzial war da.

Die große Stärke des Buchs liegt eindeutig im Worldbuilding. Robert hat ein Händchen dafür, bekannte Mythen zu vermischen und etwas Eigenes daraus zu machen. Die Idee von magischen Meeren, durch die man zwischen Welten reist, ist cool – ebenso wie der Vibe von Fluch der Karibik meets romantasy. Nur leider bleibt vieles oberflächlich. Die Welt wird angerissen, aber nie wirklich greifbar. Auch die Nebenfiguren bleiben blass; OBWOHL ES EINEN NEBENCHARAKTER MIT SCHUPPEN GIBT. Es war mein absolutes Highlight und trotzdem wurde nicht viel mehr draus. Hmpf.

Der Plot schwankt zwischen actionreich und zäh. Teilweise passiert alles gleichzeitig, dann wieder gefühlt gar nichts. Und obwohl die Liebesgeschichte viel Raum einnimmt, fehlt es an Tiefgang. Evelyn und Bowen verlieben sich einfach... irgendwann? Man verpasst den Moment. Das Spicy-Level ist gewohnt hoch, aber ohne echte emotionale Verbindung wirkt auch das irgendwie leer. Gut geschrieben waren sie trotzdem.

Wer Lust auf eine leicht verdauliche Fantasy-Romanze mit queerem Cast, Piratenromantik und einem Hauch düsterer Magie hat, könnte hier gut unterhalten werden. Nur darf man keine ausgefeilte Story oder tiefgreifende Figurenentwicklung erwarten.

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Veröffentlicht am 28.07.2025

Tolle Einblicke in fremde Gedanken

Where I Left My Heart
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Der Klappentext von "Where I Left My Heart" von Julia Niederstraßer (ein Buch, welches ich dank NetGalley genießen durfte) hat mich mit einem sehr spannenden Museumskonzept gelockt: Gegenstände von ganz ...

Der Klappentext von "Where I Left My Heart" von Julia Niederstraßer (ein Buch, welches ich dank NetGalley genießen durfte) hat mich mit einem sehr spannenden Museumskonzept gelockt: Gegenstände von ganz gewöhnlichen Menschen, die mit dem besagten Objekt eine Liebe verbinden, von der sie sich lösen wollen oder müssen.
Ausgeschrieben war eben jenes Konzept noch viel großartiger. Man bekommt sehr viele dieser Exponate zu lesen, da sie immer den Einstieg in ein Kapitel (der Protagonistin) bilden. Schon alleine diese kleinen Ausflüge in andere Lebenswelten sind Kunstwerke für sich. In nur wenigen Zeilen gelingt es der Autorin, manchmal lustige und manchmal traurige Geschichten zu erzählen, die sich alle vor allem echt anfühlen. Sie sind das absolute Highlight des Buches und wenn die Folgebände damit fortführen, bin ich jetzt schon Feuer und Flamme!

Das zweite Highlight war die Präsentation einer Skoliose-Erkrankung. Ich selbst habe in meinem Umfeld bisher keine wirkliche Berührung mit Betroffenen gehabt, sodass dieses Buch mir jetzt den ersten Einblick in ein solches Leben geboten hat. Die Gedanken und Gefühle von Juna, die mit ihrer Erkrankung einhergehen, sind unglaublich nachvollziehbar beschrieben und lassen einen öfters schlucken. Bereits beim Lesen habe ich mir gedacht, dass es sich nach OwnVoice anfühlt und nach einer kurzen Recherche fand ich dies auch bestätigt. Manche Dinge konnte ich durch eigene Erkrankungen nachvollziehen, andere wiederum waren mir selbstverständlich völlig fremd. Für diese Horizonterweiterung bin ich wirklich dankbar!

Allerdings musste ich leider feststellen, dass der Trope "Best Friends to Lovers" einfach nichts für mich ist. Das liegt absolut nicht an Julia Niederstraßers Schreibstil (dieser ist sehr flüssig und man fliegt förmlich durch die Seiten!), sondern ist unterm Strich ein Ich-Problem. Während der Lektüre habe ich mich immer wieder dabei ertappt, wie ich mir gewünscht habe, dass Juna und Link (was sind das übrigens für tolle Namen?) es einfach mit der romantischen Liebe sein lassen und mein Status bester Freunde bleiben. Schade, aber ein Versuch war es trotzdem wert.

Noch zwei Kleinigkeiten, die mich ebenfalls sehr freuten: Zum Einen, dass das Buch in Kiel spielt. Dort bin ich bisher zwar noch nie gewesen, aber ich finde es schön, dass in letzter Zeit immer mehr ContempRomances auch in Deutschland spielen und man dadurch hier und da kleinere Details mitbekommt; und sei es auch nur das Wetter oder wie sich die Luft anfühlt. Zum Anderen bin ich spontan mit dem Wort "Nebelparty" in Liebe gefallen und werde es vermutlich in meinen eigenen Wortschatz integrieren.
Was es bedeutet? Nun, dafür müsst ihr das Buch wohl selbst lesen ;)

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Veröffentlicht am 25.07.2025

Romance in der Gamingbranche? Pixelperfect! ;)

Novel Haven - Levels of Love
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Bereits in der Schule konnte ich mich nicht entscheiden, ob ich später lieber mal in den Gamingbereich oder lieber Autorin werden wollte. Somit war mein heiliger Gral der Gamingjournalismus, um beide Leidenschaften ...

Bereits in der Schule konnte ich mich nicht entscheiden, ob ich später lieber mal in den Gamingbereich oder lieber Autorin werden wollte. Somit war mein heiliger Gral der Gamingjournalismus, um beide Leidenschaften miteinander zu verknüpfen. Nun als Erwachsene bin ich zwar nicht bei Buffed und Co. untergekommen, muss meine Freizeit aber noch immer zwischen Büchern und Spielen aufteilen.

Als ich das erste Mal von "Novel Haven" hörte, war somit sofort klar, dass ich dieses Buch lesen MUSSTE. Das Äußere des Buches hat dies noch verstärkt, auch wenn dieses grelle Pink nicht unbedingt mein Geschmack ist; die detailreiche Illustration der beiden Hauptfiguren in ihren Zimmern war es dafür umso mehr.
Wochenlang fieberte ich darauf hin und als Netgalley es für mich freigab, war ich ganz aus dem Häuschen. Nun bin ich endlich dazu gekommen es zu lesen und muss sagen: Zu Recht!

Beide Protas haben in der Vergangenheit ein Trauma erlebt, das sie noch bis heute zeichnet. Das der Hauptcharakterin liegt dabei so lange zurück, dass sie auch noch mit den Folgen von Mobbing in der Schule zu kämpfen hat. Während ihr Initialtrauma zwar vermutlich für die Wenigsten nachvollziehbar ist, sind die Wunden, die Mobbing verursacht, dafür gruselig bekannt. Jede:r heilt in seinem eigenen Tempo und das spiegelt Novel Haven wunderbar wieder.
Dazu kommen all die Details eines Gamerlebens, die ungezwungen und problemlos erkennen lassen, dass die Autorin selbst sich ebenfalls in diesen Riegen rumtreibt. Nichts wirkt aufgesetzt oder überzeichnet, sondern gibt die Realität so charmant wieder, dass man einmal mehr Liebe für sein Hobby empfindet. Selbst die Darstellung des Alltags von Spieleentwickelnden war realistisch und nicht romantisch verklärt.

Da ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte, habe ich mir über den eARC hinaus noch das Hörbuch gekauft. Hier gab es jedoch leider kleine Mankos. Zum Einen hat die Protagonistin hat (physische) Probleme mit ihrer Stimme, was die Sprecherin wohl nachzuarmen versucht. Dies gelingt ihr nicht ganz so gut und störte den Hörgenuss erheblich. Auch war die Lautstärke zwischen dem männlichen und dem weiblichen Part nicht immer gut abgemischt, sodass einem die Ohren wegflogen, wenn ein Kapitel von Lukas anfing, nachdem man die ganze Zeit Lauras Flüstern gelauscht hatte. Schade!

Insgesamt sind es trotzdem 5 von 5 Sternen, insbesondere da ich hier ja nicht das Hörbuch, sondern den Inhalt des Buches bewerten möchte.

P.S.: Es ist eine Romance, sodass man nicht mit den krassesten Plottwists oder ähnlichem rechnen kann, aber wem dies wichtig ist: Ein, zwei Überraschungen hielt "Novel Haven" trotzdem für mich bereit :)

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Veröffentlicht am 23.07.2025

Sprache insgesamt zu simpel

Never Trust Your Fake Husband
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Obwohl ich bisher nu rsehr wenige RomComs in meinem Leben konsumiert habe, hat mich "Never trust your Fake Husband" direkt angesprochen. Das Cover passt super zum Genre und gibt einem die wichtigsten Infos ...

Obwohl ich bisher nu rsehr wenige RomComs in meinem Leben konsumiert habe, hat mich "Never trust your Fake Husband" direkt angesprochen. Das Cover passt super zum Genre und gibt einem die wichtigsten Infos gleich mit. Umso mehr freute ich mich, über NetGalley eine eARC lesen zu können.
Leider musste ich dabei feststellen, dass es absolut nicht meinem Geschmack entspricht. Der Plot an sich ist nicht das Problem, aber der Schreibstil und ich werden keine Freunde mehr. Dabei kann ich nicht genau sagen, ob es an der Übersetzerin oder der Autorin liegt, da ich nur die deutsche Variante kenne.
Wörter wie "Öhm" und exzessiv wiederholte "...", die Stottern beziehungsweise Nachdenken suggerieren sollen, bringen mich immer wieder raus. Auch ist das Buch im Stream of Consciousness geschrieben, was ich auf die Dauer als Anstrengend empfinde. Vermutlich passt es gut zum Genre, aber für mich ist es einfach nichts. Dass die Kapitel außerdem bloß mit "Er" bzw. "Sie" (je nach POV) beschriftet sind, trägt zum insgesamt flapsigen Gesamteindruck bei.

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Veröffentlicht am 13.07.2025

Gothicvibes hinter buntem Cover

Play of Hearts
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Play of Hearts hätte ich um ein Haar nicht gelesen, bzw gehört. Der Grund? Das Cover. So leid es mir tut, aber es ist mir einfach zu bunt, zu verspielt, zu viel los. Während ich beim Hören immer tiefer ...

Play of Hearts hätte ich um ein Haar nicht gelesen, bzw gehört. Der Grund? Das Cover. So leid es mir tut, aber es ist mir einfach zu bunt, zu verspielt, zu viel los. Während ich beim Hören immer tiefer in die düstere Atmosphäre der Geschichte eintauchte, dachte ich mehrfach darüber nach, wie ich ein alternatives Design gestalten würde; definitiv mit mehr dunklen Gothic-Elementen, die auch deutlich besser zur Story passen würden.

Denn die hat es absolut in sich! Ich liebe die düstere Ästhetik, die sich durch die Magie und den Beruf der Protagonistin zieht: Eine 18-jährige Bestatterin mit magischen Fähigkeiten? Yes please! Das ist mal was anderes und hat mich richtig abgeholt. Klar, die Prota ist jung und wirkt stellenweise etwas naiv, aber das passt zu ihrem Alter und macht sie auf ihre Weise authentisch.

Das Hörbuch selbst hat mir auch sehr gut gefallen. Marie Pfetzing als Sprecherin macht einen großartigen Job: Ihre Stimme passt wunderbar zur Jugend der Protagonistin und sie bringt Emotionen und Gefühlsregungen überzeugend rüber. Auch die Aussprache ist klar und angenehm.

Unterm Strich bin ich froh, dass ich mich trotz aller Coverzweifel an Play of Hearts herangewagt habe. Wer Lust auf eine Geschichte mit frischem Magiekonzept, düsterer Atmosphäre und einer ungewöhnlichen Heldin hat, sollte definitiv mal reinhören. (Und am besten warten, bis der zweite Band erschienen ist ;))

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