Profilbild von Kobina

Kobina

Lesejury Profi
offline

Kobina ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Kobina über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.08.2025

Odé an die Kunst

Yumi and the Nightmare Painter
0

Vor diesem Buch hatte ich nur zwei andere Sanderson gelesen ("Legion" und "Mistborn"), die mir allerdings ein bisschen zu trocken waren. Trotzdem konnte ich darin sehr viel Potential erkennen und als ich ...

Vor diesem Buch hatte ich nur zwei andere Sanderson gelesen ("Legion" und "Mistborn"), die mir allerdings ein bisschen zu trocken waren. Trotzdem konnte ich darin sehr viel Potential erkennen und als ich dann das erste Mal einen Blick auf das Cover von "Yumi and the Nightmare Painter" warf, war mir klar, dass ich dem Herren wohl nochmal eine Chance geben muss. Danke an NetGalley für diese Gelegenheit!

Und hui, was bin ich froh. "Yumi and the Nightmare Painter" liest sich wie eine Liebeserklärung an Kunst, Geschichten und die Verbindungen, die wir dadurch schaffen. Die Ästhetik ist auf, wie im Buch atemberaubend! Zwei komplett verschiedene Welten (eine spirituell, eine düster-neonfarben) treffen aufeinander und ziehen die Lesenden gleich mit.
Ich mochte besonders, wie es um Kunst als Ausdruck von Menschlichkeit geht – was sie bedeutet, warum wir sie brauchen, und warum KI das eben nicht ersetzen kann. Auch das Magiesystem (Farben! Rituale! Albtraum-Malerei!) ist gewohnt Branderson-kreativ, ohne dabei bis zum Erbrechen erklärt zu werden wie bei "Mistborn", damit wirklich der Letzte es versteht (vermutlich liegt das auch schlichtweg daran, dass hier nur ein Standalone vorliegt und keine 7-bändige Reihe).

Die Romance ist sehr slow burn und eher auf emotionaler Verbundenheit als auf Chemie gebaut.. Kein großes Drama, keine typischen Tropes, sondern zwei einsame Menschen, die lernen, sich selbst und einander zu verstehen.
Insgesamt bisher mein liebster Sanderson!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.08.2025

Spannung okay, Rest wunderbar

Not Quite Dead Yet
0

Ich muss gestehen, dass ich bisher nur ein Buch von Holly Jackson gelesen habe ("The Reappearance of Rachel Price") und ich dieses zwar mochte, allerdings etwas enttäuscht war, da ich dank Rezensionen ...

Ich muss gestehen, dass ich bisher nur ein Buch von Holly Jackson gelesen habe ("The Reappearance of Rachel Price") und ich dieses zwar mochte, allerdings etwas enttäuscht war, da ich dank Rezensionen zu Jackson auf mindblowing Plottwists eingestellt war, die es in dem Buch ja nicht gegeben hatte.
"Not Quite Dead Yet" stand hingegen unter einem nicht so schlechten Stern, da ich hier schlichtweg das Konzept super interessant fand und das Einzige, was ich erwartet hatte, zumindest einige Emotionen zum anstehenden Tod waren.
Und die habe ich bekommen! Das Ende hat weh getan. Und zwar so richtig. Ich wusste, dass es kommen würde, und trotzdem hat es mich kalt erwischt. Entsprechend: Erwartungen definitiv erfüllt!
Auch der Einstieg in das Buch war sehr stark; die Mitte hingegen lässt noch zu wünschen übrig. Jacksons Schreibstil ist super fesselnd, witzig und flüssig. Langweilig wird es entsprechend nicht. So richtig Spannung kam allerdings auch nicht auf. Während ich die ersten Kapitel kaum weglegen konnte, fehlte mir zwischendrin manchmal die Motivation weiterzulesen. Es fühlte sich etwas gestreckt an, stellenweise drehte sich die Handlung im Kreis.
Was das Buch für mich trotzdem getragen hat, war die Protagonistin selbst: Sarkastisch, bissig, ziemlich anstrengend – und genau deshalb so echt. Ihr Humor rettet viele Szenen, ihre Entschlossenheit macht sie unvergesslich. Besonders ihr Zusammenspiel mit Billy war für mich ein absolutes Highlight: Loyal, warmherzig, und einfach das emotionale Gegengewicht zu ihrer Härte. Ihre Beziehung hat das Ende noch schlimmer gemacht (im besten Sinne).

Fazit: Wirklich gethrilled werde ich wohl durch Jacksons Bücher nicht mehr werden, aber lesenswert sind sie dennoch!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.08.2025

Greenflags und Humor

Puck Mates
0

Vor "Puck Mates" von Alessia Gold hatte ich genau eine Sportsromance gelesen ("Deep End" von Ali Hazelwood) und die hatte den Vorteil, dass es dabei um Sportarten ging, für die ich mich auch außerhalb ...

Vor "Puck Mates" von Alessia Gold hatte ich genau eine Sportsromance gelesen ("Deep End" von Ali Hazelwood) und die hatte den Vorteil, dass es dabei um Sportarten ging, für die ich mich auch außerhalb der Bücherwelt interessiere. "Puck Mates" hatte diesen Vorteil nicht - und ich glaube, ich habe es trotzdem noch mehr geliebt als "Deep End".
Zunächst einmal war ich nicht darauf vorbereitet, wie witzig Alessia Golds Schreibstil ist. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so bei einem Hörbuch gelacht habe.
Connor und Gabe sind beide krasse Greenflags, ebenso wie ihre Familien. Gut, vielleicht bewegen wir uns damit im Bereich des Unrealistischen, aber für Realismus lese ich auch keine Bücher. Auch die obligatorischen Dramen einer Romanze hielten sich erstaunlich gezielt in Grenzen und waren immer schnell gelöst, sodass hier ein absolutes Wohlfühlbuch vorliegt.
Außerdem waren die Sprecher sehr gut gewählt. Zwar reden sie etwas langsam, aber dafür im gleichen Tempo, sodass man jenes einfach erhöhen konnte, ohne zwischen ihren Abschnitten immer wieder anpassen zu müssen. Ihr Glitzer, in Form von tatsächlichem Knurren, Stammeln oder Durch-die-Zähne-Sprechen, hat die Gefühle der Protagonisten perfekt rübergebracht.
Ich bete, dass auch die anderen beiden Bände dieser Reihe vertont werden!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.08.2025

Beziehungsstatus: Absichtlich unausstehlich

Red Flags
0

"Red Flags" von Sophie Jo ist eine herrlich absurde, charmante Teen-Romcom, in der zwei Jugendliche versuchen, sich gegenseitig aus dem Datingspiel zu nerven – weil beide ihren Freunden versprochen haben, ...

"Red Flags" von Sophie Jo ist eine herrlich absurde, charmante Teen-Romcom, in der zwei Jugendliche versuchen, sich gegenseitig aus dem Datingspiel zu nerven – weil beide ihren Freunden versprochen haben, definitiv nicht Schluss zu machen. Und das, ohne zu wissen, dass es dem anderen genauso geht.
Die Protagonistin ist Romcom-Leserin mit Leib und Seele – was allein schon ein riesiger Pluspunkt ist – und sie weiß ziemlich genau, was sie will… oder glaubt es zumindest. Der Love Interest ist ebenso gut geschrieben, und ganz ehrlich: Ich steh auf beide. Not gonna lie. Es ist dieses typische „Ich will nicht, aber ich kann auch nicht aufhören“-Ding beim Lesen, das super funktioniert. Dabei ist der Schreibstil locker-flockig, dass ich das Buch wirklich in einem Rutsch inhaliert habe. Man fliegt nur so durch die Seiten, ohne jemals das Gefühl zu haben, es würde sich ziehen.
Einziger kleiner Downer: Das Thema „Liebe und Dating“ nimmt einen seeehr großen Stellenwert ein. Selbst für Teenager wirkt das fast ein bisschen drüber – als gäbe es sonst nichts im Leben. Aber wenn man das einfach hinnimmt, macht das Buch richtig gute Laune.
Unterm Strich ist Red Flags ein witziges, süßes Buch mit einem cleveren Grundkonzept, das auch mal mit den typischen Romcom-Klischees spielt. Ideal für Fans von leichtem Herzklopfen, peinlichen Situationen und ganz viel „Was zum Teufel tun die da gerade?“-Vibes.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.08.2025

Große Enttäuschung trotz künstlerischem Talent

Somna
0

Als ich "Somna" von Becky Cloonan und Tula Lotay zum ersten Mal sah, hat mich das Cover direkt in seinen Bann gezogen - und das obwohl ich normalerweise gar keine Comics lese. (Die Letzten habe ich im ...

Als ich "Somna" von Becky Cloonan und Tula Lotay zum ersten Mal sah, hat mich das Cover direkt in seinen Bann gezogen - und das obwohl ich normalerweise gar keine Comics lese. (Die Letzten habe ich im Rahmen eines Comicseminars innerhalb meines Studiums konsumiert.)
Leider muss ich nun, nach der Lektüre von "Somna" sagen, dass ich wirklich froh bin, dank NetGalley kein Geld dafür ausgegeben zu haben. Das liegt allerdings nicht am Medium! Mit diesem wurde sehr gut umgegangen; die unterschiedlichen Zeichenstile der beiden Künstlerinnen wurden perfekt instrumentalisiert, um die verschiedenen Traum- und Wachstadien darzustellen. Zwar entsprach einer davon nicht unbedingt meinem Ästhetikempfinden, aber das tut dem eigentlichen Können dahinter ja keinen Abbruch.
Nein, das große Problem war der Plot. Wer, wie ich, fälschlicherweise von einer feministischen Geschichte mit Sexuellem Erwachen in der Zeit der Hexenverbrennungen ausgeht, liegt meilenweit daneben. Das Feministischste an der Protagonistin ist, dass sie ihre sexuellen Bedürfnisse zumindest nicht gänzlich ignoriert. Für ihr Recht darauf kämpfen aber weder sie, noch ihre Freundin. Apropos andere Frauen: Natürlich müssen wir uns auch mal wieder gegenseitig bekriegen, anstatt zueinander zu stehen, denn geeinte Frauen wären halt zu mächtig.
Im ganzen Buch gibt es keinen einzigen Twist, nichts unerwartetes passiert, überhaupt nichts. Bis auf die tatsächliche Anwesenheit des Teufels (o.ä.) ist es einfach nur eine 1zu1-Beschreibung damaliger Geschehen; gewürzt mit einer Prise Nacktheit. Sehr schade!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere