Immerhin ist die Protagonistin queer
Hunt on Dark WatersHexen, Vampire, Portale, Piraten, Selkies – Hunt on Dark Waters wirft alles in einen Topf, was Fantasy so hergibt, und würzt das Ganze mit einer ordentlichen Prise Spice. Klingt nach einem wilden Ritt? ...
Hexen, Vampire, Portale, Piraten, Selkies – Hunt on Dark Waters wirft alles in einen Topf, was Fantasy so hergibt, und würzt das Ganze mit einer ordentlichen Prise Spice. Klingt nach einem wilden Ritt? Ist es auch. Leider aber nicht nur im besten Sinne.
Die Geschichte beginnt vielversprechend: Evelyn, eine etwas nervige, aber durchaus interessante Hexe mit Hang zum Chaos, flieht vor ihrer Vampir-Exfreundin durch ein Portal und landet auf dem Schiff eines Piratenkapitäns namens Bowen. Der ist natürlich groß, düster, magisch begabt und... ziemlich blass. Im Sinne von: kaum erinnerungswürdig. Zwischen Evelyn und Bowen soll es dann ordentlich knistern – aber was man bekommt, ist eher ein laues Lüftchen. Insta-Love, wenig echte Chemie, und alles viel zu schnell und unglaubwürdig. Schade, denn Potenzial war da.
Die große Stärke des Buchs liegt eindeutig im Worldbuilding. Robert hat ein Händchen dafür, bekannte Mythen zu vermischen und etwas Eigenes daraus zu machen. Die Idee von magischen Meeren, durch die man zwischen Welten reist, ist cool – ebenso wie der Vibe von Fluch der Karibik meets romantasy. Nur leider bleibt vieles oberflächlich. Die Welt wird angerissen, aber nie wirklich greifbar. Auch die Nebenfiguren bleiben blass; OBWOHL ES EINEN NEBENCHARAKTER MIT SCHUPPEN GIBT. Es war mein absolutes Highlight und trotzdem wurde nicht viel mehr draus. Hmpf.
Der Plot schwankt zwischen actionreich und zäh. Teilweise passiert alles gleichzeitig, dann wieder gefühlt gar nichts. Und obwohl die Liebesgeschichte viel Raum einnimmt, fehlt es an Tiefgang. Evelyn und Bowen verlieben sich einfach... irgendwann? Man verpasst den Moment. Das Spicy-Level ist gewohnt hoch, aber ohne echte emotionale Verbindung wirkt auch das irgendwie leer. Gut geschrieben waren sie trotzdem.
Wer Lust auf eine leicht verdauliche Fantasy-Romanze mit queerem Cast, Piratenromantik und einem Hauch düsterer Magie hat, könnte hier gut unterhalten werden. Nur darf man keine ausgefeilte Story oder tiefgreifende Figurenentwicklung erwarten.