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Veröffentlicht am 13.07.2026

Philosophie, die Spaß macht

Alice im Land der Ideen
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Als anfänglich philosophisch Interessierter, der keine trockene Theorie mag, war „Alice im Land der Ideen“ genau richtig. Es ist eine Mischung aus unterhaltsamen Abenteuerroman und philosophischer Wissensreise. ...

Als anfänglich philosophisch Interessierter, der keine trockene Theorie mag, war „Alice im Land der Ideen“ genau richtig. Es ist eine Mischung aus unterhaltsamen Abenteuerroman und philosophischer Wissensreise.
Alice Gedanken kreisen um große Fragen, über die Menschen schon seit Jahrtausenden nachdenken, um globale Krisen, das Erwachsenwerden und auch um kleine Fragen, die sie gerade beschäftigen. Das verlangt nach Antworten und so begegnet Alice großen Philosophen und Denkern, die ihre Weisheiten mit ihr teilen. Eine Interessante Frage dabei lautet: Alles, was wir denken, fühlen oder tun, soll auf Ideen basieren, die in unseren Köpfen oder denen anderer entstehen?

Angenehm schräg, komödiantisch, voller verrückter und fantasievoller Anregungen, präsentiert Roger-Pol Droit in einem vorstellungsstarken und surrealen Stil, kultur- und literarische Anspielungen, andere Länder und andere Zeiten. Was sind Ideen? Wie prägen sie unser Leben? Wie können wir die Welt verändern? Was haben anderen darüber gedacht und geschrieben?
Das Buch lädt zum Nachdenken ein, ohne belehrend zu wirken – stattdessen schafft er eine Atmosphäre, in der Abstraktes greifbar wird und anregende Gespräche stattfinden. Insgesamt ist mir aber etwas zu oberflächlich geraten und kann mit Werken, wie „Sophies Welt“ nicht mithalten. Trotzdem kann ich empfehlen, mit Alice und ihren mausigen Begleitern ins Land der Ideen zu reisen.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.06.2026

Düstere Dystopie über Macht

Insel der Ratten
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Nach einer Pandemie bricht die gesellschaftliche Ordnung zusammen: eine postapokalyptischen Welt bricht herein. Der reiche Unternehmer Colin Lowe flieht mit seiner Familie auf die abgelegene Insel, während ...

Nach einer Pandemie bricht die gesellschaftliche Ordnung zusammen: eine postapokalyptischen Welt bricht herein. Der reiche Unternehmer Colin Lowe flieht mit seiner Familie auf die abgelegene Insel, während sein Sohn als Anführer der brutalen Chaos-Gruppe in der Stadt die Anarchie feiert. Will, Colins bester Freund, verliert seine Tochter an die Chaos-Gruppe und sinnt auf Rache.

Jo Nesbø schreibt gewohnt deutlich, ohne unnötige Ausschmückungen, was die Spannung erhöht, die brutale Handlung vorantreibt und alle Grausamkeiten offenlegt. Diesmal kurz, ohne Einleitung oder Erklärungen, aber auch hier findet sich ein klarer gesellschaftlicher Unterton und eine grandiose Inszenierung, während schonungslos eine Zivilisation in Chaos und Barbarei kippt. Wer Gerechtigkeit will, muss auf Rache verzichten. Wer Rache will, opfert die Gerechtigkeit.

Für mich war es ein beklemmendes aber geniales Buch, das ein Szenario entwirft, in dem die Schattenseiten der Menschheit gnadenlos zutage treten. Ich habe es schnell durchgelesen. Spannender Stoff, der nicht nur reine Unterhaltung bietet, aber so düster und brutal vielleicht nicht für jeden geeignet ist.

Veröffentlicht am 18.06.2026

Aufs Lügenkarussell aufspringen

Die Klippe – Jede Lüge könnte deine letzte sein
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Ein harmloses Missverständnis setzt eine Lawine von Fehlentscheidungen in Gang – und reißt den einst gefeierten Bestsellerautor Marcus in ein immer schneller rotierendes Lügenkarussell.

Für mich reichte ...

Ein harmloses Missverständnis setzt eine Lawine von Fehlentscheidungen in Gang – und reißt den einst gefeierten Bestsellerautor Marcus in ein immer schneller rotierendes Lügenkarussell.

Für mich reichte „Die Klippe“ nicht an „Der Ausflug“ heran – aber die Qualität des Autors bleibt stabil. „Die Klippe“ ist mehr ein Psychothriller als ein Thriller, in dem psychologisch plausibel innere Konflikte und verzerrte Intuitionen sich zuspitzen. Das ist durchaus unterhaltsam, aber nicht bahnbrechend.

Für mich kam wahrscheinlich hinzu, dass ich weder die Hauptfigur noch andere Figuren – mit einer Ausnahme – mochte und mir einen anderen Ausgang gewünscht hätte. Trotzdem, und das liegt am Schreibstil, der stringenten Handlung und der fesselnden Wirkung, habe ich das Buch verschlungen.

Ulf Kvenser zeigt intensiv, wozu und weshalb Menschen bereit sein können, sich aus schwachen Positionen zu befreien. Und es gibt genügend Material, über das es sich nachzudenken lohnt. Wer darauf Lust hat, kann sich auf solide Spannungsliteratur freuen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.06.2026

Sci-Fi-Abenteuer mit Herz und Tempo

Red Star Rebels
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In diesem Weltraumabenteuer geht es um eine blinde Passagierin an Bord eines Raumschiffs und einen der reichsten Jungen der Galaxie, im Wettlauf gegen die Zeit.

Der Schreibstil ist flüssig, die straffe ...

In diesem Weltraumabenteuer geht es um eine blinde Passagierin an Bord eines Raumschiffs und einen der reichsten Jungen der Galaxie, im Wettlauf gegen die Zeit.

Der Schreibstil ist flüssig, die straffe Handlung unkompliziert, die Kapitel kurz gehalten – die Seiten fliegen lesefreundlich nur so dahin, was zur schnellen Action und der rasanten Entwicklung der gegensätzlichen Charaktere Cleo und Hunter passt. Der Aufbau erinnerte mich an Gaming: Die Balance zwischen überschlagenen Ereignissen, spaßigen Dialogen und emotionalen Momenten ist für diesen Stil ausgewogen.

„Red Star Rebels“ ist in erster Linie ein schlichtes Weltraumabenteuer, das vor allem Spaß machen soll, ohne zu überfordern. Es ist für Kinder ab 12 Jahren konzipiert, die ins jugendgerechte Sci-Fi-Genre hineinschnuppern möchten und sich für erste Liebesgeschichten interessieren. Die emotionalen und actionreichen Elemente sind gut dosiert, sodass das Buch weder zu kindlich noch zu erwachsen wirkt.
Daher könnte jedoch die schnelle Entwicklung der Lovestory und die oberflächliche Abhandlung für Erwachsene enttäuschend sein. Wer sich zudem am Gendern stört, wird mit dem Buch keine Freunde haben.

Für mich war es nicht perfekt, aber eine kurzweilige, actionreiche Unterhaltung mit hohem Spaßfaktor.

Veröffentlicht am 12.06.2026

Zwischen Lachen und Weinen

Pause
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Ein zeitgemäßes, ernstes Thema so unterhaltsam zu verpacken, dass einem das Lachen quasi im Hals stecken bleibt, gelingt nicht vielen: Lena Kupke ist es grandios gelungen. Sie hat mit ihrem Debüt „Pause“ ...

Ein zeitgemäßes, ernstes Thema so unterhaltsam zu verpacken, dass einem das Lachen quasi im Hals stecken bleibt, gelingt nicht vielen: Lena Kupke ist es grandios gelungen. Sie hat mit ihrem Debüt „Pause“ gezeigt, dass Humor und Tragik zusammen funktioniert und sich das gut anfühlen kann. Ihre „Art von Witz“ blitzt immer wieder authentisch durch. Wenn man ihren Humor auf der Bühne feiert, lohnt sich das Buch noch mehr.

Es geht um 36-jährige Hannah, die, nach einem Krankenhausaufenthalt ins Elternhaus nach Lüneburg zurückkehrt, dort mit Verlust und Rückzug konfrontiert wird und gegen bürokratische Hürden kämpft. Ganz nah am Leben also. Wie ist das, wieder zum Kind zu werden – mit dem Gefühl, versagt zu haben? Solchen Fragen nähert sich Lena Kupke einfühlsam und mit Augenzwinkern an. Wer sich mit Hannah identifizieren kann, wird in dieser Buch tröstliche Heilung, reale Wahrheiten und Liebe finden, die alles erträglicher macht. Ich fand es großartig und konnte es kaum aus der Hand legen, was mich am meisten überrascht hat.
Wen interessiert, wie Hannah damit umgeht, wieder bei ihren Ü60-Eltern eingezogen zu sein und was man daraus für schlechte Zeiten mitnehmen kann, sollte „Pause“ lesen.