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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.12.2025

Gelungener Auftakt einer neuen Reihe

Die weiße Nacht
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„Weiße Nacht“ ist der Auftakt zu einer neuen Kriminalreihe der Autorin Anne Stern, die einigen vielleicht schon durch ihre erfolgreiche „Fräulein Gold - Reihe“ bekannt sein könnte.
Der historische Kriminalroman ...

„Weiße Nacht“ ist der Auftakt zu einer neuen Kriminalreihe der Autorin Anne Stern, die einigen vielleicht schon durch ihre erfolgreiche „Fräulein Gold - Reihe“ bekannt sein könnte.
Der historische Kriminalroman spielt im Hungerwinter 1946 in Deutschland, einer Zeit, die geprägt ist von Kälte und Mangel in allen Bereichen. Inmitten dieser düsteren Kulisse entdeckt die Fotografin Lou Faber im Schnee eine Frauenleiche. Die Ermittlungen übernimmt Kommissar Alfred König. Als weitere Leichen gefunden werden, spitzt sich die Lage zu und es sind Lou Fabers Fotografien vom Tatort, die entscheidend zu den Ermittlungen beitragen.

Besonders gut gefallen hat mir die beklemmende und düstere Atmosphäre des Romans. Anne Stern gelingt es eindrucksvoll, die schwierigen Lebensumstände dieses Winters darzustellen. Diese Stimmung zieht sich konsequent durch das gesamte Buch. Auch der Kriminalfall selbst ist interessant aufgebaut und gewinnt im Verlauf der Handlung zunehmend an Spannung.
Was mir jedoch ein wenig gefehlt hat, ist die tatsächliche Zusammenarbeit zwischen Lou Faber und Alfred König. Zwar wird das Buch als ihr „erster gemeinsamer Fall“ angekündigt, doch wirklich gemeinsam ermitteln die beiden noch kaum. Der Fokus liegt eher darauf, die beiden Hauptfiguren ausführlich vorzustellen, was für einen Auftaktband absolut sinnvoll ist. Dennoch hätte ich mir an manchen Stellen etwas mehr gemeinsame Ermittlungsarbeit gewünscht. Über die Hintergründe beider Figuren erfährt man bereits viel, dennoch bleiben einige Fragen offen. Genau das macht aber auch neugierig auf die kommenden Bände. Ich bin sehr gespannt darauf, wie sich die Zusammenarbeit zwischen Lou Faber und Alfred König weiterentwickeln wird.

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Veröffentlicht am 19.12.2025

Düster und fesselnd bis zur letzten Seite

Wolfskälte
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Mit „Wolfskälte“ entführt Laura McCluskey ihre Leser auf eine abgelegene, raue schottische Insel. Als dort ein junger Mann tot am Leuchtturm aufgefunden wird, bleibt zunächst unklar, ob es sich um einen ...

Mit „Wolfskälte“ entführt Laura McCluskey ihre Leser auf eine abgelegene, raue schottische Insel. Als dort ein junger Mann tot am Leuchtturm aufgefunden wird, bleibt zunächst unklar, ob es sich um einen Unfall, Mord oder Selbstmord handelt. Zur Klärung des Falls werden zwei Polizisten aus Glasgow auf die Insel geschickt und stoßen dort auf eine eingeschworene Gemeinschaft, die ebenso verschlossen und verschroben ist wie ihre Heimat.
Viele Inselbewohner begegnen den Ermittlern mit Misstrauen, was die Nachforschungen erheblich erschwert.
Besonders gelungen ist die Dynamik zwischen den beiden Hauptfiguren. Die junge, ehrgeizige Georgina Lennox und ihr älterer Kollege Richard Stewart bilden ein spannendes Ermittlerduo. Immer wieder handelt George impulsiv, hält sich nicht an Absprachen und bringt sich damit oft in brenzlige Situationen. Ihrem Partner Richard gelingt es immer seltener, Verständnis für ihr Verhalten aufzubringen.

Was diesen Krimi jedoch besonders auszeichnet, ist seine außergewöhnliche Atmosphäre. Von der ersten bis zur letzten Seite fühlt man sich dem Wind, der Kälte und der Einsamkeit der Insel ausgesetzt. Selbst wenn zwischendurch die Sonne aufblitzt, wirkt alles rau, karg und düster.
Die Spannung baut sich langsam, aber stetig auf. Man spürt richtig, wie die Bedrohung von Kapitel zu Kapitel näher kommt.

„Wolfskälte“ ist ein atmosphärischer, eindringlicher Krimi, der mich sehr begeistert hat. Ich hoffe wirklich, dass dieser Roman nicht der einzige Fall für Georgina Lennox und Richard Stewart bleibt.

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Veröffentlicht am 04.12.2025

Habe leider keinen Zugang finden können

Eden
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„Eden“ war mein erstes Buch einer isländischen Autorin, und ich mochte die Grundidee sehr: eine Sprachwissenschaftlerin aus Reykjavik , die in der Stille des ländlichen Islands ein neues Leben beginnt.

Audur ...

„Eden“ war mein erstes Buch einer isländischen Autorin, und ich mochte die Grundidee sehr: eine Sprachwissenschaftlerin aus Reykjavik , die in der Stille des ländlichen Islands ein neues Leben beginnt.

Audur Ava Olafsdottirs Werk ist ein ruhiges, atmosphärisches Buch, das durch seine besondere Sprache und die kurzen Kapitel eine äußerst beruhigende Wirkung entfaltet. Besonders gelungen fand ich die Passagen, in denen Albas Alltag geschildert wird; das Pflanzen von Bäumen, die leicht skurrilen, aber so liebevollen Gespräche mit ihrem Vater und der feine Humor, der immer wieder zwischen den Zeilen aufblitzt, vor allem, wenn der Vater von seinem Freund Hlynur spricht.

Trotz der schönen Idee konnte ich jedoch nicht vollständig in das Buch eintauchen. Alba wird meiner Ansicht nach sehr stark vom Dorfleben vereinnahmt, stellenweise wirkt es geradezu übergriffig. Bei all dem bleiben dem Leser Albas Emotionen weitgehend verschlossen. Während ihre linguistischen Gedankengänge ausführlich dargestellt werden, erfährt man sehr wenig über ihr Innenleben. Hier hätte ich mir einfach mehr Einblick in Albas Gefühls- und Gedankenwelt gewünscht. Auch die sprunghaften, teils zusammenhanglosen Sätze, die immer wieder eingestreut werden, konnten mich nicht immer erreichen. Als Stilmittel eingesetzt um Albas manchmal etwas verworrene Gedankengänge widerzuspiegeln sicherlich gelungen, doch mir war das tatsächlich einen Hauch zuviel.



Fazit

„Eden“ ist sicher ein besonderes Buch zu dem ich allerdings leider keinen richtigen Zugang gefunden habe.

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Veröffentlicht am 04.12.2025

Eine Reise zurück ins Glück, die mich begeistert hat

Odysseus und ich
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„Was für ein Tag, um zu leben.“ Dieser Satz aus dem Buch „Odysseus und ich“ ist mir besonders in Erinnerung geblieben.

Er fasst die Stimmung dieses außergewöhnlichen Buches wunderbar zusammen.

Die Autorin ...

„Was für ein Tag, um zu leben.“ Dieser Satz aus dem Buch „Odysseus und ich“ ist mir besonders in Erinnerung geblieben.

Er fasst die Stimmung dieses außergewöhnlichen Buches wunderbar zusammen.

Die Autorin Laura Coffey beschreibt eine schwierige Phase ihres Lebens: Ihr Vater ist an Krebs erkrankt, ihr Freund hat sich von ihr getrennt, und sie lebt allein in einer kleinen Londoner Wohnung, während Corona die Menschen in den Lockdown zwingt. Als sich ein kurzer Reisekorridor öffnet, beschließt sie, trotz aller Unsicherheiten ans Mittelmeer zu reisen – auf den Spuren des Odysseus. Dort ist sie nicht auf der Suche nach Abenteuern, sondern nach ein wenig Luft zum Atmen.



Diese Reise schildert sie sehr bildhaft und mit einer guten Portion Humor. Man begleitet die Erzählerin von Insel zu Insel, lernt die Menschen, die ihr unterwegs begegnen kennen und spürt dabei, wie Stück für Stück wieder Leben in sie zurückkehrt.

Die Probleme verschwinden nicht: der Vater bleibt krank und die Pandemie macht auch vor den italienischen Inseln nicht halt. Doch das Gefühl von Weite, das selbst beim Lesen spürbar wird, das gute Essen und die wunderbaren Begegnungen helfen der Autorin, neue Kraft zu schöpfen.



„Odysseus und ich“ hat mich tief berührt und begeistert. Das Buch zeigt auf eindrucksvolle Weise, dass man manchmal einen völlig neuen Weg einschlagen muss, um wieder zu sich selbst zu finden und dass es selbst in schweren Zeiten sehr lebenswerte Tage geben kann.

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Veröffentlicht am 04.12.2025

Fesselnde Reise ins Mittelalter

Der Silberbaum. Das Ende der Welt
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„Der Silberbaum – Das Ende der Welt“, der zweite Band von Sabine Eberts Silberbaum-Trilogie, hat mich von der ersten Seite an gefesselt und das, obwohl ich den ersten Band nicht gelesen habe.

Der Einstieg ...

„Der Silberbaum – Das Ende der Welt“, der zweite Band von Sabine Eberts Silberbaum-Trilogie, hat mich von der ersten Seite an gefesselt und das, obwohl ich den ersten Band nicht gelesen habe.

Der Einstieg ist mir trotz der vielen Namen erstaunlich leichtgefallen. Dazu beigetragen haben das ausführliche Personenregister und die historischen Karten, die sofort eine gewisse Orientierung bieten. Besonders hervorheben möchte ich jedoch die Erzählweise der Autorin, denn sie schafft es bereits in den ersten Kapiteln, eine gewisse Nähe zu einzelnen Personen aufzubauen und so wird Seite für Seite immer klarer, wie alles zusammenhängt.

Der Roman spielt im Jahr 1241, als Markgraf Heinrich von Meißen und sein Volk dem drohenden Angriff der Tataren gegenüberstehen. Die Autorin zeichnet eindrucksvoll die Belastung durch die drohende Gefahr, doch auch als diese abgewendet scheint, kommen die Bewohner nicht zur Ruhe. Freud und Leid folgen dicht aufeinander und lassen einen beim Lesen kaum los. Immer wieder geht es um Verrat, Macht und Tod, aber auch um Mut, Loyalität und Menschlichkeit.

Ich konnte mich sehr gut in das Schicksal der Figuren einfühlen. Die weiblichen Charaktere fand ich sehr stark, aber auch gerade Heinrich von Meißen hat mich mit seiner Loyalität und seinen klugen Entscheidungen sehr beeindruckt.

Sehr dankbar war ich auch für das ausführliche Nachwort, das mir geholfen hat, die Ereignisse noch einmal richtig einzuordnen und neugierig auf weitere Recherchen gemacht hat.



Insgesamt ist „ Der Silberbaum - Das Ende der Welt“ ein spannender, lehrreicher und bewegender historischer Roman.

Er hat mich sowohl durch seine sorgfältige Recherche als auch durch seine packende Erzählweise absolut überzeugt.

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