Dystopie für junge Leser
Whispers of DestinyBlue hat als Kind in einer Naturkatastrophe ihre Eltern verloren. Nun 15 Jahre später lebt sie in einer dystopischen Welt mit Stufen. Sie selbst ist leider in einer der unteren Stufe, will es aber mit ...
Blue hat als Kind in einer Naturkatastrophe ihre Eltern verloren. Nun 15 Jahre später lebt sie in einer dystopischen Welt mit Stufen. Sie selbst ist leider in einer der unteren Stufe, will es aber mit ihrer Freundin Iris da raus schaffen. Stattdessen erfährt sie aber, dass sie bald an einer Krankheit stirbt. Nicht gerade rosige Aussichten. Doch es geht noch weiter, sie soll für Death Call arbeiten. Eine Institution vom Tod selbst, um die Seelen ins Jenseits zu begleiten oder ihnen eine weitere Chance zu geben. Blue hasst diese Institution aber sehr und doch entscheidet sie sich dafür dem Ganzen eine Chance zu geben.
Death Call fand ich total interessant und ich hätte gerne noch viel mehr Fälle mitbekommen. Denn bei jedem Anruf einer Seele, tut sich vor dem Mitarbeiter eine Agenda auf, was derjenige geleistet hat und wie sein Leben möglicherweise weitergehen kann. Dabei spielt natürlich das Thema Wert eines Lebens und was das überhaupt ausmacht eine riesige Rolle. Ich fand das Thema gut eingebettet und es regt viel zum Nachdenken an. Was ist gut oder böse? Was ist der Wert eines Menschen? Woran bemisst man es überhaupt? Sehr spannend. Natürlich ist auch der Tod in diesem Buch mehr als präsent, wortwörtlich. Die Art und Weise, wie das hier thematisiert wurde, fand ich richtig gut. Die Autorin hat es geschafft, den Tod, hier als Person, sehr humorvoll und amüsant zu gestalten, weswegen die doch manchmal eher schwere Kost, leicht zu verdauen war. Der Tod ist sogar mit einer meiner liebsten Charaktere geworden.
Anders als Blue, die ein wahnsinnig impulsiver Charakter ist, den ich leider manchmal auch etwas anstrengend fand. Sie ist sehr vorlaut und meint, alles besser zu wissen, ist aber viel zu naiv. Einfach alle Seelen zu retten, ist wohl etwas sehr einfach. Auch dass sie sich weigert sich mit dem Ganzen zu beschäftigen, hat mich etwas genervt. Ich finde es gut, dass sie so hohe Ambitionen hat und an sich moralisch gut handelt, aber ihre Art und Weise ist sehr eigen und teilweise einfach frech. Sie will immer nur rebellieren und denkt, sie kommt mit allem durch, das wirkte eher kindisch und nicht wie einer 21-jährige. Die Storyline mit den verschiedenen Mächten und den Magenta Moms hat mich gut unterhalten. Durch die Art von Blue hatte ich oft eher das Gefühl, dass das Buch sich an jüngere Leser richtet. Außerdem fand ich das Gendern mit dem Innen-Suffix anstrengend. Leider gab es auch einige Unstimmigkeiten. Beispielsweise gibt es auch die Sensen des Todes. Diese dürfen aber schon aktiv werden, bevor sie die Schulung bekommen, was sie denn nicht dürfen. Für mich passt das nicht zusammen.
Fazit:
Ich denke diese Dystopie richtet sich insbesondere an jüngere Leser. Blue ist ein impulsiver Charakter, der etwas Kindliches hat und oft rebellieren will. Insgesamt fand ich die Welt aber sehr spannend, insbesondere Death Call hat mich interessiert und gefesselt. Aber auch der personifizierte Tod war erstaunlich amüsant und hat das Buch, mit diesem doch eher schweren Thema, oft aufgelockert.
3.5/5 Sterne