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Veröffentlicht am 24.03.2020

Berlin 1948

Pandora
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Der Kriminalroman "Pandora" versetzt den Leser in die Nachkriegszeit nach Berlin - zur Zeit der Blockade des Westens durch den Osten. Kommissar Hans-Joachim Stein ist soeben von Ost nach West gewechselt ...

Der Kriminalroman "Pandora" versetzt den Leser in die Nachkriegszeit nach Berlin - zur Zeit der Blockade des Westens durch den Osten. Kommissar Hans-Joachim Stein ist soeben von Ost nach West gewechselt und demensprechend begegnen ihm die neuen Kollegen mit Vorurteilen. Zumal er die Kriegsjahre in London verbracht hat und ihrer Meinung nach nicht verstehen kann, wie es in Deutschland unter der Diktatur der Nationalsozialisten war. Die Lösung seines ersten Falls wird durch die zahlreichen alten Seilschaften erschwert - vor allem sein Vorgesetzter hat ein großes Interesse, dass die Vergangenheit ruht. Niemand soll erfahren, wie mit (vermeintlich) psychisch Kranken umgegangen wurde.

Der Roman ist von einem Team verfasst - Liv Amber ist Journalistin und Anwältin und Alexander Berg ist Medizinprofessor.

Ihr gemeinsamer Stil zeigt keine Brüche und ihr jeweiliges professionelles Wissen bereichtert das Buch besonders.

Ich empfehle das Buch allen, die Reihe um Gereon Rath (verfilmt als Babylon Berlin) lieben.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.03.2020

Frankreich zur Zeit der Hugenottenkriege

Die brennenden Kammern
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Kate Mosse beginnt in drastischen Bildern und durch Schilderung vieler Gewalttaten ihre mehrbändige Reihe über die Auseinandersetzungen in Frankreich zwischen Katholiken und Hugenotten.

Auch wenn die ...

Kate Mosse beginnt in drastischen Bildern und durch Schilderung vieler Gewalttaten ihre mehrbändige Reihe über die Auseinandersetzungen in Frankreich zwischen Katholiken und Hugenotten.

Auch wenn die zentralen Figuren - Minou und Piet sich in Liebe zugetan sind und vernünftige Ansichten vertreten, versinkt um sie herum die Welt in einem undurchsichtgen Kampf der Religionen. Noch verwirrender wird dies im Roman durch kursiv gedruckte Abschnitte, die schon früh auf eine psychopatische Persönlichkeit schließen lassen, die schon mehrere Menschen auf dem Gewissen hat.

Selbst für mich als erfahrene Leserin von historischen Romanen war es ein wenig der Gewalt zu viel. Auch war vieles schwarz-weiß gezeichnet - die Bösen waren die Katholiken und auf hugenottischer Seite war man entweder edel oder ein Spion für die anderen.

  • Cover
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 08.03.2020

Bedeutung eines Frauenhauses in Vergangenheit und Gegenwart

Das Haus der Frauen
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Das Cover ist dem hervorragenden Debüt "Der Zopf" der Autorin nachempfunden. Da ich diesen noch nicht kannte, habe ich ihn zuerst gelesen und direkt im Anschluss "Das Haus der Frauen". Leider ...

Das Cover ist dem hervorragenden Debüt "Der Zopf" der Autorin nachempfunden. Da ich diesen noch nicht kannte, habe ich ihn zuerst gelesen und direkt im Anschluss "Das Haus der Frauen". Leider kann das neue Werk nicht ganz mit seinem Vorgänger mithalten.

Die Pariser Anwältin Solène verliert den Boden unter den Füßen, als sich ein Mandant nach einem verlorenen Prozeß vor ihren Augen umbringt. Auf Anraten eines Therapeuten engagiert sie sich ehrenamtlich in einem Frauenhaus als "öffentliche Schreiberin". Dieser Teil, der in der Gegenwart spielt, hat mir gut gefallen - schon nach wenigen Sätzen konnte man sich in die Gedankenwelt der Hauptfigur einfinden. Eindringlich schildert die Autorin unterschiedliche Frauenschicksale und scheut auch nicht davor zurück, gescheiterte Rettungsversuche zu erzählen.

Dagegen wurde ich mit dem zweiten Handlungsstrang nicht so richtig warm. Er berichtet von Blanche Peyron, einer hochrangigen Persönlichkeit der französischen Heilsarmee in den 1920er Jahren. Die Abschnitte, die ihr gewidmet sind, lesen sich teilweise wie ein Sachbuch, Struktur und Ziele der Heilsarmee werden dargestellt, aber nicht lebendig vermittelt. Da ich viele historische Romane lese, habe ich an die Darstellung von geschichtlichen Persönlichkeiten einen anderen Anspruch.

Einen richtigen Zusammenhang zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart außer dem Gebäude konnte ich nicht erkennen - die Sprünge zwischen den Zeiten erfolgen oft abrupt.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass Laetitia Colombiani wieder ein Buch mit starken Frauen als Hauptfiguren gelungen ist, aber historische Romane sollte sie besser nicht schreiben.

Ich vergebe 3 von 5 Sternen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.02.2020

Italienische Kunstgeschichte zum Anfassen

Raffael - Das Lächeln der Madonna
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In farbenprächtiger Weise entführt uns der Autor in die Blütezeit der italienischen Renaissance zu Raffael, Leonardo da Vinci und Michelangelo. Die Künstler werden von ihrer menschlichen Seite ...

In farbenprächtiger Weise entführt uns der Autor in die Blütezeit der italienischen Renaissance zu Raffael, Leonardo da Vinci und Michelangelo. Die Künstler werden von ihrer menschlichen Seite beschrieben, aber auch die unruhigen politischen Zeiten und Intrigen im Vatikan werden schonungslos dargestellt.

Am Anfang fand ich die Anzahl der vorgestellten Personen etwas verwirrend, zumal einige von ihnen für den Fortgang der Geschichte nicht mehr entscheidend waren.
Zum Ende hin wird das Buch aber immer besser, so dass ich doch 4 von 5 Sternen vergebe.

Das Buch verlockt immer wieder dazu, sich die geschilderten Kunstwerke anzusehen, da man ja jetzt ihren Entstehungsprozess miterlebt hat. Aber auch für Kunstkenner enthält der Roman sicher noch eine Reihe neuer Informationen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.02.2020

Historisches Familiendrama in England

Die Frauen von Richmond Castle
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Der historische Roman versetzt uns in den Londoner Stadtteil Richmond in den 1920er Jahren. Er verknüpft mehrere Handlungsstränge: Ishbel Camberwell aus wohlhabenden Haus feiert ihren 21. Geburtstag und ...

Der historische Roman versetzt uns in den Londoner Stadtteil Richmond in den 1920er Jahren. Er verknüpft mehrere Handlungsstränge: Ishbel Camberwell aus wohlhabenden Haus feiert ihren 21. Geburtstag und ihr etwas angetrunkener Vater verspricht ihre Hand demjenigen, der ihr die schönsten Liebesbriefe schreibt - was die nach Selbständigkeit strebende junge Autorin entsetzt; Delphine flieht vor ihrem gewalttätigen Ehemann und landet zufällig in Richmond, wo sie wohlwollende Aufnahme bei Familie Camberwell findet; Midge Camberwell ist sich der Liebe ihres beliebten Ehemanns nicht sicher und leidet unbemerkt darunter.
Im Verlauf des Romans werden weitere Geheimnisse der Familie aufgedeckt.

Der Roman ist durch eingestreute Briefe und den Wechsel zwischen den betrachteten Personen sehr abwechslungsreich.

Ich empfehle den Roman vor allem allen Downtown-Abbey-Fans.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere