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Veröffentlicht am 15.09.2016

Rezension zu Nur der Mann im Mond schaut zu

Nur der Mann im Mond schaut zu
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Als die dreijährige Hanna aufwacht ist sie ganz alleine in einer abgeschlossenen Wohnung. Sie weiß, dass ihr Vater in Japan ist, aber wo ist ihre Mutter und ihr kleiner Bruder? Und warum kommen sie nicht ...

Als die dreijährige Hanna aufwacht ist sie ganz alleine in einer abgeschlossenen Wohnung. Sie weiß, dass ihr Vater in Japan ist, aber wo ist ihre Mutter und ihr kleiner Bruder? Und warum kommen sie nicht wieder? Hanna gelingt es jemanden anzurufen, sie kann aber nicht erklären wo sie wohnt. Eine verzweifelte Suche beginnt...
Kommissar Conny Sjöberg beschäftigt jedoch ein anderer Fall in dem ein Kind involviert ist. Seine Kollegin findet in einem Gebüsch einen fast erfrorenen Säugling. Kurz darauf wird in der Nähe des Fundortes eine tote Frau entdeckt...

Nur der Mann im Mond schaut zu ist der zweite Krimi um Kommissar Sjöberg und sein Team von Carin Gerhardsen.

Die Geschichte beinhaltet mehrere Erzählstränge, die mehr oder weniger geschickt zum Ende hin verknüpft werden.

Hanna, die dreijährige, die alleine in einer verlassenen Wohnung versucht zu überleben und sich Hilfe zu holen.
Ein halb erfrorenes Baby und eine tote Frau werden von einer Polizistin gefunden. Die Frau und das Kind können nicht identifiziert werden, und warum werden weder die Frau noch das Baby als vermisst gemeldet! Die Suche nach der Identität beginnt.
Auf einer Finnlandfähre wird ein junges Mädchen ermordet, dessen familiärer Verhältnisse mehr als schwierig sind. Die Suche nach dem Mörder bei der Anzahl an Passagieren gestaltet sich nicht einfach.

Das Buch beginnt eigentlich recht spannend und schnell fragte ich mich wie diese Handlungsstränge zueinander passen. Vor allem die Geschichte der kleinen Hanna ist rührend erzählt und man möchte den kleinen Fratze gerne in den Arm nehmen und trösten.
Aber die Fälle in denen Kommissar Sjöberg und seine Kollegin Petra Westmann und das restliche Team ermitteln kommt für mich über weite Teile nicht wirklich vom Fleck. Denn die persönlichen Probleme und Befindlichkeiten der verschiedenen Ermittler treten nun in den Vordergrund und nehmen viel Raum ein. Ich persönlich bin kein Freund davon wenn sich dies so in den Vordergrund schiebt und zu einem Dauerthema im ganzen Buch wird und das dann auch noch von verschiedenen Ermittlern.

Die Auflösung der Geschichte war in sich stimmig, hatte für mich aber den Beigeschmack des schnellen abhandelns, hier hätte ich gerne ein bisschen mehr Spannungsaufbau gehabt und damit auch ein paar Seiten mehr zum lesen.

Das Buch war für mich ein netter Krimi, den man gut weglesen kann, aber für mich nicht bei weitem nicht an die Spannung seines Vorgängers "Pfefferkuchenhaus" heranreicht.

Mein Fazit:
Ein Krimi für Zwischendurch, bei dem mir die Probleme der Ermittler zu sehr thematisiert wurden auf Kosten der Kriminalfälle.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Rezension zu Schuld bist du

Schuld bist du
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Als der Journalist Jakob Auerbach von seiner Dienstreise nach Hause kommt ist seine Wohnung leergeräumt und an eine Fensterscheibe wurde "Schuld bist du" mit Blut geschmiert. Von seiner Lebensgefährtin ...

Als der Journalist Jakob Auerbach von seiner Dienstreise nach Hause kommt ist seine Wohnung leergeräumt und an eine Fensterscheibe wurde "Schuld bist du" mit Blut geschmiert. Von seiner Lebensgefährtin Anne und seiner kleinen Tochter Mia fehlt jede Spur. Auf der Suche nach ihnen hetzt er durch die nächtlichen Straßenschluchten von Berlin, ohne zu ahnen dass er selbst der Gejagt ist.

Schuld bist du ist der neuste Psychothriller aus der Feder von der Autorin Jutta Maria Herrmann.

Die Geschichte wird in zwei Handlungssträngen erzählt, die sich immer wieder abwechseln.

In dem einem Erzählstrang steht der Journalist Jakob Auerbach im Mittelpunkt, der nach einer Dienstreise in seine leergeräumte Wohnung kommt. Seine Freundin und seine kleine Tochter Mia sind auch verschwunden. Nur die Nachricht "Du bist Schuld" am Fenster wurde zurück gelassen. Verwirrt begibt sich Jakob auf die Suche nach Anne und Mia und stößt dabei auf grauenvolle Dinge und immer wieder auf den Satz "Schuld bist du".

Der zweite Erzählstrang wird in der Ich-Perspektive erzählt, bei der eine Frau im Krankenhaus einem schwerverletzten Mann im Koma ihre Geschichte erzählt.

Die Geschichte beginnt für den Leser durch die beiden Erzählstränge verwirrend, denn sie scheinen nichts miteinander zu tun zu haben. Mich persönlich reizt so etwas immer sehr, denn während ich las, fragte ich mich immer wie die beiden Handlungsstränge zueinander gehören und wer die Frau im Krankenhaus ist. Und so flog ich, unterstützt durch den Erzähl- und Schreibstil, durch die Seiten um meine Fragen beantwortet zu bekommen. Mal hat man das Gefühl der Lösung näher zu kommen, um ein paar Seiten später eines besseren belehrt zu werden. Ein wirklich gekonnt entwickeltes Verwirrspiel was mich in seinen Bann zog.

Garniert mit grausigen Details, die mich auch schon mal schlucken ließen, bleibt die Spannung während der ganzen Geschichte auf hohem Niveau erhalten und so fieberte ich dem Ende und damit der Lösung der Rätsel und meiner Fragen entgegen.

Für mich ein wirklich gelungener Psychothriller, der mich an den Seiten kleben ließen und mich durch gelungene Wendungen immer wieder überraschen konnte.

Mein Fazit:
Ein toller Psychothriller, der mich mit einer verwirrenden und spannenden Geschichte begeistern konnte. Klare Leseempfehlung an alle Thrillerfans!

Veröffentlicht am 15.09.2016

Rezension zu Das Zimmer

Das Zimmer
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Jonas Karlsson erzählt in der Tradition Kafkas von der Verwandlung des Angestellten Björn, der eines Tages im Büro ein geheimes Zimmer entdeckt. Sobald Björn diesen Raum betritt ist er ein anderer Mensch: ...

Jonas Karlsson erzählt in der Tradition Kafkas von der Verwandlung des Angestellten Björn, der eines Tages im Büro ein geheimes Zimmer entdeckt. Sobald Björn diesen Raum betritt ist er ein anderer Mensch: produktiv, kreativ - und glücklich. Doch niemand will ihm glauben, dass dieses Zimmer existiert. Ist er womöglich verrückt geworden, oder ist dies ein geschickter Schachzug seiner Kollegen, umhin loszuwerden?

Das Zimmer von Jonas Karlsson durfte ich als Hörbuch, gelesen von Mark Bremer erleben.

Björn, der Protagonist ist anders, ein nicht ganz einfacher Charakter, extrem pedantisch, durchstrukturiert und wahnsinnig von sich und seinen Leistungen eingenommen. Björn wird in ein Großraumbüro einer Behörde strafversetzt und hat nun keinerlei Verantwortung mehr zu tragen. Schnell hat er die Schwächen seiner Kollegen ausgemacht und weiß nun das er ihnen überlegen ist. Durch einen Zufall entdeckt er ein geheimes Zimmer, in dem er Ruhe findet und Kraft schöpfen kann für den Arbeitsalltag im Großraumbüro. Das bekommen alle seine Kollegen inklusive Chef schnell zu spüren. Seine Kollegen lassen sich dies nicht lange gefallen,behaupten auch noch das es dieses Zimmer überhaupt nicht gibt und verlangen das er sein Verhalten ändern soll. Der Kampf um die Existenz oder Nichtexistenz des Zimmers beginnt.

Die Geschichte wird in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Björn erzählt. Ich verfolgte seine Gedanken und seine Handlungen mal mit einem schmunzeln mal mit einem Kopfschütteln, und oft dachte ich nur so einen Kollegen wünscht sich keiner.

Dieses Buch/Hörbuch bietet viel Spielraum für Interpretation, da man die Geschichte aus verschiedenen Seiten betrachten kann, ich als Hörermöchte dazu nur sagen, dass ich mich gut unterhalten fühlte und der Geschichte gerne folgte, ohne das ich den Drang verspürte sie zu analysieren oder zu interpretieren.

Mark Bremer als Sprecher dieses Hörbuches habe ich wieder sehr gerne zugehört.

Mein Fazit:
Eine interessante Geschichte, die ich gerne gehört habe und von der Thematik mal was anderes für mich war.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Rezension zu Das Geheimnis des weissen Bandes

Das Geheimnis des weißen Bandes
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1890 - an einem ungewöhnlich kalten Novemberabend betritt ein elegant gekleideter Herr die Räume von Sherlock Holmes Wohnung in der Londoner Baker Streit 221b. Er glaubt das er von einem mysteriösen ...

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1890 - an einem ungewöhnlich kalten Novemberabend betritt ein elegant gekleideter Herr die Räume von Sherlock Holmes Wohnung in der Londoner Baker Streit 221b. Er glaubt das er von einem mysteriösen Mann verfolgt wird, dem einzigen Überlebenden einer amerikanischen Verbrecherbande, die mitseiner Hilfe in Boston zerschlagen wurde. Will sich der Mann nun rächen? Als Holmes und Watson den Spuren folgen, stoßen sie auf eine Verschwörung, die bis in die höchsten Kreise reicht - und Holmes ins Gefängnis bringt,verdächtig des Mordes...

Das Geheimnis des weissen Bandes von Anthony Horowitz ist für mich ein neuer Sherlock Holmes Roman, der sich vor Sir Arthur Conan Doyle nicht verstecken braucht.

Das Buch wurde aus Sicht von Dr. Watson in der Ich-Perspektive erzählt und beginnt recht unspektakulär mit einem Gentleman der sich verfolgt fühlt von einem amerikanischen Gangster, von dem er glaubt das er sich an ihm rächen will. Aber die Sache ist verzwickte als es den ersten Anschein hat, denn die Sache scheint aus dem Ruder zu laufen, denn eine Verschwörung bis in die höchsten Kreise zieht sich um Holmes zusammen. Bald sitzt Holmes im Gefängnis unter Mordanklage und Watson ist nun auf sich allein gestellt. Watson versucht sein Bestes um seinen langjährigen Freund Holmes zu helfen.

Durch die gewählte Sprache, vor allem am Anfang der Geschichte, hatte ich schnell das Gefühl einen Sherlock Holmes Roman zu lesen. Das furchtbare Wetter im düsteren London und alte Bekannte wie Mrs. Hudson, Inspektor Lestrade und Mycroft Holmes sorgen für die richtige Atmosphäre um den Fall drumherum um so richtigen die Geschichte einzutauchen.

Schnell hatte mich die Geschichte gepackt und ich konnte durch die gut aufgebaute Spannung und meiner Neugierde das Buch kaum aus der Händen legen. Die Charaktere allen voran Holmes und Watson empfand ich als glaubhaft sehr gut gelungen und verstärkten das Gefühl einen "echten" Sherlock Holmes Roman zu lesen. Einzig das Thema des Falles empfand ich recht modern, oder besser gesagt Sir Arthur Conan Doyle hätte zu seiner Zeit es wohl kaum gewagt dies in seinen Büchern zu thematisieren.

Mein Fazit:
Ein toller Sherlock Holmes Roman, den ich mit wahrer Begeisterung gelesen habe! Meine Leseempfehlung geht an die Sherlock-Holmes-Fans und Krimiliebhaber!

Veröffentlicht am 15.09.2016

Rezension zu Winter der Welt

Winter der Welt
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Es ist die Zeit des Umbruchs, eine Zeit der Finsternis, aber auch der Hoffnung, die selbst das tiefste Dunkel erfüllt....

Winter der Welt von Ken Follett ist der zweite Teil der Jahrhundertsaga-Trilogie ...

Es ist die Zeit des Umbruchs, eine Zeit der Finsternis, aber auch der Hoffnung, die selbst das tiefste Dunkel erfüllt....

Winter der Welt von Ken Follett ist der zweite Teil der Jahrhundertsaga-Trilogie und beginnt 1933 mit der Machtübernahme der Nazis und endet 1949 als der Schrecken des zweiten Weltkrieges vorbei ist und der kalte Krieg bald vor der Tür steht.

In "Winter der Welt" begleitet man als Leser altbekannte, aber auch neue Gesichter in Deutschland, Großbritannien, Russland und den USA durch die Geschichte und damit durch eine düstere Zeit der europäischen und vor allem der deutschen Geschichte. Im Vordergrund stehen diesmal die Kinder der Protagonisten aus "Sturz der Titanen".

In Deutschland müssen die von Ulrichs, bekennende Sozialdemokraten, die Machtübernahme der Nazis mit anschauen und damit wie ihr geliebtes Land sich in ein Terrorregime verwandelt. Während die Tochter Carla entsetzt ist über die Greueltaten der Nazis und sich dem Widerstand anschließt, sympathisiert ihr Bruder zum Entsetzen der Eltern mit den Nazis.

Lloyd Williams, ein junger Engländer erlebt in Berlin 1933 die Machtübernahme der Nazis und ist danach fest entschlossen gegen den Faschismus in seinem eigenen Land und auch auf dem europäischen Festland zu kämpfen.
Daisy, eine reiche junge Amerikanerin träumt vom sozialen Aufstieg und findet diesen in Großbritannien. Bald muß sie aber feststellen das der soziale Aufstieg auch Schattenseiten haben kann.

In den USA machen Woody Derwar und Greg Peshkov ihre ersten Schritte auf den politischen Parkett und erleben wie die USA durch die Japaner in den zweiten Weltkrieg hineingezogen werdend mit der Macht der Atombombe sich alles verändern kann.

Wladimir Peshkov, genannt Wolodja, arbeitet für den russischen Militärgeheimnis und versucht alles über die Kriegspläne der Nazis herauszubekommen um sein Land vor dem Untergang zu bewahren, obwohl er innerlich erhebliche Zweifel an dem obersten Machthaber Stalin hegt.

Auch der zweite Teil der Jahrhundertsaga hat mir eigentlich sehr gut gefallen, auch wenn er mich nicht ganz so mitreißen konnte wie "Sturz der Titanen". Ich hätte gern mehr über das politische und gesellschaftliche Leben bzw. Überlebenne neben den persönlichen Verwicklungen gelesen. In diesem Teil stehen aber ganz klar die Protagonisten, oftmals mit mit ihrem Liebesleben und Sexualleben im Vordergrund. Themen wie der Holocaust finden dagegen fast gar keine Beachtung, was mich doch ein wenig erstaunte.

Persönlich empfand ich die Zeitsprünge in der Geschichte, die gerne mal mehrere Jahre betreffen, gelegentlich schon als störend, da sie mir manchmal wie ein Abbruch wirkten im Lesefluß.

Aber trotz meiner kleinen Kritikpunkte konnten mich die vielen Seiten meistens fesseln und ich verfolgte gerne die Geschehnisse um die verschiedenenen Protagonisten.

Mein Fazit:
Ein gelungener Roman, den ich gerne glesen habe, auch wenn Ich ihn etwas schwächer fand als sein Vorgänger.