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Veröffentlicht am 12.06.2025

Einfach mal beißen

Ein Sommer in Salerno
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Eleonore ist Putzfrau und erlebt dabei täglich so einiges, wobei sie eine feste Stammkundschaft hat, denen jeweils ein Wochentag zugeordnet ist. Sie ist auf diese Arbeit angewiesen, da sie als alleinerziehende ...

Eleonore ist Putzfrau und erlebt dabei täglich so einiges, wobei sie eine feste Stammkundschaft hat, denen jeweils ein Wochentag zugeordnet ist. Sie ist auf diese Arbeit angewiesen, da sie als alleinerziehende Mutter ihre Zwillinge und sich versorgen muss. 
Eleonore hat an einer vergangenen Liebe zu knabbern, stolpert über das ein oder andere Problem ihrer Kunden und auch in ihrem weiteren Privatleben gibt es Ecken und Kanten.

„Ein Sommer in Salerno“ von Serena Giuliano wird als „eine herzerwärmende, amüsante und ermutigende Geschichte über Neuanfänge“ beschrieben. Mit dieser Beschreibung und der des Klappentextes hatte ich mir eine völlig andere Geschichte vorgestellt, eine Art sommerliche Komödie mit einem liebevollen Highlight.
Eleonore ist ein herzensguter Mensch, die ihre Familie und menschliche Wärme über alles stellt. Aber ihre verkorkste Liebe steht ihr im Weg. Dabei war mir die Beschreibung bzw. der Umgang Eleonores mit dieser Situation manchmal doch zu viel. Ja, viele von uns kennen die Situation, jemanden ständig im Netz zu „stalken“ und verzweifelt auf ein Lebenszeichen zu hoffen. Doch ich finde, der Zeitraum und die damit verbundene Intensität des Ganzen waren hier auf Dauer doch zu realitätsfremd. Hinzukommt auch noch, dass Eleonore eine Angewohnheit hat, die ich mehr als merkwürdig finde.
Bemerkenswert fand ich die Beschreibung der Beziehung zwischen Eleonore und ihren Zwillingen. Das ging wirklich ans Herz, verbunden mit dem Umgang mit Laura.
Die einzelnen Kunden Eleonores waren wirklich bemerkenswert. So viele unterschiedliche Menschen, so viele unterschiedliche Weltanschauungen von Kämpfernatur bis Weltfremdheit bildeten hier ein buntes Potpourri, aus dem man so manchen Rat mitnehmen kann. Das gepaart mit ein bisschen Witz und Ironie brachten ein wenig Abwechslung in die Geschichte.
Dennoch bin ich so richtig bis zum Ende nicht warm geworden mit der Geschichte. Dazu kamen auch noch die Textschnipsel am Ende jedes Kapitels, mit deren Sinn ich lange gekämpft habe. 
Spannung und Romantik sind hier auch nicht vorhanden. Mein Gefühl ist, dass die Autorin etwas Tieferes vermitteln möchte, vielleicht eine Art Lebensweisheit, jedoch ist ihr das nicht wirklich überzeugend gelungen.

Mein Fazit: Eine nette, aber wenig fesselnde Geschichte über eine verzweifelte Frau, die ihren Weg sucht und dabei über so manches Hindernis stolpert. Das Ganze verbunden mit ein wenig Ironie und Spott bilden etwas Abwechslung, wirken aber nicht überzeugend.

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Veröffentlicht am 10.06.2025

Ein Leben ohne Ping

Neuanfang in Notting Hill
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Jess weiß nicht mehr weiter. Nachdem sie ihre schwerkranke Mutter bis zu ihrem Tod gepflegt hat und dafür die Weiterführung ihres Studiums geschmissen hat, ist auch noch ihr Freund mit all ihrem Geld abgehauen. ...

Jess weiß nicht mehr weiter. Nachdem sie ihre schwerkranke Mutter bis zu ihrem Tod gepflegt hat und dafür die Weiterführung ihres Studiums geschmissen hat, ist auch noch ihr Freund mit all ihrem Geld abgehauen. Nun lebt sie seit einem Jahr bei ihrer besten Freundin Debs und deren Familie, was aber von ihnen schon sehr großzügig geduldet wird. Als sie auf eine Zeitungsannonce aufmerksam wird, bei der eine Mitbewohnerin in Notting Hill gesucht wird, versucht Jess ihr Glück. Eine aufregende Reise in die Welt ohne Handy und Social Media sind die Folge.

Digital Detox für eine junge Frau, aber auch das Gegenteil für eine Seniorin sind das Thema und all das verändert Leben und Lebenseinstellungen, aber versöhnt auch mit der Vergangenheit. „Neuanfang in Notting Hill“ von Norie Clarke fällt schon durch sein auffallendes blaues Cover auf. Aber auch so ist das Buch etwas besonderes. Es beschäftigt sich mit einem Thema, dass wir alle schon längst verdrängt haben - Eine Welt ohne Social Media und ständige Erreichbarkeit. Es ist die Frage danach, wie wir unsere Welt wahrnehmen, wenn wir nicht mehr stundenlang durch Facebook, Insta, TikTok und Co. scrollen. Auch geht es darum, sich nicht mehr dahinter zu verstecken und die Welt anders wahrzunehmen, wenn wir nicht mehr abgelenkt sind. Parallel zeigt das Buch aber auch auf, wie bunt und weit die Welt des Internets für jemanden sein können, der in seinem Leben noch nie damit zu tun hatte. Aber vielmehr zeigt es auf, wie Verbindungen nach Jahren und über Ozeane entfernt, wieder auferstehen können.
Der Roman wird abwechselnd aus der Sicht von Jess und Joan erzählt. Beide erzählen in der Ich-Perspektive, was mich manchmal dazu brachte, noch einmal am Kapitelanfang nachzuschauen, wer denn nun eigentlich erzählt.
Beide Frauen kämpfen mit ihrer Vergangenheit, was sie mehr als verbindet. Norie Clarke zeigt auf, dass Freundschaften auch zwischen Menschen verschiedener Generationen entstehen können. Hier ist es eine mehr als tiefe Freundschaft, die beiden Frauen ermöglicht, mit der Hilfe der jeweils anderen mit etwas abzuschließen.
Beide Frauen sind sehr angenehme Charaktere. Jess ist bunt, im Selbstbewusstsein angeschlagen, aber doch eine Kämpferin. Doch ihre Vergangenheit lässt sie an sich zweifeln. Mr. PO Box, Debs und Joan zeigen ihr die Richtung für ein neues Leben, jeder auf seine eigene besondere Weise, gleiches gilt für die Kinocrew, die diesem bunten Buch noch einen besonderen Touch geben.
Joan ist stark, hat sich eingeigelt und verleugnet mehr oder minder ihre Vergangenheit.
Diese Charaktereigenschaften ergeben eine gute Kombination, die diese Geschichte zu einer sehr emotionalen und einfühlsamen machen.

Fazit: Ein ergreifendes Buch über Fehler, die Menschen im Leben machen und dem Mut sich ihnen zu stellen. Es geht um eine wunderbare Freundschaft, die Generationen verbindet und Menschen zusammenführt.
Wer eine romantische hat und auch mal hinter die Kulissen eines Lebens ohne Social Media blicken will, ist hier richtig.

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Veröffentlicht am 09.06.2025

Gib niemals auf

Hotel Vier Jahreszeiten – Ein Traum in Gold
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Luise lebt bei einer vermeintlichen Tante in den Hinterhöfen Hamburgs und ist schiere Armut gewohnt. Doch sie hat ein Ziel - Der Armut und dem Elendsviertel entkommen. Durch eine Unpässlichkeit von Tante ...

Luise lebt bei einer vermeintlichen Tante in den Hinterhöfen Hamburgs und ist schiere Armut gewohnt. Doch sie hat ein Ziel - Der Armut und dem Elendsviertel entkommen. Durch eine Unpässlichkeit von Tante und dem selbstbewussten Pagen Hans scheint sie den Grundstein dafür legen zu können und das im Hamburger Nobelhotel „Vier Jahreszeiten“.

Anja Marschall hat sich mit „Hotel Vier Jahreszeiten - Ein Traum in Gold“ in die Geschichte des berühmten Hamburger Hotels begeben und nimmt die Leser mit in die Welt von Glanz und Glamour, aber vor allem hinter die Kulissen der schillernden Herberge. Das Buch ist der Beginn einer Dilogie.

Ich habe dieses Buch von der ersten Seite an genossen. Luise ist so ein liebevolles und strebsames Mädchen, dass Genügsamkeit lebt. Luise zeigt auf, was man mit ehrlicher und harter Arbeit erreichen kann. Sie ist dabei eine Art Sinnbild für das beginnende 20. Jahrhundert und die Dinge, die man erreichen kann, wenn man für Träume kämpft.
Dennoch bleibt eine Seite von hier im Buch verborgen bzw. wird sie nur an der Oberfläche aufgezeigt, sodass das Buch auch mit einem gemeinen Cliffhanger endet.
Hans ist Luises Säule. Die beiden verbindet eine einzigartige Freundschaft, die die Autorin liebevoll beschreibt. Hans und auch Luises Vorgesetzte sehen das Potential, das in der jungen Frau steckt. Sie sind ihre Förderer.
Die Atmosphäre des Hotels mit ihrer familiären Ader wird dem Leser hier nahegebracht, was aufzeigt, dass man vor einem so mondänen Hotel nicht nur aufgrund seiner Einrichtung Respekt haben muss, sondern vor allem vor den Menschen, die dieses Haus zu diesem gediegenen Hotel machen.
Anja Marschall zeigt aber nicht nur die schillernden Seiten. Sie zeigt die Intrigen hinter den Kulissen, aber vor allem die harten Zeiten des ersten Weltkrieges. Hier bangt der Leser von Seite zu Seite um das Überleben des Hauses, aber vor allem auch um die Arbeitsplätze der Figuren, die einem ans Herz gewachsen sind.

Fazit: Ein toller Start über ein Haus, das den meisten von uns immer verborgen bleiben wird. Ein Buch über die Geschichte eines Hotels, aber vor allem der Menschen dahinter, die hier zwar fiktiv sind, aber dennoch die Stellvertreter des „echten“ Personals von damals sind, die aber in vielen Bereichen vermutlich auch noch heute durch Nachfolger zu finden sind.
Wer historische Romane und die Seiten hinter Glanz und Glamour mag, ist hier also genau richtig!

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Veröffentlicht am 05.06.2025

Vorurteile

Die Berghebamme – Tage der Liebe
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Maria ist endlich angekommen. Sie hat sich ihre Position als lokale Hebamme hart erkämpft und wird mittlerweile von den meisten Einwohnern Brannenburgs akzeptiert. Doch als sich die Todesfälle junger Frauen ...

Maria ist endlich angekommen. Sie hat sich ihre Position als lokale Hebamme hart erkämpft und wird mittlerweile von den meisten Einwohnern Brannenburgs akzeptiert. Doch als sich die Todesfälle junger Frauen in der Gegend häufen, rücken Maria und ihre Vergangenheit wieder in den negativen Fokus der Bevölkerung.

„Die Berghebamme - Tage der Liebe“ von Linda Winterberg ist Band 2 der Trilogie „Kinder der Berge“ um Hebamme Maria, die im bayerischen Brannenburg ihren Dienst tut. Die Autorin ist schon durch die thematisch ähnliche „Die Hebammen-Saga“ bekannt.
Die Autorin hat einen sehr angenehmen Schreibstil, sodass ich mich schnell wieder in die Geschichte einfinden konnte. Die Kapitel werden mit dem jeweils handelnden Datum eingeleitet, sodass ich zu jederzeit nachvollziehen konnte, wann wir uns befinden.
Jedoch fand ich es irgendwann langweilig, dass die Kapitel immer wieder im gleichen Stil begannen. Das machte das Ganze sehr vorhersehbar und auch die Beschreibung der Enden der Geburten endeten immer gleich, nämlich mit Marias Gefühlen gegenüber Neugeborenen und ihren Müttern, was ja im Prinzip wahr und auch wunderschön ist, aber es waren zu viele Wiederholungen.
Wunderbar erfrischend, für manche vielleicht auch nervig, ist die gute Bruni. Die Beziehung zwischen Maria und ihr ist einfach was Besonderes und gibt der Geschichte einen familiären Tatsch.
Man merkt Maria ihre gewonnene Stärke deutlich an, dennoch hat sich nachvollziehbar oft mit Emotionen zu kämpfen. Diese inneren Kämpfe beschreibt Linda Winterberg genauestens und sehr gefühlvoll, sodass ich mir sehr oft die davon stapfende Maria vorstellen konnte und auch wie ihr so manches Mal die Kinnlade nach unten gefallen ist.
Auch der Charakter des Georgs passt sich hier gut ein. Hier merkt man eine Veränderung des Denkens der männlichen Charaktere, da ja auch der neue Pfarrer anders denkt, als der vorherige. Dennoch bringt die Autorin die Rollenverteilung der damaligen Zeit nachvollziehbar gut herüber. Die beschriebene Thematik ist sehr traurig, regt zum Nachdenken an, aber ist total authentisch für die damalige Zeit.

Fazit: Eine tolle Fortsetzung der Trilogie, die gespannt sein lässt auf den dritten Teil. Die historische Atmosphäre ist authentisch herübergebracht und die Charaktere sind äußerst liebevoll gestaltet. Wer bereits Band 1 oder auch die o.g. Vorgängersaga kennt oder wer historische Romane liebt, ist hier genau richtig!

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Veröffentlicht am 03.06.2025

Was will mir die Autorin sagen?

In unseren Träumen ist immer Sommer
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Gertie ist ein verhuschtes Mäuschen, das oft träumt und inmitten einer Gruppe strickender Frauen lebt. Doch Gerti ist bereits Mitte 20 und als sie die Chance bekommt, ihr Leben zu verändern, nutzt diese ...

Gertie ist ein verhuschtes Mäuschen, das oft träumt und inmitten einer Gruppe strickender Frauen lebt. Doch Gerti ist bereits Mitte 20 und als sie die Chance bekommt, ihr Leben zu verändern, nutzt diese und wird dabei doch wieder mit ihrer Vergangenheit konfrontiert.

Was will mir die Autorin mit diesem Roman sagen? Diese Frage habe ich mir mehrmals bei Jenny Colgans neuestem Roman „In unseren Träumen ist immer Sommer“ gestellt. Als Glück empfand ich dabei, dass ich mir den Roman als Hörbuch, gesprochen von Nina Reithmeier, zu Gemüte geführt habe, denn als Print hätte ich ihn vermutlich in die Ecke gelegt.
Die Bewohner in Jenny Colgans Romanen sind immer eine eingeschworene Gemeinschaft, die anders ist als andere, aber in diesem Roman hatte ich wirklich das Gefühl, ich habe es mit einem Haufen Hinterwäldlern zu tun.
Als Hörbuch konnte man dem gut folgen, weil auch die Sprecherin wirklich angenehm ist. Ich hab es einfach mehr als eine Art Komödie gesehen, die die Bewohner einer Region aufs Korn nimmt.
Auch die Geschichte war mir irgendwie zu wild. Gertie war ständig mit ihren Träumereien der Vergangenheit und der Zukunft beschäftigt, Struven war auch mehr ein Überlebenskünstler und die Strickfrauen waren die Lästerschwestern schlecht hin, die gern über alles und jeden urteilten.
Auch hätte das Buch sicher ein paar Seiten kürzer sein können und damit nicht so langatmig, wenn die Autorin gewusst hätte, was sie übermitteln will. Gerade der letzte Teil- der Schulausflug- war mir wirklich zu lang, dafür kenne ich meiner Meinung nach vermutlich alle Kinder Carsos.
Was mir gefallen hat, aber auch manchmal zu viel war, waren die Verbindungen zu den vorherigen Romanen der Autorin.

Mein Fazit: Wer Jenny Colgans Romane kennt, wird hier schwer enttäuscht sein, weil einfach kein Sinn erkennbar ist. Zu empfehlen ist aber die Sprecherin, denn sie ist wirklich sehr angenehm.
Von mir gibt es 2,5 Sterne.

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