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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.05.2025

Platsch ins Fettnäpfchen

Horror-Date
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Julius’ bester Freund Rafael hat noch einen letzten Wunsch an ihn, bevor er stirbt - Julius soll für ihn zu einem Date mit einer ebenfalls todkranken Frau gehen. Hin- und hergerissen begibt sich Julius ...

Julius’ bester Freund Rafael hat noch einen letzten Wunsch an ihn, bevor er stirbt - Julius soll für ihn zu einem Date mit einer ebenfalls todkranken Frau gehen. Hin- und hergerissen begibt sich Julius zum Date ohne zu ahnen, dass er von einem Fettnäpfchen ins nächste stolpern wird.

„Horror-Date - Kein Thriller (Obwohl man beim Dating auf viele Psychose trifft)“ von Sebastian Fitzek wird in der Hörbuchvariante von Simon Jäger gesprochen.
Für mich war es der erste Fitzek-Roman und auch der erste mit diesem Sprecher.
Simon Jäger war für mich dabei das Highlight aller bisherigen Hörbuchsprecher. Er hat das Buch so genial, völlig trocken und pragmatisch gelesen, dass er mich von der ersten Minute an begeistert hat.
Dieses Buch ist einfach nur witzig. Ich musste sehr, sehr oft herzhaft lachen und noch öfter schmunzeln. Natürlich darf man es nicht zu ernst nehmen, denn dann wirkt es überzogen und unrealistisch, weil einfach zu viele Vorfälle und zu viele unrealistische Zufälle passieren.
Julius ist der Protagonist. Wie schon beschrieben, stolpert er durch die ganzen Situationen und ich finde es bewundernswert, wie er es dennoch immer wieder geschafft hat, sich zu retten, auch wenn die Katastrophe damit immer viel größer wurde.
Nala ist eine Art Gegenpart. Sie bringt aber auch die Seite zum Nachdenken in die Geschichte. Hier geht es um solche Dinge wie den Sinn des Lebens, das Hinterfragen von Beziehungen und Taten, aber auch die Frage nach zukünftigem Verhalten.
Mit dem Ende hätte ich so nicht gerechnet, was dem Ganzen nochmal ein i-Tüpfelchen gegeben hat. Die Botschaft Rafaels fand ich jedenfalls sehr wahr!

Das Nachwort hat mir auch sehr gut gefallen. Es war sehr aus dem Leben gesprochen!

Fazit: Ein super lustiges Buch, dass man nicht zu ernst nehmen sollte, das sich aber lohnt, um mal in lustiger Form vom Alltag abschalten zu können. Daher gibt es 4,5 Sterne meinerseits.

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Veröffentlicht am 03.05.2025

Wieder ein Volltreffer

Little Germany - Der Duft der Neuen Welt
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Lissi arbeitet als Dienstmagd in einem höhergestellten Haushalt. Als jedoch ihre Schwangerschaft, verursacht durch den Sohn des Hauses, herauskommt, muss sie das Haus umgehend verlassen. Über einen Umweg ...

Lissi arbeitet als Dienstmagd in einem höhergestellten Haushalt. Als jedoch ihre Schwangerschaft, verursacht durch den Sohn des Hauses, herauskommt, muss sie das Haus umgehend verlassen. Über einen Umweg bucht sie eine Überfahrt nach New York, um ein neues Leben zu beginnen.
Julia ist in einer unglücklichen Ehe gefangen. Als sie Erzählungen über ein wunderbares, neues Leben in den USA erreichen, gelingt auch ihr die Flucht.
Die Frauen begegnen sich kurz vor Beginn der Überfahrt und sind ab diesem Zeitpunkt unzertrennlich. Gemeinsam wagen sie den Schritt ins neue Leben!

„Little Germany - Der Duft der Neuen Welt“ ist Band 1 der neuen Saga „Die Bäckerinnen von Manhattan“ von Bestsellerautorin Maria Nikolai. Diese ist bereits durch die Trilogien der „Schokoladenvilla-Saga“ und der „Bodensee-Saga“ bekannt.
Da ich bereits die besagten Vorgängertrilogien gelesen und verschlungen habe, war ich gespannt, mit was Maria Nikolai dieses Mal aufgewartet hat. Ich muss sagen, ich wurde wieder kein bisschen enttäuscht, sondern flog nur so durch das Buch.
Mit den fiktiven Figuren Elisabeth und Julia hat Maria Nikolai zwei Frauen aus unterschiedlichen Welten geschaffen, die diese Standesunterschiede jedoch nie zum Thema machen und in meinen Augen eine wunderbare Symbiose bilden. Lissis Backkünste und Julias Kenntnisse aus ihrem vorherigen Leben bilden den Grundstein ihres neuen Lebens und so ging es zur damaligen Zeit vermutlich vielen.
Die Autorin beschreibt eindrucksvoll, wie die Abläufe vom Kauf der Tickets bis zur Ankunft auf Ellis Island zur damaligen Zeit abliefen. Ich fand diese Schilderungen hochinteressant, da diese Abläufe auf wahren Begebenheiten beruhen.
Auch die Beschreibungen von Little Germany und einigen Personen, die dort agierten, beruhen z.T. auf wahren Begebenheiten, was ebenso auf das Ende des Romans zutrifft. Hier habe ich auch viel erfahren dürfen, was mir bisher nicht bekannt war und so auch nicht im Geschichtsunterricht gelehrt wurde.
Gerade das Ende hat mich gefesselt. Von den vier Abschnitten war der letzte der spannendste und zwang mich dazu, dass Buch nicht mehr aus der Hand zu geben. 
Leider enthält das Buch auch noch einen Cliffhanger, sodass ich nun umso mehr dem nächsten Band entgegenfiebere.

Fazit: Maria Nikolai hat mit diesem Roman eine spannende Zeitreise mit wichtigen und interessanten historischen Fakten geschaffen. Die fiktiven Protagonistinnen schaffen mit ihrer strebsamen Art eine Wohlfühlatmosphäre, die ebenfalls dazu einlädt, dieses Buch zu verschlingen.
Das Buch ist daher eine Empfehlung für alle Maria Nikolai-Fans und alle Freunde historischer Romane.

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Veröffentlicht am 02.05.2025

Wo die Oliven wachsen

Zypressensommer
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1998: Julia kommt dem letzten Wunsch ihres Nonnos Gianni nach und arbeitet eine, von ihm geschriebene, Aufgabenliste ab. Ihr Weg führt sie dabei in die Toskana, in den Heimatort ihres Nonnos - Lucignano. ...

1998: Julia kommt dem letzten Wunsch ihres Nonnos Gianni nach und arbeitet eine, von ihm geschriebene, Aufgabenliste ab. Ihr Weg führt sie dabei in die Toskana, in den Heimatort ihres Nonnos - Lucignano. Eine Reise in die Geschichte ihrer Familie beginnt.

„Zypressensommer“ von Teresa Simon, auch bekannt unter ihrem Klarnamen Brigitte Riebe hat mit diesem Buch wieder einmal einen sehr interessanten historischen Roman geschaffen.
Ich habe diese Geschichte sowohl gelesen, als auch parallel als Hörbuch gehört.
Das Hörbuch wird dabei von Tanja Fornaro gesprochen. Ihre Sprechweise hat mich wirklich beeindruckt. Im Buch wird sehr viel italienisch gesprochen und sie hat es aufgrund ihrer italienischen Kenntnisse super authentisch rübergebracht.
Was mich an den italienischen Passagen hin und wieder störte, war die fehlende Übersetzung. Manchmal erklärte sich die Bedeutung, manchmal wurde es nicht aufgelöst.
Das Buch verfügt über 30 Kapitel, exklusive Prolog, Epilog, Nachwort und Rezepten.
Die Kapitel werden aus drei Perspektiven erzählt, Julias im Jahre 1998 und Giulia und Giannis in der Zeit des 2. Weltkrieges. Giulias Perspektive wird sogar aus der Ich-Perspektive erzählt, wobei dies zum Teil auch ihren Tagebucheinträgen entspricht.
Diese oft wechselnden Perspektiven haben mich beim Hörbuch manchmal durcheinander-gebracht, weil der Wechsel doch recht oft geschah.
Die Geschichte zwischen Julia und Matteo ist etwas besonderes, was einem im Laufe der Geschichte immer bewusster wird. Am Anfang war ich Matteo gegenüber auch sehr skeptisch, was sich aber recht schnell änderte.
Matteos Familie wirkt auch super authentisch, wie man sich eine italienische Familie eben so vorstellt - charakterisiert durch Zusammenhalt und Emotionen.
Aber auch die Bindung zwischen Julia und ihren Eltern ist etwas Besonderes und tiefgründiges, was man auch sofort merkt. Einzig ihre Mutter wirkte anfangs auf mich, als würde sie sich nicht für die Vergangenheit ihres Vaters interessieren.
Die Perspektive Giannis ist einfach erschreckend. Gleiches gilt für das Nachwort, was ja die ganze Handlung nochmal genauer erklärt. Ich fand das Nachwort auch besonders interessant und habe dabei einiges dazulernen können.
Das Ende ist sehr emotional und war zu Anfang nicht annähernd absehbar, sondern beinhaltete einen Überraschungseffekt. Es war mir aber doch ein ganz kleines bisschen zu weich gespült.

Alles in allem wieder ein guter historischer Roman, der mit vielen Fakten aufwartet, die man so nicht in der Schule gelernt hat und die den eigenen Horizont damit erweitern. Einzig die vielen Wechsel der Perspektiven und die vielen, nicht übersetzten italienischen Passagen entsprachen nicht ganz meinem Geschmack.

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Veröffentlicht am 01.05.2025

Willkommen in Himmelsee

Himmelsee – Über den Wellen leuchtet das Glück (Himmelsee 1)
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Linna ist verzweifelt. Immer kommt ihrem Freund Ilja etwas dazwischen, weshalb er den gemeinsamen Sohn nicht abholen kann oder auch andere wichtige Termine seiner Familie verpasst. Als ihre Mutter krank ...

Linna ist verzweifelt. Immer kommt ihrem Freund Ilja etwas dazwischen, weshalb er den gemeinsamen Sohn nicht abholen kann oder auch andere wichtige Termine seiner Familie verpasst. Als ihre Mutter krank wird, eilt sie mit ihrem Sohn ins elterliche Hotel, um Schwester und Vater auf dem Darß zu unterstützen. Dabei muss sie sich mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen.

„Himmelsee - Über den Wellen leuchtet das Glück“ ist Band 1 der neuen Reihe „Himmelsee“ von Tanja Janz.
Das lebendige Cover fällt sofort ins Auge und passt zur lebenslustigen Schreibweise von Tanja Janz. Diese ist bisher durch ihre St. Peter-Ording-Romane bekannt. Nun wagt sie sich auf neues Terrain, denn diese neue Reihe spielt an der Ostsee.
Protagonistin ist Linna Franke, die mit Freund Ilja und Sohn Miko in Düsseldorf lebt. Sie war mir von Anfang an sympathisch.
Was mir an diesem Roman gefallen hat, ist, dass es nicht nur die klassische Liebesgeschichte war, die hier im Mittelpunkt stand, sondern vor allem Familie und Freundschaft.
Ich sehe dieses Band auch als eine Art Einführung in die neue Reihe, also auch als eine Art Übersicht, was vorher passiert ist und welche Charaktere eventuell in Zukunft eine Rolle spielen könnten.
Sehr erfrischend fand ich zum Ende hin auch die Figur der Merle. Sie hat nochmal eine riesige Portion Lebenslust und Aufbruchstimmung in die Geschichte gebracht.
Auch das Verhältnis der Familie Franke fand ich klasse und so wie man es sich in einer Familie wünscht. Ich hatte anfangs ein paar Bedenken, was die Beziehung der beiden Schwestern betrifft, ebenso wie die Beziehung zwischen Astrid und Linna, aber bei beiden waren die Bedenken schnell dahin und auch erklärt, warum eine Distanz vorhanden war.
Bei manchen Szenen musste ich an die St. Peter-Ording- Romane denken. So erinnerte mich Astrid an den Buchhändler Truels und der Strang um das Hotel erinnerte mich an die St.Peter-Ording Saga.

Alles in allem wieder ein sehr erfrischendes Buch einer tollen Autorin, dass zum Lesen und Verweilen einlädt. Eine Empfehlung für alle Fans von Tanja Janz und von Nord- und Ostsee!

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Veröffentlicht am 30.04.2025

Ein Leben für ein Leben

Unsere Suche nach Zärtlichkeit
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Sebastien arbeitet ehrenamtlich für die Telefonseelsorge in Brüssel. Als eines Tages eine verzweifelte Frau anruft, die unter Tränen nur einige wenige Brocken erzählt, macht er sich auf die Suche nach ...

Sebastien arbeitet ehrenamtlich für die Telefonseelsorge in Brüssel. Als eines Tages eine verzweifelte Frau anruft, die unter Tränen nur einige wenige Brocken erzählt, macht er sich auf die Suche nach ihr. Dabei bringt ihn nicht nur die Anruferin durcheinander.

„Unsere Suche nach Zärtlichkeit“ ist ein Roman von Martin Ehrenhauser. Das Hörbuch wird von Hans Jürgen Stockerl gesprochen.
Die Erwartungen, die ihn mir aufgrund der Beschreibungen geweckt wurden, gingen in eine völlig andere Richtung als die Handlung, die mich hier erwartete.
Hans Jürgen Stockerl ist ein ruhiger und angenehmer Sprecher. Seine Sprechweise passte vollumfänglich zur Geschichte. Denn es handelte sich hier zwar um einen Roman, der von Liebe handelte, allerdings war das Ganze wirklich tiefgreifender als ich es mir ausgemalt hatte. Manchmal war mir seine Stimme sogar zu gediegen.
Sebastien ist ein sehr überlegter und ruhig wirkender Charakter. Aber dennoch hatte er für mich eine gewisse Unruhe an bzw. in sich.
Florence wiederum ist oberflächlich ein lebenslustiger Charakter, was aber während des Romans extrem wechselt.
Ich finde es sehr schwierig, diesen Roman zu beurteilen. Es geht hier um Lebensansichten in Situationen, die wie eine Sackgasse wirken. Eine Be- oder Verurteilung der Handlung der Protagonistinnen ist m.E. nicht möglich. Gleichzeitig regt der Autor mit dieser Geschichte aber zum Denken an. Was darf in einer solchen Situation sein? Wie dürfen-sollen-müssen sich Menschen in dieser Lebenssituation verhalten u.V.m. . All diese Fragen sollte jeder Leser individuell für sich nach seinen Normen und Werten beantworten, wozu Florence mit ihren Ansichten gute Hilfestellungen gibt.
Was ich sehr irritierend fand, war die Tatsache, dass von Sebastien immer nur sein Nachname erwähnt wurde. Das gefiel mir ganz und gar nicht und war auch nicht nachvollziehbar.

Alles in allem ist dieser Roman tiefgreifend und damit sehr harte Kost. Er ging in eine völlig andere Richtung, als ich erwartet hatte.
Wer jedoch tiefgreifende Romane liebt, Bücher über den Sinn des Lebens gerne liest oder sich mit Normen und Werten beschäftigt, der ist hier richtig. Zum Entspannen lädt dieses Buch jedoch nicht ein.

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