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Veröffentlicht am 28.01.2025

Überraschungen und Standesschranken

Das Pensionat am Holstentor: Sturmschwestern
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Nachdem sich Lotte, Nora, Fanny und Agnes ewige Verbundenheit geschworen haben und damit das Bündnis der sogenannten „Frühlingsschwestern“ eingegangen sind, braut sich nun im Herbst etwas über den Mädchen ...

Nachdem sich Lotte, Nora, Fanny und Agnes ewige Verbundenheit geschworen haben und damit das Bündnis der sogenannten „Frühlingsschwestern“ eingegangen sind, braut sich nun im Herbst etwas über den Mädchen zusammen.
Fanny ist alles andere als glücklich in ihrem neuen Leben und auf der Suche nach Unterstützung. Nora ist immer noch unglücklich verliebt und Agnes bekommt von der neuen Mitschülerin Claudine die Meinung gesagt, die in ihr große Zweifel hervorrufen. Einzig Lotte hat ihren Egoismus noch nicht überwunden und hat nach wie vor kein Feingefühl für ihre Mitmenschen.
Fräulein Petersen begleitet die Mädchen auf ihrem Weg weiterhin. Gerade Noras Weg ist dabei eng mit ihrem eigenen Leben verknüpft.

„Das Pensionat am Holstentor: Sturmschwester“ von Anna Perbandt ist Band 2 der „Holstentor-Reihe“.
Obwohl das Lesen des ersten Bandes bei mir schon länger her war, kam ich gut in die Geschichte rein und schnell war die Handlung der „Frühlingstöchter“ wieder da.
Was mir an diesem Buch schon aufgefallen ist, ist das wunderschöne historische Cover.
In diesem Band ist umso mehr die Aufbruchstimmung der Frauen spürbar. Das Aufbegehren gegen die gesellschaftlichen Schranken wird immer mehr zum Thema, was ich wirklich spannend finde.
Es handelt sich hier in gewissem Maße auch um eine Art Liebesgeschichte, speziell die derer von Jagow. 
Ich finde die Beziehung zwischen Nora und Henry klasse, aber habe so meine Zweifel, ob diese Beziehung in der Realität auch so gewesen wäre zur damaligen Zeit.
Die gesamten Entwicklungen, die in diesem Buch geschehen, geben ihm eine nötige Spannung und sind keineswegs vorhersehbar. Ehrlich gesagt, hatte ich auch eine ganz andere Vermutung, wie die Geschichte verlaufen würde. Das finde ich sehr positiv, weil es damit nicht langweilig wurde und ein gewisser Überraschungseffekt vorhanden war.
Was weniger im Fokus stand, war die Beziehung der vier Mädchen. Die ist in diesem Falle leider etwas untergegangen, da die Charaktere oder ihre Entwicklung sich in andere Richtungen bewegten.

Alles in allem eine spannende und tolle Fortsetzung, die es lohnt, gelesen zu werden.
Für alle Fans historischer Romane und Fans von Pucky oder dem Trotzkopf auf jeden Fall eine Empfehlung.
Meinerseits gibt es 4,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 25.01.2025

Verstrickungen

Der Bund der Familien
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Wilhelm erholt sich von seinem Schlaganfall schneller als alle gedacht haben, doch merkt es keiner. Einzig Paul-Friedrich weiht er in seinen Zustand ein und beide schmieden einen Plan zum Verkauf der Topf- ...

Wilhelm erholt sich von seinem Schlaganfall schneller als alle gedacht haben, doch merkt es keiner. Einzig Paul-Friedrich weiht er in seinen Zustand ein und beide schmieden einen Plan zum Verkauf der Topf- und Pfannenfabrik, was besonders Leopold nicht gefällt.
Elisabeth ist endlich schwanger und freut sich so sehr auf ihr Kind.

„Der Bund der Familien“ ist der dritte Bach der „Falkenbach-Saga“ von Ellin Carsta.
Die Autorin überrascht mich mit ihren Büchern immer wieder aufs Neue. Speziell der Charakter des Paul-Friedrich von Falkenbach erstaunt mich immer wieder. Ein so schlauer, aber gleichzeitig manipulativen Mensch ist einerseits wirklich bewundernswert, andererseits aber auch sehr beängstigend. Von Buch zu Buch wird es klarer, dass dieses vermeintliche Bündnis der Männer und damit der Bund der Familien doch nur etwas oberflächliches ist, was vermutlich zusammenfällt, sobald das Geheimnis der Männer ans Tageslicht kommt. Das bedeutet aber auch, dass die Autorin für mich die Spannung immer weiter erhöht, denn ich hoffe irgendwann zu erfahren, was es mit ihren Kriegserlebnissen auf sich hat.
Ellin Carsta schafft es aber auch hier wieder die historische Entwicklung nicht außen vor zu lassen und hierbei finde ich die Haltung der von Falkenbachs und Lehmanns recht bewundernswert, auch wenn sie nicht ganz ehrlich ist.

Fazit: Die Geschichte um die beiden Familien ist nach wie vor fesselnd und die ganzen Verstrickungen und Entwicklungen sind spannend, realistisch, aber auch bewundernswert dargestellt, da sie immer wieder überraschen. Ein Muss für alle Ellin Carsta-Fans!

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Veröffentlicht am 24.01.2025

Automatismen

Blumen im Schuh
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Als Elisabeths Schwägerin Anja eines Abends vor der Tür steht und ihr versucht die Augen in Bezug auf ihren Mann zu öffnen, stürzt sich Elisabeth in eine Phase der Verleumdung. Dennoch lässt ihr Anjas ...

Als Elisabeths Schwägerin Anja eines Abends vor der Tür steht und ihr versucht die Augen in Bezug auf ihren Mann zu öffnen, stürzt sich Elisabeth in eine Phase der Verleumdung. Dennoch lässt ihr Anjas Besuch keine Ruhe und Elisabeth kommt ihrem Mann auf die Schliche.
Doch nun steht sie vor der Trümmern ihrer Ehe und ist hin- und hergerissen, ob sie sie kitten soll oder ein neues Leben beginnen soll.

„Blumen im Schuh“ von Annette Spratte ist ein Buch über Automatismen und Anpassungen in zwischenmenschlichen Beziehungen. Annette Spratte beschreibt mit Elisabeth und Wolf eine Beziehung, die in gewissen Grundzügen vermutlich in vielen Haushalten zu finden ist. Auch wenn Elisabeth sich in einer bunten Umgebung aufhält, die sie auffängt, sie akzeptiert, wie sie ist und ihr neue Impulse gibt, rüttelt die Autorin dennoch mit ihrer Geschichte zwischen den Zeilen wach. 
Elisabeth ist eine sehr konservative Frau, die sich den „3 K“ - Kind, Kirche, Küche widmet und für sie unbewusst in den 24 Jahren ihrer Ehe von ihrem Mann in dieses Verhaltensmuster getrieben wurde, ohne es zu hinterfragen. Hier erscheint die Figur fast ein bisschen naiv und in diese Züge fällt sie auch sehr oft zurück, was hin und wieder anstrengend wirkt. Ich hatte hier oftmals das Bedürfnis an ihr zu rütteln, um sie zum Nachdenken anzuregen.
Aufgelockert wird das Ganze durch die Charaktere, die nun Elisabeths neuen Alltag bestimmen. Anja ist eine regelrechte Frohnatur, unter deren Oberfläche aber ein sensibler Kern steckt. 
Zu dieser bunten Mischung, die die Geschichte zu etwas besonderem macht, tragen aber auch die weiteren Charaktere, mit denen Anja als Sozialarbeiterin verbunden ist, bei.
Es ist eine Geschichte über Menschen, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Es ist eine Geschichte über Akzeptanz und Toleranz, gepaart mit der Lust am Leben, die aber gleichzeitig vor Automatismen warnt.

Mein Fazit: Eine wunderschöne und bunte Geschichte über den Sinn des Lebens, Beziehungen, Toleranz und Akzeptanz, aber auch den Zusammenhalt unter Familienangehörigen.
Wer Gegenwartsgeschichten mag und auch Geschichten über bunt zusammengewürfelte Gruppen, macht mit diesem Roman nichts falsch!

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Veröffentlicht am 20.01.2025

Wiedersehen und Versöhnung

Modehaus Haynbach – Glanzvolle Zeiten
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Mabelle ist erfolgreich als Mannequin. Sie nutzt eine kurze Auszeit, um erstmals ihre Großeltern auf Schloss Haynbach zu besuchen. Doch der Besuch wird von einem belastenden Ereignis überschattet.
Richard ...

Mabelle ist erfolgreich als Mannequin. Sie nutzt eine kurze Auszeit, um erstmals ihre Großeltern auf Schloss Haynbach zu besuchen. Doch der Besuch wird von einem belastenden Ereignis überschattet.
Richard trägt ein Geheimnis mit sich herum, dass die Beziehung zu Frieda immer weiter belastet. Erst ein Gespräch mit seiner Großmutter öffnet ihm die Augen.
Viktoria geht weiterhin ihren Weg und profitiert von Mabelles Freundin Gigi.

„Modehaus Haynbach - Glanzvolle Zeiten“ ist Band drei der Reihe „Die Geschichte der Familie Haynbach“ von Elaine Winter.
Die Kapitel haben für mich ideale Länge und werden immer durch die Nennung des jeweiligen Handlungsortes mit Datum eingeleitet, sodass ich zu jeder Zeit wusste, wo und wann die Geschichte spielt.
Mir hat dieser Band bisher am besten gefallen. Waren bisher schon viele Emotionen vorhanden, so fand ich diesen Band noch einmal deutlich emotionaler. Gerade die Szene um Claires Unfall, aber auch das Ende gingen mächtig ans Herz.
Mir ist Mabelle besonders ans Herz gewachsen. Ihre Entwicklung ist in diesem Buch deutlich spürbar. War sie bisher die etwas nervige, kleine und manchmal naive Schwester, ist nun eine junge, selbstbewusste Frau aus ihr geworden, die eine Art Vermittlerposition inne hat, sich aber auch die Butter nicht vom Brot nehmen lässt.
Gleiches gilt für Frieda. Sie ist auch eine außergewöhnliche Frau geworden.
Einzig Richard ist ein sehr introvertierter Charakter, den man aber im Laufe der Geschichte auch schnell durchschaut.
Auch der Handlungsstrang um die Bewohner Schloss Haynbachs sorgt für Lesebegeisterung, da auch hier Rachsucht, Liebe und Spannung charakteristisch sind.

Fazit: Für mich der schönste Band um die Haynbachs. Auch wenn es ein Teil einer Reihe ist, finde ich durchaus, dass man es auch außerhalb der Reihe lesen kann. Auf jeden Fall ist deutlich der neuaufgekommene der 1950er deutlich zu merken, was Begeisterung vermittelt.
All jene, die historische Romane lieben, die Schwung vermitteln, sind hier absolut richtig!

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Veröffentlicht am 20.01.2025

Die Verbindungen der Töchter

Die Stärke der Töchter
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Erna Berends Schnüffeleien hängen immer noch wie ein Damoklesschwert über den Freunden Paul-Friedrich, Wilhelm und Heinrich. Angefeuert wird diese Angst von dem Tod eines Kriegskameraden und Heinrichs ...

Erna Berends Schnüffeleien hängen immer noch wie ein Damoklesschwert über den Freunden Paul-Friedrich, Wilhelm und Heinrich. Angefeuert wird diese Angst von dem Tod eines Kriegskameraden und Heinrichs zuvor absolviertem Besuch.
Als Leopold wieder mal einen Ausraster hat, bringt er damit nicht nur sein ungeborenes Kind in Lebensgefahr.
Neben all den Dramen um die von Falkenbachs und Lehmanns spitzt sich die politische Lage im Deutschen Reich 1937 immer weiter zu.

„Die Stärke der Töchter“ ist Band 2 der „Die Falkenbach-Saga“ von Ellin Carsta. Die Autorin ist auch bekannt durch ihre erfolgreiche Saga um die Hamburger Familie Hansen.
Ihr gelingt es, dass man in ihre Bücher immer schnell hineinfindet. Gekonnt wiederholt sie dabei immer mal die vorangegangenen Ereignisse, ohne anstrengende und seitenfüllende Wiederholungen.
Das, was der Titel verspricht, wird hier auch vermittelt. Während der erste Band noch von Argwohn der drei Frauen der jüngeren Generation und auch Wilhelmines gekennzeichnet ist, knüpfen sie in diesem ein Band miteinander. Gerade Klaras Wandlung hat mir dabei sehr gut gefallen. Habe ich im ersten Band noch eine etwas hinterhältige, junge Frau vermutet, ändert sich das nun deutlich. Auch habe ich Verständnis für sie entwickelt.
Wer jedoch für mich immer noch schwer greifbar ist, ist Elisabeth. Sie ist mir eine Spur zu unsicher und wirkt dadurch wie ein scheues, verängstigtes Reh.
Wilhelmine wiederum wird von Buch zu Buch immer selbstbewusster und ich bin gespannt, was ihr das noch einbringen wird. Ich finde es bewundernswert, vermute aber, dass es ihr früher oder später das Genick brechen wird. Aber gerade das bewirkt auch eine unterschwellige Spannung.

Fazit: Wieder ein interessantes und lohnenswertes Buch einer tollen Schriftstellerin, deren tagebuchähnlicher Stil Wiedererkennungswert hat.
Wer Fan der Hansens ist, ist auch hier wieder gut aufgehoben!

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