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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.09.2025

Staubt beim Lesen

Der Krieger und die Königin
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Garibald, Bastard Clothards wird von letzterem in den Krieg geschickt. Auf dem Weg dorthin begegnet er der jungen Prinzessin Waltrada. Ihre Begegnung verläuft alles andere als freundschaftlich. Dennoch ...

Garibald, Bastard Clothards wird von letzterem in den Krieg geschickt. Auf dem Weg dorthin begegnet er der jungen Prinzessin Waltrada. Ihre Begegnung verläuft alles andere als freundschaftlich. Dennoch verlieren sich Garibalds Gedanken hin und wieder in ihre Richtung. 
An der Seite der Ostgoten kämpft er in Italien sehr erfolgreich und macht damit auf sich aufmerksam. So mancher Titel wird ihm daher angeboten.

„Der Krieger und die Königin“ aus der Feder von Ina Lorentz entführt den Leser ins frühe Mittelalter. Im Mittelpunkt steht ein junger, erfolgreicher Krieger, der in gewisser Weise auch auf der Spur seiner eigenen Vergangenheit ist, weil er der Bastard eines Königs ist.
Durch den Titel hatte ich die Erwartung, es sei eine Geschichte, bei der es hauptsächlich um die Annäherung Waltradas und Garibalds geht.
Dieses Buch ist jedoch eine Beschreibung verschiedener Feldzüge und von Machtkämpfen. Ganz nebenbei hauen die Autoren einem die Namen sämtlicher Herrscher und ihrer Verbindungen um die Ohren und finden dabei auch immer neue Personen und Gebiete, sodass man schon auf den ersten Seiten schnell den Überblick verliert. Die ganzen lateinischen Namen der Flüsse und Gebietskörperschaften machen das Ganze nicht besser und so quälte ich mich durch das Buch.
Die Geschichte Waltradas und Garibalds kam dabei völlig zu kurz und fand nur noch auf den letzten sechzig Seiten Erwähnung. Das wirkte, als hätten die Autoren noch schnell einen kurzen Handlungsstrang um die beiden schreiben müssen, damit sie dem Titel gerecht werden und so erlebt man kurz und bündig die Geschichte der beiden. Das wirkt mehr oder minder wie ein notwendiges Übel.

Alles in allem ist dieses Buch einfach nur enttäuschend und kann nicht annähernd mit vergangenen Werken der Autoren mithalten. Für mich hat es bildlich gesehen beim Lesen gestaubt, weil zu trocken und zu viel war und der Titel falsche Hoffnungen weckte.

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Veröffentlicht am 25.09.2025

Das Vermächtnis des Familienoberhaupts

Zeit des Neubeginns
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Nach Georgs Tod müssen sich die Mitglieder der Familie Hansen erst wieder neu finden. Georgs letzter Wille und seine Botschaften an jeden einzelnen schweben über ihnen und die Frage, wie es nun weitergehen ...

Nach Georgs Tod müssen sich die Mitglieder der Familie Hansen erst wieder neu finden. Georgs letzter Wille und seine Botschaften an jeden einzelnen schweben über ihnen und die Frage, wie es nun weitergehen soll und wird - vor allem für das Hansens.

„Zeit des Neubeginns“ ist Band 7 der Reihe „Die Kinder der Hansens“ von Ellin Carsta und der Titel trifft es. Ellin Carsta beschreibt die Sorgen und Nöten einer Familie, deren Familienoberhaupt vor Kurzem verstorben ist und die sich sammeln muss. Es kommt zu kleineren Generationenkonflikten und jeder einzelne sucht seinen neuen Platz. Hier kommt dazu, dass mit Amalas Bruder ein Mitglied der Hansens, das bisher keine große Rolle spielte, integriert wird. Auch hier kommt langsam die sich ändernde politische Gesinnung des deutschen Volkes zum Vorschein und Robert muss gegen Vorurteile gegenüber Farbigen kämpfen.
Ich gebe zu, so richtig konnte mich dieser Teil dieses Mal nicht überzeugen. Ich finde zwar den tagebuchähnlichen Stil von Ellin Carsta sehr angenehm, aber die inneren Konflikte, gerade auf Thereses Seite waren mir etwas zu langatmig.
Die Idee hinter dem Hansens fand ich immer wirklich gut. Doch die Geschäfte, die Eduard auch hier wieder macht, nehmen wieder die gleichen Ausmaße an, wie sie bereits in Berlin hatten. Das bedeutet auch für die Zukunft eine vorhersehbare Entwicklung. Ich hätte mir an dieser Stelle kreativere Entwicklungen gewünscht.
Was mir jedoch gut gefallen hat, ist Marthas Entwicklung. Ich hoffe, es hält auch so an.

Trotz der Anmerkungen ist es immer wieder ein tolles Wiedersehen mit den Hansens, das immer wieder Spaß macht. Ellin Carsta gelingt es den Leser in sämtliche Lebensbereiche der Familie mitzunehmen und ihre Gefühle, Bedenken und Beziehungen nachzuvollziehen.
Wer also die Hansens bisher verfolgt hat, sollte also auch dieses Buch unbedingt lesen. Wer kein Vorwissen hat, sollte jedoch eher die Finger davon lassen.

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Veröffentlicht am 15.09.2025

Ein Roman mit Gänsehautfeeling

Der Sommer am Ende der Welt
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Hanna ist eine erfolgreiche Journalistin. Ihre neueste Recherche führt sie auf die Insel Borkum. Dort ist sie der Vergangenheit der Villa Aurelia auf der Spur und damit auch einem Teil der Vergangenheit ...

Hanna ist eine erfolgreiche Journalistin. Ihre neueste Recherche führt sie auf die Insel Borkum. Dort ist sie der Vergangenheit der Villa Aurelia auf der Spur und damit auch einem Teil der Vergangenheit ihrer Mutter und manch anderem Geheimnis.

„Der Sommer am Ende der Welt“ von Eva Völler ist eine Mischung aus Gegenwarts- und historischem Roman.
Das Hörbuch wird gelesen von Elisabeth Günther. Sie hat mir richtig gut gefallen. Ihre Stimme hat die einzelnen Charaktere in unterschiedlichster Form und sehr mitreißend widergespiegelt. Sie ist dabei nie monoton geworden , dafür emotional.

Es ist eine dunkle Seite, die Eva Völler in ihrem jüngsten Roman beschreibt. Eine dunkle Seite, die sich mit den schwächsten Gliedern der Gesellschaft beschäftigt-Kindern. Kinder, die in der Hoffnung auf Genesung in die Obhut vermeintlich versierten Personals gegeben werden und für die hinterher nichts mehr war, wie es davor gewesen ist.
Das Wort „Kinderkurheim“ erzeugt in jedem von uns Bilder. Doch nach Beendigung dieses Romans sind es vermutlich andere Bilder, die wir vor unserem inneren Auge sehen. Es sind Bilder, die Gänsehaut erzeugen, denn genau das empfindet man, wenn man den Erzählungen Sabines, der Hauptzeugin von Hannas Recherchen, folgt.
Doch der Handlungsstrang um Sabines Erzählungen ist nur die Hälfte des Romans. Die andere Hälfte beschäftigt sich mit Hannas Erlebnissen im Rahmen der Nachforschungen auf Borkum.
Spuren der Vergangenheit greifen hier in die Gegenwart ein. Spuren, die nicht nur Einfluss auf Hanna haben, sondern auch auf ihre Tochter Kathi. Der Artikel bringt Mutter und Tochter wieder näher und konfrontiert beide mit den Irrungen und Wirrungen der Liebe. Sie müssen aber auch gegen Neid, Mauern voller Schweigen und Geheimnisse kämpfen.

Kurz um: Eva Völler ist hier ein spannender und emotionaler Roman über ein wichtiges Thema deutscher Nachkriegsgeschichte gelungen, der den Hörer von der ersten Minute und den Leser von der ersten Seite mitnimmt. Besonderes Augenmerk liegt für mich auf der wunderbaren Sprecherin!

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Veröffentlicht am 14.09.2025

Packender Krimi

Mit kalter Hand
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Auch der bereits dritte Fall für Sabine Yao ist gespickt mit Spannung und aufregenden Wendungen.
Das Cover lässt schnell die Zugehörigkeit zu den Tsokos-Büchern erkennen und wirkt von der Haptik her auch ...

Auch der bereits dritte Fall für Sabine Yao ist gespickt mit Spannung und aufregenden Wendungen.
Das Cover lässt schnell die Zugehörigkeit zu den Tsokos-Büchern erkennen und wirkt von der Haptik her auch als Paperback sehr ansprechend.
Die Hauptfigur, Dr. Sabine Yao, stellvertretende Leiterin der BKA-Einheit "Extremdelikte" in Berlin, wird hier von Tsokos konsequent weiterentwickelt, sowohl beruflich, als auch privat. Wer bereits die ersten beiden Bücher der Reihe gelesen hat, erkennt sie dennoch schnell wieder und fühlt sich, als lese er hier von einer alten Bekannten.
Die beiden zunächst unterschiedlichen Handlungsstränge bringen Abwechslung, wirken dabei auch nicht gezwungen.
Der Autor versteht es gut, rechtsmedizinische und forensische Details in seinem Schreibstil auszuschmücken, ohne es dabei für medizinische Laien zu sehr zu verkomplizieren.
Ob es dringend notwendig ist, dass erneut in einem der beiden Fälle Homophobie bzw. die Berliner Schwulenszene als Mordhintergrund herhalten müssen, sei einmal dahin gestellt (vergl. "Der zweite Verdächtige").
Insgesamt ist das Buch spannend geschrieben, wenn auch eine ganz große Überraschung am Ende ausbleibt, wie beispielsweise im Werk "Der erste Patient".
Vielleicht nicht der spannendste Tsokos, aber für Fans unbedingt zu empfehlen.

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Veröffentlicht am 13.09.2025

Schuld und Sühne

Willow-Falls-Reihe, Band 2 - Stay With Me in Willow Falls
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Paige liebt ihre Familie und Holz. Sie ist fest in ihrem Heimatort Zillow Falls verankert und hat hier auch ihre eigene Holzwerkstatt. Als Miles, der ehemals beste Freund ihres Bruders, in ihr Leben zurückkehrt, ...

Paige liebt ihre Familie und Holz. Sie ist fest in ihrem Heimatort Zillow Falls verankert und hat hier auch ihre eigene Holzwerkstatt. Als Miles, der ehemals beste Freund ihres Bruders, in ihr Leben zurückkehrt, müssen sich Paige und ihr Bruder Ryder ihrer Vergangenheit stellen und auch Miles muss sich behaupten.

Es ist ein schmaler Grat zwischen Schuld und Sühne. Was und wie viel ist eine Freundschaft wert und was kann sie aushalten? Aber auch, was bedeutet Elternliebe und wie viel Verständnis bringt sie auf? Aber viel mehr ist es die Frage, ob Liebe verzeihen kann und ob sie stark genug ist, dunkle Geheimnisse ans Licht zu bringen. Mit all diesen Fragen und Dingen beschäftigt sich Greta Milans „Stay With Me in Willow Falls“, dem zweiten Band der „Willow Falls“-Reihe.
Die Ausgabe mit Farbschnitt ist wunderschön und auch die Gestaltung der Kapitelanfänge ist liebevoll gestaltet und somit auffällig.
Ich habe den ersten Band der Reihe nicht gelesen, hatte aber dennoch keine Schwierigkeiten, diesen Band zu verfolgen.
Paige, oftmals Peach genannt und Miles sind die Protagonisten dieses Romans.
Peach ist eine lebenslustige, junge Frau, der ihre Familie und Freunde über alles gehen. Schon wie sie in ihrem Heimatort verankert ist und von den Bewohnern der Kleinstadt verteidigt wird, zeigt, wie beliebt sie ist. Sie ist sehr aufgeschlossen, aber zeigt ihre Emotionen und Gefühle nicht sofort. All das macht sie sehr sympathisch.
Miles wiederum ist reservierter und geheimnisvoller. Er scheint vor der eigenen Vergangenheit und Courage zu fliehen, aber dennoch zu wissen, was auch für ihn die wichtigen Dinge im Leben sind - Familie und Freundschaft. Miles verfolgt eine gewisse Traurigkeit. Sein Charakter sorgt dafür, dass der Leser immer überlegt, was das Geheimnis dieser Geschichte ist. Hin und wieder wird auch eine falsche Fährte gelegt.
Was mir sehr gut gefallen hat, ist die Atmosphäre der amerikanischen Kleinstadt a la Gilmore Girls oder Manuela Inusas Lake Paradise-Reihe.
Das Ende des Romans ist wunderschön und jeder aufmerksame Leser kann vorausahnen, um was es in Band 3 gehen wird.
Alles in allem eine wunderschöne und liebevolle Geschichte über eine große Liebe. Es geht um Verzeihen und Lieben und um Familie und Freundschaft. Wer also familiäre Romane vor heimeliger amerikanischer Kulisse mit einem spicy Hauch mag, ist hier genau richtig.

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