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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.08.2020

Große Sammlung pflanzlicher Rezepte, für mehr Vielfalt in der Küche

Vegan! Das Goldene von GU
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Einleitend wird kurzgesagt alles erklärt, worauf man bei der tierfreien Küche achten sollte und es werden Fragen beantwortet, die sich zwangsläufig stellen, wenn man sich vegan ernähren möchte. Großartig, ...

Einleitend wird kurzgesagt alles erklärt, worauf man bei der tierfreien Küche achten sollte und es werden Fragen beantwortet, die sich zwangsläufig stellen, wenn man sich vegan ernähren möchte. Großartig, dass dabei auch auf wichtige Nährstoffe eingegangen wird - eine sinnvolle Information für jede Ernährungsweise.

Bei den 300 Rezepten ist wirklich alles dabei: von den Basics, bis zu anspruchsvollen Zutaten - somit wird es nicht langweilig. Jedes Rezept wird durch ein Foto als Serviervorschlag ergänzt und den ein oder anderen Tipp für die Zubereitung. Das Inhaltsverzeichnis ist durch die farblichen Markierungen sehr übersichtlich. Was mir allerdings gefehlt hat: eine Übersicht von einfachen Rezepte, wenn es man schnell gehen soll. Das kenne ich aus anderen Kochbüchern und empfand es als sehr hilfreich. Außerdem enthält das E-Book kein Register, was immer hilfreich ist, wenn man beispielsweise Rezepte für spezielle Lebensmitteln sucht, um diese zu verbrauchen, bevor sie im Müll landen. Dennoch haben mir viele Rezepte geschmeckt und ich empfand dieses Buch als Bereicherung in meiner Küche, auch wenn ich schon viele Rezepte daraus kannte.

Fazit: Dieses reichlich gedeckte Rezeptbuffet erspart viel Recherchearbeit und bietet eine umfangreiche Sammlung mit vielen Tipps, Inspiration und Abwechslung, die zum Selbstversuch einlädt. Auch für Menschen geeignet, die sich mehr Vielfalt in der Küche wünschen, neue Lieblingsrezepte suchen oder nur nach gelegentlichen Alternativen.

Veröffentlicht am 04.08.2020

Magische Geschichte mit Botschaft für Jung und Alt

Klara Katastrofee und das große Feen-Schlamassel (Klara Katastrofee 1)
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Klara gehört zu den guten Geistern eines jeden Waldes: sie ist eine Fee, und hat damit große Verantwortung gegenüber der Natur. Ihr großer Traum: eine echte anerkannte Fee werden, die sich um das Kornblumenfeld ...

Klara gehört zu den guten Geistern eines jeden Waldes: sie ist eine Fee, und hat damit große Verantwortung gegenüber der Natur. Ihr großer Traum: eine echte anerkannte Fee werden, die sich um das Kornblumenfeld kümmern darf und dafür von den alten Feen alles über Zauberei lernt. Doch es kommt wie es kommen muss, und durch eine Missgeschick nach dem anderen landet Klara bei dem schüchternen Menschenjungen Oskar, der ihr die Menschenwelt offenbart.

In „Klara Katastrofee“ geht’s um das Anderssein, das innere Werte wie Selbstvertrauen und Mut zählen und man überall Freunde finden kann, vor allem wenn man sich gemeinsam für eine wichtige Sache wie Naturschutz einsetzt. Britta Sabbat hat eine mutige, beharrliche Heldin kreiert, die sich mit ihrem ausgeprägten Selbstwertgefühl und ihrer sprühend positiven Ausstrahlung jeden Schlamassel verzeiht. Das macht dieses Buch so besonders, denn durch ihren Charakter entsteht eine handlungsreiche und vielschichtige Geschichte, die Mut macht, neue Erfahrung zu sammeln und dabei mit Humor auf die Nase zu fallen.
Die durchgehend farbenfrohen Illustrationen unterstützen die Geschichte dabei mit zahlreichen Details, während rhythmische Zaubersprüche und eine amüsante Schimpfwortkreation viel Spaß und Anregung bitten.
Prima: Das Thema Naturschutz ist unaufdringlich in die Handlung eingeflossen - es stehen Handlung und Charakter im Vordergrund. Themen wie Plastik, Schutz seltener Tierarten und Waldverschmutzung werden spielerisch angesprochen und regen zum Nachdenken und weiteren Gesprächen an. Schade: Das Ende ist m.M.n. etwas abrupt, aber das liegt vermutlich daran, dass es möglicherweise einen weiteren Band geben wird. Außerdem fanden wir es schade, dass es praktisch keine Dialoge mit den Tieren gibt - stattdessen standen handlungsbedingt Feen und Menschen im Mittelpunkt.

Fazit: Eine magische Mutgeschichte über Selbstbewusstsein, Hilfsbereitschaft, Freundschaft und Naturschutz, die mit besonders farbfrohen Illustrationen begeistert - sowohl als Vorlesebuch, als auch für fortgeschrittene Leseanfänger für Mädchen und Jungen gleichermaßen geeignet. Wir freuen uns jedenfalls schon auf weitere Abenteuer mit Klara Katastrophe.

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Veröffentlicht am 28.07.2020

Das Licht der Ohren

Der Händler der Töne
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Noé erfuhr als Waisenjunge bisher wenig Liebe. Selbst seinen Namen hört er selten. Er ist für viele nur der Junge. Einzig seine Freundin Minu ist seine Familie und wie eine Schwester für ihn. Noé ist aber ...

Noé erfuhr als Waisenjunge bisher wenig Liebe. Selbst seinen Namen hört er selten. Er ist für viele nur der Junge. Einzig seine Freundin Minu ist seine Familie und wie eine Schwester für ihn. Noé ist aber nicht einfach nur der Junge; er ist der Held in dieser Geschichte. Eine Geschichte über eine andere Welt, voller Magie und ganz besonderer Töne und Klänge. Klänge, die jeder Mensch, jedes Tier, jede Pflanze und jeder Ort tragen können. Sie sind ein Ausdruck der Seele.
Als der Händler in das Dorf reist, beschließen Noé und Minu sich ihm anzuschließen. Der Händler jedoch erweist sich als verbitterter alter Mann und nimmt schließlich nur Noé auf. Damit beginnt eine spannende Reise voller neuer Erfahrungen, Entführungen, magischer Spuren, der Erkenntnis, das nicht immer alles so ist wie es scheint, und einer ganz besonderen Bibliothek.

Obwohl die Geschichte nicht aus der Ich-Perspektive erzählt wird, ist es Verena Petrasch gelungen, dass man sich sofort in Noé einfühlen kann. Mit ihm erlebt man all die Abenteuer, sucht nach Antworten auf brennende Fragen. Kurze Kapitel, die nach den Reiseorten, Gegenständen oder Personen, um die es geht, benannt sind, geben immer wieder die Möglichkeit Innezuhalten. Erst fesselte mich die Geschichte, dann wurde ich so eingesogen, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen kann.

„Der Händler der Töne“ ist im Vergleich zu anderen fantasievollen Abenteuergeschichten voller neuer Ideen und durchaus anspruchsvoll und vielschichtig. Ein Buch das Gemütlichkeit weckt, wenn Nagaina einen heißen Tee mit Tonkräutern aufbrüht oder erst später Geheimnisse preisgibt, wenn der Tonillusionist Igor von seiner Vergangenheit berichtet. Meiner Meinung nach ist es eine wunderbar erzählte Geschichte, die in Erinnerung bleibt und viele Jahre später noch einen Platz im Leserherz findet, auch wenn die ersten hundert Seiten erstmal etwas Einlesen bedurften und wenig wörtliche Rede enthielten.

Fazit:
Ein ganz besonderes Buch für die Sinne, voller verrückter Wortkreationen und bildhafter Beschreibungen einer Welt der Töne und Klänge . Eine Abenteuergeschichte mit gefährlichen Piraten und wundersamen Gestalten, die immer mehr Spannung aufbaut, mit wunderbar vielseitigen Charakteren, die man schnell ins Herz schließt und einem fulminanten Finale, das zu Tränen rührt.

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Veröffentlicht am 23.07.2020

Eine Geschichte darüber, warum selbst Liebe manchmal nicht ausreicht.

Wenn du zurückkehrst
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Der Prolog beginnt mit einer Hochzeit - ein romantischer Start. Doch der Schein trügt. Aus der Ich-Perspektive erzählt, der nun 37-jährige Trevor, die Geschichte, wie es dazu kam, dass er sich nun als ...

Der Prolog beginnt mit einer Hochzeit - ein romantischer Start. Doch der Schein trügt. Aus der Ich-Perspektive erzählt, der nun 37-jährige Trevor, die Geschichte, wie es dazu kam, dass er sich nun als Gast auf dieser besagten Hochzeit befindet; wie er die Braut kennenlernte und einen Menschen verlor, der ihm sehr wichtig war: seinen Großvater. Von ihm erbt Trevor ein renovierungsbedürftiges Cottage am Rande einer malerischen Gegend in North Carolina, der Heimat des Autors. Genau das richtige Setting zum Einträumen, mit einem herrlichen alten Garten. Fortan begleitet man Trevor auf seiner Zeitreise und erlebt mit ihm Momente der Nostalgie und Unermüdlichkeit, wenn es darum geht, seinem Herzen zu folgen, und dabei trotz Ungewissheit, Vertrauen ins Leben zu haben.

Der neue Roman von Nicholas Sparks weckt weniger romantische Gefühle, im Vergleich zu seinen früheren Werken. Sparks setzt diesmal auf ein Knäuel an Ungereimtheiten, welches sich nur allmählich entwirrt, bis schlussendlich alles zusammenpasst. Dabei ist die Geschichte meistens nicht vorhersehbar - es bleibt bis zur Auflösung weitestgehend spannend. Dementsprechend bleibt man im Unklaren und kann die Verhaltensweisen manch weiblicher Charakter schwerlich nachvollziehen - nicht nur Trevor wird auf Distanz gehalten, auch der Leser selbst. Wie gewohnt spielt das Schicksal eine zentrale Rolle, und alle Figuren wandeln zwischen Schmerz und Hochgefühl, wobei nach wie vor Liebe, Treue, Mitgefühl und Hilfsbereitschaft wichtige Tugenden darstellen. Aktuelle Themen werden zudem aufgegriffen: PTBS, Posttraumatische Belastungsstörung nach einer Explosion einer Mörsergranate in Afghanistan, und Wissenswertes über Bienen und ihre zentrale Rolle in der Natur. Aber Sparks große Stärke ist die Leichtigkeit seiner Sprache und die spielerischen Dialoge, voller Charme und Humor, ohne dabei ins Schmalzige abzudriften. Kleinere kitschige Momente konnte ich ihm daher verzeihen.

Fazit:
Sein unbeschwerter Stil und seine Leitmotive sind unverkennbar, allerdings weist sein aktuelles Werk einige Neuerungen auf, wobei zwar die Liebe im Vordergrund steht, jedoch mit Geheimnissen und persönlicher Weiterentwicklung angereichert wurde, was schlussendlich vor allem den Fokus auf die Figurenentwicklung von Trevor nach sich zieht. Im Vergleich mit anderen Werken schneidet es durchschnittlich ab; steht es jedoch für sich allein, kann es trotzdem überzeugen. Fans von Nicholas Sparks sollten sich von den Kritikpunkten nicht abschrecken lassen und sich selbst einen Eindruck verschaffen. „Wenn du zurückkehrst“ bietet nach wie vor gute Unterhaltung und emotionale Sparks-Momente.

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Veröffentlicht am 18.07.2020

Gelungenes Gesamtpaket trotz kleinerer Kritikpunkte

Jella hat genug!
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Jella liest gern. Das ist ihre absolute Lieblingsbeschäftigung, wenn sie nicht gerade Schlager hört, mit ihrer Freundin Gunhild verabredet ist, Fahrrad fährt, Handball oder Mondharmonika spielt, oder in ...

Jella liest gern. Das ist ihre absolute Lieblingsbeschäftigung, wenn sie nicht gerade Schlager hört, mit ihrer Freundin Gunhild verabredet ist, Fahrrad fährt, Handball oder Mondharmonika spielt, oder in der Gegend herumläuft und Müll aufsammelt. So beschreibt Jella sich selbst. Jedenfalls gilt das für ihr altes Leben: Ein Umzug an die Ostsee wirbelt ihr Leben ordentlich durcheinander. Und nicht nur das!
Umwelt- und Klimaschutz steht als Thema im Vordergrund, aber handlungsbedingt werden weitere Themen wie Familiennachwuchs, Schulwechsel und neue Freunde aufgegriffen. Diese Vielfalt sorgt für ausreichend Handlungsstoff, ohne dabei den Fokus auf den Umweltschutz zu verlieren - das erweckt die Geschichte erst zum Leben und macht die Charaktere interessant. Jelle legt oft mit klaren Worten sprichwörtlich den Finger in die Wunde, und das regt zum Nachdenken an.

Aber auch Jella muss sich manchmal Mut zureden: mit einem „Ich schaffe das!“ steht sie für ihre Überzeugungen ein. Dagmar Hoßfeld hat mit Jella eine verantwortungsvolle Heldin geschaffen, die ein ganz normales elfjähriges Mädchen ist, aber mit dem, was sie sagt und tut, ein Vorbild für junge Leser sein kann, mit der sie sich auch identifizieren können. Jella schreibt Beschwerde-Mails, um auf Müll aufmerksam zu machen, streikt allein (!) vor dem Rathaus und ergreift die Initiative bei einem Beinahe-Schiffbruch, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Auf den letzten Seiten wird es dann nochmal spannend: Jella nimmt an einem Klimageschichten-Schreibwettbewerb teil und wird erneut zur Heldin. Ebenfalls prima: Sachinformationen zum Umwelt- und Klimaschutz fließen ungezwungen in die Geschichte ein. Was sind Geisternetze und warum ist ein Beach Clean Up so wichtig? Und an jedem Kapitelanfang gibt es eine kurze (ein Satz) Kapitelzusammenfassung, die neugierig macht. Außerdem großartig: Die Buchseiten stammen überwiegend aus Altpapier (Blauer Engel-Umweltzeichen).

Als Erwachsene habe ich allerdings kleinere Kritikpunkte: Meiner Meinung nach stellen die Kinder die Umweltsünder sehr klischeehaft dar und neigen zur Vorverurteilung. Die wenigsten fahren einen fetten SUV und manchmal durchsuchen Tiere die Mülleimer nach Futter und werfen alles daneben, nicht die Menschen. Zudem wird Jella für ihr Alter manchmal zu selbständig dargestellt. Beispielsweise fährt sie mit ihrer Freundin in eine große Stadt zu einer Demo, ohne erwachsene Begleitung. Das war mir dann etwas zu viel des Guten, aber die Kinder fanden es klasse, daher mein Fazit:

Handwerklich tolles Buch mit bunt gemischten Charakteren, Humor und vielseitiger Handlung, bei der man spielerisch viel über den Klima- und Umweltschutz erfahren kann. Ein paar schöne Illustrationen runden das Buch ab, und trotz meiner Kritikpunkte, würde ich es definitiv empfehlen!

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