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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.11.2025

Für alle, die Bücher lieben

Ich bin der beste Freund des Menschen
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„Ein Notfall! Ist zufällig ein Lyrikband anwesend?!“

Ich glaube, jeder der Bücher liest, versteht die humoristischen Cartoons, die Christian Schalke in diesem Buch vereint. Hundert Witzbildchen erzählen ...

„Ein Notfall! Ist zufällig ein Lyrikband anwesend?!“

Ich glaube, jeder der Bücher liest, versteht die humoristischen Cartoons, die Christian Schalke in diesem Buch vereint. Hundert Witzbildchen erzählen ganze Geschichten über Bücher die Zufluchtsorte bieten, in denen Welten auf einen warten und Bücher, die zum Leben erwachen und sich in der Komik des Genrealltags wiederfinden. Der Humor und Einfallsreichtum ist klasse, weil es als kurzweilige Unterhaltung mit popkulturellen Referenzen funktioniert und man sich dabei in den Buchclub begibt, wo es warm und behaglich zugeht, oder auch weil die Cartoons sagen: „Denk mal drüber nach!“. Bei manchen fühlte ich mich ertappt, beispielsweise musste ich beim „Kritiker" oder „Casanova“ sehr lachen, und manche hätte ich mir am liebsten als „Dreamteam“ an die Wand gehängt. Viele sind zum Schmunzeln, manche ganz besonders schön, weil sie den Zauber von Büchern einfangen und auf mehreren Ebenen zünden.
Die farbigen Cartoons sind dabei auf das Nötigste reduziert, ja beinahe einfach scheinen sie und sind deswegen so treffsicher und genial. Könnten sie doch auch zu spannenden Interpretations-Gesprächen einladen oder stilvoll die Buchläden schmücken.

Das handliche Format als Hardcover wirkt sehr hochwertig und mit dem roten Lesebändchen hat es etwas Liebreizendes an sich, weshalb ich es jemandem schenken würde, für den ein Leben ohne Bücher auch sinnlos wäre. Mich konnte dieses humorvolle Buchgeschenk sehr erfreuen.
Ich würde es allen empfehlen, die Bücher lieben und gerne über die Eigenheiten schmunzeln, die diese Leidenschaft mit sich bringt.

Veröffentlicht am 13.11.2025

Magischer Hexenauftakt für Kinder ab 10 Jahren

Cassandra Morgan, Band 1 - Der goldene Schlüssel
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Es geht um die 12- jährige Cassandra Morgan, genannt Cassie, für die Bücher ein Zufluchtsort sind. Vor sieben Jahren versprach ihre Mutter, wiederzukommen und sie aus Fowell House abzuholen. Seit dem wartet ...

Es geht um die 12- jährige Cassandra Morgan, genannt Cassie, für die Bücher ein Zufluchtsort sind. Vor sieben Jahren versprach ihre Mutter, wiederzukommen und sie aus Fowell House abzuholen. Seit dem wartet Cassie an diesem für sie einsamen Ort, ahnungslos, dass sie eine Tante und einen Onkel hat, die Magie beherrschen. Bisher hat sie davon nur in ihren Büchern gelesen. Das letzte Andenken an ihre Mutter ist ein goldener Schlüssel, der Cassie hilft, ihrer Bestimmung als Hexe zu folgen und der Mission, ihre Mutter zu finden.

«Cassandra Morgan - Der goldene Schlüssel» hat alles, was ein guter Fantasy-Auftakt für Kinder braucht: eine einsame und mutige Heldin, die ohne Vorwissen in eine magische Welt eintaucht und dort Familie und Freunde findet. Erst durch das Bestehen von Prüfungen kann sie zu einer Hexe werden, die einen magischen Begleiter erhält. Allerdings bedrohen finstere Mächte den Frieden. Das verspricht Spannung, Geheimnisse, magische Abenteuer, Freundschaft und Hexenpower. Auch wenn die Charakterverteilung und die Fantasyelemente ganz klassisch sind, war es einfach wunderbar, in diese Geschichte einzutauchen. Und es wird besonders für Kinder toll sein, die diese Muster noch nicht gewöhnt sind.

Ich wollte wissen, was mit den verschwundenen Kindern passiert und warum Rose Morgan ihre Tochter nicht aus Fowell House abgeholt hat und niemand in der Familie von Cassie wusste. Dann verschwinden in ganz London Kinder und das Rätsel betrifft schließlich auch Cassie. Außerdem umgibt den geheimen Schlüssel von Cassies Mutter ein Mysterium, das zunehmend an Bedeutung gewinnt. Was ich aber besonders mochte, waren die stimmigen Details, weshalb man sich beim Lesen wohlfühlt. Mrs Briggs ist die Haushälterin von Cassies Tante Miranda. Tüchtig und liebenswert ist sie stets um das leibliche Wohl ihrer Gäste besorgt. Ihre liebenswerte Art birgt cozy Momente, genau wie Rue Whitby, die zu Cassies besten Freundin wird. Ihre Dynamik mochte ich sehr, weil sie sich gegenseitig helfen und Cassie richtig darin aufblüht, sich zugehörig zu fühlen. Der Kater Montague ist die Stimme der Vernunft und hat immer ein waches Auge auf Cassie. Auch wenn Tante Miranda als Haghexe drei wichtige Regeln für Cassis aufgellt hat, liebe ich es, dass sie sich nicht daran hält und in den Hag geht, denn der übt eine gefährliche Faszination aus und ich mochte diese Abenteuer ganz besonders. Die Hag-Begegnung zwischen Cassie und Ambrose war mein Highlight.

Die Autorin Skye McKenna lässt sich immer etwas Neues einfallen. Es wird nie langweilig. Ihre Kreativität ist großartig, weil sie eine Sogkraft und Detailliebe entwickelt, die viel Spaß macht. Ihr Schreibstil ist bildhaft und erzeugt eine Atmosphäre, die zum Träumen nach Hagley einlädt. Dadurch hat es mich auch nicht gestört, dass Cassies Gedanken- und Gefühlswelt nur oberflächlich bleibt. Das letzte Kapitel war für mich der perfekte Abschluss und ich freue mich auf den zweiten Band, der im März 2026 erscheint.

Fazit: Fantasyauftakt für Kinder ab 10 Jahren über Hexen, fantastische Wesen und einen magischen Ort namens Hagley. Dazu eine außergewöhnlich schöne Buchgestaltung inkl. Blickfang-Cover mit passendem Farbschnitt und Verzierungen auf jeder Buchseite. Ein besonderes Lesehighlight für alle, die Lust haben in eine fantastische Hexenreihe zu starten.

Veröffentlicht am 10.11.2025

Spannender Fantasy-Agententhriller

Das Buch der verlorenen Stunden
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Die folgenschwere Reichsprogromnacht lenkt das zukünftige Schicksal der noch 11-jährigen Lisavet aus Nürnberg in einen mystischen Zeitraum und ermöglicht eine elf Jahre spätere Begegnung mit dem CIA-Agenten ...

Die folgenschwere Reichsprogromnacht lenkt das zukünftige Schicksal der noch 11-jährigen Lisavet aus Nürnberg in einen mystischen Zeitraum und ermöglicht eine elf Jahre spätere Begegnung mit dem CIA-Agenten und Zeithüter Ernest. Ein hochaktueller Roman, indem Erinnerungen Macht bedeuten und ihre Kontrolle die Wahrheit beeinflusst.

Es ist die Magie einer riesengroßen Bibliothek, die als Bewahrer menschlicher Erinnerung dient, mit der mich Hayley Gelfuso am meisten begeistern konnte. Lisavets Flucht und Bestehen in diesem mystischen Zeitraum hat eine ganz besondere Faszination und Beklemmung gehabt, die mich selbst Zeit und Raum vergessen ließ, während ich eintauchte. Diese eindrucksvolle Einstieg fesselte und berührte mich. Dazu ein poetischer Schreibstil, der mit sanfter Niedergeschlagenheit eine philosophische Tiefe bewirkt.

Die Entwicklung von Lisavet wird mit einer emotionalen Distanz geschrieben, die ich authentisch fand. Ein Kind, das so aufwächst und erst später die Welt sieht, die sie verlassen hat, ist von dieser Entfremdung geprägt. Hayley Gelfuso mischt die Genre und erschafft zunehmend etwas, was den anfänglichen Zauber vermissen lässt. Bezüglich Lisavet hat mich die Geschichte schließlich verloren, als ihre Entscheidungen nicht mehr nachvollziehbar waren und diese Unstimmigkeit in ihrer Charakterdarstellung zu Widersprüchen führte. Das fand ich schade, aber das ist ein der wenigen Dinge, die mir nicht gefallen haben.
Die Erzählweise ist komplex gestaltet und erstreckt sich über verschiedenen Zeitebenen und Handlungsstränge. Das macht es zu einem anspruchsvollen Leseerlebnis, bei dem sich besonders das Ende lohnt.

Es ist ein Fantasyroman und historischer Agententhriller, der durchaus verstrickt und melancholisch ist, indem sich allerdings auch eine Liebesgeschichte entfaltet und politische Akzente gesetzt werden. Eine faszinierende Mischung mit aktuellen Bezügen, die mahnend nachwirken. Lesenswert, aber nichts für zwischendurch.

Veröffentlicht am 09.11.2025

Magic-Locked-Room-Mystery

The Blackgate Invitation
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Die Schwestern Ruby und Wren sind nicht die, die sie behaupten zu sein, als sie in Hegemony Manor an einem Dinner teilnehmen. Für die beiden Hochstaplerinnen wird es jedoch brenzlig, als ihre Auftraggeberin ...

Die Schwestern Ruby und Wren sind nicht die, die sie behaupten zu sein, als sie in Hegemony Manor an einem Dinner teilnehmen. Für die beiden Hochstaplerinnen wird es jedoch brenzlig, als ihre Auftraggeberin die Abmachung bricht und ein Mord geschieht, in dessen Konsequenz das Anwesen durch Magie abgeriegelt wird. Ihnen wird klar, worin sie verstrickt sind und sie mithelfen müssen, den Mord aufzuklären, um nicht für immer auf dem Gelände gefangen zu bleiben.

„Wir stecken fest in einer verdammten Gruselvilla voller Hexen, einer Leiche und wahrscheinlich mehreren namentlich bekannten Geistern.“

Düsternis und eine unheimliche Atmosphäre umgeben das Anwesen und mit Hexen, Zauberern und Geistern ist es das perfekte Grusel-Setting. Das hat mein Interesse geweckt. Gelungen fand ich den stetigen Wechsel der Ich-Erzähler. So konnte man die Handlung durch Ruby oder Auden verfolgen, was ein stimmiges Bild ergab und eine authentische Slow-Burn-Romance, die wenig Raum einnimmt und ohne Spice auskommt. Ansonsten bin ich leider etwas enttäuscht und hätte mir bei der Umsetzung mehr Originalität und Unvorhersehbarkeit gewünscht.
Die magischen Blutlinien, Familienverstrickungen und die Suche nach den Relikten war langatmig und statt zunehmender Spannung beherrschten vor allem Dialoge, Streitigkeiten und die inne Welt der Hauptfiguren die Story. Es gab Momente, das konnte ich nicht nachvollziehen, weshalb die Schwestern nicht aufgeflogen sind. Man sieht, was man sehen will? Das hat mich nicht überzeugt. Auden bemerkt zwar, dass etwas anders ist, erklärt sich das aber spekulativ mit einem Vergessenszauber. Auch das hat sich einfach zu sehr gezogen. Die Auflösung war vorhersehbar und bot wenig Spannung oder Überraschungen. Das Ende hat mich mit Grusel-Twists etwas versöhnt, aber so richtig glücklich war ich mit den fehlenden Konsequenzen und dem Ausgang nicht. Auch, wenn ich es stellenweise gern gelesen habe, finde ich es schade, da der Funke bei mir nicht übergesprungen ist.

Veröffentlicht am 09.11.2025

Unheilvolle Riesenvilla

Death at Morning House
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Es geht um eine Riesenvilla, die den Tod anzuziehen scheint und diese zwei mörderischen Geschichten von Morning House werden hier erzählt.

Das Ehepaar Ralston verbrachte mit ihren sieben Kindern jeden ...

Es geht um eine Riesenvilla, die den Tod anzuziehen scheint und diese zwei mörderischen Geschichten von Morning House werden hier erzählt.

Das Ehepaar Ralston verbrachte mit ihren sieben Kindern jeden Sommer auf der Insel im Morning House. Morgens strahlt die Villa, aber abends wirkt sie beunruhigend unheilvoll. Bis 1932 zwei Todesfälle diesem Glück ein Ende setzten. Viele Jahre später ist Morning House ein Ort, der frei zugänglich ist. Marlowe verbringt den Sommer damit, Touristen durch die Villa zu führen und erfährt, dass sie den Platz eines toten Jungen eingenommen hat.

Erzählt wird die Geschichte von Marlowe, die sich in Akilah verliebt. Das erste Date endet im Chaos und ist der Grund, warum Marlowe den Ferienjob annimmt. Als zynische Ich-Erzählerin richtet sich Marlowe direkt an die Lesenden und erzählt, wie zwei Gegenstände ihr Schicksal besiegelten: eine Duftkerze und ein Lippenstift. Das tut sie humorvoll und authentisch, sodass es sich sehr gut lesen lässt. Durch die Rückblenden erfährt man, was sich 1932 in Morning House zugetragen hat. Davon hätte ich gern mehr gelesen, denn die Geschehnisse um Marlowe sind nicht so interessant, während der Vater mit seiner Visionen der Welt und der zwanghaften Tagesstruktur der Kinder mehr Potenzial aufweist. Auch wenn ich mit Marlowe nicht so richtig warm geworden bin, mochte ich die kleine Liebesgeschichte und die, vom Pech verfolgte, Hauptfigur. Die Auflösung, um die Todesfälle sind spannend inzidiert, haben mich überrascht und trösten etwas über den „langen Anlauf“ hinweg.

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