Profilbild von LaCalaveraCatrina

LaCalaveraCatrina

Lesejury Star
offline

LaCalaveraCatrina ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit LaCalaveraCatrina über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.05.2021

Ungewöhnliche Coming-of-Age-Story über Traumata und Hoffnung

Der Junge, der das Universum verschlang
0

Eine spannende Erzählung mit erinnerungswürdigen Romanfiguren, die das Erwachsenenwerden, unter traumatischen Bedingungen, in hoffnungsvoller Form betrachtet.

Ich-Erzähler Eli Bell und sein Bruder August ...

Eine spannende Erzählung mit erinnerungswürdigen Romanfiguren, die das Erwachsenenwerden, unter traumatischen Bedingungen, in hoffnungsvoller Form betrachtet.

Ich-Erzähler Eli Bell und sein Bruder August sind ganz besondere Jungs. Sie sind wie Yin und Yang und doch unzertrennlich. Eli ist der fantasievolle Geschichtenerzähler, der sich stets „Warum nur, warum?“ fragt und Gus, der stille Weise mit dem großen Herzen. Seit einem traumatischen Erlebnis hat er aufgehört zu sprechen und schreibt Worte in die Luft - eine Art Geheimsprache zwischen Gus und seinem Bruder. Eli ist der fantasievolle Junge mit den verrückten Ideen, der mit dem unbändigen journalistischen Interesse für kriminelle Machenschaften, der sich verliebt, der stets Glück und Pech zugleich hat, durchbrennt, eine Vision hat und einfach alles gibt, um abzuheben. „Der Junge, der das Universum verschlang“ erzählt die Geschichte ihres Heranwachsens bei zwei Drogendealern und einem Ex-Häftling, dessen Liebe, Freundschaft und Weisheit sie alles durchstehen lassen, was an Brutalität und Drama folgen wird.

Im Laufe des Buches fühlt sich Eli wie „ein vom Schicksal hin und her gefegter Steppenroller des Wirrsals und der Verzweiflung.“ Als Leser leidet man mit ihm, aber diese, für Eli ungünstigen Wendungen, bereiten Lesevergnügen, das mit zunehmender Seitenzahl stetig ansteigt und in einem spannenden Finale gipfelt.

Die Schreibstil hat mich zugleich begeistert und frustriert. Raffiniert wird die Handlung aufgebaut, damit sich am Ende alles zusammenfügt. Auf großartige Wiese lässt sich dadurch auch die Weiterentwicklung der Protagonisten glaubhaft darstellen. Eingebaute „magische“ Geheimnisse und spannende Passagen bieten Abwechslung. Genau wie die gekonnte Erzählweise, die auch schon mal zwischen den Zeitebenen wechselt, wenn Eli rückblickend von seiner Handlungen berichtet, dessen Konsequenzen bereits eingeleitet wurden. Das konnte mich alles begeistert, während viel zu lange Sätze, bei denen sich ein Nebensatz an den anderen reiht, meinen Lesefluss gebremst haben. Auch unzählige Nebensächlichkeiten von Mr. Einzelheiten aka Eli Bell haben zwar ihren Charme, aber auch den faden Beigeschmack der Belanglosigkeit und sind durchaus für einige Längen verantwortlich. Das führte bei mir dazu, dass ich das Buch deutlich langsamer lass, als gewöhnlich, und erst ab der Mitte des Buches den dringenden Wunsch verspürte, sofort weiterlesen zu wollen, wenn das Kapitel zu Ende war.

Fazit: Wie sich zeigt, gestaltet Trent Dalton die Wahrheiten des Lebens neu und spielt mit der Magie des Universums und dessen Zufälligkeiten. Die Idee und das Konzept des Buches konnten mich trotz der angesprochenen Schwächen überzeugen und ich mochte besonders die erinnerungswürdigen Figuren, allen voran den Houdini des Ausbrechens.
Wer gern Coming-of-age Romane liest, kluge Gedanken, interessante Figuren und einfallsreiche Wendungen mag ohne vor ausschweifenden Details zurückzuschrecken, dem sei dieses Buch empfohlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.05.2021

Unterhaltsamer, motivierender Ratgeber fürs Energiemanagement

Mehr schaffen, ohne geschafft zu sein
0

„Mehr schaffen ohne geschafft zu sein“ ist der dritte Ratgeber von Mathias Fischedick und dreht sich um das eigene Energiemanagement im Alltag. Er geht dabei gebündelt darauf ein: Bewegung, Ernährung, ...

„Mehr schaffen ohne geschafft zu sein“ ist der dritte Ratgeber von Mathias Fischedick und dreht sich um das eigene Energiemanagement im Alltag. Er geht dabei gebündelt darauf ein: Bewegung, Ernährung, Schlaf und Erholungspausen dabei nicht aus den Augen zu verlieren und notwendige Aufgaben mit Interesse, Fokus und Unterstützung anzugehen. Mir hat vor allem die Symbolik der Rakete sehr gefallen und erinnert mich nun daran, regelmäßig aufzutanken, genauso wie das lockere Layout, die sehr angenehme Schreibweise und die Tatsache, auf diesem Weg schnell mein, vor Stress eingerostetes, Basiswissen aufzufrischen. Für ein umfassendes Verständnis der eigenen Erschöpfung sind die evolutionsbedingten Erklärungen sehr hilfreich. Obwohl ich nichts völlig Neues gelernt habe - abgesehen von ein paar guten Tipps -, hat es mir sehr geholfen, motivierter mein Energiemanagement anzugehen.
Der Inhalt des Buches stützt sich meiner Meinung nach aus Erkenntnissen der Meditation und Achtsamkeit: Sei dir möglichst immer im Klaren, was du tust und lass dich wie ein Entdecker ganz darauf ein. Das sind zwei wesentliche Booster der Powerstrategie.

Neben gut strukturiertem Basiswissen gibt es zwanzig Tools. Durch die praktische Umsetzung sammelt man persönliche Erkenntnisse und neue Perspektiven. Die wiederum helfen dabei, dass neue Energieprogramm in den Alltag zu integrieren, so das es die individuellen Bedürfnisse berücksichtigt. Mit etwas Übung entwickelt man ein besserer Gespür für die eigenen Energiereserven. Teilweise sind die Tools etwas zeitintensiver und erfordern Reflexion und Aufgeschlossenheit.
Mathias Fischedick empfiehlt ein Energie-Logbuch, welches man am besten nach dem Lesen der Lektüre anlegt. Ich habe die Idee umgesetzt und damit erreicht, einen persönlichen Überblick zu haben, was mir Energie gibt und was mir welche raubt. Das kostet mich zwar jeden Abend etwas Zeit und Mühe, ist aber die beste Voraussetzungen, um das eigene Energiemanagement zu verbessern. Ohne das Buch hätte ich die Motivation dafür wahrscheinlich nicht gefunden.

Fazit: „Mehr schaffen ohne geschafft zu sein“ eignet sich hervorragend, wenn man sich ausgelaugt fühlt, mit dem Wunsch: schnell und anschaulich zu verstehen, woran es liegt und was es für Möglichkeiten gibt, um aufzutanken und die vorhandene Energie bestmöglich zu nutzen - und zwar ohne Stress und Überforderung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 11.05.2021

Superheldin wider Willen in Aktion

Carla Chamäleon: Zoff im Zoo
0

Die elfjährige Carla Niemann hat sich mittlerweile damit arrangiert, jedes Mal, wenn sie sich schämt, wie ein Chamäleon mit ihrer Umgebung zu verschmelzen. Carla fühlt sich auch nicht mehr einsam, denn ...

Die elfjährige Carla Niemann hat sich mittlerweile damit arrangiert, jedes Mal, wenn sie sich schämt, wie ein Chamäleon mit ihrer Umgebung zu verschmelzen. Carla fühlt sich auch nicht mehr einsam, denn jetzt sind Jole und Herr Ping, der reimend Rap-Pinguin, ja stets an ihrer Seite. Mittlerweile ist das Trio im Geheimbund von Männern mit ritterlichen Tugenden (den Kavalieren) aufgenommen und sind in ihrer ersten Mission unterwegs. Schnell wird klar: Carla muss dringend ihre Chamäliose trainieren, um ihre Fähigkeiten besser kontrollieren zu können. Denn es passieren seltsame Dinge im Zoo ihrer Mutter und Carla bekommt als Superheldin wider Willen zudem noch einen Erzfeind.

Carla hat sich im Gegensatz zum ersten Band weiterentwickelt und ist viel mutiger und abenteuerlustiger geworden. Sie schreibt weiterhin in ihr Notizbuch, aber generell gibt es viel weniger Momente der Ruhe, stattdessen Aktion und Chaos. Die Identität des auftauchenden Gegners wird gelüftet, aber es bleibt geheimnisvoll, wenn es um den Geheimbund und Big Boss geht. Auch die volle Kontrolle über die Chamäliose muss Carla erst lernen. Insgesamt eine gelungene Fortsetzung, aktienreicher und skurriler als der erste Band.

Fazit: Mitreißende Fortsetzung, die erneut mit Humor, Spannung und sympathischen Protagonisten überzeugt. Dank des Rückblicks darüber, was bisher geschah, sind Vorkenntnisse nicht zwingend nötig.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.05.2021

Moderne, vielfältige vegane und vegetarische Rezepte

Heilsam kochen mit Ayurveda
0

Ich habe schon mehrere Bücher zum Thema Ayurveda gelesen und dieses hat mir vom Aufbau und der zeitgemäßen Herangehensweise am besten gefallen. Ein ansprechendes Layout - übersichtlich, praktisch, motivierend, ...

Ich habe schon mehrere Bücher zum Thema Ayurveda gelesen und dieses hat mir vom Aufbau und der zeitgemäßen Herangehensweise am besten gefallen. Ein ansprechendes Layout - übersichtlich, praktisch, motivierend, leicht verständlich -, Empfehlungen und Wissenswertes statt dogmatische Regeln und eine reiche, farbige Bebilderung mit anschaulichen Grafiken, die Ayurveda unkompliziert verständlich macht. Es geht vor allem darum, es einfach mal auszuprobieren, mit dem Wissen, eine ganzheitliche Methode zu verfolgen, die gesundheitliche Vorteile bringt - auch mit dem Hinweis: „Ayurveda ist keine Wundermedizin!“

Nach rund sechszig Seiten Theorie folgen die Rezepte, die vor allem als Inspiration zu verstehen sind, um die empfohlenen Lebensmittel sinnvoll in den Alltag zu integrieren. Auf die drei unterschiedlichen Doshas-Typen zugeschnitten, finden sich pro Dosha etwa achtundzwanzig Rezepte, verteilt auf Frühstück, Mittag, Abendessen, süßem Nachtisch und Getränke.
Ich habe bereits einige Rezepte ausprobiert und mir hat besonders die kreative und leichte Umsetzung gefallen. Bisher war das Linsen-Wirsing-Curry Rezept mein Favorit, die Zutaten harmonieren sehr gut miteinander. Die Zutatenlisten sind immer übersichtlich und enthalten fast keine umständlich zu besorgenden Lebensmittel. Der Kochaufwand war meistens dem Ergebnis angemessen und dürfte auch Anfänger nicht überfordern. Die Zutaten sind immer für vier Personen ausgelegt und können natürlich auch unabhängig vom jeweiligen Dosha probiert werden. Es wird dabei bevorzugt mit Ghee (inklusive Rezept zum Selbermachen) gekocht.

Oft ist nicht abzusehen, wieviel Zeit das Gericht in Anspruch nehmen wird, deshalb hätte ich eine ungefähre Zeitangabe als hilfreich empfunden. Außerdem hätten ich mir Ideen für alternative Zutaten und Variationen der Rezeptvorschläge gewünscht, um persönliche Vorlieben und Doshas zu vereinen - das hätte auch das Rezeptangebot der Doshas erhöht. Allerdings gibt es im Buch Ernährungsvorschläge und eine Liste von Lebensmitteln, die einen Überblick geben - man kann sich also ausprobieren. Die mediterranen Petersilienmuffins beispielsweise sind genau richtig, für ein Picknick in den wärmeren Monaten. Hier empfand ich allerdings die Salzangabe nicht korrekt. Zusammen mit dem Feta waren die Muffins leider zu salzig für unseren Geschmack. Aber es gehört auch dazu, durch Ausprobieren die angegebenen Mengen anzupassen.

Fazit: Eine gute ayurvedische Einführung, die sowohl Neulingen wie auch Fortgeschrittenen neue Inspirationen gibt. Eine Anschaffung lohnt sich also in jedem Fall, weil viel modernes ayurvedischen Wissen anschaulich und kompakt vermittelt wird und sättigende vegane und vegetarische Rezepte im Fokus stehen, die ich so noch nicht kannte.

Veröffentlicht am 03.05.2021

Kinder werden das Buch lieben!

Lächeln gefunden
2

Das farbig illustrierte Bilderbuch „Lächeln gefunden“ setzt die Geschichte über den Bären und seine Freunde fort und erzählt wie Bär, nach einem langen Winterschlaf, im Spiegelbild des Teiches ein strahlendes ...

Das farbig illustrierte Bilderbuch „Lächeln gefunden“ setzt die Geschichte über den Bären und seine Freunde fort und erzählt wie Bär, nach einem langen Winterschlaf, im Spiegelbild des Teiches ein strahlendes Lächeln in seinem Gesicht erkennt. Bär glaubt nicht, dass es sein Lächeln ist und möchte den Eigentümer auswendig machen. Deshalb verteilt er Flugblätter im Wald. Daraufhin kommen alle seine Waldbewohner-Freunde zu ihm, die alle ein Lächeln gebrauchen können.

Eine außergewöhnliche Geschichte darüber, Freude miteinander zu teilen und anderen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Bei dem niedlichen Bilderbuchbären, der durch seine wohlwollende Perspektive die Welt betrachtet und dabei an Winnie Puh erinnert, stellt sich für junge Leser schnell eine Vertrautheit ein. Die Kinder wissen genau, dass es sich um das eigene Lächeln des Bären handelt, als Ausdruck dafür, dass er glücklich ist. Unter dem Motto: Lächeln gefunden, möchte Bär sein Glück teilen und auch anderen ein Lächeln schenken. Die Geschichte spielt in einem harmonischen Traumland, in der sich unterschiedliche Tierarten des Waldes freundschaftlich begegnen, und vermittelt ein Wir-Gefühl durch zwischen„menschliche“ Wärme, Dankbarkeit, Großzügigkeit und Liebe.

Die seitenfüllenden Illustrationen sind sehr niedlich, kindgerecht gestaltet und erwecken den Wald, den Bären und alle seine Freunde zum Leben. Wer genau hinschaut, kann sogar eine romantische Liebesgeschichte, kleine Tiere und zahlreiche Tierspuren entdecken. Die Schreibstil ist bildhaft, liebevoll und die kurze Abschnitte sind wunderbar zum Vorlesen geeignet. Auf der letzten Seite findet sich sogar neben eine Bastelanleitung eine Bärenmaske zum Ausschneiden. So lässt sich das „Lächeln verschenken“ direkt in die Tat umsetzten.

Unser Fazit: Ein wunderschönes Bilderbuch zum Einträumen in ein harmonisches Waldleben mit Bär, Igel, Hase und Co., mit einer außergewöhnlichen Geschichte, herzerwärmenden Botschaft und bildschönen Illustrationen. Für jedes Alter wertvoll, bietet es altersgerechte Unterhaltung für Kinder ab 4 Jahren und hat unsere ganze Familie begeistert.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover