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Veröffentlicht am 19.08.2025

Ich habe noch nichts Vergleichbares gelesen

Das Mädchen aus der Schwebenden Welt (Floating World-Dilogie, Band 1)
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Axie Oh erschafft in ihrer Geschichte eine komplexe Fantasywelt basierend auf der koreanischen Sage „Der Holzfäller und die Himmelsfee“. Eine schwebende Welt, der Heimatort der Himmelsfee-Nachfahren oder ...

Axie Oh erschafft in ihrer Geschichte eine komplexe Fantasywelt basierend auf der koreanischen Sage „Der Holzfäller und die Himmelsfee“. Eine schwebende Welt, der Heimatort der Himmelsfee-Nachfahren oder die Unterwelt voller Fabriken, Söldner oder dem Militär sind nur ein Ausschnitt des fantasievollen Worldbuildings.

Ich musste beim Lesen auf jeden Fall am Ball bleiben, um der Welt vor dem inneren Auge beim Aufbau folgen zu können. Und dann eröffnete sich mir ein gut durchdachtes, originelles und interessantes Gesamtbild. Ich habe noch nichts Vergleichbares gelesen. Genau für solche Worldbuildings liebe ich High Fantasy.

Am Anfang des Buches gibt es zwei Weltkarten. Damit konnte ich mir das Setting beim Lesen besser vorstellen. Zusätzlich hätte ich mir noch ein Charakterverzeichnis gewünscht, denn gerade zu Beginn waren es viele Namen auf einmal. Vielleicht gibt es noch eins in Band 2?

Am meisten begleitet man als Leser Ren und Sunho. Das Mädchen Ren ist Artistin eines fahrenden und handelnden Theaters. Sie erzählt Geschichten mit enthusiastischen Worten, Handständen, Saltos oder auf ihrer Flöte. Dabei muss sie die Kräfte, die in ihr schlummern, jedoch unterdrücken. Sunho ist ein Söldner ohne Gedächtnis. Alles woran er sich klammert, ist eine Erinnerung an seinen Bruder in der Armee. Doch auch er verbirgt Gaben, die er Dämon nennt.

Ich fand es bei den vielen Namen und Charakteren zunächst etwas schwierig, Zugang zu den Figuren zu finden. Im Laufe der Handlung bin ich jedoch mit Ren und Sunho warm geworden und habe in ihren Abenteuern mitgefiebert. Ren hat mich insbesondere abgeholt mit ihrer Liebe für Geschichten, mit ihrem Mut und ihrer liebevollen Art. Währenddessen empfand ich Sunho als Geheimnis umrankt. Seine Vergangenheit hat meine Neugier gepackt, die Schritt für Schritt gestillt wurde. Bis dahin durfte ich ihn als Mann mit dem Herz am rechten Fleck kennenlernen.

Zudem haben mich die leisen Töne der Lovestory begeistert. Hier wurde ich mit süßen Gesten zwischendurch verzückt. Die romantischen Gefühle entwickeln sich langsam und sind eher Randplot. Mir hat es gefallen, dass sie den Fantasyteil nicht überschatten.

Was ich am Buch jedoch besonders faszinierend fand: Es beinhaltet eine Mischung aus Brutalität, schonungslosen und grausamen Szenen, aber gleichzeitig war es kunstvoll angehaucht durch die asiatischen Elemente und sprachlichen Einflüsse. Ein Fluss ist hier nicht gar nur ein Fluss, sondern ein Drache, der sich durchs Land schlängelt. Damit war ich schnell verliebt in den Schreibstil und ließ mich vom Spannungslevel einfangen.

Fazit:

In diesem Buch fand ich ein gelungenes, komplexes Fantasyworldbuilding mit einer schönen asiatischen Sage. Es war originell und detailreich ausgearbeitet, weshalb ich mich sehr über die Weltkarten am Buchanfang gefreut habe. Bei den vielen Details und Buchfiguren, muss man aber auch aktiv dabei bleiben, um den Faden nicht zu verlieren.

Ren und Sunho sind interessante Hauptfiguren, bei deren Abenteuern ich mitgefiebert habe. Ihre Reise ist schonungslos und blutig, die mit leichten romantischen Sequenzen zwischendurch aufgelockert wird.

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Veröffentlicht am 12.08.2025

Fantasy-Academy-Einsteigerbuch

Supernatural Academy: Year One (Supernatural Academy 1)
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Bereit für ein wenig Unterricht in einer magischen Academy? Die Supernatural Academy öffnet magischen Wesen, Maddison und Lesern ihre Tore. Dämonenmythologie für Anfänger, Schulcliquen und geheime Partys ...

Bereit für ein wenig Unterricht in einer magischen Academy? Die Supernatural Academy öffnet magischen Wesen, Maddison und Lesern ihre Tore. Dämonenmythologie für Anfänger, Schulcliquen und geheime Partys sind nur ein Ausschnitt aus dem Schulalltag.

Ich habe ein wenig gebraucht, bis ich im Geschehen angekommen bin. Den Schreibstil empfand ich ein wenig als holprig. Manchmal zu wenig „Show don’t tell“. Auch mit den Dialogen hatte ich stellenweise so meine Probleme. Zum Beispiel stellt sich ein Charakter vor mit: Namen, wie man den Namen schreibt und dann wie man ihn ausspricht. Ist die Aussprache im Dialog nicht klar?

Letztendlich wird dennoch einiges von der Welt erklärt, die nicht allzu komplex aufgebaut wird. Präsentiert werden ein paar gängige Klischees für das Academy Setting in einer Fantasy-Welt, wodurch es sich als Genre-Einsteigerbuch anbietet. Es gibt eine gefährliche Schulzicke, eine heiße Magier-Clique und ein Kerl davon sieht zu gut aus für diese Welt. Doch Vorsicht: Es ist kein Einsteigerbuch für die jungen Leser. Dafür ist der Spice zu explizit.

Mir persönlich war es stellenweise zu klischeehaft. Für mich darf Fantasy gerne komplexer und origineller sein. Dennoch habe ich die Bezüge zur Atlantis-Mythologie und den starken Fokus auf Wassermagie sehr genossen.

Was mich gestört hat, war der Girl-Hate unter den weiblichen Charakteren. Beleidigungen oder Sätze, wie – sie sieht so gut aus, ich könnte sie dafür hassen, wären wir nicht Freunde – tauchen regelmäßig auf. Dabei ist in der Academy jedes übernatürliche Wesen heiß, sexy und perfekt. Die Beschreibung „perfekt“ in Bezug auf das Aussehen einer Person kommt wirklich unnatürlich oft in dieser Geschichte vor. Könnte eine etwas neidfreiere Zone sein, oder? Wobei ich auch mehr Diversität schön gefunden hätte.

Das hat es mir manchmal schwer gemacht, mit den Charakteren warm zu werden. Auch der Aufbau der zwischenmenschlichen Beziehungen war mir oft zu oberflächlich. Maddison vertraut dieser neuen Welt und den neuen Wesen schnell. Bei der Lovestory explodieren die Funken praktisch ab Sekunde eins. Das dürfte eher etwas für Fast Burn-Liebhaber sein. Für mich hätte es gerne etwas weniger ein intuitives Wohlfühlen oder eine „besondere Verbindung“ sein dürfen.

Fazit:

Du suchst dein Fantasy-Academy-Einsteigerbuch mit ein wenig Spice? Dann könnte das Buch etwas für dich sein. Man sollte aber auch kein Problem mit etwas Zickenkrieg haben.

Ich präferiere komplexere Weltenentwürfe im Fantasy-Genre mit weniger Klischees und mehr originellen Elementen. Ich empfand die Geschichte an vielen Stellen eher zu oberflächlich. Dennoch mochte ich den Alltag in der Supernatural Academy sowie die Bezüge zur Atlantis-Mythologie. Damit habe ich es als Fantasy-Zwischendurch-Lektüre genossen. Aber der Girl Hate hat mich beim Lesen oft gestört, wodurch ich nur schwer mit den Charakteren warm geworden bin.

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Veröffentlicht am 08.08.2025

Mr. & Mrs. Action Rom Com

Never Trust Your Fake Husband
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Schnallt euch an, zieht euch warm an - oder doch eine kugelsichere Weste über? - denn hier geht die Post ab. Mit einem flüssigen, rasanten und humorvollen Schreibstil sowie kurzen Kapiteln entführt die ...

Schnallt euch an, zieht euch warm an - oder doch eine kugelsichere Weste über? - denn hier geht die Post ab. Mit einem flüssigen, rasanten und humorvollen Schreibstil sowie kurzen Kapiteln entführt die Autorin Ally Carter mit ihrem Roman in eine Geschichte, wie aus einem RomCom-Actionfilm.

Hier wacht unsere Protagonistin verletzt im Schnee und ohne jegliche Erinnerung auf. Eine Gehirnerschütterung? Möglich. Doch ein gutaussehender Mann scheint sie zu kennen und spricht sie mit „Alex“ an – sie soll eine Agentin sein und er ihr früherer Partner. Als wäre der Job nicht bereits gefährlich genug, befinden sie sich mitten im Visier einiger gefährlicher Leute. Und das Schlimmste daran? Ihr Muskelgedächtnis will einfach nicht anspringen. Ihre beste Verteidigung? Humor und Tollpatschigkeit.

Der Plot hatte mich schnell an der Angel. Für mich versprühte es einen Mr. & Mrs. Smith Vibe nur mit einer zusätzlichen Prise Humor und einer Fake Heirat. Die Handlung entwickelte ein konstantes Spannungslevel durch eine Mischung aus Actionszenen, aber auch Momenten, in denen ich miträtseln konnte. Dennoch liefen meine Vermutungen oft ins Leere und die Plottwists haben sich gefühlt von hinten angeschlichen.

Letztendlich hat die Ausarbeitung der Charaktere und ihrer Bindung im Laufe des Abenteuers den Großteil meiner Lesefreude ausgemacht.

Sie ist eine aufgeweckte Person mit kreativen Ideen. Ihr Muskelgedächtnis ist nicht zu gebrauchen, was hin und wieder in mittelschweren Katastrophen endet. Dafür plappert sie sich und Jake mal aus der Situation heraus oder kommt mit einem intelligenten Einfall um die Ecke und plötzlich klettern sie unter einer Brücke in die Freiheit. Am liebsten mochte ich jedoch ihren Humor und ihre ständigen Book Tropes-Vergleiche mitten im Geschehen.

Jake wiederum ist ein Agent, wie er im Buche steht. Immer auf der Hut, kämpferisch, strategisch und auf seinen Vorteil bedacht. Eine Falle riecht seine Intuition 10 Meilen gegen den Wind und im Kampf ist seine Kraft selten unterlegen. Von sich selbst gibt er nicht viel Preis, aber er macht es sich zur Aufgabe, die Hauptfigur zu schützen.

Er ist so eine Grumpy Cat und sie so eine Golden Retriever-Quasselstrippe. Eine Kombination, die zuckersüß ist und sich schnell ins Herz schleicht, aber gleichzeitig auch Funken versprüht und mit wenig Spice auskommt.

Fazit:

Wer gerne Rom Com-Actionfilme sieht und zum Beispiel Mr. & Mrs. Smith mochte, wird sicherlich auch bei „Never Trust Your Fake Husband“ seine Freude haben. Der Roman wickelt seine Leser mit spannenden Actionszenen, aber auch Momenten zum Miträtseln um den Finger und überzeugt mit einem aufgeweckten Duo. Die Charakterausarbeitung ist top und auch die romantische Dynamik lädt zum Mitfiebern ein. Eine tolle Romance Action-Geschichte, um sich an die Seiten fesseln zu lassen.

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Veröffentlicht am 06.08.2025

High Fantasy in high-quality

Der Flammenkrieger - Die Chroniken von Atulis 1
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Was ich an den Geschichten der Autorin immer wieder schätze, ist ihr Schreibstil. Mit ihren Worten geht sie so bildgewaltig um. Sie schreibt fantasievoll, flüssig und lebendig, daher machen ihre Weltenbeschreibungen ...

Was ich an den Geschichten der Autorin immer wieder schätze, ist ihr Schreibstil. Mit ihren Worten geht sie so bildgewaltig um. Sie schreibt fantasievoll, flüssig und lebendig, daher machen ihre Weltenbeschreibungen immer besonders viel Spaß. High Fantasy-Fans also aufgepasst! Diese Welt entsteht wie ein Film vor dem inneren Auge.

Das Abenteuer beginnt mit Yuri, der heiligen Wasserpriesterin vom abgeschotteten Land Atulis. Yuri beherrscht Wassermagie und ist dazu bestimmt ins Reich der Feinde vorzudringen, um die heißen Lande und damit auch ihr eigenes Land mit ihrer Magie abzukühlen. Dafür trainiert sie bereits seit Jahren ihre magischen Fähigkeiten, sammelt und formt Wasser, zu dem sie eine besondere Verbindung pflegt.

Mir war Yuri als Hauptfigur schnell sympathisch. Zwar ist sie die heilige Wasserpriesterin des Landes, dennoch ist sie diejenige, die ihr Volk, ihr Land und ihre Königin mit jeder Faser ihres Herzens verehrt. Ihre Liebe für Andere macht sie total liebenswert und mutig. Ihre Bestimmung verfolgt sie mit einem begründeten Ehrgeiz und einem starken Verantwortungsbewusstsein. Was mir jedoch besonders gefallen hat an ihr ist, dass sie sowohl einen hohen moralischen Kompass, als auch ihre Ecken & Kanten hat. Yuri war für mich eine toll ausgearbeitete Heldin, der ich gerne auf ihrem Weg gefolgt bin.

Das feindliche Gebiet Karschrett zu betreten bedeutet jedoch auch, Feinde zu treffen. Doch es scheint alles anders zu sein, als vermutet, insbesondere der feindliche Krieger Ranok. Beide verfolgen ihre eigenen Ziele und sie führen dazu, dass Yuri und Ranok gemeinsam durch Karschrett reisen. Für mich entwickelte sich damit schnell ein Fantasy-Roadtrip der Extraklasse mit zig Gefahren, aber auch Wow-Momenten.

Ranok ist ein kampferprobter Krieger, der mit seinen Klingen umgehen kann und zudem mächtig ist, wenn auch in einem anderen Bereich als der Wassermagie. Seinem Volk gegenüber ist er mindestens genauso loyal wie Yuri ihrem in Atulis. Nur hat er andere Denkansätze als der Durchschnitt. Die machen ihn spannend sowie individuell für einen Karschretter. Ich empfand ihn als „out of the box“, kämpferisch, aber auch als geduldig und ehrgeizig. Ein Feind mit dem Potenzial, dein nächster Bookish Boyfriend zu werden.

Insgesamt lebt der Auftakt der vierteiligen Reihe noch viel vom Charaktere-Introducing und dem Weltenaufbau. Ich war davon völlig in den Bann geschlagen, da mir der Ideenreichtum der Autorin wieder völlig imponiert hat. Sie entwirft vielseitige Settings, Völker, magische Kräfte und Wesen, Verflechtungen in der Geschichte der Völker - eine gefühlt nicht enden wollende Ideenbox und man spürt: Das wird noch episch! Zudem deutet sich eine Enemies-to-Lovers-Romanze an, die sich authentisch und langsam aufbaut.

Natürlich muss ich euch noch von dem kleinen Highlight erzählen: der junge Phoenix Ruufin. Er ist in dem Abenteuer ein schlauer, tierischer Begleiter mit Schwingen, über die ein Feuer leckt und von denen Funken sprühen. Eine unverzichtbare Hilfe in manchen Gefahrensituationen. Und mega süß!

Fazit:

Ein grandioser Auftakt, in dem ich bereits spannende Charaktere und liebevoll ausgearbeitete Settings kennenlernen durfte. Ich war verliebt in die fantasievollen Details und in den gefährlichen Fantasy-Roadtrip, der noch weitere epische Momente verspricht.

Mein High-Fantasy-Herz hat hier höher geschlagen.

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Veröffentlicht am 06.07.2025

Fantasy-Gamingwelt im Buchformat

How to Become the Dark Lord and Die Trying
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Dieses Buch ist eine herrlich humorvolle Satire im Fantasy-Mantel. Django Wexler schreibt mit einem derben, ironischen und wirklich lustigen Unterton. Abwechslungsreich empfand ich auch die Mischung aus ...

Dieses Buch ist eine herrlich humorvolle Satire im Fantasy-Mantel. Django Wexler schreibt mit einem derben, ironischen und wirklich lustigen Unterton. Abwechslungsreich empfand ich auch die Mischung aus Ich-Erzähler und einem direkten Sprechen mit dem Leser. Eine weitere Besonderheit im Schreibstil des Autors sind die vielen Fußnoten im Laufe der Geschichte, die random informative oder oft lustige Randnotizen darstellen.

Mit diesem Erzählstil bietet der Autor einen interessanten Einblick zu den Taktiken und der Logik, die es benötigt, um Dark Lord in seiner Fantasy-Welt zu werden. Wobei seiner Hauptfigur der ungewöhnliche Kniff hilft, dass sie nach ihrem Tod am Anfang ihres Abenteuers wiedergeboren wird, um viele verschiedene Taktiken ausprobieren zu können. Fühlte sich beim Lesen an wie ein Restart im Computer Game. Nur, dass Davi dabei unzählige Male grausam stirbt und die möglichen Todesarten in dieser Welt zahllos sind. Aber auch das Tod-Wiederbelebungs-Konzept ist vor allem satirisch aufgezogen.¹

Auch beim Weltenentwurf habe ich mich an eine fantasievoll ausgearbeitete Gaming-Welt erinnert gefühlt. Es gibt unzählige Wesen, insbesondere Wildlinge (kräftige, brutale Tierwesen) und Orks, ein eigenes Magiesystem, das interessant sowie einfach erklärt wird und eine Quest für den inneren Bösewicht. Für High Fantasy-Fans ein gefundenes Fressen.

Die Quest beziehungsweise das Ziel setzt sich Hauptfigur Davi selbst. Nachdem sie mehrere Leben verwirkt hat, weil der Dark Lord immer gegen die Menschen gewonnen hat, will sie endlich auf der Gewinnerseite stehen. Also versucht sie es selbst als Dark Lord. Ich empfand sie dabei als sehr gewitzt, intelligent und unkonventionell. Oft hat sie mich mit ihren Plänen in gefühlt ausweglosen Situationen überrascht. Davi hat wirklich ein Händchen für Schlupflöcher. Ihr Wissen aus den tausend Jahren und zig Leben zuvor, helfen dabei ungemein.

Einzig der hohe Sexualtrieb der Protagonistin gegenüber allen, jedem Wesen und am liebsten gleichzeitig, möglichst immer, auch während der Folter, fand ich etwas drüber. Da sie schon etliche Jahre lebt, hatte sie gefühlt schon mit jedem im guten Lager ein Techtelmechtel und ist nun offen für jedes Wesen auf der dunklen Seite. Sie ist sehr explizit und vulgär in ihren Gedanken, wobei Sexszenen im Plot nicht ausgeschrieben werden. Vermutlich lässt sich dieser Teil der Geschichte ebenfalls als Satire abstempeln, aber mir hätte hier weniger mehr gefallen.

Fazit:

Derb, düster, humorvoll & brutal.

Django Wexler bietet mit „How to become the Dark Lord and die trying“ eine unterhaltsame Geschichte. Das Setting hat sich gelesen wie eine Gaming-Welt, der Umgangston ist derb und die möglichen Tode zahllos. Den Einblick zu den Taktiken, die es benötigt, um Dark Lord zu werden, fand ich zudem spannend aufgezogen. Mit der Hauptfigur erhält der Leser eine gewitzte, intelligente Abenteuerbegleitung, bei der mir jedoch die vulgären Gedanken zu viel waren.



¹Zum Beispiel philosophiert die Hauptfigur in ihren Gedanken eher über das passende Wort für das Geräusch ihrer letzten Tötung („pop, glitsch, spritz?“) statt sich über den Tod oder die Schmerzen zu beschweren.

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