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Veröffentlicht am 06.08.2025

High Fantasy in high-quality

Der Flammenkrieger - Die Chroniken von Atulis 1
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Was ich an den Geschichten der Autorin immer wieder schätze, ist ihr Schreibstil. Mit ihren Worten geht sie so bildgewaltig um. Sie schreibt fantasievoll, flüssig und lebendig, daher machen ihre Weltenbeschreibungen ...

Was ich an den Geschichten der Autorin immer wieder schätze, ist ihr Schreibstil. Mit ihren Worten geht sie so bildgewaltig um. Sie schreibt fantasievoll, flüssig und lebendig, daher machen ihre Weltenbeschreibungen immer besonders viel Spaß. High Fantasy-Fans also aufgepasst! Diese Welt entsteht wie ein Film vor dem inneren Auge.

Das Abenteuer beginnt mit Yuri, der heiligen Wasserpriesterin vom abgeschotteten Land Atulis. Yuri beherrscht Wassermagie und ist dazu bestimmt ins Reich der Feinde vorzudringen, um die heißen Lande und damit auch ihr eigenes Land mit ihrer Magie abzukühlen. Dafür trainiert sie bereits seit Jahren ihre magischen Fähigkeiten, sammelt und formt Wasser, zu dem sie eine besondere Verbindung pflegt.

Mir war Yuri als Hauptfigur schnell sympathisch. Zwar ist sie die heilige Wasserpriesterin des Landes, dennoch ist sie diejenige, die ihr Volk, ihr Land und ihre Königin mit jeder Faser ihres Herzens verehrt. Ihre Liebe für Andere macht sie total liebenswert und mutig. Ihre Bestimmung verfolgt sie mit einem begründeten Ehrgeiz und einem starken Verantwortungsbewusstsein. Was mir jedoch besonders gefallen hat an ihr ist, dass sie sowohl einen hohen moralischen Kompass, als auch ihre Ecken & Kanten hat. Yuri war für mich eine toll ausgearbeitete Heldin, der ich gerne auf ihrem Weg gefolgt bin.

Das feindliche Gebiet Karschrett zu betreten bedeutet jedoch auch, Feinde zu treffen. Doch es scheint alles anders zu sein, als vermutet, insbesondere der feindliche Krieger Ranok. Beide verfolgen ihre eigenen Ziele und sie führen dazu, dass Yuri und Ranok gemeinsam durch Karschrett reisen. Für mich entwickelte sich damit schnell ein Fantasy-Roadtrip der Extraklasse mit zig Gefahren, aber auch Wow-Momenten.

Ranok ist ein kampferprobter Krieger, der mit seinen Klingen umgehen kann und zudem mächtig ist, wenn auch in einem anderen Bereich als der Wassermagie. Seinem Volk gegenüber ist er mindestens genauso loyal wie Yuri ihrem in Atulis. Nur hat er andere Denkansätze als der Durchschnitt. Die machen ihn spannend sowie individuell für einen Karschretter. Ich empfand ihn als „out of the box“, kämpferisch, aber auch als geduldig und ehrgeizig. Ein Feind mit dem Potenzial, dein nächster Bookish Boyfriend zu werden.

Insgesamt lebt der Auftakt der vierteiligen Reihe noch viel vom Charaktere-Introducing und dem Weltenaufbau. Ich war davon völlig in den Bann geschlagen, da mir der Ideenreichtum der Autorin wieder völlig imponiert hat. Sie entwirft vielseitige Settings, Völker, magische Kräfte und Wesen, Verflechtungen in der Geschichte der Völker - eine gefühlt nicht enden wollende Ideenbox und man spürt: Das wird noch episch! Zudem deutet sich eine Enemies-to-Lovers-Romanze an, die sich authentisch und langsam aufbaut.

Natürlich muss ich euch noch von dem kleinen Highlight erzählen: der junge Phoenix Ruufin. Er ist in dem Abenteuer ein schlauer, tierischer Begleiter mit Schwingen, über die ein Feuer leckt und von denen Funken sprühen. Eine unverzichtbare Hilfe in manchen Gefahrensituationen. Und mega süß!

Fazit:

Ein grandioser Auftakt, in dem ich bereits spannende Charaktere und liebevoll ausgearbeitete Settings kennenlernen durfte. Ich war verliebt in die fantasievollen Details und in den gefährlichen Fantasy-Roadtrip, der noch weitere epische Momente verspricht.

Mein High-Fantasy-Herz hat hier höher geschlagen.

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Veröffentlicht am 06.07.2025

Fantasy-Gamingwelt im Buchformat

How to Become the Dark Lord and Die Trying
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Dieses Buch ist eine herrlich humorvolle Satire im Fantasy-Mantel. Django Wexler schreibt mit einem derben, ironischen und wirklich lustigen Unterton. Abwechslungsreich empfand ich auch die Mischung aus ...

Dieses Buch ist eine herrlich humorvolle Satire im Fantasy-Mantel. Django Wexler schreibt mit einem derben, ironischen und wirklich lustigen Unterton. Abwechslungsreich empfand ich auch die Mischung aus Ich-Erzähler und einem direkten Sprechen mit dem Leser. Eine weitere Besonderheit im Schreibstil des Autors sind die vielen Fußnoten im Laufe der Geschichte, die random informative oder oft lustige Randnotizen darstellen.

Mit diesem Erzählstil bietet der Autor einen interessanten Einblick zu den Taktiken und der Logik, die es benötigt, um Dark Lord in seiner Fantasy-Welt zu werden. Wobei seiner Hauptfigur der ungewöhnliche Kniff hilft, dass sie nach ihrem Tod am Anfang ihres Abenteuers wiedergeboren wird, um viele verschiedene Taktiken ausprobieren zu können. Fühlte sich beim Lesen an wie ein Restart im Computer Game. Nur, dass Davi dabei unzählige Male grausam stirbt und die möglichen Todesarten in dieser Welt zahllos sind. Aber auch das Tod-Wiederbelebungs-Konzept ist vor allem satirisch aufgezogen.¹

Auch beim Weltenentwurf habe ich mich an eine fantasievoll ausgearbeitete Gaming-Welt erinnert gefühlt. Es gibt unzählige Wesen, insbesondere Wildlinge (kräftige, brutale Tierwesen) und Orks, ein eigenes Magiesystem, das interessant sowie einfach erklärt wird und eine Quest für den inneren Bösewicht. Für High Fantasy-Fans ein gefundenes Fressen.

Die Quest beziehungsweise das Ziel setzt sich Hauptfigur Davi selbst. Nachdem sie mehrere Leben verwirkt hat, weil der Dark Lord immer gegen die Menschen gewonnen hat, will sie endlich auf der Gewinnerseite stehen. Also versucht sie es selbst als Dark Lord. Ich empfand sie dabei als sehr gewitzt, intelligent und unkonventionell. Oft hat sie mich mit ihren Plänen in gefühlt ausweglosen Situationen überrascht. Davi hat wirklich ein Händchen für Schlupflöcher. Ihr Wissen aus den tausend Jahren und zig Leben zuvor, helfen dabei ungemein.

Einzig der hohe Sexualtrieb der Protagonistin gegenüber allen, jedem Wesen und am liebsten gleichzeitig, möglichst immer, auch während der Folter, fand ich etwas drüber. Da sie schon etliche Jahre lebt, hatte sie gefühlt schon mit jedem im guten Lager ein Techtelmechtel und ist nun offen für jedes Wesen auf der dunklen Seite. Sie ist sehr explizit und vulgär in ihren Gedanken, wobei Sexszenen im Plot nicht ausgeschrieben werden. Vermutlich lässt sich dieser Teil der Geschichte ebenfalls als Satire abstempeln, aber mir hätte hier weniger mehr gefallen.

Fazit:

Derb, düster, humorvoll & brutal.

Django Wexler bietet mit „How to become the Dark Lord and die trying“ eine unterhaltsame Geschichte. Das Setting hat sich gelesen wie eine Gaming-Welt, der Umgangston ist derb und die möglichen Tode zahllos. Den Einblick zu den Taktiken, die es benötigt, um Dark Lord zu werden, fand ich zudem spannend aufgezogen. Mit der Hauptfigur erhält der Leser eine gewitzte, intelligente Abenteuerbegleitung, bei der mir jedoch die vulgären Gedanken zu viel waren.



¹Zum Beispiel philosophiert die Hauptfigur in ihren Gedanken eher über das passende Wort für das Geräusch ihrer letzten Tötung („pop, glitsch, spritz?“) statt sich über den Tod oder die Schmerzen zu beschweren.

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Veröffentlicht am 03.06.2025

G.B.D. - Gott behüte dich

Little White Lies
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„Little White Lies“ reicht dem Leser Intrigen, Geheimnisse und eine ganze Menge Lügen in einer High Society Welt, wie ein Kellner seinen Gästen Champagner auf einer edlen Cocktailparty. Die Geheimnisse ...

„Little White Lies“ reicht dem Leser Intrigen, Geheimnisse und eine ganze Menge Lügen in einer High Society Welt, wie ein Kellner seinen Gästen Champagner auf einer edlen Cocktailparty. Die Geheimnisse hinter der edlen Kulisse scheinen kein Ende zu nehmen.

Den Eintritt in die gesellschaftliche Oberschicht, wagt der Leser zusammen mit Sawyer. Bisher hatte sie noch keinerlei Kontakt zu ihrer Großfamilie und ist skeptisch gegenüber dem plötzlichen Angebot ihrer Großmutter: eine halbe Million gegen 9 Monate bei der Großfamilie. Die Chance auf eine gute Zukunft und darauf, eine Menge Geheimnisse ihrer Familie aufzuwirbeln, ist letztendlich sehr verlockend.

An Sawyer habe ich schnell mein Herz verloren. Sie ist eine starke Hauptfigur, die einen trockenen Humor pflegt und so zufrieden in ihrer Haut ist, dass sie keinen Penny auf ihre Außenwirkung legt. In der ersten Szene mit ihr droht sie dem Mann, der ihr hinterhergepfiffen hat, mit antiken Foltermethoden. Man kann sagen, Sawyer ist außergewöhnlich und hinterlässt direkt Eindruck.

Für mich hat die Hauptfigur bereits einen großen Teil meiner Lesefreude ausgemacht. Ihre direkte Art in der Welt des falschen Lächelns und versteckten Beleidigungen, war einfach nur köstlich. Auch die anderen Charaktere von der Autorin fand ich grandios ausgearbeitet. Manche tratschen gerne, andere werden zu engen Freunden oder entpuppen sich als gefährlich.

Beim Handlungsverlauf wusste ich jedoch lange nicht genau, worauf die Geschichte hinauslaufen soll. Dennoch war der Fortgang gespickt mit Spannung durch unterschiedliche Skandale, einigen kriminellen Aktivitäten und Sawyers Ermittlungen in der Familie.

Der klare, rote Faden hat sich für mich erst später abgezeichnet. Insbesondere im letzten Drittel spinnen die ganzen Fäden der vorherigen Vorkommnisse im Plot ein Gesamtbild. Ich fand es spannend zu beobachten, wie der gesamte Verlauf immer mehr Sinn gemacht hat. So hatte das Buch im Verlauf ein paar Längen für mich, aber später habe ich an den Seiten geklebt. Die Geschichte liefert einige Überraschungen und Plottwists, mit denen ich so überhaupt nicht gerechnet habe. Ich würde das Buch dennoch mehr dem Bereich Suspense statt dem Thrillergenre zuordnen.

Fazit:

G.B.D. - Gott behüte dich, wenn du dich auf „Little White Lies“ einlässt. Denn hinter den Buchseiten lauern Geheimnisse, Intrigen und ein paar gefährliche Persönlichkeiten, die dich hinter vorgehaltener Hand im Blick behalten.

Das Buch überzeugt mit einer starken, weiblichen Hauptfigur, die mich oft beeindruckt und zum Lachen gebracht hat. Allerdings dauert es ein bisschen, bis der rote Verlauf in der Handlung klar erkennbar wird. Es schleichen sich damit ein paar Längen in den ersten Band hinein. Besonders das letzte Drittel hatte mich mit den überraschenden Plottwists trotzdem noch sehr überzeugt.

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Veröffentlicht am 09.05.2025

Ein Schatz im Bücherregal

Die Buchreisenden - Ein Weg aus Tinte und Magie
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Kennt ihr das? Ihr betritt ein Antiquariat, die Luft riecht nach alten Büchern und Seiten. Während ihr durch die Gänge stöbert, entdeckt ihr einen absoluten Schatz in den verstaubten Regalen und es erfüllt ...

Kennt ihr das? Ihr betritt ein Antiquariat, die Luft riecht nach alten Büchern und Seiten. Während ihr durch die Gänge stöbert, entdeckt ihr einen absoluten Schatz in den verstaubten Regalen und es erfüllt euch mit absolut kindlicher Freude, genau dieses Exemplar entdeckt zu haben. Ungefähr so fühlt sich das Lesen vom Auftakt der Buchreisenden an.

Akram El-Bahay entwirft hier ein absolut faszinierendes Weltbild. In der Buchhandlung Libronautic Inc. gibt es Personen mit magischer Stimme. Sie können sich durch lautes Vorlesen mit den Erstausgaben von Klassikern in die Buchwelt hineinlesen. Ausgewählte Besucher und Zuhörer ihrer Vorlesung können sie dabei mitnehmen. Sie nennen sich Liberonauten.

Mir hat der Weltenaufbau total gefallen. Er war komplex und fantasievoll. Es gibt viele Details dazu, wie die Buchreisen funktionieren und sie sind alle faszinierend. Beiläufig werden dabei Informationen zu Klassikern und Erstausgaben eingebaut, die mich begeistert haben. Zum Beispiel wusste ich noch nicht, dass Winnie Puh das erste Mal schon im Jahr 1929 herauskam.

Was mich noch mehr begeistert hat, waren die Buchreisen selbst. Sie wurden bildhaft, magisch und atmosphärisch beschrieben. Sie bieten die Wunscherfüllung eines Leserherzens, Abenteuer und Gefahr. Die Hauptfigur Adam darf zu Beginn des Buches seine erste Buchreise führen. Er bereitet sich ausführlich und hibbelig darauf vor und führt seinen Kunden durch den Klassiker wie ein Reiseführer. Doch es läuft gefühlt alles schief, was schieflaufen kann.

Adam fand ich sehr sympathisch. Er war etwas naiv und oft nervös, aber hat dabei immer versucht, über sich hinauszuwachsen und mutig zu sein. Er scheut kein Wagnis und wirft sich trotz aller Ängste ins Kreuzfeuer. Adam ist definitiv nicht nur Geschichtenerzähler, sondern auch Abenteurer.

Die weiteren Liberonauten bleiben vergleichsweise eher blass, was ich jedoch nicht als störend empfand. Stattdessen gibt es andere Nebencharaktere, die mehr im Fokus sind und interessante Begleiter von Adam darstellen. Das feurige Mädchen Elisa zum Beispiel, die Adam schnell verzaubert oder den etwas grummeligen Zwerg Luthin, der mich mit seinem trockenen Humor nicht nur einmal zum Lachen gebracht hat.

Ihre gemeinsame Geschichte hat ein hohes Spannungslevel. Sowohl die mystisch-magischen Augenblicke mit den Buchreisen, als auch die spannenden, gefährlichen Erlebnisse im Buch halten an der Stange. Es wird lebensbedrohlich, brutal und brenzlig. Lediglich bei den Geheimnissen und Rätseln hätte ich mir noch mehr Auflösungen im Auftakt gewünscht, da ich nach dem Abschluss des Bandes noch einige Fragezeichen im Kopf hatte. Auf die freue ich mich jedoch nun in der Fortsetzung.

Fazit:

„Die Buchreisenden“ bietet einen Weltenentwurf, der Leserherzen höher schlagen lässt. Reisen in die bekanntesten, beliebtesten Klassikerwerke werden hier wahr. Die Reisen werden atmosphärisch und magisch beschrieben. Dort lauern einige Gefahren und Abenteuer, die für Herzklopfen sorgen. Als Leser begleitet man einen Protagonisten mit Ecken und Kanten, der besonders mit seinem Mut besticht. Für mich ein rundum gelungenes Leseerlebnis, bei dem lediglich ein paar mehr Auflösungen es für mich besser abgerundet hätten.

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Veröffentlicht am 03.05.2025

Kunst, Liebe und Selbstfindung

Perfect Girl Paradox
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Larks Geschichte wird es einigen Lesern einfach machen, sich in die Hauptfigur hineinzuversetzen. Lark hat jahrelang versucht, in allem perfekt zu sein und es allen recht zu machen. Doch sie merkt nicht, ...

Larks Geschichte wird es einigen Lesern einfach machen, sich in die Hauptfigur hineinzuversetzen. Lark hat jahrelang versucht, in allem perfekt zu sein und es allen recht zu machen. Doch sie merkt nicht, dass ihr der Druck von außen und vor allem durch sich selbst zu viel wird. Man lernt sie mitten in ihren schwierigsten Tagen kennen.

Um Lark aus dem Haus zu holen, melden ihre Eltern sie bei einem Kunstkurs an. Versuchen sie aus ihrem Schneckenhaus herauszuholen mit ihrer früheren Leidenschaft. Das Thema Kunst fand ich so spannend und gut eingebaut. Es gewährt tiefere Einblicke, die auch für Laien verständlich geschrieben sind.

Der Kurs besteht insgesamt nur aus vier Personen. Lark, ihr ehemaliger Mitschüler, nun freiwillige Aushilfe und Kunstlehrer Nick, die quirlige, dauerflirtende Tammy und ihr Gegenstück Linda, die immer einen guten Rat auf den Lippen hat. Alles toll ausgearbeitete Persönlichkeiten, die insbesondere „Found Family“-Trope Liebhaber glücklich machen werden.

Für mich war es total schön zu beobachten, wie Lark eine innere Entwicklung durchmacht mit den richtigen Menschen um sich herum, eine Leidenschaft und sich selbst im Blick. Vor allem empfand ich den Verlauf als sehr authentisch, mit Fort- und Rückschritten und absolut gemächlich. Gegen Ende konnte sie mich mit ihrem Entwicklungsprozess auch überraschen, weil ich den Verlauf ungewöhnlich, aber auch sehr stark fand.

Gelesen wird die Geschichte aus den Perspektiven von Lark und Nick. Zwischen ihnen bahnt sich eine Lovestory an, die voller Liebe zu den Farben des Lebens ist. Sie verläuft süß, prickelnd, unterstützend und erzeugt das Gefühl alter Romance-Filme, die man früher aus der Videothek ausgeliehen hat. Nur manchmal empfand ich die gewählten Umstände für die Spice-Szenen ungewöhnlich (z. B. kamen sie in der Nähe ihrer Eltern vor mit Potenzial erwischt zu werden).

Das Buch ist vergleichsweise recht kurz und liest sich schnell weg. Dennoch geht es sensibel mit den wichtigen Themen im Plot um. „Perfect Girl Paradox“ ist bestärkend darin, dass man nicht perfekt, sondern nur man selbst sein muss. Außerdem bietet es einen Einblick in den Bereichen Selbstfindung und psychische Erkrankungen. Aufgrund der Kürze des Buches werden die Themen aber nicht so vertieft, wie es möglich gewesen wäre. Vor allem zur männlichen Hauptfigur hätte ich sehr gerne noch mehr gelesen.

Fazit:

Eine Geschichte zum Mitfühlen, zum Träumen, aber mit einer großen Prise Realität. Lark empfand ich als sehr realistische Hauptfigur, in die ich mich gut einfühlen konnte und deren Entwicklung ich unheimlich gerne verfolgt habe. Dabei begleiten sie viele tolle Personen und Nebencharaktere, die gut ausgearbeitet sind und einen Found Family-Vibe verströmen. Auch die Liebesgeschichte entwickelt sich schön, wobei ich manchmal die Umstände für die Spice-Szenen etwas komisch fand.

Letztendlich bietet der Plot eine Menge Elemente mit Mehrwert: Selbstfindung, Entwicklung, psychische Erkrankungen und den Umgang damit. Hier liegt in der Kürze die Würze, wobei der Verlauf dennoch sensibel mit den wichtigen Themen umgeht.

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