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Veröffentlicht am 20.03.2025

Ein Liebeskummer-Roman

43 Gründe, warum es aus ist
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Die Idee hinter dem Plot von „43 Gründe warum es aus ist“ ist interessant und originell. Hauptfigur Min hat ihre erste Liebe erlebt und die Geschichte setzt, nach der Trennung von ihr und Ed an. Sie packt ...

Die Idee hinter dem Plot von „43 Gründe warum es aus ist“ ist interessant und originell. Hauptfigur Min hat ihre erste Liebe erlebt und die Geschichte setzt, nach der Trennung von ihr und Ed an. Sie packt einen Karton voll mit allen Gegenständen, die sie in der Beziehung gesammelt hat. Dazu setzt Min einen langen Brief zu jedem Teil auf, erklärt ihrer ehemaligen Liebe Ed, was sie damit verbindet und warum es genau deswegen auch Aus ist.

Begleitet wird die Geschichte mit bunten, großen Bildern von der Illustratorin Maira Kalman zu jedem Gegenstand. Diese fand ich unfassbar liebevoll gestaltet. Für mich machten die Bilder einige Szenen noch atmosphärischer und machten es mir einfach, viele Szenen im Buch noch besser vor Augen zu haben. Zudem beginnt jedes Kapitel mit einem bunten Satz. Es ist das erste Mal, dass ich einen Roman mit bunten Sätzen lese. Ich fand das total schön.

Ich hatte jedoch so meine Schwierigkeiten in das Buch hineinzufinden. Der Schreibstil besteht oft aus sehr langen Sätzen (teilweise habe ich 12 – 15 Zeilen für einen Satz gezählt) und schweift gerne in random Beschreibungen ab. Zudem sind manche Aussagen nicht zeitgemäß bzw. politisch korrekt, wodurch ich manche Dialoge als heftig empfand. Damit gestaltete sich das Lesen für mich oft als herausfordernd.

Min durfte ich als romantische Hauptfigur kennenlernen. Sie misst den Gegenständen einen hohen emotionalen Wert bei und hebt von Kronkorken bis über Eds Briefe alles auf. Ich fand sie süß, getreu der ersten Liebe auch manchmal etwas naiv.

Zudem ist Min eine absolute Filmliebhaberin von sehr alten Klassikern und liebt es, ganz viele Vergleiche und Anspielungen zu ihren Lieblingsfilmen zu machen. Ich kannte leider keinen der Filme und fand es Schade, so viele Anspielungen nicht zu verstehen. Für jeden Fan der alten Klassiker, ist dieser Part jedoch sicherlich ein Highlight.

Wer jedoch absolut kein Sympathieträger ist, ist Ed. Er ist der beliebte Sportler der Schule und absoluter Mädchenschwarm. Wie gemacht für eine Teenie-Schulromanze. Doch in der Liebesgeschichte ist er alles andere als perfekt.

Tatsächlich konnte ich ihre Gefühle für ihn nie ganz nachvollziehen. Dafür war mir der Aufbau der Gefühle zu kurz und Ed wahrscheinlich zu unsympathisch. Ein Prickeln oder die Schmetterlinge im Bauch, kamen nicht bei mir an. Eher konnte ich nachvollziehen, warum die Beziehung zu einem Aus führt – worum es letztendlich ja auch in dem Buch gehen soll.

Fazit:

Eine originelle Idee für eine etwas andere Liebesgeschichte. Der Fokus liegt dabei nicht auf dem Entwickeln großer Gefühle, sondern auf dem Abbau. Dieser Neuauflage wurde eine liebevolle Gestaltung geschenkt mit Bildern zu den Gegenständen und vielen bunten Sätzen in den Kapiteln. Dennoch hatte ich so meine Schwierigkeiten mit dem Schreibstil bezüglich Satzlänge, zeitgemäßer Schreibweise und auch einige Filmanspielungen haben mich oft aus dem Lesefluss gerissen.

Die Hauptfigur Min empfand ich größtenteils als süß, romantisch und naiv, während ihr Love Interest nicht mit seinen sympathischen Seiten glänzte. In ihre Romanze konnte ich mich nicht immer ganz hineinversetzen, aber ihr Entlieben habe ich umso mehr nachempfinden können.

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Veröffentlicht am 11.03.2025

Unsere liebsten Schurken!

Apprentice to the Villain
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„Apprentice to the Villain“ öffnet erneut die Türen zum Schurkenbüro. Der Alltag im Büro wird dabei völlig auf die Schippe genommen und liefert einige trockene Jokes, bei denen jeder Büromensch mal schmunzeln ...

„Apprentice to the Villain“ öffnet erneut die Türen zum Schurkenbüro. Der Alltag im Büro wird dabei völlig auf die Schippe genommen und liefert einige trockene Jokes, bei denen jeder Büromensch mal schmunzeln muss. Wir wären jedoch nicht im Schurkenbüro, wenn dort nicht auch Missetaten, Rache und Chaos geplant werden. Hier geht es um den Kampf gegen Bürounterlagen, Praktikanten, aber auch gegen den König des Landes.

Ich liebe das schurkische Setting von Hannah Nicole Maehrer immer noch abgöttisch. Es ist skurril, humorvoll klischeehaft und lässt einen schmunzeln, schnauben und losprusten. Allgemein ist der Humor von Autorin Maehrer so trocken wie die Wüste und genau nach meinem Geschmack.

Der Plot geht in die Richtung Prophezeiung-Trope und zwingt die Charaktere auf neue Abenteuer, Recherchen und zu Begegnungen mit ihren alten Dämonen. Ich fand es spannend, mal auf der Seite der Bösen zu sein, die bei einer Prophezeiung vermeintlich nicht gut wegkommen sollen.

Was mich jedoch besonders abgeholt hat in Band 2, ist die slow burn Romanze. Die Dynamik zwischen den Hauptfiguren wurde immer besser und kribbeliger. Ihre Lovestory ist feet kicking-süß. Sie sorgen auch für einige, verträumte „Hach"s durch ihre tollpatschige Art miteinander oder durch unterschwellige Eifersucht.

Evie legt in Band 2 eine besondere Entwicklung hin. Wir durften sie mutiger und blutrünstiger kennenlernen und sie steht immer häufiger für sich ein. Zusammengefasst: Sie wird immer schurkischer. Gleichzeitig behält sie ihre Sonnenschein-Persönlichkeit, begegnet jedem mit einem Lächeln und einem Kompliment auf den Lippen. Eine spannende Verzweigung einer vielschichtigen Person.

Der Schurke wiederum lässt sich immer mehr von seiner Assistentin anstecken. Erkennt fröhliche Seiten an sich und positive Gefühle. Dabei bleibt er dennoch grumpy, schurkisch und einfach herzallerliebst. Ein Bösewicht für die Book Boyfriend-Liste!

Auf die anderen Angestellten im Schurkenbüro und damit die Found Family der Hauptfiguren, habe ich mich ebenfalls wieder sehr gefreut. Ihre grauschattierten Persönlichkeiten wurden noch besser ausgearbeitet, es gab mehr Hintergrundgeschichten zu ihnen und ich habe sie alle gerne näher kennengelernt. Mein weiterer Favorit unter ihnen: ein Frosch mit seinen 1-Wort-Schildern.  

Fazit:

Ich liebe das besondere, schurkische Setting und fand es spannend, bei einer Fantasy-Prophezeiung mal auf der bösen Seite zu stehen. Ich habe gelacht, war an die Seiten gefesselt und war komplett verzückt von der Romanze. Die Charaktere entwickeln sich alle neu und erzählen mehr über sich. Ich fand insbesondere Evies Stärke und eigentlich jeden Auftritt von Trystan wundervoll.  Aber auch die Arbeitsfamilie schleicht sich immer weiter in mein Leserherz hinein.

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Veröffentlicht am 05.03.2025

Astronomie x Astrologie Romance

Meet Me Under The Stars
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„Meet Me Under The Stars" fühlt sich an, wie ein Date im Planetarium oder unter dem Sternenhimmel auf einer Picknickdecke mit Teleskop daneben. Es ist ruhig, man verbringt die Zeit viel mit Gesprächen ...

„Meet Me Under The Stars" fühlt sich an, wie ein Date im Planetarium oder unter dem Sternenhimmel auf einer Picknickdecke mit Teleskop daneben. Es ist ruhig, man verbringt die Zeit viel mit Gesprächen über unser Universum und lässt sich verzaubern von den Sternen.

Zwischen Nova und Weston ist es Hass auf den ersten Blick. Sie verbindet ihre Liebe zu den Sternen, aber ihre Ansichten könnten nicht unterschiedlicher sein. Seine Vorliebe gilt der Astrologie und der Wissenschaft, ihre Vorlieben liegen bei der Astronomie und Esoterik. So geraten die Beiden bereits im ersten Gespräch aneinander und nehmen keinen Blatt vor den Mund. Ihre gemeinsamen Momente sind voller Kabelleien, schneller Konter und dabei knistert es gewaltig.

Mir hat es sehr gut gefallen, wie der Schlagabtausch zwischen den Hauptfiguren zeitgleich auch super informativ war. Sie erklären sich dabei gegenseitig unfassbar viele Bereiche aus der Astronomie und Astrologie. Dadurch hatte ich selbst einen intensiveren Einblick zur Sternenthematik.

Dennoch hätte meinetwegen gerne etwas mehr passieren können. Es geht wirklich lange um ein bis zwei Geheimnisse, über die nicht offen gesprochen werden. Ich persönlich bin ein größerer Fan von offener Kommunikation. Damit hat es sich für mich ein wenig gezogen. Allerdings fand ich es auch schön, dass das Buch so viele entschleunigende Momente hatte. Der cozy Vibe hatte seinen Charme.

Fazit:

Hier ist für Sternenliebhaber jeder Art etwas dabei. Insgesamt ist das Buch eher gemütlich mit seinen Szenen und bietet insbesondere im Schlagabtausch der Charaktere Dynamik. Mir wäre es lediglich lieber gewesen, wären die Charaktere an manchen Stellen offener zueinander gewesen. Für mich kommt persönlich hinzu, dass ich es nicht mag, wenn ich so lange auf einen Knall warten muss, der offensichtlich kommen wird.

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Veröffentlicht am 15.01.2025

Flügelschuhe, Armbrust und Liebe im Olymp

Valentina Amor. Love is in the air (oder woanders)
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„Ich lach mich schlapp“, „Ich heule vor Lachen“, „HAHA“ – meine Ausrufe während des Lesens.

Die Autorin Sarah M. Kempen trifft so zielsicher meinen Humor, wie ihre Liebesgötter ihre Pärchen. Der Humor, ...

„Ich lach mich schlapp“, „Ich heule vor Lachen“, „HAHA“ – meine Ausrufe während des Lesens.

Die Autorin Sarah M. Kempen trifft so zielsicher meinen Humor, wie ihre Liebesgötter ihre Pärchen. Der Humor, die Situationskomik, die Dialoge oder Sidekicks, wie die sprechende Taube, die deine Snacks versucht zu klauen, stechen für mich in diesem Buch besonders stark und positiv hervor.

Die Autorin schreibt unfassbar flüssig und ich bin jedes Mal wieder erstaunt darüber, wie schnell ich durch ihre Geschichte flitze. Dabei zeichnet sie immer bildhafte Bilder vor meinen Augen, sei es über die Wattewölkchen auf der Liebesgötter-Party im Olymp oder über Amor in Jogginghose statt in seiner Toga.

In diesem Band dreht sich alles darum, wie es wäre, würde sich eine Liebesgöttin selbst verlieben. Natürlich wäre es nicht Valentina, wenn das nicht mit vielen Fettnäpfchen, Chaos und Tollpatschigkeit einhergeht. Wie sie damit umgeht, hat einen unfassbaren Unterhaltungswert, aber ließ mich als Leserin auch ganz stark mitfiebern.

Die Charaktere fand ich allesamt super ausgearbeitet - mit vielen Ecken und Kanten, ganz viel Sympathie und Erkennungsmerkmalen. Hauptfigur Valentina mag ich insbesondere für ihren Humor, ihre Leidenschaft, wenn es darum geht, Personen zu verkuppeln, aber auch für ihre Tollpatschigkeit. Taube Bussi ist natürlich auch ein Highlight. Doch auch die Beschreibungen aller Gottheiten des Olymps hauen mich jedes Mal um. Wie viel Kreativität kann eine Autorin haben? Ich feiere insbesondere den „Eintritt“ eines ganz bestimmten, neuen Gottes.

Besonders die Liebe zur Liebe und die Wertschätzung dem Gefühl gegenüber, imponieren mir in der ganzen Reihe total. Allerdings liebe ich hier, dass in diesem Band auch die Probleme, Herzschmerz, das Chaos der Gefühle aufgegriffen werden. Gerade die Bandbreite an Gefühlen bei der ersten Liebe, wird hier wunderbar aufgegriffen. So hatte ich nicht nur neue Bauchmuskeln vor Lachen, sondern wurde auch emotional bewegt, war ergriffen und berührt. Für mich daher ein absolutes Wohlfühlbuch mit Tiefgründigkeit.

Fazit:

Fantasievoll, neuartig, ein Highlight. Ich liebe dieses Buch und wie es mich beim Lesen in jeder erdenklichen Richtung mitfühlen lässt. Wer die Liebe liebt und gerne Lachtränen weint, ist hier wunderbar aufgehoben.

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Veröffentlicht am 04.01.2025

Wahrheit oder Lüge?

Honesty. Was die Wahrheit verbirgt
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„Honesty“ bedient sich an einem klassischen Sci-Fi-Plot. Hier begegnen wir einer Utopie, die zu perfekt scheint und die man schnell hinterfragt. Eine Hauptfigur, die nicht in das Raster der „perfekten“ ...

„Honesty“ bedient sich an einem klassischen Sci-Fi-Plot. Hier begegnen wir einer Utopie, die zu perfekt scheint und die man schnell hinterfragt. Eine Hauptfigur, die nicht in das Raster der „perfekten“ Regierung hineinpasst und deswegen ständig in Gefahr ist. Doch Franzi Kopka verbindet das mit einer großartigen neuen Idee und fokussiert sich in ihrer Utopie insbesondere auf das menschliche Verhalten. Denn Menschen können in der neuen Welt weder Lügen noch negative Emotionen fühlen.

Der Weltenentwurf wird mit spannenden Details ausgeschmückt. Menschen nehmen Tabletten, die dazu zwingen die Wahrheit zu sagen und haben eine hochmoderne KI, die das Leben für sie erleichtert, aber auch über jede Kamera und Mikrofone auf Unregelmäßigkeiten überprüft. Was ich an gesellschaftskritischen Zukunftsszenarien in Büchern ja besonders liebe, ist die realitätsnähe. KIs sind ein Zukunftstrend und die Autorin beschreibt absolut realistisch über das Szenario, dass wir fast schon gezwungen werden uns perfekt zu verhalten, wenn wir unter dauerhafter Überprüfung stehen.

Trotzdem hätte ich mir noch mehr Details zum Weltenentwurf gewünscht. Mir wird die Welt im Auftakt zu wenig erklärt. Stattdessen wird das neue Zukunftsszenario wie selbstverständlich gelebt, so dass ich beim Lesen die Unterschiede zur heutigen Zeit eher nebenbei herauslesen konnte. Das ist natürlich sehr authentisch und man wird nicht mit Informationen überladen oder im Lesefluss gestört. Gerade zu Beginn hätte ich die Informationen aber gerne etwas mehr in die Tiefe gehabt. Wie die Utopie aufgebaut wurde, wieso niemand lügt und warum gerade das zu einer Utopie geführt hat.

Dafür kam ich schnell in der Gefühlswelt der Hauptfigur Mae an. Sie lügt nicht, kann aber negative Emotionen kaum regulieren. Es wird schnell klar, dass sie sich anders verhält als andere Menschen in ihrer Umgebung. Und, dass das gefährlich für sie ist. Für mich, hat sie das nur menschlicher gemacht.

Die Menschen in dieser Utopie sind unverschämt ehrlich und in solchen Momenten, wollte ich zusammen mit ihr Wut fühlen. Verzweiflung, wenn etwas ungerechtfertigt ist. Ich habe es geliebt, wie die Geschichte zum Nachdenken anregt über den eigenen Blickwinkel gegenüber Lügen und negative Emotionen. Das Buch zeigt, wie befreiend diese Gefühle sein können und wie ungesund es ist, sie zu unterdrücken. Wunderschöne Botschaften, die hier übermittelt werden.

All das verpackt die Autorin in einen sehr bildhaften Schreibstil. Insbesondere die technischen Details, konnte sie mir bildhaft vor Augen führen. Sie hat außerdem ein Talent dafür, ihren Charakteren Hand und Fuß zu geben. Ich konnte mich sehr gut in die Hauptfigur hineinversetzen und ein Gefühl für die unterschiedlichen Persönlichkeiten der Nebencharaktere bekommen.

Dennoch waren es für mich stellenweise zu viele Seiten, in denen wenig Plot vorkam. Die Geschichte verliert sich teilweise in Alltagsbeschreibungen. Ich war bereit für einen spannenden Utopie-Plot. Doch der Auftakt geht eher gemächlich los, beschreibt lange Maes Angst vor ihren Emotionen und das Partnerschaftsprogramm, während ich auf Action, Ermittlungen und Enthüllungen gewartet habe. Dadurch kam es für mich zu einigen Längen.

Fazit:

Gesellschaftskritisch, realitätsnah und mit tollen Botschaften. Dennoch stellenweise etwas langatmig.

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