Profilbild von Langeweile

Langeweile

Lesejury Star
online

Langeweile ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Langeweile über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.12.2021

Deutschland aus verschiedenen Blickwinkeln

Von Grenzen und Stegen
0

Eingebettet in seine persönliche Familiengeschichte,berichtet der Autor über Deutschland vor, während und nach der Teilung. Er berücksichtigt hierbei die verschiedenen Perspektiven aus Ost und West. Man ...

Eingebettet in seine persönliche Familiengeschichte,berichtet der Autor über Deutschland vor, während und nach der Teilung. Er berücksichtigt hierbei die verschiedenen Perspektiven aus Ost und West. Man merkt dem Buch deutlich an, wieviel Recherchearbeit erforderlich war um die vielen Fakten ins rechte Licht zu setzen,was auch zusätzlich durch diverse Quellenangaben untermauert wird.

Neben seiner persönlichen Geschichte (Schulzeit, Abitur, viele berufliche Umwege) ist es auch die Geschichte seiner Eltern und Großeltern, welche hier thematisiert wird. Daneben gibt es auch immer wieder Ausblicke in die Weltpolitik zu den verschiedenen Zeiten.Er macht deutlich, dass Deutschland zwar wiedervereinigt ist, die Spaltung in der Gesellschaft aber auf verschiedenen Ebenen fortbesteht.

Obwohl ich großen Respekt davor habe, mit welcher Akribie sich der Autor dieses Themas angenommen hat, konnte ich mich bis zum Schluss nicht mit dem sprunghaften Schreibstil anfreunden. Der ständige Wechsel in verschiedene Zeiten, ließ meinen Lesefluss immer wieder ins Stocken geraten.Daher von mir leider nur vier von fünf SternenIch

Veröffentlicht am 24.12.2021

Keiner hat etwas gesehen

Die Ungerächten
0

Inhalt übernommen:

Frankfurt am Main, 1947. In den Trümmern der Stadt fahndet die junge Hannah Bloch, eine Überlebende der Aktion T4, im Auftrag der Amerikaner nach Kriegsverbrechern. Ihre Aufgabe führt ...

Inhalt übernommen:

Frankfurt am Main, 1947. In den Trümmern der Stadt fahndet die junge Hannah Bloch, eine Überlebende der Aktion T4, im Auftrag der Amerikaner nach Kriegsverbrechern. Ihre Aufgabe führt sie nach England, wo sie dem Mörder ihres Geliebten auf die Spur kommt. Sie verfolgt ihn quer durch Europa. Auf ihrem Weg lernt sie den ehemaligen KZ-Häftling Pawel kennen, der nur einen Gedanken kennt: Rache. In ihm findet sie einen Gleichgesinnten, doch Pawel hütet ein dunkles Geheimnis. Sein Hass droht nicht nur ihn zu vergiften, sondern auch Hannah …

Meine Meinung:

Der Autor hat sich dieses schwierigen Themas auf eine sehr sensible Weise angenommen, die mich durchgehend begeistert hat.

Die Entwicklung, der im Mittelpunkt stehenden Protagonisten, wird äußerst präzise dargestellt. Hannah und Pawel haben eine unterschiedliche Herangehensweise ,um ihre schweren Erlebnisse zu verarbeiten,die zu Anfang einige Gleichheiten aufweist,jedoch mehr und mehr auseinanderdriftet.Es war sehr erschreckend zu beobachten, was der Wunsch nach Rache in einem Menschen bewirken kann und wie er ihn nachhaltig verändert.

Was außerdem sehr interessant war, ist der geschichtliche Hintergrund. Die legalen und illegalen Tricks, die es den einstigen Nazigrößen ermöglichten, unbehelligt weiterzuleben(Persilschein),machten mich sehr betroffen.Schonungslos wurde auch dargestellt, welche Rolle die Kirche in dieser Angelegenheit gespielt hat, da gab es für mich einiges Neues zu erfahren.

Fazit:

Ein äußerst genau recherchierter geschichtlicher Roman,den ich sehr gerne weiterempfehle.

Veröffentlicht am 22.12.2021

Viel Lokalkolorit, aber kein Krimi

Betongold
0

Als der Immobilienhai „Schani“ tot in einer Baugrube gefunden wird, fühlt sich der ehemalige Polizist, der aufgrund seiner Bechterew Erkrankung den Dienst quittieren musste, verpflichtet den Tod seines ...

Als der Immobilienhai „Schani“ tot in einer Baugrube gefunden wird, fühlt sich der ehemalige Polizist, der aufgrund seiner Bechterew Erkrankung den Dienst quittieren musste, verpflichtet den Tod seines Freundes aufzuklären. Er führt zahlreiche Gespräche, welche bevorzugt immer in seiner Stammkneipe stattfinden, um der Sache auf den Grund zu gehen. Obwohl ich Krimis mit Lokalkolorit mag und auch durchaus bereit bin,einer langwierigen Ermittlung zu folgen,war es mir hier eindeutig zuviel des Guten. Zwar gab es einige interessante Ausblicke in die bayerische Gesellschaft und die legalen und illegalen Geschäfte der Baubranche, allerdings blieb der Krimi, jedenfalls für meinen Geschmack, völlig auf der Strecke.
Außerdem gab es zu viele Wiederholungen, sei es die Krebserkrankung von Monique oder der Bechterew ,sowie die Schmerztherapie mitCannabis,irgendwann nervte es nur noch.
Die Auflösung als solches war zwar schlüssig und nachvollziehbar, für einen Krimi gab es aber deutlich zu wenig Spannung. Von mir daher keine Lese Empfehlung.

Veröffentlicht am 20.12.2021

Bree und die schwedischen Männer

Winterlichter über Blåbärsskog
0

Bree ,die beruflich als Friseurin und Visagistin arbeitet und ziemlich viel unterwegs ist,nutzt eine Pause um ihre Freundin Milla in Schweden zu besuchen. Die ist gerade damit beschäftigt eine Pension ...

Bree ,die beruflich als Friseurin und Visagistin arbeitet und ziemlich viel unterwegs ist,nutzt eine Pause um ihre Freundin Milla in Schweden zu besuchen. Die ist gerade damit beschäftigt eine Pension aufzubauen und Bree will ihr dabei unter die Arme greifen.

Doch wie oft im Leben, kommt alles etwas anders. Die Chefin des örtlichen Friseursalons hat einen Unfall und kann nicht arbeiten. Spontan springt Bree ein und hält den Betrieb aufrecht. Aus diesem Job ergeben sich noch andere und so ist sie mehr als beschäftigt und hat wenig Zeit für ihre Freundin. Außerdem gibt es zwei attraktive Männer, die sich für sie interessieren und Bree hat die Qual der Wahl.

Ich habe mich sofort in der Geschichte sehr wohl gefühlt. Das lag zum einen an dem lockeren ,aber auch sehr emotionalen Schreibstil, außerdem an den gut gezeichneten und realistisch beschriebenen Protagonisten. Die Beschreibung der schwedischen Landschaft, sowie der speziellen Bräuche, hat mir ebenfalls gut gefallen. Natürlich wurden auch spezielle schwedische Köstlichkeiten in die Geschichte eingebaut.

Einige Dialoge brachte mich zum Schmunzeln und teilweise zum Lachen. Zum Schluss wurde es noch ziemlich dramatisch, um dann mit einem versöhnlichen Schluss zu enden. Ich habe mich sehr gut unterhalten und empfehle das Buch gerne weiter. Von mir gibt es fünf Sterne.

Veröffentlicht am 17.12.2021

Die geteilte Familie

Wenn ich wiederkomme
0

Das Buch behandelt die Situation von Frauen, die ihre Familie verlassen, um im Ausland als Pflegekräfte zu arbeiten und dadurch die Familie finanziell zu unterstützen.
Die rumänische Protagonistin Daniela ...

Das Buch behandelt die Situation von Frauen, die ihre Familie verlassen, um im Ausland als Pflegekräfte zu arbeiten und dadurch die Familie finanziell zu unterstützen.
Die rumänische Protagonistin Daniela verlässt in einer Nacht-und-Nebel-Aktion ihre Familie um in Mailand zu arbeiten. Der damals zwölfjährige Sohn Manuel und die 20-jährige Tochter Angelica ,sowie ihr Mann bleiben zurück. Die Geschichte wird im Wechsel aus der Sicht von Manuel und seiner Schwester sowie Daniela erzählt. In regelmäßigen Telefonaten beschwört sie ihren Sohn, einen guten Schulabschluss zu schaffen, um ein besseres Leben führen zu können, als sie es hat. Ihr Mann fällt in ein tiefes Loch,läßt sich gehen und ist für seine Familie keine Hilfe.Manuels einzige Unterstützung ist sein Opa, der sich liebevoll um ihn kümmert. Als dieser stirbt, bricht für den Jungen die Welt zusammen.
Im zweiten Teil wird die Geschichte aus der Sicht von Daniela erzählt, die wahrlich kein leichtes Leben hat.
Obwohl mich das Thema als solches sehr berührt hat, kam ich mit dem Schreibstil nicht zurecht und konnte keine wirkliche Verbindung zu den Protagonisten aufbauen. Ich bin mir bewusst, dass Danielas Schicksal kein Einzelfall ist und mir ist bekannt, dass es sehr viele Frauen in ihrer Situation gibt, die auch in unserem Land arbeiten, um ihrer Familie ein besseres Leben zu ermöglichen. Was sie dafür auf sich nehmen, darüber denkt man viel zu selten nach. Insofern hat mich das Buch etwas mehr für dieses Thema sensibilisiert und läßt mich nachdenklich zurück.