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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.10.2025

Ein fesselnder Psychothriller, der nicht nur mit seinem Nervenkitzel, sondern auch mit seiner Tiefe überzeugt und lange nachhallt.

Brackwasser - Stille Wasser sind tief. Und manche sogar tödlich …
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Darum geht es:

Vor über zwanzig Jahren hat Svea ihre Heimat an der Schlei hinter sich gelassen. Zu groß war der Schmerz nach dem spurlosen Verschwinden ihrer besten Freundin. Jetzt, Jahrzehnte später, ...

Darum geht es:

Vor über zwanzig Jahren hat Svea ihre Heimat an der Schlei hinter sich gelassen. Zu groß war der Schmerz nach dem spurlosen Verschwinden ihrer besten Freundin. Jetzt, Jahrzehnte später, wird deren Leiche tief im Wald entdeckt. Für Svea ist sofort klar, wer verantwortlich ist! Ihr Schwager, der damals mit der Toten zusammen war und die Gegend wie kein anderer kennt. Während sie entschlossen versucht, ihre Schwester Fenja und deren Kinder vor ihm zu schützen, stößt sie auf Misstrauen. Denn um die Wahrheit zu sagen, müsste Svea ein Geheimnis offenbaren über die Nacht, in der alles begann.



Mein Leseeindruck:

Schon nach wenigen Seiten war ich mitten im Geschehen. Gefangen in einer Atmosphäre, die mich nicht mehr losgelassen hat. Das Setting hat mich fasziniert. Eine abgeschottete Gemeinschaft, die jeden Einfluss von außen ablehnt und mit strikter Überzeugung ihre eigenen Regeln lebt. Dieses Umfeld verleiht der Handlung eine beklemmende, beinahe klaustrophobische Spannung, die sich von Seite zu Seite steigert. Der Schreibstil von Jana Stieler ist ausdrucksstark und eindringlich. Jede Szene wirkt greifbar, jede Emotion authentisch. Besonders beeindruckt hat mich, wie die Autorin in die psychologischen Abgründe ihrer Figuren eintaucht. Immer wieder wurde ich in die Irre geführt, habe Vermutungen angestellt und mich doch erneut überraschen lassen. Mehr als einmal habe ich mich dabei ertappt, wie ich beim Lesen die Luft angehalten oder mich am liebsten unter der Decke versteckt hätte. Die Spannung baut sich stetig auf und entlädt sich schließlich in einem Finale, das mich vollkommen zufrieden und zugleich nachdenklich zurückgelassen hat.

Fazit:

5/5 Sterne! Ein fesselnder Psychothriller, der nicht nur mit seinem Nervenkitzel, sondern auch mit seiner Tiefe überzeugt und lange nachhallt.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.10.2025

Ein intensives, unvergessliches Leseerlebnis, das unter die Haut geht und die Kraft von Liebe und Familie spürbar macht.

Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104
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Darum geht es:
Der Roman erzählt von den Folgen des Krieges und den Spuren, die er über Generationen hinweg hinterlässt. Im Mittelpunkt steht ein Junge, der nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ohne Erinnerung ...

Darum geht es:
Der Roman erzählt von den Folgen des Krieges und den Spuren, die er über Generationen hinweg hinterlässt. Im Mittelpunkt steht ein Junge, der nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ohne Erinnerung an seine Herkunft gefunden wird. Er erhält den Namen Hartmut und wächst in einem katholischen Kinderheim auf, das von Strenge und Härte geprägt ist. Dort begegnet er der älteren Margret, einer Kriegswaise, die ihm Schutz und Nähe bietet. Zwischen den beiden entsteht eine tiefe Bindung, die ihr weiteres Leben prägt. Trotz ihres Wunsches nach einem normalen Dasein werden sie immer wieder von ihrer Vergangenheit eingeholt. Viele Jahre später beginnt ihre Urenkelin Emily, das Schweigen innerhalb der Familie zu brechen, und entdeckt, wie sehr die Erlebnisse ihrer Urgroßelter das Leben der nachfolgenden Generationen beeinflusst haben.

Mein Leseeindruck:
Dieses Buch ist für mich ein absolutes Jahreshighlight. Die Geschichte ist mir von der ersten Seite an so sehr unter die Haut gegangen, dass ich durchgehend einen Kloß im Hals hatte.
Das Schicksal, das über Generationen eine ganze Familie prägt, hat mich zutiefst sprachlos gemacht. Immer wieder wechselt die Erzählung zwischen Rückblicken in die Vergangenheit und der Gegenwart, wodurch die Entwicklungen und Zusammenhänge der Figuren sehr eindringlich werden. Was Hartmut und Margret erlebt haben, überschreitet jede Grenze des Menschlichen. Gedemütigt, Gewalt und Entwürdigung prägen ihre Kindheit in einem System, das eigentlich Schutz versprechen sollte, stattdessen aber zerstört. Dabei wird sehr deutlich, dass wir uns nicht aussuchen können, in welche Umstände wir hineingeboren werden, und wie prägend diese für unser Leben sein können. Die Autorin beschreibt all dies so authentisch, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Die Figuren sind mir dabei besonders ans Herz gewachsen. Egal, ob ich Hartmut (Hardy) als kleinen Jungen im Heim begleitet habe oder ihn später als Urgroßvater erlebt habe, seine Entwicklung und seine Verletzlichkeit berühren tief. Auch seine Urenkelin Emily ist eine beeindruckende Figur. Schon als junges Mädchen zeigt sie Stärke und Entschlossenheit, trotz der belastenden Vergangenheit ihrer Mutter, ihrer Großmutter und ihrer Urgroßeltern. Ihre Geschichte verbindet Gegenwart und Vergangenheit auf eindrucksvolle Weise und macht die familiären Verstrickungen sowie die Auswirkungen von Hardy und Margrets Schicksal greifbar und lebendig

Fazit:
5/5 ⭐️ Ein intensives, unvergessliches Leseerlebnis, das unter die Haut geht und die Kraft von Liebe und Familie spürbar macht. Chapeau, liebe Susanne Abel, für diese meisterhaft erzählte Geschichte! ❤️❤️❤️

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Veröffentlicht am 07.10.2025

Ein wundervoller, bewegender Roman!

Traummomente in der Bergpraxis
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Darum geht es:

Nach vierzehn Jahren kehrt Marie nur widerwillig in ihre Heimat zurück. Zu tief sitzen die Erinnerungen an das Unglück, das damals alles verändert hat. Doch als ihre Großmutter Fanny Hilfe ...

Darum geht es:

Nach vierzehn Jahren kehrt Marie nur widerwillig in ihre Heimat zurück. Zu tief sitzen die Erinnerungen an das Unglück, das damals alles verändert hat. Doch als ihre Großmutter Fanny Hilfe braucht, zögert Marie nicht lange. Für sie ist klar: Familie geht vor. Schon bald findet sie sich in dem kleinen Dorf Waldkirch wieder und in einer neuen Stelle als Arzthelferin. Ihr Chef, der Kinderarzt Simon Thaler, verkörpert alles, was Marie hinter sich lassen wollte. Verbundenheit mit den Bergen, Vertrauen ins Leben und die Fähigkeit, zu fühlen. Mit seiner ruhigen Art und seinem offenen Herzen bringt er sie immer wieder aus dem Gleichgewicht. Doch Marie hat sich geschworen, nie wieder jemanden in Waldkirch ihr Herz zu schenken. Wird sie erneut davonlaufen?

Mein Leseeindruck:

Ich habe den zweiten Band der Bergpraxis-Reihe sogar noch mehr geliebt als den ersten! Jana Lukas versteht es, Emotion, Tiefe und Lebensnähe miteinander zu verbinden und mich als Leserin mitten ins Herz zu treffen. Marie Brunner hat es alles andere als leicht, als sie nach Waldkirch zurückkehrt. Nicht nur die Erinnerungen an die Vergangenheit machen ihr zu schaffen, auch die Vorurteile und das Gerede im Dorf setzen ihr zu. Zu sehen, wie sie mit dieser Ablehnung umgeht, hat mich sehr berührt. Trotz der Kränkungen und Ablehnungen bleibt sie sich irgendwie selbst treu, zeigt Stärke, wo andere längst aufgegeben hätten, und wächst über sich hinaus. Ich habe sie vom ersten Moment an in mein Herz geschlossen und unheimlich mit ihr mitgelitten. Und können wir bitte über Simon Thaler sprechen? Was für ein toller Mann! Warmherzig, authentisch und mit einer ruhigen Tiefe, die einen sofort beim Lesen erreicht. Durch den Perspektivenwechsel zwischen Marie und Simon konnte ich Gefühle, Ängste und Hoffnungen noch intensiver nachempfinden. Der Schreibstil der Autorin ist gewohnt flüssig, bildhaft und voller Gefühl. Man fliegt nur so durch die Seiten, spürt die klare Bergluft, das Kribbeln erster Gefühle und den Schmerz vergangener Wunden.

Fazit:

5/5 Sterne! Ein wundervoller, bewegender Roman über Mut, Vergebung und die Kraft, wieder an das Gute zu glauben. Für mich das bisher schönste Buch der Reihe.

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Veröffentlicht am 09.09.2025

Geht leider nicht so tief, wie ich es mir gewünscht hätte.

Heimat
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Darum geht es:
Jana zieht mit ihrer Familie aufs Land. Das neue Haus, der weite Garten, all der Platz für die Kinder, eigentlich sollte es sich nach Erfüllung anfühlen, doch in ihr wächst eine seltsame ...

Darum geht es:
Jana zieht mit ihrer Familie aufs Land. Das neue Haus, der weite Garten, all der Platz für die Kinder, eigentlich sollte es sich nach Erfüllung anfühlen, doch in ihr wächst eine seltsame Leere. Orientierung findet sie zunächst bei Karolin, einer Nachbarin, die scheinbar mühelos Geborgenheit, Glück und ein Gefühl von Sinn verkörpert. Bald stößt Jana jedoch auf Karolins Instagram-Welt. Zwischen Blumenkränzen und Apfel-Tartes propagiert sie dort ein rückwärtsgewandtes Ideal. Das Leben als demütige Ehefrau und Mutter, verpackt in idyllische Naturbilder und moderne Hashtags. Jana ist irritiert und zugleich seltsam gefesselt. Gegen ihre eigenen Überzeugungen verspürt sie Neid auf die Klarheit, mit der Karolin ihr Weltbild auslebt. Doch je näher sie dieser verführerischen Inszenierung kommt, desto stärker bröckelt die glänzende Oberfläche. Etwas Dunkles lauert, was Jana nicht mehr loslässt.

Mein Leseeindruck:
Selten habe ich mich auf einen Roman so gefreut wie auf diesen. Die Grundidee ist schlicht großartig. Zwei Frauen, zwei Lebensentwürfe und dazwischen die Frage, wie verlockend die Idylle wirkt, wenn man selbst ins Straucheln gerät. Genau dieses Spannungsfeld hat mich sofort gepackt. Und ja, die Autorin versteht es, zu schreiben! Der Schreibstil ist flüssig, leicht und eingängig. Man gleitet mühelos durch die Seiten. Eigentlich die besten Voraussetzungen für ein Lesehighlight. Aber, und das ist mein großes ABER: Die Tiefe hat mir völlig gefehlt.
Ich habe zu keiner der Figuren Zugang gefunden, weder zu Jana noch zu ihrem Mann noch zu Karolin. Alles bleibt seltsam oberflächlich, fast skizzenhaft. Viele Fragen, die sich beim Lesen aufdrängen, bleiben unbeantwortet. Dadurch habe ich mich emotional nie richtig gebunden gefühlt, was bei so einem spannenden Thema einfach schade ist.

Fazit:
3/5 ⭐️ Ein Roman mit einer brillanten Idee und tollem Schreibstil, der leider nicht so tief geht, wie ich es mir gewünscht hätte.

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Veröffentlicht am 07.09.2025

Ein Roman, der Sommerstimmung und beklemmende Kontrolle eindrucksvoll verbindet.

Ein grenzenloser Sommer
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Darum geht es
Sommer 1988: Auf der MS Arkona, einem Kreuzfahrtschiff der DDR, treffen zwei Welten aufeinander Westdeutsche Urlaubsgäste auf der einen Seite, ostdeutsche Besatzung auf der anderen Seite. ...

Darum geht es
Sommer 1988: Auf der MS Arkona, einem Kreuzfahrtschiff der DDR, treffen zwei Welten aufeinander Westdeutsche Urlaubsgäste auf der einen Seite, ostdeutsche Besatzung auf der anderen Seite. Mitten in diesem Spannungsfeld lernen sich Ronni, ein junger Steward aus Dresden, und Sabine, Jurastudentin aus Frankfurt am Main, kennen Zwischen Schichtdienst und Landgängen, zwischen Bordkino und Wäscherei entsteht eine heimliche Nähe. Ihre Treffen bleiben riskant. Denn auch auf hoher See ist die Staatssicherheit präsent, und Beziehungen zwischen Besatzung und Passagieren sind streng verboten. Als die Verbindung ans Licht kommt, gerät Ronni unter Druck. Für ihn beginnt ein gefährliches Ringen zwischen Pflicht und Sehnsucht, zwischen der Bindung an sein Land und dem Wunsch nach Freiheit und nach der Liebe zu Sabine.

Mein Leseeindruck:
Das ist der erste Roman, den ich von Ralf Günther gelesen habe. Die Geschichte hat mich begeistert. Zwar habe ich anfangs etwas gebraucht, um in die Geschichte hineinzufinden, doch nach kurzer Zeit hat mich die Handlung dann vollkommen gepackt. Der Roman vermittelt eine ganz besondere Atmosphäre. Sommer, Meer, eine Ahnung von Freiheit und gleichzeitig die permanente Unsicherheit, dass die Freiheit jederzeit bedroht ist. Besonders nachdenklich, ja fast schockiert hat mich, wie sehr Ronni im Fokus der Stasi steht, wie jede seiner Handlungen beobachtet und bewertet wird. Das verleiht der Story eine beklemmende Intensität, die einen beim Lesen nicht loslässt. Beeindruckt und gefesselt hat mich, wie geschickt die politischen Hintergründe in die Handlung eingeflochten sind. Sie sind immer präsent, ohne die Liebesgeschichte zu überlagern, und machen deutlich, wie sehr das Private in dieser Zeit vom Politischen bestimmt war. Für mich ist es eine Geschichte, die zeigt, wie nah Freiheit und Einschränkung damals beieinanderlagen.

Fazit:
4/5 ⭐️ Von mir gibt es eine Leseempfehlung! Ein Roman, der Sommerstimmung und beklemmende Kontrolle eindrucksvoll verbindet.

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