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Veröffentlicht am 17.07.2022

Spannende Einblicke in eine für mich völlig fremde Zeit

Das Mädchen von Agunt
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Ich kenne schon einige Hörbücher von dem Ehepaar Iny Lorentz, die aber bisher alle im Mittelalter angesiedelt waren (eine sehr faszinierende Zeit).
Umso mehr habe ich mich gefreut, daß das neue Buch des ...

Ich kenne schon einige Hörbücher von dem Ehepaar Iny Lorentz, die aber bisher alle im Mittelalter angesiedelt waren (eine sehr faszinierende Zeit).
Umso mehr habe ich mich gefreut, daß das neue Buch des Ehepaars zu einer ganz anderen Zeit spielt, im Jahr 150 nach Christus in Osttirol.

Durch unglückliche Umstände und Intrigen verlieren Cincia und ihre Mutter ihren Bauernhof und noch schlimmer, werden als Sklavinnen verkauft.
Eigentlich wollte der böse und korrupte Bürgermeister von Agunt, Lucius, die beiden erwerben, doch mit viel Glück konnte der Widersacher des Bürgermeisters die beiden kaufen, so daß sie dort wenigstens ein halbwegs akzeptables Leben erwartet (so akzeptabel, wie ein Dasein als Sklavin eben sein kann).

Die Ereignisse überschlagen sich, als der Erbe diverser Bergminen, Adnamatus, auftaucht und der Bürgermeister Lucius fürchten muß, daß Adnamatus ihm auf die Schliche kommt, daß Lucius all die Jahre sehr großzügig in seine eigenen Taschen gewirtschaftet hatte.
Gleichzeitig nehmen die Machtkämpfe um die Stadt zu, und der Bürgermeister und seine Familie sind bereit, über Leichen zu gehen.
Und mittendrin in all diesen Intrigen befindet sich auf einmal Cincia, die ihre neue Herren und Herrinnen natürlich beschützen möchte.

Das Hörbuch hat mir wahnsinnig gut gefallen.
Es fing zwar recht ruhig an, was ich aber gut fand, um überhaupt erst einmal in die ganzen Lebensumstände der damaligen Zeit reinzufinden.
Aber schon da war die Geschichte sehr spannend, und man hoffte die ganze Zeit, daß Cincia und ihre Mutter der Sklaverei doch entgehen mögen.

Wirklich erschütternd, wie hart im Jahr 150 nach Christus das Leben sein konnte und wie schnell man seine Bürgerrechte verlieren konnte und sich auf einmal in der Sklaverei wiederfindet.
Besonders faszinierend für mich war, daß die Geschichte auf wahren Tatsachen basiert, der Geschichte einer jungen Sklavin, die hier auf Cincia übertragen wurde.

Irgendwann nahmen die Intrigen dann solches Tempo ein und hatten soviele unerwartete Wendungen, daß ich das Gefühl hatte, ich kann vor Spannung kaum noch atmen.
Meinen tiefsten Respekt, wieviel die damaligen Leute auf sich nahmen, um gegen Ungerechtigkeiten und für ihre Freiheit zu kämpfen.

Am Ende ging zum Glück für die meisten Hauptpersonen alles gut aus, und das Ehepaar Lorentz hat es meisterhaft verstanden, alle noch offenen Fäden zu einem logischen Ende zu bringen.

Das Hörbuch wurde phantastisch gelesen von Ilka Teichmüller.
Sie erweckte die einzelnen Figuren meisterlich zum Leben, so daß man jederzeit wußte, wer gerade „dran“ ist.
Das Zuhören hat einfach nur Freude gemacht - und die Spannung hat sie auch meisterlich vermittelt.

Was mir auch sehr gut gefallen hat außer dem wirklich schönen Cover war, daß die einzelnen Tracks recht kurz waren (so im Schnitt 3 – 5 Minuten). Sehr praktisch, wenn man mal nicht soviel Zeit hat, so muß man nicht wie bei manch anderen Hörbüchern im Extremfall über 10 Minuten nochmals hören, wenn man das lange Kapitel nicht auf Anhieb schafft.
Sollte eigentlich heutzutage Standard sein, ist es aber leider nicht.

Für alle historisch interessierten Leute kann ich das Hörbuch uneingeschränkt empfehlen.
Total spannend, sehr informativ über die damalige Zeit, und die Liebe kommt auch nicht zu kurz.

  • Einzelne Kategorien
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Sprecherin
  • Figuren
  • Atmosphäre
  • Cover
Veröffentlicht am 11.06.2022

Ein Cozy Crime Hörbuch mit viel Spannung, Spaß und Herz

Tod zwischen den Zeilen
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Dies war meine erste Cozy Crime-Geschichte, die mir sehr gut gefallen hat.
Es geht um Samantha Washington, die nach einem schweren Schicksalsschlag eine Buchhandlung eröffnet und eines Tages die Leiche ...

Dies war meine erste Cozy Crime-Geschichte, die mir sehr gut gefallen hat.
Es geht um Samantha Washington, die nach einem schweren Schicksalsschlag eine Buchhandlung eröffnet und eines Tages die Leiche eines sehr unsympathischen Immobilienmaklers in ihrem Vorgarten findet. Dummerweise gilt sie lange als Hauptverdächtige.
Nebenher versucht sie sich einen Traum zu erfüllen und schreibt einen Krimi, der im Jahr 1938 spielt und bei dem auch die Liebe nicht zu kurz kommt.

Mir hat sehr gut gefallen, daß man hier „Zwei Geschichten zum Preis von einer“ bekommt.
In der Hauptgeschichte ermittelt Sam zusammen mit ihrer Großmutter und deren Freundinnen, die Truppe hat viel Ähnlichkeit mit den „Golden Girls“, einfach herrlich.
Das hat den Humor in die Geschichte gebracht.
Und in der Geschichte von 1938 versucht ihre Heldin Penelope, den geliebten Mann vor dem Galgen zu bewahren, der lieber die Schuld für den Mord auf sich nimmt, als Penelope‘s Schwester, die eine Zeitlang sehr verdächtig agiert, in Schwierigkeiten zu bringen.
Das ganze Setting in der Zeit von damals hat mir sehr gut gefallen, und auf den Täter wäre ich niemals gekommen.
Und in dieser Geschichte kommt auch viel Herz und Schmerz vor, selbstverständlich mit Happy End

Einen Cozy Crime kann man natürlich nicht mit einem (vielleicht sogar blutrünstigen) Krimi vergleichen, bei dem man vor lauter Spannung die Nacht durchliest.
Das heißt nicht, daß die Geschichte nicht spannend gewesen wäre, aber eben einfach auf einem anderen Level – ich fand sie mehr unterhaltsam und amüsant.
Die ganzen Charaktere waren wunderbar gewählt und beschrieben, auch wenn man natürlich nicht alle sympathisch findet.
Auch das ganze Setting der „Hauptgeschichte“ war sehr schön beschrieben. In dieser Buchhandlung wäre ich sicher auch Stammgast und käme auch nicht an den leckeren Kuchen vorbei.

Chris Nonnast, die das Hörbuch liest, hat ihre Sache sehr gut gemacht.
Ich habe ihr sehr gerne zugehört, sie hat eine angenehme Stimme und sehr gut gelesen.
Manchmal hat es zwei oder drei Sätze lang gedauert, bis ich gemerkt habe, daß jetzt wieder die „andere“ Geschichte dran ist.
Vielleicht könnte man das mit einem Jingle oder ähnlichem trennen, damit man das schneller merkt ?!
Auf Papier hat man diese Probleme vermutlich nicht.

Mir hat die ganze Geschichte mit der sehr sympathischen Sam und den „Golden Girls“ wirklich sehr gut gefallen.
Umso größer war meine Freude, als ich gelesen habe, daß ein zweiter Band wohl nächstes Jahr erscheinen soll.
Da bin ich dann sicher mit dabei!

Empfehlenswert für alle, die gerne etwas „gemächlichere“ Krimis mögen – und wo kriegt man schon zwei tolle Geschichten gleichzeitig

  • Einzelne Kategorien
  • Erzählstil
  • Sprecher
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 09.04.2022

Herzerwärmendes und spannendes Abenteuer einiger Stofftiere

Die Stoffis - Auf plüschigen Sohlen (Band 1)
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Was für ein wunderschönes Buch, einfach nur herzerwärmend schön!
Es handelt von einigen Stofftieren, die „entsorgt“ werden sollen, sich aber lieber ein neues Zuhause suchen möchten.
Auf ihrer Suche stoßen ...

Was für ein wunderschönes Buch, einfach nur herzerwärmend schön!
Es handelt von einigen Stofftieren, die „entsorgt“ werden sollen, sich aber lieber ein neues Zuhause suchen möchten.
Auf ihrer Suche stoßen noch andere Stoffis zu ihnen dazu, so daß es nachher eine Truppe von 6 total unterschiedlichen Stoffis ist (Einhorn, Kater, Hund, Schildkröte, Seestern und Bär).
Und unterwegs erleben sie aufregende Abenteuer und geraten vereinzelt sogar hin und wieder in Lebensgefahr, aus der die anderen Stoffis sie dann retten.
Ich finde die einzelnen unterschiedlichen Charaktere total schön. Jeder hat seine Stärken, Schwächen und Eigenheiten - und die anderen akzeptieren das. Und bei der Schildkröte kommt noch der inklusive Gedanke durch - die anderen müssen auf sie Rücksicht nehmen und ihr helfen.
Mir hat auch das Ende total gut gefallen. Unerwartet, aber (wichtig!!) mit Happy End.
Es wäre in der heutigen Zeit wohl nicht besonders glaubwürdig gewesen, daß ein Kind ein gebrauchtes Stofftier "adoptiert". Okay, vielleicht hätten ein oder zwei Tiere ein neues Zuhause gefunden, aber bestimmt nicht alle 6.
Und so gibt es aber ein glückliches Ende für alle, mehr will ich aber nicht verraten.

Auch die ganze Aufmachung fand ich klasse. Die Zeichnungen sind wunderschön und passen genau zur Beschreibung der Stoffis. Schon das Titelbild ist eine Wucht.
Die Sticker sind zu süß, und da schlagen bestimmt viele Kinderherzen (nicht nur ...) höher.
Auch das mit dem Rezept und dem Steckbrief für den eigenen Stoffi finde ich super.
Das Lesebändchen gibt dem sowieso schon sehr hochwertigen Buch noch den letzten Schliff, sehr praktisch.
Alles in allem kann ich das Buch nur wärmstens empfehlen, es ist etwas für jung und alt.
Und ganz besonders ist es natürlich etwas für alle Stofftier-Fans.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 25.03.2022

Atemberaubende Spannung und totaler Grusel

Home - Haus der bösen Schatten
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In dem Hörbuch „Home – Das Haus der bösen Schatten“ von Riley Sager geht es um eine junge Frau, die ein altes Haus erbt, in dem die Familie mal gewohnt hatte, als sie 5 Jahre alt war und unter mysteriösen ...

In dem Hörbuch „Home – Das Haus der bösen Schatten“ von Riley Sager geht es um eine junge Frau, die ein altes Haus erbt, in dem die Familie mal gewohnt hatte, als sie 5 Jahre alt war und unter mysteriösen Umständen Hals über Kopf von dort geflohen ist.
Maggie’s Vater war ein Schriftsteller, der darüber ein Buch geschrieben hatte – laut dem Buch gingen in dem Haus böse Geister um, die sogar kleine Mädchen, die dort wohnen, töten.
Maggie selbst hat ihr Leben lang unter diesem Buch gelitten und wurde eiskalt erwischt, daß das Haus immer noch im Familienbesitz ist.
Sie möchte nun das Haus renovieren und dann verkaufen und endlich den Geheimnissen ihrer Vergangenheit und was damals wirklich passiert ist auf den Grund gehen.

Das Buch hat mich von der ersten Minute an gepackt.
Mir hat besonders gut gefallen, daß es zwei „Zeitschienen“ hat: die Gegenwart, gesprochen von einer Frau, und die Vergangenheit bzw. Auszüge aus besagtem Buch, gesprochen von einem Mann.
So kann man schnell erkennen, auf welcher Zeitschiene man gerade ist.
Beide haben das hervorragend gesprochen, es war sehr angenehm ihnen zuzuhören.

Durch den ständigen Wechsel der Zeitschienen finde ich, daß sich die Spannung immer mehr aufbaut.
Einmal spitzen sich die Ereignisse in der Vergangenheit immer mehr zu, so daß Maggie’s Vater zum Schluß sogar um das Leben seiner Tochter fürchtet.
Und auch in der Gegenwart passiert immer mehr … unheimliche Dinge geschehen im Haus, nachts ertönt (wie im Buch auch) Musik von einem alten Plattenspieler, Gegenstände verschwinden und zum Schluß wird sogar noch eine Leiche entdeckt.
Ich konnte zum Schluß nicht mehr aufhören mit dem Hörbuch, weil es so atemberaubend spannend und natürlich total gruselig war.

Was mir auch sehr gut gefallen hat, daß das Ende total logisch und nachvollziehbar ist.
Für den Tod des jungen Mädchens gab es viele Verdächtige, und zumindest für mich war die Auflösung, wer es war, total überraschend, aber eben auch gut erklärt.
Und was auch ganz toll war, ist die plastische Erzählweise – man sieht das Haus, die Räume und die Umgebung richtig vor seinem inneren Auge. Einfach nur top gelungen.

Das ist jetzt Meckern auf hohem Niveau:
Ich habe das Hörbuch elektronisch gehört, im Durchschnitt waren die Dateien 5 bis 15 Minuten lang.
Aber es gab leider auch Ausreißer, die bis zu einer halben Stunde gingen – hätte man diese Kapitel nicht einfach halbieren können, also zwei daraus machen? Wäre zum Hören angenehmer gewesen.

Icih kann das Hörbuch allen nur wärmstens empfehlen, die auf Spannung und Gruselgeschichten stehen.
Beides wird hier perfekt bedient.
Und ich werde diesen Autor auf jeden Fall im Blick behalten und mir irgendwann weitere Hörbücher von ihm besorgen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.11.2021

Spannendes Kinderbuch mit viel Abenteuern und noch mehr Herz

Mörtel und Maus wollen hoch hinaus
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„Mörtel und Maus wollen hoch hinaus“ ist ein wirklich entzückendes Kinderbuch, bei dem ein Wichtel namens Mörtel zusammen mit einer Maus viele spannende Abenteuer erlebt, als Mörtel durch ein Mißgeschick ...

„Mörtel und Maus wollen hoch hinaus“ ist ein wirklich entzückendes Kinderbuch, bei dem ein Wichtel namens Mörtel zusammen mit einer Maus viele spannende Abenteuer erlebt, als Mörtel durch ein Mißgeschick mit einem Papierflieger aus seinem Haus fliegt und in einem Haus gegenüber einem großen Platz landet. Irgendwie muß er nun den gefährlichen Weg heim schaffen, aber zum Glück hat er seine beste Freundin Maus an seiner Seite und bekommt Hilfe von vielen anderen Wichteln.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, obwohl ich bestimmt nicht mehr zur Zielgruppe gehöre (52 Jahre alt).
Und auch meine 80jährige Mutter hatte noch Freude daran, obwohl sie es zuerst nicht lesen wollte, weil sie Wichtel eigentlich nicht mag (hat sich jetzt bestimmt geändert ).

Es war wirklich sehr spannend, Mörtel und Maus rutschen ja von einer gefährlichen Situation in die nächste.
Zeitweise habe ich mich gefragt, ob das nicht sogar zu aufregend für kleine Kinder ist, aber ich denke, die Kinder von heute sind da recht abgehärtet.

Die Charaktere sind wirklich alle so charmant entworfen und sympathisch.
Wie schön, daß sich die Wichtel alle gegenseitig unterstützen.
Nur die Ratten kommen leider sehr schlecht weg, aber irgendeinen Bösewicht braucht das Buch natürlich.

Das Buch ist wirklich so liebevoll gemacht, schon das Äußere sieht sehr wertig aus, das Lesebändchen ist enorm praktisch, die Rätsel am Ende sind echt süß, und die Aufkleber sowieso.

Das Einzigste, was mir nicht gefallen hat, aber das ist wirklich Meckern auf hohem Niveau, sind die Zeichnungen von Maus.
Die Wichtel sind alle so liebevoll gezeichnet, und Maus kommt so plump, häßlich und unsympathisch daher. So zumindest mein persönlicher Eindruck.
Vielleicht liegt es daran, daß ich eine besondere Liebe zu Mäusen habe, daß mich das so ärgert.

Ich finde auch die Lehren und Erkenntnisse sehr schön, die in dem Buch vermittelt werden, und das wirklich sehr subtil und nicht mit dem Holzhammer.
Vor allem daß Mörtels Eltern am Ende erkennen, daß sie mit ihren ganzen Meinungen und Einschätzungen vielleicht doch falsch lagen und man selbst erst einmal gewisse Erfahrungen machen sollte, um über Dinge zu urteilen.
Und natürlich, daß Familie und Freunde einfach das Wichtigste im Leben sind


Rezension auch eingestellt bei:

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