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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.04.2021

Berührend und herzzerreißend

Wenn es uns gegeben hätte
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8 Jahre ist es her, seit Timo nach Amerika abgereist ist, um seinen Traum als Fotograf zu leben. Damit endet die Freundschaft zwischen Timo und Ela abrupt. Ela bleibt zurück in einem kleinen Dorf, wo sich ...

8 Jahre ist es her, seit Timo nach Amerika abgereist ist, um seinen Traum als Fotograf zu leben. Damit endet die Freundschaft zwischen Timo und Ela abrupt. Ela bleibt zurück in einem kleinen Dorf, wo sich ihr ganzes Leben abspielt, mit einem gebrochenen Herzen, da sie Timo nicht gestanden hat, dass sie ihn liebt. Sie hat die Chance einer Beziehung verstreichen lassen. Doch dann taucht Timo plötzlich wieder auf und stellt damit Elas Welt auf den Kopf. Wird ihre Liebe eine zweite Chance bekommen?
Ela und Timo sind zwei sehr sympathische Charaktere, deren Gefühle füreinander man als Leser:in auf jeder Seite des Buches zu spüren bekommt. Beide haben ihre Interessen und Leidenschaften, sind aber füreinander da und lassen sich auch in schlechten Zeiten nicht im Stich.
Der Schreibstil der Autorin ist gefühlvoll und sehr bildhaft, so dass man sich die Personen und die Handlungsorte sehr gut vorstellen und die Gefühle nachempfinden kann.
Die Emotionen und die Beziehung der Charaktere hat die Autorin Josefine Weiss gut herausgearbeitet. Sie wirken mit all ihren Stärken und Schwächen authentisch und lebensnah. Obwohl die Handlung für mein Verständnis teilweise etwas zu schnell gewissermaßen abgespult wird, passt der Verlauf auf seine eigene Art und Weise zu der Geschichte und der Beziehung zwischen Ela und Timo. An vielen Stellen hat mich die Handlung überrascht. Die Autorin arbeitet mit Klischees, aber nicht in dem Maß, dass ich es als unangenehm oder aufdringlich empfunden hätte. Die Dosierung ist genau richtig. Dabei werden auch Themen angesprochen, die bestimmt vielen im Leben hin und wieder begegnen: Mut, Vertrauen, Augenblicke, in denen sich Genuss und Genießenswertes einstellen, Ängsten, denen man sich stellen muss, und auch Risiken, die einzugehen es sich lohnt, um aus der eigenen Komfortzone herauszukommen.
Insgesamt ist „Wenn es uns gegeben hätte“ eine süße und romantische Liebesgeschichte. Emotional, berührend, herzzerreißend und bewegend. Empfehlenswert.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.04.2021

Schwermütig und tiefgründig

Barbarotti und der schwermütige Busfahrer
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Was heißt es schwermütig zu sein? Der Schwermütige ist niedergeschlagen, in fortwährend düstrer-trauriger Stimmung. Der Schwermütige spürt nichts als innere Leere und Lähmung, die ihn von aller Tatkraft ...

Was heißt es schwermütig zu sein? Der Schwermütige ist niedergeschlagen, in fortwährend düstrer-trauriger Stimmung. Der Schwermütige spürt nichts als innere Leere und Lähmung, die ihn von aller Tatkraft abhält. Diese Grundstimmung zieht sich durch das ganze Buch „Barbarotti und der Schwermütige Busfahrer“ von Håkan Nesser. Nicht nur den Busfahrer plagen Melancholie und Schwermut, die ganze Atmosphäre des Buches wirkt teilweise äußerst bedrückend.
Nach einem tödlichen Gebrauch ihrer Schusswaffen, die Eva Backmann eingesetzt hat, um Schlimmeres zu verhüten, wird gegen die Kommissare Barbarotti und Backmann intern ermittelt. Das Paar, das sowohl beruflich als auch privat verbandelt ist, begibt sich auf die Insel Gotland, um vom Arbeitsalltag Abstand zu gewinnen, und stößt dabei wieder auf einen fast sechs Jahre alten Fall, in dem beide ermittelt haben. Damals ist ein Mann verschwunden, dessen Leiche nie gefunden wurde; jetzt meint Barbarotti, den damals verschollenen Busfahrer in einem Mann auf einem roten Fahrrad wiedererkannt zu haben.
Der Schreibstil ist flüssig lesbar und sehr angenehm. Vergleiche und eine bildhafte Sprache erleichtern der Fantasie, sich die Natur der Insel Gotland und Südschwedens vorzustellen. Zeitlich wechselt die Handlung zwischen 2013 und 2018 hin und her, sodass man Einblicke in den damaligen Fall und die Ermittlungsarbeit sowie in die Aufzeichnungen des „schwermütigen Busfahrers“ Albert Runge erhält. Letztere sind prägend für die Wahrnehmung des Opfers und des Falles. Dabei nimmt die Handlung einen sehr ruhigen Verlauf. Auch wenn das Buch bei mir kein übermäßiges Nervenkribbeln hervorgerufen hat, ist der Roman auf seine Art und Weise spannend, da bis zum Ende unklar bleibt, was nun tatsächlich damals geschehen ist. Meine Vermutungen haben sich dabei immer wieder als falsch erwiesen; Håkan Nesser ist also immer wieder gelungen, mich in die Irre zu führen, sodass ich vom Ende sehr überrascht war. Das zeichnet aber einen guten Kriminalroman genauso aus wie tiefere Gedanken über Gott, die Welt und philosophische Themen, die gewissermaßen wie nebenbei in die Handlung einfließen und das Bild von Kommissar Barbarotti, seiner Denkweise und seiner Lebenshaltung abrunden.
Diese intellektuellen Nebenschauplätze mögen in mir mitunter das Gefühl erzeugt haben, dass sich die Handlung träge und ohne Überraschungsmomente dahinschleppt. Am Ende hat sich habe meine Geduld in jedem Fall gelohnt, weil die Gedankenschwere zur düsteren Stimmung der Handlung passt und die Schwermütigkeit zusätzlich verstärkt. Wer also eine spannungsgeladene und rasante Geschichte erwartet, wird wohl enttäuscht werden. Wer aber sich für einen ruhigen Verlauf und die reflektierte, intellektuell fundierte Erzählweise Håkan Nessers begeistern kann und sich dabei Überraschungsmomente wünscht, kann ich nur empfehlen, zu dem Buch zu greifen. Er wird auch etwas über das Phänomen der Melancholie lernen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.04.2021

Ein Wohlfühlbuch

Walk through HOPE
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„Sei stark, und dein Herz fasse Mut“ - ein Zitat aus Psalm 27,14 das sich durch das gesamte Buch „Walk through hope“ von Felicitas Brandt zieht und exemplarisch für das Verhalten der beiden Hauptcharaktere ...

„Sei stark, und dein Herz fasse Mut“ - ein Zitat aus Psalm 27,14 das sich durch das gesamte Buch „Walk through hope“ von Felicitas Brandt zieht und exemplarisch für das Verhalten der beiden Hauptcharaktere steht. Denn das sind Milan und Lia beide: mutig. Sie wachsen über sich hinaus, wagen Neues und stellen sich ihren Problemen und ihrem Verhalten in der Vergangenheit. Die Themen „persönlicher Glaube“, Gottvertrauen, Hoffnung, Freundschaft und Liebe sind die elementaren Bestandteile des New Adult Romans.
Lia reist nach Lokward, um ihre beste Freundin Izzy zurückzugewinnen, da sich diese seit dem letzten Sommer immer mehr von Lia zurückgezogen hat, und der Kontakt zwischen den beiden beinahe zum Erliegen kommt. Doch auf der Insel trifft sie nicht nur Izzy wieder, sondern begegnet auch Milan. Beide fühlen sich voneinander angezogen, doch sowohl seine, als auch Izzys Vergangenheit scheinen miteinander in Verbindung zu stehen und sorgen auch in der Gegenwart für Probleme.
Lia ist eine starke, mutige und selbstbewusste Protagonistin, die Menschen ohne Vorurteile und offen begegnet und sich gegen Ungerechtigkeiten sowie für die Menschen, die ihr etwas bedeuten, stark macht. Sie besitzt ein großes Vertrauen auf Gott und setzt oft all ihre Hoffnung in ihn.
Milan ist gekennzeichnet von körperlichen und seelischen Narben und hat schwer mit seinem früheren Verhalten und damaligen Geschehnissen zu kämpfen. Für ihn steht seine Familie an erster Stelle. Teilweise ist er aufbrausend und zurückhaltend mit seinen Gefühlen. Er lernt jedoch sich zu öffnen.
Der Schreibstil ist sehr humorvoll, hat mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht und ist leicht und flüssig lesbar. Durch die wechselnden Erzählperspektiven gewinnt derdie Leserin Einblicke in die Gefühlswelt beider Protagonisten und kann so deren Handeln gut nachvollziehen.
Die Handlung des New Adult Romans ist von der Autorin gut durchdacht. Die Charaktere sind vielschichtig und halten immer Überraschungen bereit. Dennoch hatte ich das Gefühl, Milan und Lia sehr schnell gut zu kennen.
Das Buch kann mich eigentlich in allen Punkten, die ich mir von einem guten New Adult Buch wünsche, überzeugen. Die Liebesgeschichte ist gefühlvoll, entwickelt genau das richtige Tempo und ist nicht frei von Problemen, wobei die Dramen und Klischees überhaupt nicht Überhand nehmen, was ich sehr gut finde. Auch wenn die Beziehung der beiden und die Freundschaft zu Izzy im Vordergrund stehen, überzeugen mich auch alle Nebenschauplätze der Handlung.
Ich habe großen Respekt vor dem Glauben, den die beiden Gott entgegenbringen. Auch wenn ich nicht die gleichen Glaubensvorstellungen habe wie Milan und Lia, haben mich ihre Gedanken zur Selbstreflexion und zum Nachdenken gebracht.
„Walk through hope“ ist für mich ein absolutes Wohlfühlbuch, das mich an Sommer, Ferien, Meer und Urlaub erinnert. Am liebsten würde ich jetzt sofort an die Ostsee fahren, um wie Milan und Lia den Sonnenuntergang zu beobachten.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.03.2021

Spannend und nervenaufreibend

Der Countdown-Killer - Nur du kannst ihn finden
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In den 1990er Jahren entführte und tötete der „Countdown Killer“ in regelmäßen Abständen junge Frauen, jedes Mal eine ein Jahr jüngere. Dann hören die Morde plötzlich auf und die Taten geraten aufgrund ...

In den 1990er Jahren entführte und tötete der „Countdown Killer“ in regelmäßen Abständen junge Frauen, jedes Mal eine ein Jahr jüngere. Dann hören die Morde plötzlich auf und die Taten geraten aufgrund mangelnder Spuren sowohl bei der Polizei als auch in der Öffentlichkeit in Vergessenheit. Viele Jahre später greift die „True-Crime-Podcasterin“ Elle Castillo die Mordfälle wieder auf und versucht neue Spuren zu finden, die sie zu dem Mörder führen könnte. Doch dann verschwindet ein weiteres Mädchen, und Elle Castillo und die Polizei stehen vor der Frage, ob wirklich der „Countdown Killer“ wieder umgeht und seinen „Countdown“ fortführt, den er damals nicht vollenden konnte, oder ob es sich um einen Nachahmungstäter handelt.
Die „True Crime Podcasterin“ Elle Castillo hat sich der Opferhilfe verschrieben und produziert ihren Podcast mit dem Wunsch, jungen Opfern von Entführungen und Morden Gerechtigkeit zu verschaffen. Dabei versucht sie immer, die Opfer in den Vordergrund zu stellen und den Mördern möglichst wenig Raum zu überlassen. Sie ist mutig, geht aber auch teilweise große Risiken ein und handelt immer aus ehrenwerten Motiven, auch wenn sie manchmal dafür Leute belügt oder ihnen etwas verschweigt. An ihrer Seite steht ihr Mann Martin, der sie bedingungslos unterstützt und an sie glaubt.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm lesbar und spannungsgeladen. In dem Thriller wechselt sie zwischen der Haupterzählung und (älteren) Podcastfolgen hin und her, so dass man einen genaueren Eindruck von dem Fall und den damaligen Geschehnissen sowie von den Opfern erhält. Amy Suiter Clarke gelingt es, die Spannung langsam aufzubauen, immer mehr Fahrt aufnehmen und die Geschichte schließlich förmlich explodieren zu lassen. Ich stand während der Lektüre ständig unter Strom und habe mitgefiebert.
Die Kombination aus Podcast und Erzählung empfinde ich als sehr gelungen und für den Lesefluss als nicht störend. Auch der Aufbau der Handlung sowie der Spannungsbogen ist der Autorin sehr gut gelungen, so dass der Thriller ein spannendes und nervenaufreibendes Leseerlebnis darstellt. Außerdem finde ich klasse, dass auch nebenbei Probleme wie rassistische Strukturen in der US-amerikanischen Polizei aufgegriffen werden und die Charaktere vielfältige Hintergründe haben.
Ein Wermutstropfen ist die Vorhersehbarkeit der Handlung. Es gab keinen „Wendepunkt“ in der Geschichte, an dem ich mir dachte: „Wow, damit hätte ich jetzt niemals gerechnet“. Das tut jedoch der Qualität des Buches keinen Abbruch. Für problematisch halte ich allerdings die Nutzung des Begriffes „Rasse“ ohne. Ich weiß, dass das englische Wort race nicht so negativ konnotiert ist und eine andere Bedeutung hat als im Deutschen. Hier hätte ich mir jedoch gewünscht, dass bei der Übersetzung ein anderer Begriff benutzt worden wäre.
Insgesamt handelt es sich bei „Countdownkiller“ von Amy Suiter Clarke um einen spannenden und mitreißenden Thriller, der mich in jeder Sekunde des Lesens fesseln konnte. Für alle Thrillerfans kann ich nur eine große Empfehlung aussprechen!

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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.03.2021

„Zu viel"? Mehr davon!

Krötensex
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„Krötensex“ von Franka Frei ist ein Roman über das Jungsein und alles, was dazugehört. Das mag jetzt sehr unspezifisch klingen, aber die Autorin spricht in diesem Buch unglaublich viele wichtige Themen ...

„Krötensex“ von Franka Frei ist ein Roman über das Jungsein und alles, was dazugehört. Das mag jetzt sehr unspezifisch klingen, aber die Autorin spricht in diesem Buch unglaublich viele wichtige Themen aus allen Ecken des Lebens an. Feminismus, Umweltschutz, Rechtsextremismus in Ostdeutschland, Aktivismus, Sexualität, Bodyshaming, Leistungsdruck und vieles mehr. Die Aufzählung ließe sich beliebig verlängern. Dabei sind diese Themen eingebettet in die sehr persönlichen Erfahrungen der Hauptprotagonistin Frieda und zeigen, wie sie jeden einzelnen betreffen und beschäftigen können. Sie wirken weder konstruiert noch im Kontext von Friedas Leben an den Haaren herbeigezogen. Doch worum geht es überhaupt?
Aufgrund ihres Studiums muss die zwanzigjährige Frieda ein Semester in dem mittelsächsischen Städtchen Amerika verbringen. Die ostdeutsche Provinz entspricht jedoch so gar nicht den Vorstellung, die Frieda von ihrem Leben hat, das dem Leben ihrer Schwester Freia ähnelt, die sich als Aktivistin und Influencerin in vielen Projekten engagiert, die Welt besser macht und scheinbar ein perfektes Leben führt. Dazu kommt noch, dass Frieda neben einem Semester auf dem Land, auf das sie gar keine Lust hat, noch irgendwie einen Praktikumsplatz finden muss. Außerdem hadert sie mit sich selber und den Erwartungen, die die Gesellschaft an den weiblichen Körper und das Verhalten von Frauen hat. Doch dann ist das Semester endlich vorbei und Frieda zurück in Berlin.
Frieda ist jung und lebt ihr Partyleben in vollen Zügen. Jedoch steht sie immer im Schatten ihrer Schwester. Sie ist sich unsicher über ihre eigenen Grenzen und über sich selbst, weiß nicht, wer sie ist und wohin sie will. Immer fühlt sie sich „zu viel". Im Verlauf des Romans macht sie jedoch eine starke Entwicklung durch und kommt sich selber und ihren Wünschen immer näher.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr leicht, umgangssprachlich. Die Dialoge sind geprägt von Dialekten aus allen Landschaften Deutschland. Zum ersten Mal lese ich einen Roman, in dem gegendert wird. Diese spannende Neuerung tut dem Lesefluss dabei überhaupt keinen Abbruch.
Der Autorin ist es auf beeindruckende Art gelungen, aktuelle Themen mit individuellen Erfahrungen und Problemen zu verknüpfen und das Ganze mit einem fantastischen Humor zu vermitteln. Alle Charaktere waren, auch aufgrund der Vielfalt der Dialekte, sehr authentisch und nah an demder Leserin. Ich konnte mit den ersten 150 Seiten, also der Zeit, die Frieda in Amerika verbringt, wenig anfangen. Weder der Handlung, die nur aus Partys besteht, noch der Figur der Frieda, deren Lebensstil nicht gerade dem Meinen entspricht, konnte ich etwas abgewinnen. Glücklicherweise verlieren sich diese Anfangsschwierigkeiten jedoch im Verlauf der Geschichte. Ich konnte Frieda wirklich in mein Herz schließen und mich fast mit ihr identifizieren. Durch diesen ersten Teil muss sich dieder Leserin allerdings erst hindurcharbeiten, um auf das „Kerngeschehen“ zu stoßen.
Als sehr störend empfand ich auch die sehr klischeehafte und vorurteilsbehaftete Darstellung von Sachsen als „Naziloch“. So wenig die Probleme mit Rechtsextremismus und Neonazimus ignoriert werden dürfen, so viele Menschen leben hierzulande, die sich gegen „Rechts“ tatkräftig engagieren. Das gilt auch für eine kleine Hochschulstadt, die sehr an Mittweida oder Zittau/Görlitz erinnert.
Auch wenn die Handlung nicht übertrieben spannend ist, so ist es der Autorin im weiteren Verlauf des Buches dennoch gelungen, mich immer wieder zu überraschen und mitzureißen, hinein in die Welt einer jungen Studierenden, die versucht, sich zwischen Studium, Partys, Praktika und Erfahrungen mit Männern selbst zu finden. Friedas Verhalten passt immer zu ihrem Charakter und wirkt nie überzogen oder unrealistisch.
„Krötensex“ ist ein wunderbarer, humorvoller Roman, in dem akute Fragen und Probleme im Leben einer jungen Frau sowie gesellschaftlich wichtige und aktuelle Themen kritisch aufgegriffen werden, ohne dabei belehrend rüberzukommen oder anstrengend zu wirken. Auch wenn Frieda sich oft als „zu viel“ wahrnimmt, will ich nur eins: mehr davon.

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