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Veröffentlicht am 07.02.2020

Schöne Geschichte, die ihr volles Potenzial nicht ausschöpfen kann

Dirty Little Secrets – Entfesselt
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Wer hinter „Dirty little Secrets – entfesselt“ eine eher typische Liebesgeschichte erwartet, bei der der Bodyguard von seiner Klientin in Versuchung geführt (und schlussendlich überzeugt) wird, liegt zunächst ...

Wer hinter „Dirty little Secrets – entfesselt“ eine eher typische Liebesgeschichte erwartet, bei der der Bodyguard von seiner Klientin in Versuchung geführt (und schlussendlich überzeugt) wird, liegt zunächst erstmal richtig – und kann sich dennoch auf eine besondere Geschichte freuen.

Ryder Blackwood ist Securitychef des Senator Winters, und damit gleichzeitig auch verantwortlich für dessen Tochter, Hadley. Und wie üblich in solchen Romanen – diese ist wunderschön, nicht auf den Kopf gefallen, charmant, humorvoll – und definitiv an Ryder interessiert.

An sich kann man sich jetzt das Ende der Geschichte denken – dennoch ist es das Buch absolut wert, gelesen zu werden. Zum einen ist gerade Hadley eine unglaublich sympathische Protagonistin, mit der ich mich von Beginn an super identifizieren konnte. Sie arbeitet für ihren Vater, weiß, was sie möchte und wie sie es bekommt - dabei aber gleichzeitig offen, humorvoll, und nie um einen Spruch verlegen.
Ryder im Gegenzug wirkt gerade zu Beginn deutlich ernster, versucht seinen Prinzipien treu zu bleiben und hält sich daher von Hadley fern. Doch ihrer Art kann er nicht ewig widerstehen... Und so taut auch er im Verlauf des Buches immer weiter auf, und kann mit seinem Charme und Humor Hadley ernsthaft Konkurrenz machen.

Zur Geschichte selber:
Das Buch ist super angenehm und flüssig zu lesen, die Szenen sind toll beschrieben, sodass ich das Buch wirklich in einem Rutsch durchgelesen habe.
Zudem ist es mal ein Roman, in dem nicht unbedingt die Liebesgeschichte an sich im Vordergrund steht. Das Drama (das sich normalerweise bei solchen Romanen gerne im Hintergrund abspielt) nimmt hier einen deutlich größeren Teil der Geschichte ein, ist immens spannend – sodass sich Ryders und Hadleys Beziehung glaubwürdig nebenher entwickeln kann. Dennoch gibt es viele tolle Szenen zwischen den beiden, die mich viele Male zum Lachen gebracht haben. Und auch die (wenn auch seltenen) erotischen Szenen haben mir durchaus sehr gefallen.

Einen Schwachpunkt hat das ganze aber: man wird sofort in die Geschichte hineingeworfen, was an sich toll ist, andererseits fehlt dadurch aber natürlich auch einiges an Entwicklung. Wie haben sich beide kennengelernt, wodurch entsteht die Anziehung der beiden, wie versucht Ryder Hadley zu widerstehen – alles Punkte, die mich brennend interessieren, einfach da mir die Geschichte Spaß gemacht hat und mir beide Protagonisten wirklich ans Herz gewachsen sind. Zudem fehlen mir ein bisschen die

Am Ende also ein durchaus solider Roman, den man super zwischendurch lesen kann und auf jeden Fall gut unterhalten wird – der aber durchaus auch noch mehr Potenzial gehabt hätte.

  • Gefühl
  • Cover
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Handlung
Veröffentlicht am 06.02.2020

Eine berührende Geschichte in einer interessanten Zeit, die oft umgangen wird

Keltensonne
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Im Rheinland, 100 v. Chr. – die junge Keltin Rowan wächst als Bauerntochter in einem kleinen Dorf auf dem Donnersberg auf. Zusammen mit ihrem besten Freund Johs und dem Häuptlingssohn Drystan entdeckt ...

Im Rheinland, 100 v. Chr. – die junge Keltin Rowan wächst als Bauerntochter in einem kleinen Dorf auf dem Donnersberg auf. Zusammen mit ihrem besten Freund Johs und dem Häuptlingssohn Drystan entdeckt sie die Welt ihres Dorfes – bis sie irgendwann feststellt, dass sie mehr für Drystan empfindet, als für die Standesunterschiede schicklich wäre…
Zur gleichen Zeit lebt der junge Römer Caius auf dem Weingut seines Vaters, um eines Tages dieses zu übernehmen.
Zwei vollkommen unterschiedliche Welten – die doch irgendwann durch Schicksal aufeinander treffen…
„Keltensonne“ ist ein ungewöhnlicher Roman. Er ist nicht nur aus der Perspektive von Caius und Rowan geschrieben, die zwei Teile wurden sogar von zwei verschiedenen Personen geschrieben. Die Autorinnen Ulrike Vögl und Heike Beardsley haben jeweils die Geschichte eines der Protagonisten geschrieben, sodass sich nicht nur der Schreibstil leicht voneinander unterscheidet (und beide Welten dadurch gut zu trennen sind) – es sind im Endeffekt auch zwei komplett unterschiedliche Geschichten, die sich durch verschiedene Ereignisse natürlich irgendwann kreuzen. Als Leser fällt es einem so unheimlich leicht, sich in beide Charaktere und ihre Welten hineinzuversetzen. Dazu tragen nicht nur die tollen und detaillierten Beschreibungen von Natur, Kastellen, Städten etc. bei, sondern auch die Verwendung der ursprünglichen römischen Bezeichnungen für Städte und ähnliches.
Caius und Rowan sind dabei zwei unheimlich tolle Charaktere. Auch wenn Rowan gerade zu Beginn noch ziemlich naiv und jung wirkt, macht sie im Laufe des Buches eine enorme Entwicklung durch, die für den Leser jederzeit nachvollziehbar ist. Ähnlich bei Caius – auch wenn er mir zu Beginn noch nicht so am Herzen lag wie Rowan von Beginn an, hat auch er sich zu einer enorm interessanten und vielschichten Person entwickelt.
Insgesamt hat mir das Buch also großen Spaß gemacht. Ich habe viel über eine Zeit gelernt, mit der ich mich bisher noch nie groß beschäftigt habe. Zudem wird hier eine Zeit geschildert, die in vielen anderen historischen Romanen, die meist im Mittelalter angesiedelt sind, umgangen wird.
Wer also Lust hat, etwas über das Leben der Kelten und Römer vor Jesus Geburt zu lernen und parallel noch zwei wunderschöne Geschichten über zwei komplett unterschiedliche Charaktere, die doch irgendwann zusammen finden lesen möchte, ist hier definitiv richtig.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.01.2020

Spannend, fesselnd, heiß!

Palace of Pleasure: Jude (Club der Milliardäre 4)
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"Trouble? No way, you're only in trouble if you geht caught!"

Nachdem ein Skandal seine erfolgreiche Profi-Baseball-Karriere beendet hat, hält sich Jude Myers auf der Ranch seines verstorbenen Bruders ...

"Trouble? No way, you're only in trouble if you geht caught!"

Nachdem ein Skandal seine erfolgreiche Profi-Baseball-Karriere beendet hat, hält sich Jude Myers auf der Ranch seines verstorbenen Bruders aus der Öffentlichkeit fern - auch und vor allem von schönen Frauen. Doch dann bringt seine Nichte Bex ihre College-Freundin Jamie mit. Und diese bringt Jude mit ihrer vorlauten Art, ihrem Humor, ihrem Selbstvertrauen, und ihren Disney Tattoos an seine Grenzen...

"Palace of Pleasure: Jude" ist bereits der vierte Band der "Club der Milliardäre"-Reihe von Bobbie Kitt. Und es ist definitiv ein besonderes Buch.

Jamie sticht nicht allein durch ihre Disney-Tattoos an allen möglichen Stellen ihres Körpers als Charakter heraus. Sie ist liebenswert, humorvoll, schlagfertig - und bringt sich und ihre Mitmenschen dadurch öfter in Gelegenheit. Insgesamt also eine wahnsinnig sympathische Protagonistin, mit der ich von Beginn an mitgefiebert habe.

Jude im Gegensatz versucht der Vernünftige in der Beziehung zu sein – lässt sich von Jamie aber im Verlauf des Buches im weiter aus der Reserve locken, sodass wunderbare Dialoge entstehen, die mich oftmals lauthals haben loslachen lassen. Und so entwickeln sich beide im Verlauf des Buches immer weiter, aufeinander zu, und lassen mich als Leser an ihren Neckereien und ihrer Leidenschaft teilnehmen.

Insgesamt ist das Buch in einem wunderbar leichten, lockeren Stil geschrieben, sodass die Seiten nur so dahin fliegen. Zudem erleben wir die Geschichte aus Sicht beider Protagonisten, sodass man sich mit beiden gut identifizieren kann. Dabei entwickelt sich die Liebesgeschichte in einem nachvollziehbaren, gut gewählten Tempo, sodass die Handlung der Protagonisten immer nachvollziehbar bleibt.

Insgesamt ist es ein wunderbares, leichtes Buch, das mir immens viel Spaß gemacht hat zu lesen und ist somit eins der ersten Lese-Highlights des Jahres 2020.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.01.2020

Der Beginn einer Legende

James Bond: Ewig und ein Tag
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Anthony Horowitz, von dem man bereits durch seine "Alex Rider"-Reihe weiß, dass er Geheimagenten-Action kann, ist hier ein besonderes Buch gelungen. Jeder kennt die Bond-Filme und -Bücher. Doch wie ist ...

Anthony Horowitz, von dem man bereits durch seine "Alex Rider"-Reihe weiß, dass er Geheimagenten-Action kann, ist hier ein besonderes Buch gelungen. Jeder kennt die Bond-Filme und -Bücher. Doch wie ist James Bond eigentlich zu seiner "Lizenz zum Töten" und damit zum Doppelnull-Agenten geworden? Anthony Horowitz gibt in "Ewig und ein Tag" eine würdige Antwort.



007 treibt im Hafenbecken von Marseille tot im Wasser. Drei Kugeln in die Brust aus unbekannter Hand sind dafür verantwortlich - und der britische Geheimdienst möchte wissen, wer dafür verantwortlich ist. Zeit also für einen neuen Doppelnull-Agenten, sich zu beweisen und sich die Lizenz zum Töten zu verdienen - sodass James Bond erst zu 007 und später zur Legende wird.



Anthony Horowitz hat einen klassischen Bond-Roman geschrieben, in dem alle Zutaten enthalten sind die man sich als Bond-Fan wünscht. Der Schreibstil ist enorm passend - nüchtern, direkt, schnörkellos, mit sachlichen, aber immens detaillierten Beschreibungen, sodass man sich direkt an die Cote d'Azur oder ins Kasino von Monte Carlo versetzt fühlt. Zwischen Martini, Blackjack und stilvollen Parties entwickelt Horowitz eine spannungsgeladene Handlung, in einer Welt zwischen Nachkriegswehen und beginnendem kalten Krieg. Dabei kommt auch die gewohnte Action nicht zu kurz, .bei der sich Bond immer im letzten Moment noch irgendwie aus der Affäre ziehen kann. Zudem ist das Buch wunderbar recherchiert, mit Originalmaterial von Ian Fleming angereichert - sodass sich ein enorm stimmiges Bild ergibt.

Auch wenn sich die Handlung teilweise langsam entwickelt, zwischen rasanten Action-Szenen einige Zeit über Gespräche, Kasinos, schöne Frauen und Naturbeschreibungen vergeht - das Buch macht dennoch großen Spaß und schafft es, einen als Leser bis zum Ende bei der Stange zu behalten und lässt uns so tief in James Bond Anfänge eintauchen.

Von daher eine absolute Leseempfehlung für jeden James Bond Fan!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.01.2020

Absolut ungewöhnliches, fesselndes Lesevergnügen!

Dämonenstadt
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"Dämonenstadt" ist ein 2020 beim Atlantis Verlag veröffentlichter Mystery-Thriller von Frank W. Haubold.

Kurzbeschreibung

Ein schlimm zugerichteter Toter trotz verschlossener Hoteltür, eine sprechende ...

"Dämonenstadt" ist ein 2020 beim Atlantis Verlag veröffentlichter Mystery-Thriller von Frank W. Haubold.

Kurzbeschreibung

Ein schlimm zugerichteter Toter trotz verschlossener Hoteltür, eine sprechende Elster, unerklärliche Träume und eine Mappe mit geheimnisvollen Zeichnungen – Markus Blau ist sich sicher, dass ihm jemand etwas sagen möchte. Etwas, das mit seiner Heimatstadt Raunburg zu tun hat. Zusammen mit dem ehemaligen Polizisten Walter Hombach, sowie unterstützt durch eine geheimnisvolle Frau in seinen Träumen versucht Mike, den Geschehnissen auf den Grund zu gehen. Und plötzlich ist er in einen Fall verstrickt, der bis in die 80er Jahre zurück reicht…

Eindruck:

Das Buch ist in einem wunderschönen, fesselnden, unkomplizierten Stil geschrieben. Auch wenn man als Leser direkt nach dem Prolog erstmal ordentlich verwirrt ist, gerade durch die sich am Anfang langsam entwickelnde Geschichte mit einigen Traumszenen, ist man doch ziemlich schnell gebannt und möchte erfahren, wie es weiter geht. Danach entwickelt sich das Tempo sehr angenehm, sodass sich der Fortschritt der Krimigeschichte angenehm mit weiteren Traumsequenzen abwechselt – als Leser wird es nicht langweilig. Stück für Stück wird man so immer tiefer in Mikes Gedankenwelt und die Aufklärung des Falles hineingezogen wird.

Mike und Hombach sind dabei beide auf ihre Art interessante, vielschichtige Charaktere, die bereits eine bewegte Geschichte hinter sich haben, die sich Stück für Stück weiter offenbart – und die nebenher in einer ungewöhnlichen Situation Freunde werden.

Fazit:

Für mich war es das erste Mal, dass ich einen Thriller mit Mystery Elementen gelesen habe. Und auch wenn ich zugegebenermaßen die ersten ein, zwei Kapitel gebraucht habe um reinzukommen, hat mich das Buch schnell in seinem Bann gehabt, sodass ich es in zwei Tagen fertig gelesen habe. Dem Autor ist hier ein ungewöhnliches Buch gelungen, das mir einige schöne Lesestunden beschert hat und das mich vermutlich auch noch einige Zeit beschäftigen wird. Nicht nur durch die ungewöhnlichen Mystery-Elemente sondern auch durch einen spannenden Fall, der einen interessanten Blick in die letzten DDR Jahre liefert.

Leseempfehlung für jeden, der nicht nur seichte Unterhaltung sucht, sondern sich wirklich auf ein Buch, seine Geschichten und Charaktere einlassen möchte.

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  • Erzählstil
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  • Charaktere