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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.08.2018

Düster, fesselnd und absolut berauschend. Eine sinnliche Geschichte, welche mich so schnell nicht mehr loslässt!

Crown of Lies
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Anders als andere junge Frauen ihres Alters musste Noelle Charlston, welche lieber auf den Namen Elle hört, schon früh lernen, was Verantwortung bedeutet. Sie tritt nicht nur in die großen Fußstapfen ihres ...

Anders als andere junge Frauen ihres Alters musste Noelle Charlston, welche lieber auf den Namen Elle hört, schon früh lernen, was Verantwortung bedeutet. Sie tritt nicht nur in die großen Fußstapfen ihres Vaters, welcher sie bereits in ihrer frühen Kindheit darauf vorbereitet hat, seine Nachfolgerin im Unternehmen der Familie zu werden, sie lebt seit jeher auch in einem goldenen Käfig. Sie hat Geld, sie hat Einfluss und viel Verantwortung, allerdings hatte sie nie die Freiheiten, wie sie andere Menschen schätzen und leben. Es scheint fast so, als gehöre ihr Leben schon immer Elle Belle, dem Imperium ihres Vaters, der lange bestehenden Familiendynastie, die nicht nur vielen Menschen einen Arbeitsplatz sichert, sondern auch dafür sorgt, dass viele Menschen mit vollen Einkaufstaschen heimgehen und somit ebenfalls für den Fortbestand des Unternehmens sorgen. Als Elle am Abend ihres 19. Geburtstags beschließt, nur ein einziges Mal aus ihrer heilen Welt auszubrechen und ihre Heimatstadt New York wenigstens für ein paar Stunden auf eigene Faust zu erkunden, ahnt sie noch nicht, dass dieser Ausbruch nicht nur ihr Weltbild ins Wanken bringen wird, sondern auch sie danach nie mehr die sein wird, die sie einst war.
Drei Jahre später. Elle konnte nie verarbeiten, was in jener Nacht geschah. Viel Zeit zum Nachdenken oder für ein Privatleben bleibt ihr allerdings auch nicht mehr, seit sie das Unternehmen ihrer Familie selbstständig leitet. Als wäre ihr Leben nicht schon genug beansprucht, versucht ihr Vater auch immer wieder aufs Neue, sie mit allerlei Männern zu verkuppeln. Während ihr Vater sie eines Tages bei einem weiteren erfolglosen Date mit einem potentiellen Kandidaten sitzen lässt, um sich mit dem überaus attraktiven, aber zugleich auch unfassbar arroganten Mr. Everett über das Privatleben seiner Tochter zu unterhalten, ahnt Noelle noch nicht, dass dieser Mann sie nicht nur zur Weißglut treiben wird, sondern zugleich auch für ihren Untergang sorgen könnte. Wird es Noelle gelingen, in der harten Geschäftswelt ihr Glück zu finden? Was geschah in jener Nacht vor drei Jahren? Wird es Noelle noch gelingen, trotz ihrer großen Verantwortung ihr eigenes Glück zu finden?
Ich durfte dieses Buch in Form eines Manuskripts im Rahmen einer Leserunde bei der Lesejury lesen und bin sehr begeistert von dem detailreichen Schreibstil der Autorin. Ihr ist es zudem gelungen mich absolut an die Geschichte und deren Protagonisten zu fesseln. Durch die stetig anhaltende Spannung gelang es mir nur schwer, mich von dem Buch zu trennen. Der flüssige Schreibstil, aber auch die Länge der einzelnen Kapitel war sehr angenehm, weshalb das Lesen bei diesem Buch zu einem echten Vergnügen wurde. Auch ist es Pepper Winters mit „Crown of Lies“ gelungen, den Leser immer tiefer in den Sog der Geschichte eintauchen zu lassen, indem sie die Protagonisten und die Handlung sehr authentisch schilderte und keine unnötigen Längen in die Handlung eingebaut hat. Ich bin absolut begeistert von der Geschichte und kann es kaum erwarten den Folgeband, welcher demnächst erscheinen wird. Die Covergestaltung kann ich derzeit nur anhand des Manuskripts beurteilen, dennoch bin ich sehr angetan von der düsteren und zugleich sehr sinnlich wirkenden Gestaltung. Auch wirkt es durch die funkelnde Schrift des Buchtitels sehr edel, was mir als Leserin ausgesprochen gut gefallen hat. Ich kann „Crown of Lies“ absolut empfehlen, muss allerdings dazu anmerken, dass diese Geschichte nur bedingt für Leser und Leserinnen mit eher sensibleren Gemüt geeignet ist, da es etwas detailliertere Gewaltdarstellungen innerhalb der Handlung gibt.

Veröffentlicht am 20.05.2019

Zwei Frauen deren Schicksal durch die Zeiten hinweg verbindet

Das Leuchten jenes Sommers
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Summerhill 1939: Die Schwestern Madeleine und Georgiana Hamilton leben seit jenem schicksalhaften Tag, an dem ihr Vater auf grausame Art tödlich verunglückte alleine mit ihrer Tante und einigen Bediensteten ...

Summerhill 1939: Die Schwestern Madeleine und Georgiana Hamilton leben seit jenem schicksalhaften Tag, an dem ihr Vater auf grausame Art tödlich verunglückte alleine mit ihrer Tante und einigen Bediensteten alleine auf Summerhill. Summerhill ist viel mehr als nur ein idyllisches Fleckchen Erde, welches noch nahezu vom herannahenden Krieg unberührt zu sein scheint. Es ist Heimat und Zuflucht zugleich. Als Maddy an einem lauen Sommertag sehnsüchtig die Heimkehr ihrer reise- und abenteuerlustigen Schwester Georgie erwartet, ahnt sie allerdings noch nicht welche Veränderungen diese mit ihrer Rückkehr mitbringt. Georgie sieht nicht nur verändert aus,  sie hat zu allem Überfluss auch noch ihre wohlhabenden und ziemlich arroganten Freunde mitgebracht. Unter ihnen ist auch Victor, Georgianas vermeintlicher Freund, welcher zunächst sympathisch erscheint, schnell jedoch sein wahres Ich offenbart. Bald schon muss Maddy merken, dass der schöne Schein oft trügerisch ist und Victor ihr alles andere als wohlgesonnen scheint... Etwa 70 Jahre später führt die ehemalige Fotografin Chloe ein sehr häusliches Leben an der Seite ihres Mannes Aiden. Aiden ist ein erfolgreicher Mediziner, welcher seine Frau scheinbar auf Händen trägt. Eigentlich sollte Chloe glücklich sein, immerhin lebt sie doch jenes Leben, wovon andere Frauen nur träumen können. Dazu kommt die völlig unerwartete Nachricht ihrer Schwangerschaft, ein Ereignis, welches ihr Mann so lange herbeigesehnt hat. Doch Glück empfindet Chloe schon lange keines mehr in Aidens Nähe. Zu erdrückend ist seine Fürsorge und sein beinahe zwanghaftes Kontrollverhalten. Als Chloe eines Tages einer unerwarteten Bitte nachkommen soll, nämlich die berümte und eher zurückgezogen lebende Autorin Madeleine Hamilton für ein Portrait abzulichten, ahnt sie weder von dem starken Widerwillen ihres Mannes, noch von den damit einhergehenden Schwierigkeiten und den dunklen Geheimnissen, die dieser Auftrag noch offenbaren wird. Wird es Chloe dennoch gelingen, endlich wieder selbst über ihr Leben bestimmen zu können und sich von ihrem herrischen Mann zu befreien? Und was hat es mit der zurückgezogenen Madeleine Hamilton auf sich? 


Nikola Scott ist mit ihrem Werk "Das Leuchten jenes Sommers" eine aufrüttelnde und fesselnde Geschichte gelungen, welche mich bereits auf den ersten Seiten in ihren Bann ziehen konnte. Geschickt verwebt sie hierbei die Vergangenheit mit der Gegenwart und schildert die ergreifenden Leben zweier junger Frauen, welche zwar in unterschiedlichen Zeitepochen leben, dennoch aber durch die augenscheinlich ewigwährenden Kämpfe ihrer Leben miteinander verbunden zu sein scheinen. Beide sehnen sich nach mehr, dürsten nach dem Leben und entdecken erst langsam, dass jedes scheinbar noch so perfekte Leben auch seine Schattenseiten hat. Wer mit "Das Leuchten jenes Sommers" eine seichte Romanze erwartet, wird leider enttäuscht, da die Handlung und deren Protagonisten nicht nur sehr vielschichtig sind, sondern zugleich auch Werte des realen Lebens thematisieren. So ist, neben der Liebe, die Verbundenheit und der Zusammenhalt innerhalb der Familie ein ebenso großes Thema wie Ehrlichkeit, Heimatliebe und zudem Mut, das Leben in die eigene Hand zu nehmen. Auch ist es Nikola Scott gelungen, mich durch ihre authentische und detallierte Schreibweise an die Geschichte zu bannen. Der stetige Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit störte den Lesefluss in keiner Weise. Unnötige Längen oder gar Langeweile während des Lesens konnte ich ebenfalls keine feststellen. Die Länge der einzelnen Kapitel bzw. Zeitepochen war stets sehr angenehm und keinesfalls langatmig. Besonders positiv empfand ich den wortgewaltigen und flüssigen Schreibstil der Autorin, welcher mich das Buch nur ungerne aus der Hand legen ließ. Oft habe ich mit den Protagonisten mitgefühlen können und somit deren Handlungsweisen noch besser nachempfinden können. Zudem ist es Nikola Scott perfekt gelungen, Emotionen wie beispielsweise Beklemmung oder gar Liebe authentisch zu vermitteln, weshalb mich dieses Buch in angenehmer und auch unangenehmer Weise als Leserin mitnehmen konnte. Aber auch die atmosphärischen Beschreibungen der Landschaft konnten mich begeistern, weshalb "Das Leuchten jenes Sommers" nicht nur äußerlich ein Buch von unwahrscheinlicher Schönheit ist. Die Umschlaggestaltung verleitet zusätzlich zum Träumen und lädt die Gedanken zu einer Reise ins idyllische Summerhill ein, welches erst auf den zweiten Blick mehr Geheimnisse und Wahrheiten zu offenbaren scheint, als geahnt. Insgesamt ist Nikola Scott eine spannende und unvergessliche Geschichte gelungen, welche mich von Anfang bis Ende begeistern und fesseln konnte.  

Veröffentlicht am 13.05.2019

Der Kampf um eine bessere Zukunft

Eine eigene Zukunft
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Emilio Arenas ist ein Lebemann, wie er im Buche steht. Verantwortung oder Verpflichtungen sind ihm seit jeher ein Graus. So ist es auch wenig verwunderlich, dass er seine Frau und die gemeinsamen Kinder ...

Emilio Arenas ist ein Lebemann, wie er im Buche steht. Verantwortung oder Verpflichtungen sind ihm seit jeher ein Graus. So ist es auch wenig verwunderlich, dass er seine Frau und die gemeinsamen Kinder nach einem kurzen Aufenthalt zuhause schnell wieder verlässt, um in die Welt hinauszuziehen. Während Frau und Kinder im heimischen Spanien ein scheinbar beschauliches Leben führen, reist Emilio durch die Welt. Seine Arbeiten sind dabei ebenso vielseitig, wie die Länder die er bereist. Als er eines Tages auf einer seiner vielen Zwischenstationen in New York von einer Geschäftsaufgabe Wind bekommt, sieht er seine Chance. Endlich könnte er etwas aus seinem Leben machen, er würde seine Frau und die gemeinsamen Kinder nachholen, sobald es ihm möglich wäre. Gemeinsam würden sie ein glückliches und gut situiertes Leben in New York führen. Doch es kommt anders. Als die Schwiegermutter in der Heimat stirbt, stehen seine Frau und die gemeinsamen Töchter vor dem Nichts. Kurzentschlossen sorgt Emilio dafür, dass sie schon jetzt zu ihm kommen können und ihn beim Aufbau des Familienunternehmens unter die Arme greifen, immerhin hat er sich doch für sie verschuldet. Als Emilio jedoch eines Tages bei einem tödlichen Unfall verunglückt, stehen seine Frau und die gemeinsamen Töchter nicht nur vor dem finanziellen Ruin, auch müssen sie eine Lösung für ihr schlecht laufendes Familienlokal finden. Wird es Ihnen dennoch gelingen, ihr persönliches Glück in der doch so fremden neuen Heimat zu finden? 

Mir hat der Schreibstil der Autorin ausgesprochen gut gefallen. Auch ihre detaillierte Erzählweise konnte mich für sich gewinnen, wenngleich manche Stellen doch einige Längen aufwiesen. Einfühlsam und zugleich fesselnd erzählt die Autorin aus dem zeitweilig doch strapazenreichen Leben der Familie, weshalb es mir als Leserin gut gelungen ist, die Emotionen und Handlungen der Protagonisten nachzuvollziehen. Aber auch die einzelnen Beschreibungen der Umgebung wirkten auf mich authentisch und konnten mich direkt in ihre Welt ziehen. Wie ist es wohl, wenn man plötzlich auf eigenen Beinen stehen und für das Leben kämpfen muss? Einige Antworten auf diese Fragen liefern die Protagonisten, welche es wahrlich nicht leicht haben, dennoch aber Stärke beweisen und ihren Weg beschreiten. Neben dem Schicksal der Eimwandererfamilie stehen aber auch andere Dinge im Vordergrund wie Zusammenhalt und Verbundenheit, weshalb mich der Handlungsverlauf zusätzlich an die Geschichte fesseln konnte. Insgesamt ist Maria Dueñas mit ihrem Werk "Eine eigene Zukunft" nicht nur ein optisch sehr ansprechender Familienroman geglückt, sie hat es zugleich auch geschafft, mich mit ihrer Geschichte um die Einwandererfamilie Arenas im New York der 30er und 40er Jahre zu berühren. 

Veröffentlicht am 09.05.2019

You can't stop me on the come up

On The Come Up
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Bri hat einen großen Traum, sie will wie ihr Vater einst, eine erfolgreiche Rapperin werden. Doch dies ist gar nicht so einfach, stammt sie doch aus einer ärmlichen Gegend in welcher Drogen und Gangs die ...

Bri hat einen großen Traum, sie will wie ihr Vater einst, eine erfolgreiche Rapperin werden. Doch dies ist gar nicht so einfach, stammt sie doch aus einer ärmlichen Gegend in welcher Drogen und Gangs die Straßen dominieren. Zudem besteht ihre Mutter darauf, dass sie sich mehr in der Schule einbringt, doch die ist für Bri eher Nebensache. Zuhause stapeln sich nicht nur die Rechnungen und Mahnungen, auch bei ihrer Mutter und ihrem Bruder läuft es nicht rund, weshalb Bri versucht, ihre Rapkarriere mit allen Mitteln voranzutreiben. Als es eines Tages dann auch noch zu einem rassistischen Vorfall an ihrer Schule kommt, bei dem sie vom dortigen Sicherheitspersonal bis aufs Äußerste schikaniert wird, beschließt Bri dies nicht länger hinzunehmen. In einem eher runtergekommenen Studio, vermittelt durch ihre Tante Pooh welche ebenfalls ihre Managerin ist, nimmt Bri einen Song auf, welcher schon bald ziemliche Wellen schlägt. Wird es ihr dennoch gelingen, sich und ihre Familie aus der Armut zu befreien? Wird Bri sich ihren sehnlichsten Wunsch erfüllen können?

Angie Thomas ist mit ihrem Werk "On the Come Up" ein wortgewaltiges und emotionales Buch gelungen welches mich nicht nur von der ersten Seite an fesseln konnte, sondern mich zugleich auch zutiefst beeindruckt hat. Ihr ist nicht nur ein sehr unterhaltsames Jugendbuch gelungen, sie hat zudem auch wichtige und aktuelle Themen in die Handlung eingebaut, welche dem Leser verständlich und zudem  einfühlsam nähergebracht werden. Rassismus, Armut, Gewalt und auch Kriminalität sind wichtige Themen, die in der Handlung immer wieder aufgegriffen werden, dennoch kommen aber auch schöne Werte wie Liebe, Zusammenhalt, Akzeptanz und Respekt nicht zu kurz. Dies war das erste Buch der Autorin für mich, weshalb ich sehr unvoreingenommen an den Inhalt heranging und auch nicht enttäuscht wurde. Mit ihrem detailreichen Schreibstil ist es ihr perfekt gelungen immer neue Emotionen während des Lesens in mir zu wecken, weshalb dies auch nicht das letzte Buch von Angie Thomas für mich sein wird. Sehr gefallen haben mir die Erzählweise aus der Sicht von Bri und auch deren eingeflochtene Gedanken, welche viele ihrer Handlungsweisen zusätzlich nachvollziehbarer und verständlicher für mich erscheinen ließen. Langeweile oder unnötige Längen konnte ich keine feststellen und auch der Umfang der einzelnen Kapitel wirkte auf mich stets angenehm. Die immer wieder aufgegriffene Sprechweise im "Slang" verlieh der Handlung zusätzlich Authentizität, weshalb die Handlung insgesamt noch glaubwürdiger und auch realistischer wirkte. Unbekannte Begriffe könnten zudem im Glossar nachgeschlagen werden, welcher sich auf den letzten Seiten des Buches befand. Ebenfalls gefallen hat mir, dass einzelne Raptexte nicht erst ins Deutsche übersetzt wurden, dies hätte den Inhalt möglicherweise nur unnötig verfremdet, zudem regte es zusätzlich die Gedanken an, was Bri mit ihren "Lines" der Gesellschaft gerne vermitteln würde. Insgesamt bin ich sehr begeistert und kann dieses Buch somit nicht nur jungen Lesern nahelegen. Die Covergestaltung wirkt in ihrer Farbwahl eher derb und stellenweise auch düster, was gut die vorherrschende Atmosphäre des Buches widerspiegelt. Die junge Frau auf dem Cover wird sicherlich Bri darstellen, welche ihrer Leidenschaft dem Rap nachgeht, weshalb ich zusätzlich überzeugt durch die äußere Erscheinung des Buches bin. Angie Thomas ist mit "On the Come Up" ein tolles Buch gelungen, welches fortan definitiv zu einem meiner Lieblingsbücher zählen wird und ich somit bestens empfehlen kann!

Veröffentlicht am 07.05.2019

Die Wildrosentöchter

Die Wildrosentöchter
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Seit dem Tod ihres Mannes Lorenzo muss Cassandra alleine für sich und ihre Tochter Aurora sorgen. Der Verlust schmerzt beide noch immer sehr. Aurora hat sich seit jenem Tag sehr zurückgezogen und spricht ...

Seit dem Tod ihres Mannes Lorenzo muss Cassandra alleine für sich und ihre Tochter Aurora sorgen. Der Verlust schmerzt beide noch immer sehr. Aurora hat sich seit jenem Tag sehr zurückgezogen und spricht kaum noch mit Fremden. Oft ist Cassandra auch deshalb der Verzweiflung nahe. Hätte sie nicht die Unterstützung ihrer Schwiegermutter Mercedes, wäre sie wohl aufgeschmissen. Nicht zuletzt sorgt Mercedes auch dafür, dass ihre Enkelin Aurora den örtlichen Chor besuchen darf, obwohl diese kein einziges Wort singt. Als eines Tages der charismatische Chorleiter Enea die Leitung der Gesangstruppe übernimmt, ist damit nicht nur Ärger vorprogrammiert. Gemeinsam stoßen er und Anita auf ein tragisches Geheimnis, welches jahrzehntelang unter einem alten Weinstock im Garten ihres Hauses schlummerte und plötzlich ist nichts mehr so, wie es einmal war. Welches schreckliche Geheimnis lauerte so lange unter der kühlen Erde des Fanilienanwesens und was hat Cassandra damit zu tun? Wird es ihr gemeinsam mit Enea gelingen dahinter zu kommen und werden sie und Aurora jemals wieder glücklich sein können?

Insgesamt ist Valentina Cebeni ein spannender und gefühlvoller Roman gelungen, welcher mich bestens unterhalten konnte. Der Handlung spielt in zwei Zeitepochen und ist somit von Rückblenden in die Vergangenheit durchzogen, welche nicht nur sehr geheimnisvoll sondern zugleich auch teilweise sehr aufschlussreich waren. Dennoch haben mich die vielen Zweifel und Missverständnisse zwischen den Protagonisten manches Mal genervt den Kopf schütteln lassen. Zwar hat mir die Handlung insgesamt recht gut gefallen, dennoch wirkten manche Abschnitte auf mich zu "gewollt". Man begleitet Cassandra durch die Phasen der Trauer um ihren Mann, ihre Tochter hingegen ist einerseits sehr in sich gekehrt und scheint ihren Vater zu vermissen, auf der anderen Seite empfand ich ihr Verhalten als unverständlich und wenig nachvollziehbar. So kommt es ihrerseitsnzu Handlungen im Bezug auf ihre Mutter und Enea, deren Sinn sich mir nicht erschließen möchte. Zudem wirken diese sehr konstruiert und auch irgendwie realitätsfern. Wie kann ein junges Mädchen, welches um seinen Vater trauert, so schnell auf die Idee kommen, ihre Mutter unbedingt mit dem Chorleiter verkuppeln zu wollen?! Ich konnte hierfür leider nur sehr wenig Verständnis aufbringen, weshalb ich dies auch in meiner Bewertung berücksichtigt habe. Sonst waren der Schreibstil und die Kapitellängen angenehm und flüssig. Auch die Beschreibungen der Landschaft konnten mich für sich gewinnen. Die einzelnen Protagonisten jedoch waren in ihrem Verhalten mal mehr und mal weniger authentisch, was jedoch die Gesamtheit der Handlung nicht zu sehr verschlechterte. Auch erschien mir die Handlung stellenweise leider ein wenig langatmig, weshalb ich gefühlt ewig gebraucht habe, um dieses Buch zu beenden. Einzig die angeführten Punkte schmälerten mein Lesevergnügen, dennoch ist "Die Wildrosentöchter" ein unterhaltsames und gefühlvolles Buch, welches sich für nette Lesestunden zwischendurch eignet. Die Covergestaltung verspricht durch ihre hellen Farben ein eher fröhliches Buch, wobei der erste Eindruck hier leicht irreführen könnte, ist die Handlung doch stellenweise sehr tragisch und auch düster.