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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.01.2026

Marc-Uwe Kling und Astrid Henn at their best!

Der Tag, an dem Max dreimal ins Auto gekotzt hat
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Wenn ihr Familie habt und schon mal mit ihr in Urlaub gefahren seid (oder auch musstet), wird euch dieses Buch zum Schmunzeln bringen und an der ein oder anderen Stelle womöglich einen lauten Lacher provozieren. ...

Wenn ihr Familie habt und schon mal mit ihr in Urlaub gefahren seid (oder auch musstet), wird euch dieses Buch zum Schmunzeln bringen und an der ein oder anderen Stelle womöglich einen lauten Lacher provozieren. Die Dialoge zwischen den insgesamt drei Generationen, die sich auf den Weg zur vierten Hochzeit von Tante Ilse machen, sind legendär und jede:r, der bzw. die schon einmal mit jemandem mit Magenbeschwerden auf eine Reise gegangen ist, freut sich gewiss maßlos, dass die (bald) kotzende Person nicht im eigenen Wagen sitzt.

Wir haben mehrfach herzhaft gelacht, als ich das Buch meinem Mann und unseren beiden älteren Söhnen (10 und 7) vorgelesen habe. Es sind, wie in den anderen "Kling-Kinderbüchern" ebenso, zahlreiche Eltern-/Erwachsenen-Insider versteckt, die das Lesen oder Vorlesen für alle beteiligten Generationen zu einem Erlebnis machen Unterhaltsam waren auch die Anspielungen auf seine anderen Bücher.

Die Dialoge der Fahrt hätten jedenfalls von uns und vermutlich zahlreichen anderen Familien stammen können und - ja, ich gebe es zu - wir fahren nicht grundlos und immer mit Kotztüten in den Seitentaschen unseres Family-Vans. Erfahrung macht klug. Uns so eine kurzweilige, schwarzhumorige Lektüre macht Freude!

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Veröffentlicht am 05.01.2026

Wenig überzeugende Charaktere und überzeichnete Story - enttäuschend!

Der Nachbar
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Sarah war eine erfolgreiche Strafverteidigerin, ihr Leben mit ihrem ebenfalls erfolgreichen Ehemann Ralph und Tochter Ruby das, wovon viele träumen – doch dann begann der Alptraum…

Zu Beginn des Buches ...

Sarah war eine erfolgreiche Strafverteidigerin, ihr Leben mit ihrem ebenfalls erfolgreichen Ehemann Ralph und Tochter Ruby das, wovon viele träumen – doch dann begann der Alptraum…

Zu Beginn des Buches war ich noch mit Feuereifer bei der Story, der Prolog spannend geschrieben und mit genau der richtigen Menge an fehlenden Informationen gespickt, um unbedingt weiterlesen zu wollen und erste Theorien zu spinnen.

Bereits in den folgenden Kapiteln konnte ich jedoch etliche der erst später aufgelösten Zusammenhänge für mich als gegeben einordnen und fand zudem den Charakter der Sarah nur wenig überzeugend. Dass ein Mensch nach solchen Schicksalsschlägen ein ganz ordentliches Päckchen zu tragen hat, ist glaubhaft. Dass sich eine gestandene Strafverteidigerin jedoch dermaßen häufig so naiv, in manchen Situationen gar fahrlässig oder schlichtweg blöd verhält, hat für mich nicht gepasst.

Allgemein empfand ich die Story an etlichen Punkten massiv überzeichnet, bspw. die Einträge in einem gewissen Buch mit dunklem Einband. Dass die Person, die dann in der Auflösung wohl die Gesuchte war, etwas mit den Geschehnissen zu tun haben musste, war mir klar, als das erste Kapitel mit ihr zum Tragen kam. Um Spoiler zu vermeiden, gehe ich an dieser Stelle nicht näher darauf ein.

Grundsätzlich hat die Story ihren Reiz, Spannung und überraschende Momente, jedoch für mich bei Weitem nicht in der Qualität wie es andere Fitzeks hatten. Was ich uneingeschränkt toll finde, ist die Sonderausstattung der limitierten Erstauflage! Hier hat der Verlag einmal mehr ein hervorragendes Händchen für eine grandiose Buchgestaltung und Sonderausstattung bewiesen.

Von mir gibt es daher an dieser Stelle weder eine Leseempfehlung noch das Gegenteil. Entscheidet selbst, ob ihr reinlesen möchtet oder lieber zu einem anderen Buch greift.

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Veröffentlicht am 31.12.2025

Bewegender zeitgeschichtlicher Roman, der unter die Haut geht

Als Großmutter im Regen tanzte
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Die Erzählung über Juni, ihre Mutter Lilla sowie Großmutter Tekla liest sich auf dem Klappentext recht leicht, dennoch anspruchsvoll, vielversprechend und mit Tiefgang. Wie sehr mich diese Geschichte, ...

Die Erzählung über Juni, ihre Mutter Lilla sowie Großmutter Tekla liest sich auf dem Klappentext recht leicht, dennoch anspruchsvoll, vielversprechend und mit Tiefgang. Wie sehr mich diese Geschichte, die zwar fiktiv, aber von wahren Begebenheiten und Menschen inspiriert ist, in ihren Bann ziehen würde, hatte ich dennoch nicht erwartet.

„Du liest sowas doch auch!“ – mit diesen Worten überreichte mir ein Familienmitglied „Als Großmutter im Regen tanzte“ von Trude Teige. Als ich dann einige Wochen nach Erhalt das Lesen begann, hat mich die Geschichte, die auf zwei groben Zeitebenen spielt, welche mehrere Jahrzehnte umspannen, komplett eingenommen.

Trude Teige erzählt in wunderschöner, klarer und leicht verständlicher Sprache die Lebensgeschichten von drei Frauen, die aufs Engste miteinander verbunden sind: Aus einer zarten Liebesgeschichte der ältesten Frau, Tekla, entwickelt sich ein kaum zu ertragendes Drama, das gegen Ende des zweiten Weltkrieges seinen Anfang nimmt. Das beschriebene Leid, aber auch die Momente der Hoffnung, Zuversicht und des Weitermachens sind getragen von stark gezeichneten Charakteren und Szenen, die schlicht und einfach schildern, was passiert. Trude Teige dramatisiert nicht, sie inszeniert nicht, sie nimmt aber auch grausamen Momenten nicht ihre Abscheulichkeit.

Das Buch ging mir auch deshalb so unter die Haut, weil ich selbst Angehörige aus dieser Generation hatte, die ebenfalls kaum oder gar nicht über das Geschehene sprachen und damit offenbar kaum erträgliches Leid für sich handhabbar machten. Inwiefern sich das bis heute auf uns, unsere Charaktere, unsere Werte und Entscheidungen auswirkt, dürfte erheblich sein – und dennoch wird kaum darüber gesprochen.

Ich war an einigen Stellen fassungslos, was sich Menschen gegenseitig antun können, wenn sie zuvor nur schlimm genug selbst verletzt wurden oder sich an einem Punkt sehen, keine andere Wahl zu haben. Und noch viel beklommener macht mich, dass sich etliche der beschriebenen Begebenheiten heute wiederholen oder wir drauf und dran sind, dies zu tun.

Einen Roman wie diesen kann und sollte man nicht „einfach so“ lesen. Das Buch und die beschriebene Geschichte wiegen schwer, machen nachdenklich und zugleich hoffnungsvoll. Ich bin dankbar, gegen Ende eines Jahres so ein kraftvolles und tiefgründiges Buch empfohlen und überlassen bekommen zu haben. Es wird sicher noch eine ganze Weile in mir nachwirken.

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Veröffentlicht am 26.12.2025

Wenn Todessehnsucht auf das Leben trifft - ein gelungener Spagat und tolle Unterhaltung!

Wedding People (deutsche Ausgabe)
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Phoebe ist lebensmüde. Lebensmüde, als sie mitten in eine pompöse Hochzeitsfeier platzt und der Braut ihren endgültigen Plan offenbart. Doch so leicht lässt Lila, die Braut, Phoebe nicht abtreten und auch ...

Phoebe ist lebensmüde. Lebensmüde, als sie mitten in eine pompöse Hochzeitsfeier platzt und der Braut ihren endgültigen Plan offenbart. Doch so leicht lässt Lila, die Braut, Phoebe nicht abtreten und auch Phoebe erkennt in einer verrückten Hochzeitswoche, dass das Leben mehr für sie bereithält, als sie noch vor wenigen Tagen dachte.

Alison Espachs Roman wurde im Sommer 2025 auf zahlreichen Kanälen beworben, immer wieder rezensiert und schlussendlich konnte ich nicht anders und wollte mir selbst einen Eindruck verschaffen über dieses sagenumwobene Buch. "Wedding People" hat für mich gute 80 Seiten gebraucht, um in Schwung zu kommen. Bis dahin ist das Buch für meinen Geschmack zäh, Phoebe versinkt immer wieder in ihrer Depression und das war für mich kein angenehmes Lesen. War dieser Punkt jedoch überwunden, nahm die Geschichte Schwung auf, der Humor wurde direkter, bissiger, teilweise sogar derb.

Phoebe auf ihrer Reise zu begleiten, und mir dabei selbst die Frage zu stellen, wie ich in manchen Situationen antworten würde, gäbe es keinen Grund, mich oder andere vor der Wahrheit schützen zu wollen und hätte ich keine Angst vor der Reaktion oder den Konsequenzen meines Tun und Handelns, war eine wunderbare Gelegenheit, ein sehr ernstes Thema in einem außergewöhnlichen Setting wirken zu lassen. Die Entwicklung der verschiedenen Charaktere, ihrer Geheimnisse und der Seiten, die sie lieber nicht offebar werden lassen wollten, war einfach herrlich und eine außergewöhnliche, tolle Unterhaltung.

Ein wenig Abzug gibt es meinerseits für den schleppenden Einstieg und einen, für meinen Geschmack, in die Länge gezogenen Abschluss sowie leider einige Lektoratsfehler in der deutschen Übersetzung.

Alles in allem nichtsdestotrotz ein definitiv empfehlenswertes Buch mit außergewöhnlicher Story!

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Veröffentlicht am 28.11.2025

Packender Thriller mit unvorhersehbaren Wendungen und erstklassigen Irreführungen

Safe Space
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Wem kannst du im Angesicht des nahenden Todes noch vertrauen? Wie weit ist dein Verstand bereit, sich im Moment der zweifelsfreien Erkenntnis dem Unglaublichen hinzugeben? Wie tief ist dein Abgrund, wenn ...

Wem kannst du im Angesicht des nahenden Todes noch vertrauen? Wie weit ist dein Verstand bereit, sich im Moment der zweifelsfreien Erkenntnis dem Unglaublichen hinzugeben? Wie tief ist dein Abgrund, wenn es um alles geht? Wie weit würdest du gehen, wenn du unbedingt verstehen musst, was mit deiner Schwester geschehen ist?

Anna ist Mitte 20, gutaussehend und heuert als Anstaltspsychologin im Hochsicherheitsgefängnis Weyer an. Die ambitionierte junge Frau verfolgt dabei nicht wie sie nach außen hin vorgibt, hehre Motive, sondern kämpft in ihrem eigenen Abgrund darum, nicht gänzlich in die Schwärze abzurutschen, in die es ihre Bezugshäftlinge bereits gezogen hat. Anna ist auf der Suche nach der Wahrheit. Sie muss herausfinden, was damals mit ihrer Schwester geschehen ist. Wie weit sie dabei gehen wird, gehen muss, ist die spannungsgeladene Story hinter Sarah Bestgens neuem Thriller „Safe Space“.

Die Handlung startet direkt mit einem absoluten Paukenschlag und hervorragenden Akzent, was die Leserin / der Leser im weiteren Verlauf des Buches erwartet. Die Sprache ist leicht, direkt, zugänglich, es entsteht unmittelbar ein wahrer Sog in die Geschehnisse. Schnell ist klar, hier geht es um alles, um nichts weniger als das blanke Leben. Binnen der ersten Seiten zeichnet sich ab, dass die Leserin / der Leser niemandem trauen kann. – Wie sehr das zutrifft zeigt sich meisterhaft geschrieben im Verlaufe der Handlung.

Bestgen spielt hervorragend nicht nur mit Begrifflichkeiten, sondern auch mit gezielten Manipulationen, um die Leser:innen auf falsche Fährten zu setzen. Das Verwirrspiel gipfelt in einem spannungsgeladenen Finale mit krassen, unvorhersehbaren Wendungen, menschlichen Abgründen und abgrundtiefen Verletzungen.

„Safe Space“ hat mich die komplette Lesedauer mitgerissen, im letzten Drittel extrem. Es war mir kaum noch möglich, das Buch aus der Hand zu legen. Das Finale mag Geschmackssache sein (ich gehe bewusst nicht näher darauf ein; wer jetzt mehr wissen möchte, darf gerne selbst lesen und entscheiden 😉), mich hat es vollumfänglich abgeholt.

Anders als ihr erster Thriller „Happy End“, der mich nicht restlos überzeugen konnte, ist dieser hier ein wahres Meisterwerk und mit Gewissheit eines der besten Bücher, die ich 2025 gelesen habe! Eine absolute Empfehlung für Fans fesselnder Thriller und perfider Spannung. Hochachtung an die Autorin!

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