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Veröffentlicht am 16.02.2026

"Frauenmacht": Ein Klassiker, der zwiespältige Gefühle auslöst

FrauenMACHT!
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Mir wurde „Frauenmacht“ von Marion Knaths von einer Kollegin empfohlen. Mehrfach. Und die Kollegin hielt auch nicht mit Lob hinter dem Berg. Entsprechend hoch war meine Erwartungshaltung.

Nun habe ich ...

Mir wurde „Frauenmacht“ von Marion Knaths von einer Kollegin empfohlen. Mehrfach. Und die Kollegin hielt auch nicht mit Lob hinter dem Berg. Entsprechend hoch war meine Erwartungshaltung.

Nun habe ich eine 2021 erschienene Auflage gelesen, die noch immer die aktuellste verfügbare darstellt, und fühle mich irgendwie dumpf. Das Buch beschäftigt sich mit Inhalten, die nach wie vor aktuell sind. Insbesondere die Darlegungen des hierarchischen gegenüber des non-hierarchischen Systems hat mir etliche hilfreiche Erkenntnisse beschert.

Was ich jedoch auch mitgenommen habe aus der Lektüre: Offenbar bleibt uns Frauen, wenn wir erfolgreich sein und nicht nur recht haben wollen, nichts anderes übrig, als uns bestmöglich in ein offenbar immer weniger tragfähiges System einzufügen und dabei irgendwie die Karriereleiter zu erklimmen – so wir denn wollen und hinreichend dabei unterstützt und gefördert werden. Und wenn wir dann dort sind, besteht vielleicht sogar die Chance auf echte Veränderung. – Puh, das ist eine harte Erkenntnis.

Neben Passagen, die vermutlich so schnell nicht überholt sind, gibt es aber auch solche, die dringend einer Überarbeitung bedürften. Insbesondere mit Blick auf ins Feld geführte Politiker:innen, zum Teil seit einigen Jahren nicht mehr amtierend und mit deren Ausscheiden fundamental konträre Positionen und Weltbilder Einzug hielten. Die Beispiele aus vergangenen Tagen sind mit rückwärtsgerichtetem Blick noch immer korrekt und haben sich zugetragen, sind heute allerdings nicht mehr zutreffend. Dem wird leider überhaupt nicht Rechnung getragen; zugegeben, auch dem geschuldet, dass es keine wirklich aktuelle Auflage des Buches gibt.

Dass eine Politik unter Merz nicht mit der von Merkel vergleichbar ist, ist ebenso offensichtlich wie der Vergleich zwischen Biden und Trump. Wenn sich die Rahmenbedingungen so grundlegend gegen Frauen, deren gesellschaftliche Stellung, Teilhabe und Möglichkeiten entwickeln, sollte so ein Ratgeber das meiner Meinung auch aufgreifen und thematisieren. „Frauenmacht“ tut das an der Stelle jedoch leider nicht und bleibt, meinem Empfinden nach, auch schon hinter den 2021 aktuellen Gegebenheiten zurück.

Ich kann daher nur eine eingeschränkte Empfehlung aussprechen.

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Veröffentlicht am 16.02.2026

Wenn sich Vergangenheit und Gegenwart die Hand reichen…

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
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Hannah Borowski ist zurück und ihr Leben noch immer turbulent. Nach einer etwas ruhigeren Phase wird Hannah unvermittelt mit ihrer Vergangenheit konfrontiert, ihr Vater steht plötzlich vor der Tür, obwohl ...

Hannah Borowski ist zurück und ihr Leben noch immer turbulent. Nach einer etwas ruhigeren Phase wird Hannah unvermittelt mit ihrer Vergangenheit konfrontiert, ihr Vater steht plötzlich vor der Tür, obwohl er sich seit ihrer Geburt nicht um sie scherte. Und auch in der Gegenwart hält Veränderung Einzug bzw. Auszug und Hannah stellt sich einmal mehr die Frage, wer sie eigentlich ist und zu wem sie gehört.

Auf einer zweiten und dritten Zeitachse lernen wir Marlen kennen. Es stellt sich die spannende Frage, wie genau die Leben der beiden Frauen miteinander verbunden sind.

Alena Schröder hat abermals einen tollen Roman aufgelegt, der durch leichte und zugängliche Sprache besticht. Die Charaktere sind gut gezeichnet, konnten mich jedoch nicht ganz überzeugen oder so berühren wie es die Geschichte in manchen Szenen grundsätzlich zugelassen hätte. Jemand wie die kernige Evelyn Borowski fehlt, der Charakter der Wilma kommt ihr nahe, kann aber nicht gleichziehen.

Die verschiedenen Zeitebenen sind klar gestaltet und ersichtlich. Die dritte Zeitebene (1989/90) spielt auch nur ganz am Rande eine Rolle, was eine gute Orientierung konstant möglich macht.

Neben bereits bekannten Charakteren lernt die Leserin / der Leser neue Personen kennen, die mit Hannahs Leben verbunden sind. „Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ lässt sich auch unabhängig von den beiden Vorgängerbänden lesen. Es erschließen sich jedoch einige Details und Kontext unter Kenntnis der beiden ersten Bände „Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid“ und „Bei euch ist es immer so unheimlich still“. Eine Mehrgenerationen-Frauen-Saga, wenn man so möchte.

Ich empfand die Handlung des aktuellen Bandes in Teilen als etwas gedehnt, auch aufgrund des mäßig ausgeprägten Spannungsbogens. Die Auflösung am Ende konnte mich auch nicht ganz überzeugen, aber Enden sind und bleiben Geschmackssache!

Für Fans von Alena Schröder mit Sicherheit wieder ein toller Roman; für Erst-Leser:innen der Autorin empfehle ich allerdings „Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid“.

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Veröffentlicht am 03.02.2026

Packend, überraschend, beklemmend – ein neues Meisterstück von Romy Hausmann

Himmelerdenblau
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Theo Novak spielt ein Spiel, das er nur verlieren kann – den Wettlauf gegen seine fortschreitende Demenzerkrankung und damit auch gegen das Vergessen, was mit seiner geliebten und seit 20 Jahren verschwundenen ...

Theo Novak spielt ein Spiel, das er nur verlieren kann – den Wettlauf gegen seine fortschreitende Demenzerkrankung und damit auch gegen das Vergessen, was mit seiner geliebten und seit 20 Jahren verschwundenen Tochter Julie geschehen ist.

Die junge Podcasterin Liv rollt, gemeinsam mit ihrem Partner Phil, den Fall der seit zwei Jahrzehnten vermissten Arzttochter wieder auf und stürzt damit nicht nur sich selbst, sondern die ganze verbliebene Familie Novak in ein kaum noch durchdringliches Geflecht aus Lügen. – Oder am Ende doch die kaum erträgliche Wahrheit, deren Vergessen eine Erleichterung wäre?

Romy Hausmann ist mit dieser besonderen Geschichte und dem mutigen Stil, den sie in der Perspektive Theos wählt, ein einmaliges Buch gelungen. Die Sprache ist, wie immer, leicht zugänglich und mühelos zu lesen. Die Seiten fliegen im Nu dahin. Einzige Ausnahme im flüssigen Lesen sind die Passagen aus Theos Perspektive, gezeichnet von Aussetzern und seinem fortschreitenden Verfall. Es ist unbequem, in diese Seiten einzutauchen, es schmerzt. Manchmal habe ich mich beim Lesen auch geschämt – für Theo oder die Menschen, die gerade um ihn herum waren.

Der gewählte Schreibstil für diese Schlüsselperson zeichnet ein ungeschöntes Bild einer fürchterlichen und heute noch unheilbaren Krankheit, die Betroffene und deren Angehörige an den Rand des Erträglichen zwingt. Die Ohnmacht, die Demenz gleichsam bedeutet, wird eindrucksvoll und beklemmend deutlich.

Inhaltlich zeichnet die Autorin eine augenscheinlich schnell gelöste Vermisstenstory, führt genial und sehr hartnäckig auf falsche Pfade, um am Ende in einer Art und Weise aufzulösen, die mir das Blut in den Adern gefrieren ließ.

„Himmelerdenblau“ zeichnet sich nicht durch Brutalität aus, sondern durch die Charaktere, deren Schwächen, Abgründe und vermeintlich guten Motive, ein anständiger Mensch zu sein. – Großartig!

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Veröffentlicht am 24.01.2026

Wenig überzeugende Mischung aus Liebesdrama und Lebensratgeber

Weil ich dich immer lieben werde
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Durch einen grausamen Schicksalsschlag wird Jess aus ihrem bekannten Leben gerissen. Plötzlich ist sie allein und muss sich um ihre kleine Tochter kümmern. Es häufen sich Ungereimtheiten, die Jess an dem ...

Durch einen grausamen Schicksalsschlag wird Jess aus ihrem bekannten Leben gerissen. Plötzlich ist sie allein und muss sich um ihre kleine Tochter kümmern. Es häufen sich Ungereimtheiten, die Jess an dem zweifeln lassen, das sie bislang für ihr Leben und ihre Ehe hielt...


Die Story von "Weil ich dich immer lieben werde" klingt packend, dramatisch und doch im Grundton nach vorne und positiv ausgerichtet. Kurz gesagt, ich war sehr neugierig auf das Buch und deshalb freute es mich sehr, als ich es im Zuge einer Verlosung gewann und darin abtauchen durfte.


Die gewählte Sprache ist eingängig und leicht, der Stil mitunter etwas holprig, für mich in Teilen gewöhnungsbedürftig. Hochemotionale Szenen, welche mir an der ein oder anderen Stelle Tränen in die Augen treten ließen, gehen in oft haarsträubendem Tempo unvermittelt in eine Form der gedanklichen Selbst-Therapie über. Eine krude Mischung aus Liebesdrama und Lebensratgeber, die mich mehr als einmal überlegen ließ, das Buch abzubrechen. Die Hauptperson "coacht" sich selbst, erhält von ihrem Umfeld Unterstützung, wird jedoch auch immer wieder von Menschen, die ihr nahestehen in das nächste emotionale Drama gestoßen.

Leser:innen sehen sich einer Vielzahl von Begebenheiten gegenüber, die allzu häufig oberflächlich bleiben, um der nächste Szene, dem nächsten vermeintlichen "Wow!" oder "Ohhh!" Platz zu machen. Für meinen Geschmack leider allzu vorhersehbar und teilweise handwerklich eher plump auf eine gigantische Lovestory abzielend, die sich - sehr absehbar - aus dem ganzen Drama erwächst.

Auch blieben die gezeichneten Charaktere für mich unglaubwürdig und wurden nicht greifbar. Es baute sich keinerlei Beziehung auf.

Die Story hat tolles Potenzial, das mich in der vorgelegten Form jedoch nicht erreichen und überzeugen konnte. Schade!

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Veröffentlicht am 17.01.2026

Bezauberndes Bilder- und Vorlesebuch, das Generationen verbindet

Henri-Jette-Sausebahn
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Als ich davon erfuhr, dass die Geschichte um Henriette Bimmelbahn, eine Heldin meiner Kindheit, in die Fortsetzung geht, war meine Neugierde sofort geweckt. Die Rahmenbedingungen sind heute etwas anders ...

Als ich davon erfuhr, dass die Geschichte um Henriette Bimmelbahn, eine Heldin meiner Kindheit, in die Fortsetzung geht, war meine Neugierde sofort geweckt. Die Rahmenbedingungen sind heute etwas anders als damals: Heute bekomme nicht mehr ich die lustigen Geschichten von James Krüss, die Lisl Stich illustriert hatte, vorgelesen, sondern lese sie meinen eigenen Kindern vor. Wir verbinden daher seit Generationen viele und wunderbare Erinnerungen mit den Figuren und ich war gespannt, ob die "Fortsetzung" ebenso warmherzig und schön illustriert sein würde wie das Original.

Es fällt mir schwer, die richtigen Worte zu finden, daher ganz direkt. Ich hatte beim Vorlesen Tränen in den Augen und musste wirklich mit mir kämpfen, nicht das Weinen anzufangen, so sehr hat mich die zauberhaft gedichtete und wunderschön illustrierte Geschichte um Henriettes Enkelkinder Henri und Jette (Was für ein erzählerischer Geniestreich!) in meine Kindzeit zurückversetzt. Mit so einer Flut positiver Kindheitserinnerungen und -gefühle hatte ich nicht gerechnet - und plötzlich waren sie da.

Die Erwartungen, die ich an das Buch hatte, wurden um ein Vielfaches übertroffen! Einerseits ist da der einmalige Stil von James Krüss, hervorragend von Cornelia Boese aufgenommen, andererseits ist Pina Gertenbach ein Zauberstück gelungen, indem sie die süßen Illustrationen von damals auf perfekte Art und Weise in ein zeitgemäßes Format bringt und fortschreibt, was uns alle direkt abholte.

Versteht sich von selbst, dass wir das Buch nicht nur einmal lesen konnten, sondern gleich mehrfach gelesen haben

Auch für alle, die Henriette Bimmelbahn, den Blauen Autobus oder auch den Kleinen Doppeldecker nicht kennen, eignet sich dieses entschleunigte, wunderschöne Kinderbuch, das für alle, die die Großeltern-Generation noch kennen, einen unvergleichlichen Zauber versprühen dürfte.

Danke, Cornelia Boese und Pina Gertenbach! Ich habe noch nie so eine gelungene Hommage gesehen und bin noch immer ganz verzaubert von Henri-Jette Sausebahn und der niedlichen Geschichte, die die beiden in unser Haus brachten.

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