(5 Sterne sind zu wenig!): 2 Paare, 2 Staaten, 1 Mauer und 1 Wunder
Manchmal findet man ein ganz besonderes Buch, manchmal wird man aber auch von einem ganz besonderen Buch gefunden. So ging es mir gestern mit diesem Buch, obwohl mir das erst im Laufe der Lektüre klar ...
Manchmal findet man ein ganz besonderes Buch, manchmal wird man aber auch von einem ganz besonderen Buch gefunden. So ging es mir gestern mit diesem Buch, obwohl mir das erst im Laufe der Lektüre klar wurde (und ich es dann auch bis Mitternacht in einem Rutsch konsumierte).
Im Jahr 1968 begegnen sich "Elly aus Ostberlin" und "Uli aus Westberlin" bei einem Rockkonzert und verbringen eine Woche voller intensivster Gefühle, obgleich sie wissen, dass ihnen wirklich nur diese eine Woche bleibt.
20 Jahre später treffen "Ossi" Mina und "Wessi" Jan unter veränderten politischen und persönlichen Umständen aufeinander.
Auch die Schicksale von Nebenfiguren wie Verwandten und Freunden berührten mich zutiefst, weil ich Ähnliches sowohl von Schilderungen meiner Familie als auch aus eigener Wahrnehmung kenne.
Der Erzählstil sprach mich von wenigen Ausnahmen (z.B. "schreiender Unterleib") abgesehen an, vor allem eingeflochtene Bezüge (Erich Kästner, Mascha Kaléko, Zeilen aus englischen und deutschen Musiktexten sowie das Plädoyer einer lebenserfahrenen Hochbetagten für den Monat November).
Es ist ein Genre-Mix aus Familiengeschichte, Liebesroman sowie Milieustudie vor historischem Hintergrund (Stichworte "Paneuropäische Picknick an der ungarisch-österreichischen Grenze zwischen Sopron und Sankt Margarethen im Burgenland" oder "Günter Schabowski").
Ich bekenne, einige Male "Augen-Pipi" erlebt zu haben.