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Veröffentlicht am 21.04.2024

Eine Liebe mitten aus dem Leben

Funny Story
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Funny Story ist eine scharfsinnige und lustige Lektüre, die uns die Bedeutung von Freundschaft und wahrer Liebe deutlich macht.

Im Grunde verfolgen wir eine Liebe, die mitten aus dem Leben kommt. Daphne ...

Funny Story ist eine scharfsinnige und lustige Lektüre, die uns die Bedeutung von Freundschaft und wahrer Liebe deutlich macht.

Im Grunde verfolgen wir eine Liebe, die mitten aus dem Leben kommt. Daphne und Peter sind ein glückliches Paar, bis Peter merkt, dass er noch Gefühle für seine Kindheitsfreundin Petra hat und Daphne auf einmal feststellen muss, dass sie kein zu Hause mehr hat, weil Peter darauf bestanden hat, das Haus abzubezahlen. Doch bei Miles, Petras Ex, kann sie unterkommen. Eigentlich ist das Ganze mehr eine Zweck-WG, bis die Beiden bei einem gemeinsamen Abend ihre Sorgen ertränken und dabei Peter und Petra absichtlich glauben lassen, dass sie zusammen sind…

Funny Story war für mich so besonders, weil es abwechselnd super unterhaltsam und dann wieder schön tiefgründig ist. In dem Buch finden sich viele Situationen, die die meisten kennen, aber Emily Henry arbeitet sie gut auf und zeigt einfallsreiche Lösungen. Die Dialoge sind super realistisch und zeigen endlich mal auf, wie gute Kommunikation auch über schwierige Themen funktioniert. Funny Story ist für mich ein Buch, dass die unbeschönigte Realität aufzeigt, und trotzdem locker und leicht zu verschlingen ist.

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Veröffentlicht am 03.04.2024

Vermischt Realität mit Fiktion

Das Philosophenschiff
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Mit seinem neusten Werk knüpft Michael Köhlmeier an sein Werk „Zwei Herren am Strand an“. Diesmal geht es um die Philosophenschiffe, die sich Lenin ausgedacht hat, um unerwünschte Intellektuelle aus der ...

Mit seinem neusten Werk knüpft Michael Köhlmeier an sein Werk „Zwei Herren am Strand an“. Diesmal geht es um die Philosophenschiffe, die sich Lenin ausgedacht hat, um unerwünschte Intellektuelle aus der Sowjetunion herauszuschaffen. Köhlmeier beleuchtet das Schicksal der auf den Philosophenschiff lebenden Menschen durch die Augen von Anouk Perleman-Jacob und ihren Eltern. Die fiktive Anouk war selber erst 14 als sie mit ihren Eltern auf eins der Philosophenschiffe kam, und berichtet jetzt im Alter von 100 Jahren einem Schriftsteller von ihren Erlebnissen auf dem Philosophenschiff. Dabei verfremdet Köhlmeier bewusst Realität und Fiktion und lässt Lenin 5 Tagen nach Abfahrt auf das Philosophenschiff bringen. Köhlmeier erzählt Geschichte mal aus einem anderen Blickwinkel, bei dem die gnadenlose Vorgehensweise der Bolschewisten aber auch ihre Schwäche deutlich wird.

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Veröffentlicht am 03.04.2024

Zirkusmagie und die düstere Historie

Sparks
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Sparks erzählt die Geschichte von Rin, Odette und Mauve, die als Zirkusartisten um die Welt reisen. Doch sie sind auch Sparks, d.h. Menschen mit besonderen Fähigkeiten. Die für die Geschichte am wichtigsten ...

Sparks erzählt die Geschichte von Rin, Odette und Mauve, die als Zirkusartisten um die Welt reisen. Doch sie sind auch Sparks, d.h. Menschen mit besonderen Fähigkeiten. Die für die Geschichte am wichtigsten Fähigkeit hat Rin, die durch die Zeit reisen und dadurch versuchen kann, diese zu verändern. Die Geschichte spielt Anfang des 20. Jahrhunderts, wodurch die Sparks mit einigen Gefahren zu kämpfen haben: sei es die Regierung, die sie wegen ihrer Andersartigkeit wegsperren will, dem bevorstehenden Krieg oder auch nur einem einzelnen bösartige Circus King.

Dawson verbindet geschickt die düstere Historie Anfang des 20. Jahrhunderts mit einer magischen Zirkusgeschichte. Erzählt wird der Roman aus Rins Sicht und die des Circus Kings, wobei Rin sich im Jahr 1926 befindet, während wir mit Edward mitten im 1. Weltkrieg sind. Persönlich fand ich Edwards Sicht nochmals spannender, weil hier die schockierende Vorgehensweise von ihm enthüllt werden. Dawson gelingt es den Circus King beeindruckend authentisch zu erschaffen, insbesondere vor dem Hintergrund, dass seine Charaktereigenschaften mit zu dieser Zeit tatsächlich vorherrschenden Verhaltensweisen übereinstimmt.

Rins Perspektive bringt demgegenüber die nötige Leichtigkeit mit rein, weil wir hier viele Zirkusszenen haben. Geschickt verknüpft Dawson das Zeitreisen und die Zirkusszenen mit den historischen Geschehnissen und lässt uns diese dadurch hautnah erleben. Lange Zeit wusste ich nicht, auf welchen Plottwist die Geschichte hinausläuft, sodass dieser mich zum Ende des Romans umso mehr beeindruckt hat. Sparks hat mich damit vor allem durch die starken Charaktere und die historische Dimension überzeugt, denn Dawson beleuchtet die Schreckend des Krieges, macht aber auch Hoffnung. Demgegenüber hätte dem Roman ein wenig mehr Handlung nicht geschadet. Deswegen empfehle ich Sparks allen, die nach einer historisch angehauchten Fantasy mit beeindruckend authentischen Charakteren suchen.

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Veröffentlicht am 02.04.2024

Reise ins Kuba der Vergangenheit

Die vermisste Tochter
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Zusammen mit Claudia geht es in „Die Vermisste Tochter“ nach Kuba, um die Vergangenheit von Claudias Großmutter herauszufinden. Soraya Lane erzählt die Geschichte aus zwei Perspektiven: mit Claudia befinden ...

Zusammen mit Claudia geht es in „Die Vermisste Tochter“ nach Kuba, um die Vergangenheit von Claudias Großmutter herauszufinden. Soraya Lane erzählt die Geschichte aus zwei Perspektiven: mit Claudia befinden wir uns im Kuba der Gegenwart, während wir mit Esmeraldas Perspektive ins Kuba der 1950er Jahre zurückreisen. Dadurch fließt in diese Geschichte immer mal wieder die Kubanische Geschichte mit ein, sodass man die gegenwärtige Situation besser verstehen kann. Dennoch bleibt der Roman schön unterhaltsam, weil sich durch die zwei abwechselnden Perspektiven erst nach und nach ein immer vollständigeres Bild der Geschichte ergibt. Beide Perspektiven enthalten eine Liebesgeschichte, die ich aufgrund ihrer Authentizität und der gut vermittelten Emotionen echt gerne gelesen habe. Neben den Protagonisten konnten mich auch die Nebenfiguren überzeugen. So wird durch Esmeraldas Schwestern ein schlüssiges Bild der damaligen Lebenssituation der Frauen vermittelt. Insgesamt ein spannender und emotionaler Roman im Kuba der Vergangenheit und Gegenwart.

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Veröffentlicht am 31.03.2024

Im positiven Sinn anders als erwartet

That Girl
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Mit „That Girl“ hat sich Gabriella Santos de Lima an eine andere als ihre bisherigen Geschichten gewagt, die mich stark zum Nachdenken gebracht hat. That Girl ist keine Liebesgeschichte, aber es ist eine ...

Mit „That Girl“ hat sich Gabriella Santos de Lima an eine andere als ihre bisherigen Geschichten gewagt, die mich stark zum Nachdenken gebracht hat. That Girl ist keine Liebesgeschichte, aber es ist eine Geschichte, die wir wegen seiner schonungslosen Ehrlichkeit dringend mehr benötigen würden. Dennoch spielt die Liebe auch in diesem Roman eine Rolle, wenn Tess beim Daten auf verschiedene Männer trifft und die Frage im Raum steht, ob er der eine sein könnte, der anders ist. Doch anders als ihre anderen Geschichten verfolgt diese Geschichte nicht den Zweck uns eine romantische Geschichte zu erzählen, sondern Gabriella zeigt uns mit That Girl die toxischen Seiten beim Daten auf.

Neben dem Daten geht es aber auch um das gesellschaftliche Bild, das auf Social Media vermittelt wird und wie toxisch dieses ist. Das Ende passt zur Geschichte und hat mich mit einer tollen Botschaft für mehr Selbstliebe und Freundschaft überzeugt. Gabriellas Schreibstil lässt einen direkt in die Geschichte versinken und enthält wie gewohnt ganz viele tolle Botschaften versteckt, nur dieses Mal noch offenkundiger. Dadurch, dass das Buch viele harte Wahrheiten anspricht, hat es mich stark zum Nachdenken über unsere Generation gebracht. Ich empfehle es allen, die sich mehr Realität für unsere Generation wünschen.

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