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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.02.2026

Beängstigende Atmosphäre, fesselnde Handlung

Das Signal
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Viola hat bei einem Unfall im eigenen Weinkeller einen Teil ihres linken Beines verloren. Viola ist von Anfang an der festen Überzeugung, dass sich ihr Mann wegen dieses Makels von ihr trennen wird. Adam ...

Viola hat bei einem Unfall im eigenen Weinkeller einen Teil ihres linken Beines verloren. Viola ist von Anfang an der festen Überzeugung, dass sich ihr Mann wegen dieses Makels von ihr trennen wird. Adam ist Perfektionist und sie ist definitiv nicht mehr perfekt. Was Viola zudem beschäftigt, warum war sie überhaupt im baufälligen Keller ? Sie hat an das Geschehen keinerlei Erinnerungen mehr. Entgegen ihrer Vermutungen ist Adam rührend um sie besorgt. Er hat sich um eine passende Pflegerin, Otilia, gekümmert , die Viola unterstützen soll, bis es ihr besser geht. Viola fasst eine sofortige Abneigung gegen Otilia, was das Zusammenleben nicht gerade einfacher macht.

Aus Langeweile, einem Gefühl der Isolation und einer Portion Misstrauen beginnt Viola die Menschen aus ihrem Umfeld mit Hilfe eines Trackers zu beobachten. Was sie dabei herausfindet, scheint ihre schlimmsten Befürchtungen zu bestätigen. Hinzu kommt, dass sie sich in Bruchstücken an den Unfall erinnern kann.

Wer einen aktionsgeladen Thriller erwartet, wird enttäuscht sein, denn vieles passiert nur in der Violas Vorstellung. Die Ereignisse werden allein von ihr erzählt. Da sie im Haus isoliert ist und sich mir niemanden austauschen kann oder will, weil sie nicht als hysterisch wahrgenommen werden will, ist sie allein auf ihre Wahrnehmung, der sie nicht immer traut und Vermutungen und deren einseitigen Interpretation angewiesen. Dadurch lebt sie in einer Atmosphäre von ständiger Bedrohung und Misstrauen. Das fand ich sehr überzeugend und ich konnte mich gut in ihre Lage versetzen. Ich war aber nicht immer ihrer Meinung. Vieles ließ sich sowohl positiv wie negativ auslegen. Otilia ist jemand, der nicht leicht zu durchschauen ist. Was Viola als Einschränkung empfand, war in meinen Augen auch Fürsorge. So gab es auch Spielraum bei Adams Verhalten, auch wenn ich zugebe, dass ich ihn nicht mochte. Zeitweise lag die Vermutung nahe, dass Viola sich etwas einbildet.

Als Violas Erinnerungen zurück sind, sieht vieles anders aus und sie ist entschlossen alles zu einem Ende zu bringen. Hier zeigt sich nochmals eindrucksvoll ihre Entschlossenheit, Mut und Findungsgabe. Ein paar Fakten haben mich bei der Lösung aufrichtig verblüfft. Insgesamt habe ich das Ende gefeiert und fand es ohne Einschränkung gerecht und sehr befriedigend.

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Veröffentlicht am 31.01.2026

Die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges

TINTE und SCHWERT
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1618 Die Bestie des Krieges erwacht und wird die nächsten Jahrzehnte Europa in ihren Würgegriff nehmen. Beide Kriegsgegner beanspruchen für sich , für den wahren Glauben zu kämpfen. Die Kaiserlichen für ...

1618 Die Bestie des Krieges erwacht und wird die nächsten Jahrzehnte Europa in ihren Würgegriff nehmen. Beide Kriegsgegner beanspruchen für sich , für den wahren Glauben zu kämpfen. Die Kaiserlichen für den Papst gegen die ketzerischen Lutheraner. In Wahrheit geht es um Macht und Einfluss. Der Krieg erlaubt den Menschenfeinden auf beiden Seiten bestialische Gräuel ohne Furcht vor Strafe.

Die Geschichte nimmt ihren Anfang in einem kleinen Weiler im Bistum Würzburg. Jacob, ein Bauernsohn mit der Hoffnung auf eine Priesterausbildung, gerät in die Fänge der kaiserlichen Truppen. Nachdem er mit ansehen musste, wie seine Familie und Nachbarn abgeschlachtet wurden, wird er nach Böhmen verschleppt und muss in der Armee Schanzdienste leisten. Bereits hier ließen mir die Beschreibungen des Überfalls und die Zustände im Heerlager den Atem stocken. Der Autor schildert das so bildhaft, dass ich im Verlaufe der Ereignisse oft den Eindruck hatte, mittendrin zu sein - angesichts der Gräuel nicht immer zu meiner Freude.

Ich lerne den Feldherrn Mansfeld kennen, der mich zwar mit seiner Intelligenz und Dreistigkeit beeindruckt hat, aber durch seine Gefühlskälte und Rachsucht zu Recht in den Geschichtsbüchern verdammt wird. Während wir Pilsen belagern, sinnt Jacob auf Rache . Er ist fest entschlossen, die Mörder seiner Familie zu töten. ich habe diesen Wunsch nur zu gut verstanden. Gleichzeitig habe ich mich um Jacob gesorgt. Die Gefahr, dass sein Vorhaben verraten wird, ist allgegenwärtig. In Pilsen trifft er zufällig auf die junge Anna. Auch sie weiß von Ungerechtigkeit und Gnadenlosigkeit zu erzählen. Anna ist neben Jacob meine Lieblingsfigur. Sie ist intelligent, einfallsreich, schlagfertig und wird zu einer unentbehrlichen Verbündete für Jacob.

Die Lektüre hat mein Blut mehrfach in Wallung gebracht. Entsetzen, Mitleid, Wut, Hoffnung und auch Rachegedanken haben mich bewegt. Das Buch endet mit einem Cliffhänger. Ich lasse Jacob in Pilsen zurück, ohne zu wissen wie es den übrigen Beteiligten geht, egal ob Freund oder Feind. Nun hoffe ich, dass sich meine Befürchtungen nicht bewahrheiten und warte ungeduldig auf die Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 30.01.2026

Mord in der Bibliothek

Hunter B. Holmes - Mord in der besten Gesellschaft
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Ich bin Quereinsteiger in dieser Krimireihe. Mich hatte der Name des Ermittlers "Holmes" dazu animiert, das Buch zu lesen. Bei der Namensgebung hatte ich doch einige Erwartungen. Zuerst einmal , ich konnte ...

Ich bin Quereinsteiger in dieser Krimireihe. Mich hatte der Name des Ermittlers "Holmes" dazu animiert, das Buch zu lesen. Bei der Namensgebung hatte ich doch einige Erwartungen. Zuerst einmal , ich konnte der Handlung ohne Vorkenntnisse gut folgen. Die wenigen Leerstellen waren für den Gang der Ermittlungen ohne Bedeutung und ich konnte sie deshalb verschmerzen.

Hunter (Holmes) ist aus altem Adel und bedient zumindest die Erwartung, dass er tatsächlich einen Butler hat. Allerdings mehr Freund als Angestellter. Hunter ist Ermittler bei Scotland Yard und wird zusammen mit seinem Kollegen David zu einem Mord in der Bibliothek eines Londoner Herrenclubs gerufen. Zwar ist das Opfer ein Bediensteter , dennoch sind Ermittlungen in der gehobenen Gesellschaft erforderlich. Hier ist es nun von Vorteil, dass Hunter seine Wurzeln dort hat, weil manches , was mir etwas schräg erscheint, nimmt er gelassen zur Kenntnis. Ich selbst fühlte mich oft in vergangene Zeiten zurückversetzt , denn die Arroganz und Überheblichkeit der Upper Class scheint es immer noch zu geben. Das Musterbeispiel ist Eudora, die Arbeitgeberin des Opfers. Ich konnte sie auf den Tod nicht ausstehen. Gut gefallen hat mir, dass alle Verdächtigen ihre besonderen Marotten hatten, wie man es landläufig von den Briten erwartet.

Hunter hat mich durch seine Kombinationsgabe und Beharrlichkeit überzeugt. Immer mehr Familiengeheimnisse werden aufgedeckt und werfen kein gutes Licht auf die besseren Kreise. Zu meiner Freude konnte ich gut mit rätseln und habe verschiedene waghalsige Theorien aufgestellt. Mit einigen Vermutungen lag ich sogar richtig und das spricht in meinen Augen für den Krimi, denn ich kann es überhaupt nicht leiden, wenn auf den letzten Seiten ein Überraschungstäter aus dem Hut gezaubert wird. Holmes ist nicht Sherlock, aber dennoch war sein Fall fesselnd gepaart mit einigen Überraschungen. Er ist sympathisch , den Menschen zugewandt und hat ein Privatleben. All dies bringt ihn meinem Herzen näher als seinen Vorgänger. Neben Hunter tragen eine ganze Reihe liebenswerter Nebenfiguren zum Unterhaltungswert bei. Hier hat mich Hunters Mutter Agatha besonders für sich eingenommen. Mit ihrer Exzentrik fegt sie wie ein frischer Wind durch die Handlung.

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Veröffentlicht am 29.01.2026

Mord im Museum

FriesLandRaub (Nordseekrimi)
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Dieses Mal ermitteln Covaci und Wolf nicht als Duo, sondern auch Manu ist nach langer Dienstunfähigkeit wieder mit an Bord. Ich bin mir aber nicht sicher, ob ich das gut fand. Alexander von Holten, jung, ...

Dieses Mal ermitteln Covaci und Wolf nicht als Duo, sondern auch Manu ist nach langer Dienstunfähigkeit wieder mit an Bord. Ich bin mir aber nicht sicher, ob ich das gut fand. Alexander von Holten, jung, schwerreich und aus angesehener Familie, wird im Museum von St Peter Ording erschossen aufgefunden. Keine verwertbaren Spuren, kein Motiv, nur eine Statue, die den von Holtens gehört und im Museum ausgestellt wird, könnte ein Hinweis sein. Diese Spur führt nach Bayern in das Milieu des Drogenhandels und der Geldwäsche. Ein Münchner Kollege reist zur Unterstützung an und das ist ausgerechnet Covacis alter Vorgesetzter. Konflikte sind vorprogrammiert. Bei ihren Ermittlungen laufen die Beamte gegen eine Mauer aus Beton in Gestalt der Mutter des Opfers. Sie ist arrogant, voller Standesdünkel und verweigert jede Mithilfe. Sie war mir von Herzen unsympathisch. Der Verdacht liegt nahe, dass ein Familienmitglied der Mörder sein könnte. Es gibt viele Vermutungen, aber keine Beweise.

Das Ende hat mir gut gefallen, denn es war hochspannend. Die Erzählweise vermittelte den Eindruck, ich erlebe den Einsatz durch die Augen der Polizisten und bin bei jedem Geräusch wie sie zusammengezuckt. Die Hintergründe für die Tat haben mich nur bedingt überzeugt, denn ich fand sie teilweise etwas weit hergeholt. Das spielte aber zu diesem Zeitpunkt keine Rolle mehr, denn bis dahin war der Krimi fesselnd und sehr unterhaltsam.

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Veröffentlicht am 22.01.2026

Die Bronzezeit wird auf spannende Weise lebendig

Die Tränen des Sonnengottes 1
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Die Welt ist im Umbruch. Die Zeit der Jäger und Sammler neigt sich dem Ende zu. Die neue Zeit gehört dem Ackerbau und Handel. Menschenopfer gehören bei beiden zum Alltag, um die Götter zu besänftigen. ...

Die Welt ist im Umbruch. Die Zeit der Jäger und Sammler neigt sich dem Ende zu. Die neue Zeit gehört dem Ackerbau und Handel. Menschenopfer gehören bei beiden zum Alltag, um die Götter zu besänftigen. Missgunst und das Streben nach Macht und Reichtum sind dagegen keine Erfindungen unserer Zeit .

Als die beiden Fürstensöhne, der jüngere Arben und Burnaby , durch ein Komplott um die Nachfolge ihres ermordeten Vaters gebracht werden, schwören sie Rache. Ein Orakel der Mondgöttin schickt sie auf die gefährliche Wanderung ins unbekannte Zweistromland. Nun beginnt für die beiden und mich ein packendes Abenteuer in der mir unbekannten Welt der Bronzezeit. Mit der Überquerung der Alpen betreten wir eine völlig neue farbenprächtige Welt, in der wir interessante Kulturen kennenlernen. Nur gut, dass Arben kein Mensch ist, der sich für das Kriegshandwerk begeistert. sondern sich für die ihm unbekannten Sitten und Errungenschaften interessiert. Ich war überrascht, wie kultiviert auch in meinen Augen, die Länder rund um das Mittelmeer waren. Sei es der Schiffsbau und die Navigation auf den Meeren oder auch Regierungsformen, die selbst heute noch modern erscheinen. Richtig aufregend wird es , als wir das Reich Hammurapis , das Zweistromland, betreten. Unglaublich wie weit der Wissenstand dort schon war, angefangen bei der Astronomie , über Kriegsführung bis hin zur Gesetzgebung. All dies saugt Arben in sich auf und nimmt sich vor, das gewinnbringend für sein Volk einzusetzen. Burnaby geht in seiner Rolle als Krieger auf und so ist es nicht überraschend, dass ich durch ihn viel über das Kriegshandwerk erfahre. Manches hat mich stark an die Römer erinnert. Aber auch das Grauen der damaligen Kriege wird anschaulich geschildert, manches fast mehr als mir lieb war. Auch gesellschaftliche Aspekte finden Eingang in die Erzählung. Aber jede Reise geht einmal zu Ende und die beiden kehren in ihre Heimat zurück, fest entschlossen Rache zu üben und sich ihr Geburtsrecht zurückzuholen.

Ich habe noch nie einen Roman gelesen, der mir die Bronzezeit so lebendig und spannend nahe gebracht hat. Das Schicksal der beiden Brüder ist voller fesselnder Erlebnisse und bildet die perfekte Verpackung für die historischen Fakten. Mein Fazit ? Unbedingt lesen !

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