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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.04.2026

Ein Wohlfühlroman, der die Liebe feiert

Highland Happiness – Die Sternwarte von Kirkby
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Das war mein erster Besuch im schottischen Kirkby und es war sicher nicht mein letzter. Manche mögen die Reihe abfällig als Frauenromane bezeichnen, was auf den ersten Blick stimmt. Was der Roman aber ...

Das war mein erster Besuch im schottischen Kirkby und es war sicher nicht mein letzter. Manche mögen die Reihe abfällig als Frauenromane bezeichnen, was auf den ersten Blick stimmt. Was der Roman aber in erster Linie bietet, ist großartige Unterhaltung und eine erholsame Auszeit vom stressigen Alltag. Dabei werden durchaus schwierige Themen behandelt, aber so gut in die Handlung integriert, dass man sich nicht belehrt oder gelangweilt fühlt. Und ja, es gibt ein Happyend, was ich persönlich sehr gut finde. Drama habe ich im Alltag genug.

Die Autorin erzählt die Geschichte von Leo und Flora, die beide eine schwierige Vergangenheit haben, was dazu führt, dass die Liebe ein paar Anläufe braucht, bis sie zusammenfinden. Das fand ich durchaus realistisch und dabei einfühlsam geschildert , wie die beiden Vertrauen fassen. Leo möchte die erneuerbaren Energien voran bringen und stößt nicht überall auf Gegenliebe . Das wiederum fand ich aktuell und interessant. Auch das schwierige Thema der Familienplanung wird respektvoll angeschnitten. Was neben den kleinen und großen Dramen zudem für den Roman spricht, ist der Humor. Es gibt viele witzige Szenen, die mich zum lachen gebracht haben. Und nebenbei erwähnt, man kann der Handlung gut folgen, ohne die anderen Bände zu kennen, was ich aber unbedingt nachholen will. Für mich war das Buch ein gelungenes Gesamtpaket, das mir einige entspannte und unterhaltsame Lesestunden beschert hat.

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Veröffentlicht am 06.04.2026

Unterhaltsamer Roman mit tiefen und interessanten Einblicke in das bäuerliche Leben

Tage des Wandels
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Bereits der 1. Band der Saga konnte mich begeistern und auch die Fortsetzung konnte mich überzeugen. Man muss den 1. Band nicht kennen, um der Handlung folgen zu können. Die Autorin nimmt Zeitsprünge vor, ...

Bereits der 1. Band der Saga konnte mich begeistern und auch die Fortsetzung konnte mich überzeugen. Man muss den 1. Band nicht kennen, um der Handlung folgen zu können. Die Autorin nimmt Zeitsprünge vor, so dass die Hauptpersonen des 1. Bandes nur kurze Gastauftritte haben.

Im Mittelpunkt steht dieses Mal Eva, die auf dem Kalmulehof aufgewachsen ist und ihn dann verlässt, weil sie mit den eingeheirateten Frauen nicht zurecht kommt. So wird sie Hauserin , zuerst bei der Tochter ihrer Patin, die mit einem Vikar zusammenlebt und später bei dessen Nachfolger.

Mir hat gut gefallen, dass ich die historischen Ereignisse und Beschwernisse des täglichen Lebens erneut aus Frauensicht miterleben kann. Weiterhin verbreiten marodierende Söldner Angst und Schrecken und in ihren Gefolge die Pest. Auch die Hexenverfolgung erhebt noch stärker ihr hässliches Haupt. Eine noch größere Bedrohung zeichnet sich ebenfalls ab. Die Machtkämpfe zwischen den katholischen und protestantischen Herrschern haben begonnen. Die Autorin schildert lebendig, welche Auswirkungen das alles auf die einfache Landbevölkerung hat, denen die wechselnden Machtverhältnisse herzlich egal sind und dennoch die Hauptlast der negativen Folgen zu tragen haben. Das einzige, was sie dagegen setzen können, ist der dörfliche und familiäre Zusammenhalt.

Mit Eva hatte ich jemanden, die mir dies alles näher brachte und mit der ich mitleiden oder auch freudige Situationen erleben durfte. Auch den ruhige Erzählstil, der zeitweise an einen Bericht erinnert, fand ich angemessen. Mich hat die Geschichte sehr gut unterhalten und ich konnte in die damalige Zeit völlig eintauchen, was mein Verständnis für die historischen Gegebenheiten vertieft hat.

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  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 01.04.2026

Humorvoll, liebenswerte Figuren und unglaublich herzerwärmend

The House Witch 1
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Im Schloss von Daxaria hält ein neuer Koch , Fin Ashowan, Einzug und macht sich sofort unbeliebt, indem er neue Sitten in seiner Küche durchsetzt und launige Antworten gibt. Für ihn spricht sein phantastisches ...

Im Schloss von Daxaria hält ein neuer Koch , Fin Ashowan, Einzug und macht sich sofort unbeliebt, indem er neue Sitten in seiner Küche durchsetzt und launige Antworten gibt. Für ihn spricht sein phantastisches Essen und dass er immer zu wissen scheint, was sein Gegenüber gerade braucht. Für seine Mägde und Helfer ist ein guter Beschützer und legt sich, wenn es sein muss, auch mit Höhergestellten an. Ein besonderes Verhältnis hat er zum kleinen Prinzen Eric, der ein regelmäßiger Gast in Fins Küche ist und für den immer ein Leckerbissen bereit steht.

Schwieriger gestaltet sich sein Verhältnis zur bildschönen, intelligenten und etwas undurchsichtigen Adligen Lady Annika Jenoure. Fin findet sie faszinierend und um so mehr ist er bemüht, sie aus seiner Küche fernzuhalten. Zum einen ist eine Beziehung zu ihr aus Standesunterschieden undenkbar und zum anderen ist er auf das äußerste darauf bedacht, dass niemand erfährt, dass er eine Haushexe ist. Zu oft wurde er deswegen beleidigt . Trotzdem schleichen die beiden umeinander wie die Katze um den heißen Brei. Ihre Wortgefechte sind beim Personal legendär und verraten mehr, als die beiden ahnen. Das Spannungselement ergibt sich daraus, dass Daxaria von Krieg bedroht wird, was Spione auf den Plan ruft und einige Intrigen auslöst.

Ich war nach den ersten Seiten in das Buch verliebt und von der Geschichte verzaubert. Ich konnte verstehen, dass das weibliche Personal trotz seiner Bärbeißigkeit ein wenig in Fin verliebt war - so wie ich. Wortgefechte, egal mit wem, waren jedes Mal ein Quell der Freude und voller Humor.

Wenn ich etwas an Fin kritisieren wollte, dann ist es sein mangelndes Selbstvertrauen. Ans Herz gewachsen ist mir auch seine Katze Kraken, die versucht Fin zu unterstützen. Besonders gelungen fand ich , wie Fin ein paar Ritter in die Schranken weist, die seine Magd Hannah bedrängen, auf den rechten Weg bringt. Es dauert etwas, bis sich alle zusammen gerauft haben, aber als es drauf ankommt, ist die Küchenbrigade ein verschworener Haufen.

Ich wünschte, das Buch hätte mehr Seiten gehabt, so begeistert war ich von der Handlung mit den vielen tollen Einfällen und den liebenswerten Personen. Das Ende ist so gestaltet, dass eine Fortsetzung möglich wäre. Darauf hoffe ich ganz fest.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Freundschaft, Liebe, Gewalt und ein Funken Hoffnung

Der Fährmann
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Annemarie, Elisabeth, Hannes und Josef, alle nur wenige Jahre auseinander, wachsen auf nur verschiedenen Seiten der Salzach auf und doch trennen sie Welten, auch wenn sie das als Kinder nicht wissen und ...

Annemarie, Elisabeth, Hannes und Josef, alle nur wenige Jahre auseinander, wachsen auf nur verschiedenen Seiten der Salzach auf und doch trennen sie Welten, auch wenn sie das als Kinder nicht wissen und später schmerzhaft begreifen. Wer Geld hat, hat das Sagen . Die anderen und besonders die Frauen müssen sich ducken alle Ungerechtigkeit stoisch ertragen. Annemarie ist die Wirtstochter, die bereits früh lernt, immer zu lächeln, sich zufügen, damit die meist männlichen Gäste zufrieden sind und dadurch der Unterhalt der Familie gesichert ist. Elisabeth ist die Tochter eines reichen Bauern und wird verschachert wie Vieh an den reichen Bauernsohn Josef. Von dem Moment an wird ihr Leben zur Hölle, denn nun ist sie seine Ehefrau, sein Eigentum ohne Rechte und den Launen ihres Mannes ausgeliefert. Elisabeths Herz schlägt von Kindesbeinen an für Hannes, den mittellosen Fährmann, der der Tradition gemäß ledig bleibt. Zumal er auch keine Frau ernähren könnte. Er ist der Gegenentwurf zu Josef - sanftmütig, verständnisvoll und zugewandt. Das zusammen ergibt eine hochexplosive Mischung aus Neid, Eifersucht, Rache und ungestillter Sehnsucht. Der Ausbruch des 1. Weltkrieges verschafft der Schicksalsgemeinschaft eine kleine Atempause. Dann kehrt der Teufel zurück. Die hoch kochenden Emotionen bringen ein blutiges Ende. Der Roman hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann geschlagen. Zunächst war es die Sprachgewalt und eher antiquierter Erzählstil, die mich begeistert haben. Zunehmend hat mich dann das Schicksal der vier Menschen bewegt, die abwechseln zu Wort kommen. Ich wusste oft nicht, wessen Schicksal ich mehr bedauern, welches mich wütender gemacht hat. Am schlimmsten traf es in meinen Augen die beiden Frauen, deren Leben von Anfang an fremd bestimmt ist. Sie erfahren ständig psychische und physische Gewalt, ohne dass sie sich wehren können oder Hilfe bekommen. Hannes wird zum mittelosen Fährmann, weil seine Familie es so beschlossen hat. Tradition verwehrt ihm ein erfülltes Liebes-und Familienleben. Wen ich von Herzen verabscheut habe, ist Josef . Er verkörpert für mich all die schlechten Dinge jener Zeit. Bei genauem Hinschauen hatte ich trotzdem den Eindruck, dass auch er ein Opfer ist . Die Autorin schildert alles schonungslos und gerade die Gewalt gegen die Frauen ist fast nicht auszuhalten und schildert die damaligen Verhältnisse sehr realitätsnah. Manchmal muss man unangenehme Dinge deutlich benennen, wenn man sie sichtbar machen und damit eine Veränderung herbeiführen will. Das ist der Autorin beeindruckend gelungen.

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Veröffentlicht am 23.03.2026

Hommage an Arthur Schnitzler

Reigen in Triest
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Ich kenne alle Bücher der Reihe um Inspector Bruno Zabini , die in Triest spielen. Was jedes Mal zu meiner Lesefreude beigetragen hat, waren die interessanten und gut recherchierten Informationen zu Gesellschaft ...

Ich kenne alle Bücher der Reihe um Inspector Bruno Zabini , die in Triest spielen. Was jedes Mal zu meiner Lesefreude beigetragen hat, waren die interessanten und gut recherchierten Informationen zu Gesellschaft und politischen Verwicklungen, die ein lebendiges Bild der Vielvölkerstadt Triest ergeben. Parallel dazu gibt es einen spannenden Kriminalfall, der die Handlung aber nicht dominiert.

Mit diesem Hintergrundwissen begann ich meine Lektüre und war dennoch überrascht. Der Autor orientiert sich stark an Schnitzlers "Reigen", was sowohl Handlung als auch Personen anbetrifft. Hier agieren drei Paare aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten, die sich in einer abgelegenen Villa treffen, um über Moral, kulturelle Entwicklungen und Ereignisse diskutieren und sehr offen mit ihrer Sexualität umgehen. Dies nimmt einen breiten Raum ein und es dauert einige Seiten, bis das Krimielement ins Spiel kommt. Eine Person aus dem vorangegangenen Band tritt erneut ins Rampenlicht und spielt am Ende eine entscheidende Rolle. Was man über sie wissen muss, erfährt man durch die Gespräche innerhalb der Gruppe. Hinzu kommt eine brutale und skrupellose Verbrecherbande, die die Villa ausrauben will. Hier wird die Handlung sehr dramatisch und die Teilnehmer schweben in Lebensgefahr.

Der Sprachduktus entspricht in etwa dem damaligen Sprachgebrauch und wirkt teilweise sehr gestelzt, gibt aber ein sehr gutes Bild der damaligen Umgangsformen. Da der Autor zwischen der Gruppe um Zabini und den beiden anderen Erzählsträngen wechselt, ergibt sich ein guter Spannungsbogen - hier die heitere Clique voller erotischer Abenteuer, dort die drohende Gefahr durch die kriminellen Elemente.. Nach anfänglicher Irritation hat mir der Roman sehr gut gefallen. Man muss sich auf die Handlung einlassen. Der Schwerpunkt liegt für mich eindeutig bei der besseren Gesellschaft und ihren Moralvorstellungen und war für mich spannend und unterhaltsam zu lesen. Der eingefleischte Krimifan wird dagegen vermutlich enttäuscht sein.

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