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Veröffentlicht am 03.01.2026

Vom langweiligen Hausfrauendasein hinein in einen Alptraum

Down Cemetery Road
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Sarah Tucker lebt mit ihrem Ehemann in Oxford. Sie ist mit ihrem Hausfrauendasein und ihrem Ehemann, der sich vollkommen auf seine Karriere konzentriert, unzufrieden. Da schlägt im wahrsten Sinne eine ...

Sarah Tucker lebt mit ihrem Ehemann in Oxford. Sie ist mit ihrem Hausfrauendasein und ihrem Ehemann, der sich vollkommen auf seine Karriere konzentriert, unzufrieden. Da schlägt im wahrsten Sinne eine Bombe in ihr Leben ein. Ein Nachbarhaus fliegt in die Luft und die einzige Überlebende , ein vierjähriges Mädchen, verschwindet spurlos und niemanden kümmert es. Nur Sarah ist geradezu besessen davon, das Mädchen zu finden und schaltet den Privatdetektiv Joe ein. Ich mochte Joe, der gutherzig und im Grunde ein Träumer ist. Aber er ist gut im recherchieren und was er herausfindet, lässt einen Skandal großen Ausmaßes vermuten. Die Todesfälle in Sarahs Umfeld häufen sich und Tote melden sich zurück. Schließlich ist Sarah auf der Flucht und muss feststellen, dass nichts so ist, wie sie geglaubt hat.
Als ich mich für das Buch entschieden habe, war nicht der Name des Autors der Grund, der sagte mir nämlich nichts. Mir gefiel die Inhaltsangabe und die ersten Seiten ließen auf gute Unterhaltung hoffen. Sarah war mit zu Beginn eher unsympathisch, fand aber ihre sarkastische Art sehr erfrischend. Mich hat geärgert, dass sie so über ihren Mann herzieht, von seinem Geld profitiert und dabei passiv bleibt.
Es dauert einige Seiten, bis die Handlung langsam zum Krimi wird und unterhält trotzdem ausgesprochen gut durch den gelungenen Erzählstil . Als Sarahs Suche nach dem Kind immer mehr ihr Handeln bestimmt, geht es Schlag auf Schlag. Besonders gut fand ich , dass auch Sarahs Gegenspieler zu Wort kommt. Seine Gedankengänge waren zynisch, aber erschreckend überzeugend . Der Ausgangspunkt der Abläufe zieht immer weitere Kreise und den Grund dafür fand ich sehr realistisch.
Mittlerweile habe ich Sarah Respekt gezollt, weil sie Suche nicht aufgibt trotz Todesgefahr. Das Ende fand ich absolut überzeugend und ich musste tatsächlich lachen, weil diese Wendung so passend war.
Mich hat die Mischung aus ruhigeren Passagen und plötzlichen Ereignisse gefesselt. Genau wie Sarah war ich nie sicher und lag mit meiner Einschätzung oft weit daneben. Die sarkastischen Bemerkungen waren für mich das Salz in der Suppe.

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Veröffentlicht am 25.12.2025

Verrat, Hetze und eine Heilerin, die sich gegen das Schicksal stellt

Hiobs Tochter
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Bereits der Einstieg in die Handlung bringt mein Blut in Wallung. Ich lerne die junge Jüdin Miriam kennen, als sie knapp dem Tod bei einer Judenhatz entgeht. Jahre später kehrt sie zu ihren Großeltern ...

Bereits der Einstieg in die Handlung bringt mein Blut in Wallung. Ich lerne die junge Jüdin Miriam kennen, als sie knapp dem Tod bei einer Judenhatz entgeht. Jahre später kehrt sie zu ihren Großeltern in Deggenfeld zurück - voller Pläne für die Zukunft und ausgebildete magistra medicinae an der Universität zu Salerno. Zurück in der Heimat wird sie wieder mit dem Hass gegen Juden konfrontiert. Es brodelt in der Stadt. Als der Freund der christlichen Magd ihrer Großeltern zu Tode kommt, findet sich Miriam in eine Verschwörung verstrickt, ohne genau zu wissen, worum es geht. Auch von dieser Seite droht ihr tödliche Gefahr . Und wäre das nicht genug , ist ihre Tochter Rebecca seit Wochen verschwunden, die sie nun unbedingt suchen will. Der Hass des Mobs entlädt sich, als eine Heuschreckenplage über das Land zieht. Nun überschlagen sich die Ereignisse und Miriam weiß nicht, welcher Seite sie vertrauen kann.

Bereits auf den ersten Seiten hat mich der Autor mit seinen anschaulichen, wenn auch oft schwer zu ertragenden Beschreibungen gefangen genommen. Besonders der sinnlose und meist von wirtschaftlichen Interessen befeuerte Hass gegen die Juden hat mich tief berührt. Bisher war Pogrom eher ein objektiver Begriff für mich und erst die Schilderungen aus Sicht der Betroffenen haben mir nachdrücklich offenbart, welches Entsetzen und Leid sich tatsächlich dahinter verbirgt.

Begeistert war ich von den faszinierende Ausführungen zu einigen ärztlichen Eingriffen. Zum Teil war ich überrascht, wie fortschrittlich die Medizin bereits war .

Die Handlung rund um Miriam ist packend. Sie ist selbstbewusst, manchmal fast schon wagemutig und sich ihres ärztlichen Könnens gewiss. Das zeigt sich für mich darin, dass bei der Aufdeckung der Verschwörung nicht locker lässt. Dabei ist sie geistesgegenwärtig und kann sich mehrfach einer tödlichen Bedrohung entziehen. Das Ende lässt viele Fragen offen, die auf Antworten warten, so dass ich mich auf die Fortsetzung bereits jetzt freue.

Mich hat das Buch sehr gut unterhalten und mir nebenbei geschichtliche Ereignisse näher gebracht, die für mich bisher nur Worte auf Papier waren.

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Veröffentlicht am 25.12.2025

Eine lange gefährliche Reise geht zu Ende

Venusmuscheln in Venedig
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Alkmene , Diethelm und ihre gemeinsame Tochter Sophia sind in Tyros gelandet. Wieder beginnt die Suche nach einer Unterkunft und der Möglichkeit , Geld zu verdienen ,um die Zeit zu überbrücken, bis sie ...

Alkmene , Diethelm und ihre gemeinsame Tochter Sophia sind in Tyros gelandet. Wieder beginnt die Suche nach einer Unterkunft und der Möglichkeit , Geld zu verdienen ,um die Zeit zu überbrücken, bis sie nach Akkon weiter reisen können, wo Diethelm hofft, auf seine Waffenbrüder zu treffen. Tatsächlich ergibt sich die Gelegenheit dazu, als Konrad von Montferrat beschließt, seine Hochzeit im Lager vor Akkon zu feiern, um so seine Machtansprüche zu untermauern. Wie erhofft, treffen Alkmene und Diethelm auf Pio, Ulrich und die restlichen schwäbischen Kreuzritter. Die Zustände im Lager sind katastrophal . Dreck, Krankheit und Hunger sind ständige Gäste dort. Trotzdem bleibt Alkmene dort aus einer tiefen Verbundenheit heraus zu Diethelm, aber auch zu Pio. Die Suche nach Nahrung beherrscht den Alltag. Als die Schlacht um Akkon endgültig verloren scheint, willigt Diethelm ein, zurück in seine Heimat zu reisen. Alkmene und Sophia begleiten ihn.

Ich liebe diese Trilogie . Zum einen fand ich es interessant, dass eine Frau und Köchin die Hauptperson ist und ich den Kreuzzug aus ihrer Sicht erlebe. Das ergibt eine ganz andere und in meinen Augen realistischere Einblicke als die der Ritter, die nach Ehre und Ruhm streben und davon träumen, Jerusalem zu befreien. Und die Realität ist wirklich nicht heroisch.

Man kann Alkmene nur bewundern, die immer versucht, das gute zu sehen und dabei nicht in Freund-Feind - Kategorien denkt, sondern Dinge sehr pragmatisch angeht. Schön fand ich auch, dass jedem Kapitel wieder ein Rezept aus der damaligen Zeit voran gestellt wurde. Auch Alkmenes Ausführungen zu einigen Speisen fand ich interessant. Ich mochte auch Diethelm , der eine spannende Wandlung erfährt, vom stolzen , auf seine Ehre bedachten Ritter hin zu jemandem, der auf das Wohl der Menschen, die ihm etwas bedeuten, bedacht ist, auch auf die Gefahr hin, eine lächerliche Figur abzugeben.

Auf den ersten Blick war ich vom Ende enttäuscht. Bei näherem Hinsehen kann ich der Autorin nur gratulieren, denn der Schluss wird den Bedürfnissen jedes Einzelnen gerecht. Das Buch hat mich erneut sehr gut unterhalten und mir die Zeit der Kreuzzüge aus ungewöhnlicher Sicht näher gebracht.

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Veröffentlicht am 23.12.2025

Flucht vor der SAR

Als die Freiheit starb – Rebellion
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Adriana konnte mit Hilfe der Freedom Fighters aus dem Lager der SAR entkommen. Nun steht sie vor den Trümmern ihrer bisherigen Existenz. Der einzige Grund, warum sie weiter am Leben bleibt, ist, dass ...

Adriana konnte mit Hilfe der Freedom Fighters aus dem Lager der SAR entkommen. Nun steht sie vor den Trümmern ihrer bisherigen Existenz. Der einzige Grund, warum sie weiter am Leben bleibt, ist, dass sie unbedingt ihren Sohn Anthony aus dem Kinderheim der SAR befreien will , um wieder mit ihm vereint zu sein. Unterstützung erhält sie , sowohl bei der Suche als auch bei dem Versuch, ihr seelisches Gleichgewicht wiederzufinden , von Sam, einem sympathischen Witwer und Freedom Fighter.

Tatsächlich gelingt es, Anthony zu befreien und das ist der Startschuss zu einem Höllenritt quer durch Amerika mit dem Ziel Kanada, das Land der Hoffnung , zu erreichen .Die Gruppe besteht aus Adriana, ihrem Sohn Anthony, Sam und Leona, die sie im Lager kennengelernt hat und deren Mann Randy. Was auf den ersten Blick machbar erscheint, entwickelt sich zu einem zähen Ringen mit der SAR und hier speziell mit dem Agenten Stan, einem früheren Arbeitskollegen von Adrianas Ehemann. Stan scheint geradezu besessen davon zu sein, Adriana in die Finger zu bekommen.

Ich bin durch ein Wechselbad der Gefühle gegangen. Besonders schockiert hat mich, dass manche, die sich als Helfer feiern ließen, sich als Monster entpuppten. Aber es gibt auch andere, die mich durch ihre Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft für sich eingenommen haben. Das Ende des Buches hat mich kalt erwischt und lässt das schlimmste befürchten. Es bleibt die Hoffnung, dass es im 3. Band besser wird.

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Veröffentlicht am 22.12.2025

Sehr emotional

Die verlassene Tochter
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Ein Buch aus dieser Reihe in der Hand zu haben, ist wie alte Bekannte treffen. Vieles ist gleich geblieben und dennoch entdeckt man neue Facetten. So ist es auch hier. Der Aufbau der Geschichte mit zwei ...

Ein Buch aus dieser Reihe in der Hand zu haben, ist wie alte Bekannte treffen. Vieles ist gleich geblieben und dennoch entdeckt man neue Facetten. So ist es auch hier. Der Aufbau der Geschichte mit zwei Erzählebenen ist immer der gleiche. Eine junge Frau entdeckt - meist nach einem Schicksalsschlag - , dass die Großmutter adoptiert wurde, was bisher niemand wusste. Hinweise auf die unbekannte Mutter finden sich in einer Holzschatulle und eine Schnitzeljagd beginnt. Dennoch ist der Inhalt jedes Buches anders . Die Gründe für die Adoption sind vielfältig und offenbaren eine weitere berührende Geschichte. Obwohl der Ausgangspunkt der Suche London ist, führen die Nachforschungen in die Welt hinaus. Dieses Mal geht es nach Argentinien , Anlass für Beschreibungen der dortigen Landschaft und Ausführungen zum Polosport.

Rose ist die Suchende und findet sich plötzlich in einem Märchen wieder und trifft dort auch ihren Märchenprinzen. Überfordert von der Situation , flieht sie zu ihrer besten Freundin nach New York. Die Umstände, die zur Adoption geführt haben, haben mich fassungslos und wütend gemacht und manchmal war es gut, ein Taschentuch zur Hand zu haben. Die Mutter, Valentina, verliert alles - ihr Erbe, ihre Liebe und ihre Träume. Es ist bewundernswert, welche Entscheidungen die junge Frau trifft, um Gerechtigkeit zu erlangen.

Der Roman hat mich gut unterhalten, auch wenn er an manchen Stellen sehr oberflächlich bleibt und manches für mich nicht nachvollziehbar war. Das Schöne - und nichts anderes erwarte ich von der Reihe - ist, dass es ein Happyend gibt und ich mitfühlen konnte. Und das spricht in meinen Augen für das Buch.

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