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Veröffentlicht am 13.09.2025

Humorvolle Einblicke in das Leben passionierter Hobbysegler

Bordgeflüster
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Ich selbst bin kein Segler, aber am Bodensee aufgewachsen und durfte gelegentlich die heiligen Planken betreten - natürlich nur mit dem passenden Schuhwerk. Grund genug, das Buch in die Hand zu nehmen ...

Ich selbst bin kein Segler, aber am Bodensee aufgewachsen und durfte gelegentlich die heiligen Planken betreten - natürlich nur mit dem passenden Schuhwerk. Grund genug, das Buch in die Hand zu nehmen und ein weiterer war, dass ich weiß, dass die Autorin eine spitze Feder besitzt und Dinge humorvoll auf den Punkt bringt. Das Buch hat meine Erwartungen erfüllt und einige Stunden meinen Tag erhellt und mich zum lachen gebracht.

Egal welchen Aspekt des Seglerlebens die Autorin aufgreift, es ist einfach komisch, aber nie bösartig oder herabwürdigend. Ich hatte immer das Gefühl, ich sitze als stiller Beobachter daneben. Gut gefallen haben mir die kurzen Kapitel, so dass man auch in einer kleinen Pause reinlesen kann. Ein Lieblingskapitel zu benennen fällt mir schwer, denn gefallen haben sie mir alle. Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir aber das Ausleihen der heiß geliebten "Alten" - so der Name des Segelschiffs - an ein anderes Segelpaar, was man definitiv nur nach eingehender Überprüfung der Betreffenden machen sollte . Und zu Herzen gehend fand ich den Abschied von der Segelsaison . Da zeigt sich wahre Hingabe. Das Buch ist in meinen Augen ein Volltreffer und ich bin mir sicher, egal ob passionierter Segler oder stiller Beobachter, jeder hat seinen Spaß damit.

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Veröffentlicht am 09.09.2025

Lebensweisheiten verpackt in emotionale Geschichten

Kleine Wunder in der Mitternachtskonditorei
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Ich habe mit diesem Roman Neuland für mich betreten, denn es ist mein erstes Buch aus dem asiatischen Raum. Der Inhalt hat mich in zweifacher Hinsicht überrascht. Er war sehr poetisch und mit Botschaften ...

Ich habe mit diesem Roman Neuland für mich betreten, denn es ist mein erstes Buch aus dem asiatischen Raum. Der Inhalt hat mich in zweifacher Hinsicht überrascht. Er war sehr poetisch und mit Botschaften gefüllt, die etwas philosophisches hatten, womit ich nicht gerechnet habe. Und was mich noch mehr überrascht hat, es war trotzdem sehr unterhaltsam und die Geschichten haben mich sehr berührt. Allerdings waren die Namen bis zum Schluss eine Herausforderung.

Yeonhwa erbt von ihrer Großmutter eine kleine Konditorei, die sie nicht , wie geplant , verkaufen darf. Yeonwha ist nicht begeistert und ergibt sich mürrisch in ihr Schicksal. Da das Geschäft nur nachts geöffnet sein darf, sind die Kunden sehr speziell. Jeder von ihnen wünscht sich ein bestimmtes Gebäck, weil er damit sehr persönliche Erinnerungen verbindet oder sich bei jemanden damit entschuldigen oder endlich seine Liebe zeigen will . Um diesen Wunsch verstehen zu können, lerne ich die Lebensgeschichte der Kunden kennen, die mich jedes Mal aus einen anderen Grund bewegt. Und auch Yeonhwa erfährt etwas über ihre persönliche Vergangenheit und das Leben ihrer Großmutter. Die Wahrheit hilft ihr , so schmerzhaft sie ist, zu verstehen und zu verzeihen. Die Geschichten der Kunden geben tiefe und interessante Einblicke in die koreanische Kultur. Manches davon erschien mir befremdlich, aber die Lebensweisheiten sind in meinen Augen so universell, dass es sich lohnt darüber nachzudenken. Trotz der traurigen Schicksale empfand ich das Buch nicht als düster , sondern im Gegenteil voller Hoffnung. Es ist definitiv ein leises Buch voller Emotionen, aber dadurch meiner Meinung nach lesenswert, weil es davon erzählt, worauf es im Leben ankommt.

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Veröffentlicht am 07.09.2025

Gelungene Fortsetzung der Familiengeschichte von Emma und Elias

Die Freiheit so weit
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Der 1. Band endete mit einem schweren Autounfall, gerade als der Himmel für Emma und Elias voller Sterne war. Nun liegt Elias auf der Intensivstation und kann sich an nichts mehr erinnern, auch nicht ...

Der 1. Band endete mit einem schweren Autounfall, gerade als der Himmel für Emma und Elias voller Sterne war. Nun liegt Elias auf der Intensivstation und kann sich an nichts mehr erinnern, auch nicht an die gemeinsame Zeit mit Emma. Emma ist nicht ganz so schwer verletzt und reist nach Deutschland zurück. Dort will sie ihr Leben neu ordnen und das Bewerbungsgespräch für die Ausbildung zur Astronautin erfolgreich hinter sich bringen. Und natürlich wird auch die Geschichte von Susanna und Marie weiter erzählt.

Am meisten habe ich mit Susanna gelitten. War sie im 1. Band noch der unreife, verwöhnte, eigensüchtige Teenager, entwickelt sie sich zu einer starken Frau, die heftige Schicksalsschläge hinnehmen muss. Sie wird für mich zu einer echten Heldin, die sich für andere - auch unter Lebensgefahr - einsetzt.

Marie muss mit der Ablehnung der Amerikaner gegen Deutsche zurecht kommen und mit der feindseligen Haltung von Enricos Familie, die eine nicht italienische Schweigertochter nicht akzeptieren will. Aber Liebe findet auch damals ihren Weg und in meinen Augen haben es die beiden dann letztendlich sehr gut getroffen.

Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit hat auch Auswirkungen auf die Gegenwart und verhilft Emmas Familie zu einem besseren Miteinander. Emma trifft in meinen Augen wohl überlegte Entscheidungen. Hitzige Störfeuer kommen von ihrem Ex-Freund Michael. Er wurde zu meiner meist gehassten Figur im Roman. Am Ende müssen die dunklen Wolken weichen und der Himmel leuchtet voller Sterne und ich war vom Buch begeistert. Die Handlung war spannend, emotional und voller interessanter und neuen historischen Fakten . Die Geschichte hat mich wirklich bewegt und dabei sehr gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 07.09.2025

Eine große Liebe im Schatten der Nazidiktatur

Martha, Mon Amour. Eine verlorene Liebe
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Der Roman erzählt die Geschichte von Martha, die bereit ist für ihre große Liebe Amir, einen Kolonialsoldaten, alles aufzugeben und dabei große Risiken eingeht.

Martha hat im 1. Weltkrieg ihren Verlobten ...

Der Roman erzählt die Geschichte von Martha, die bereit ist für ihre große Liebe Amir, einen Kolonialsoldaten, alles aufzugeben und dabei große Risiken eingeht.

Martha hat im 1. Weltkrieg ihren Verlobten verloren. Ihr Wunsch, Psychologie zu studieren, bleibt ein unerfüllter Traum. Durch Zufall lernt Martha den französischen, tunesisch stämmigen Soldaten Amir kennen. Die beiden treffen sich öfters und ernten abschätzige Blicke von Passanten. Dabei begegnet Amir Martha respektvoll und sie hofft, dass da mehr zwischen ihnen sein könnte. Als Amir nach Paris zurückkehrt, bleibt Martha enttäuscht in Köln zurück. Die Schatten der erstarkenden Nazidiktatur werden größer und da Martha nach dem Tod ihrer Mutter keine Familie mehr in Köln hat , nimmt sie den überraschenden Heiratsantrag von Amir an. Sie reist nach Paris , wo sie nicht mit offenen Armen empfangen wird. Amirs Mutter lehnt sie ab und die feindselige Haltung der Franzosen gegenüber Deutschen ist allgegenwärtig. Doch Amir steht zu ihr und das ist alles ,was zählt. Da schlägt das Schicksal erneut zu. Marthas Mentor und väterlicher Freund liegt 1940 im sterben. Gegen alle Vernunft und trotz Amirs Bedenken reist Martha nach Köln . Dort bekommt sie die Auswirkungen der Schreckensherrschaft hautnah mit. Eine Rückkehr nach Paris liegt in weiter Ferne.

Ich habe schon einige Bücher der Autorin gelesen und bin von ihren realen und gut recherchierten historischen Schilderrungen begeistert. Diese verbindet sie mit einer spannende, unterhaltsamen und emotionalen Geschichte - so auch hier. Wenn man an die Grausamkeiten der Nazis denkt, fällt einem unweigerlich der Völkermord an den Juden ein und vergisst dabei, dass auch andere mit dem Tode bedroht wurden. Mir war nicht bekannt, welcher Gefahr Kinder von Kolonialsoldaten und deren Mütter ausgesetzt waren. Die Kinder wurden sterilisiert und die Mütter mussten damit rechnen, für geisteskrank erklärt zu werden. Martha hat mir als Person gut gefallen. Sie ist intelligent, loyal und nimmt sich ihrer Mitmenschen an, auch um den Preis der eigenen Sicherheit. Gut gefallen hat mir, dass die Autorin die Probleme in Paris nicht klein schreibt und diese auch benennt. Das alles wird von der Liebe zwischen Amir und Martha überstrahlt . Obwohl Amir traditionell erzogen wurde,, ist er bereit, Martha ihre Freiräume zu lassen.

Der Teil des Romans, als Martha wieder in Köln hat mich stark bewegt. Nur gut, dass die Autorin einen sachlichen Erzählstil pflegt. Das Ende hält eine große Überraschung bereit, auf die ich nicht gefasst war. Das hat mir gut gefallen, da ich nach alle dem Schrecken, einen Funken Hoffnung gut gebrauchen konnte.

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Veröffentlicht am 01.09.2025

Ein niederträchtiges Verbrechen, das zur Zeit der Kreuzzüge seinen Anfang nimmt

Das Lied des Vogelhändlers
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Ich mag die Bücher des Autors sehr. Er verbindet historische Tatsachen gekonnt mit Fiktion. Was mich dieses Mal angenehm überrascht hat, es gibt einen hohen Anteil an Krimielementen, was den Spannungsfaktor ...

Ich mag die Bücher des Autors sehr. Er verbindet historische Tatsachen gekonnt mit Fiktion. Was mich dieses Mal angenehm überrascht hat, es gibt einen hohen Anteil an Krimielementen, was den Spannungsfaktor entsprechend hoch hält.

Die Ereignisse beginnen 1190 zur Zeit des 3. Kreuzzuges unter Barbarossa, der kein gutes Ende nahm. Die Waise Franziska begleitet ihren Onkel auf dieses waghalsige Unternehmen und steht nach dessen Tod alleine da. Ihr Leben nimmt eine unerwartete Wendung, als sie den Markgraf von Baden kennenlernt. Der Autor schildert anschaulich die Unbill , denen die Kreuzfahrer und deren Tross ausgesetzt sind. Interessant waren die Einblicke in die damalige Heilkunst. Ich begleite Franziska durch Höhen und Tiefen, bis sie 10 Jahre später wieder in ihrer Heimat ist.

Der Autor wechselt immer wieder die Zeitebene und berichtet parallel über die Ereignisse im Jahr 1200, die mich auf die Burg der Söhne des Markgrafen führen. Nun lerne ich den sympathischen Vogelhändler Wigbert und sein Mündel Almut kennen. Er hofft auf gute Geschäfte anlässlich des auf der Burg stattfindenden Turniers. Da kreuzt sich sein Weg mit dem Gesandten des Königs, Walther von der Vogelweide. Im Laufe der Geschichte mochte ich Walther immer mehr, auch weil er eine heitere Note in das dramatische Geschehen bringt. Mit der Ankunft auf der Burg dominiert in meinen Augen die Krimihandlung. Es gibt einen mysteriösen Todesfall, geheimnisvolle Anschläge und mittendrin, Walther, Wigbert ,Franziska. und ich . Gemeinsam gilt es einen Mörder zu entlarven und ein Komplott aufzudecken., was mich ordentlich in Atem hält.

Die Handlung war abwechslungsreich und hat mich immer wieder überrascht. Ich war regelrecht erleichtert, als der Schuldige ausfindig gemacht war und er seine drastischen, aber verdienten Strafe bekam. Zu meiner Freude endet das Buch versöhnlich und ich konnte die Beteiligten mit ruhigen Gewissen verlassen.

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