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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.01.2021

Entdeckungsreiche Abenteuerreise für wagemutige Leserinnen

Aleja und die Piratinnen, Band 1: Das Schattenschiff
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Aleja ist ein abenteuerlustiges Mädchen, das seinem Alltag in Sevilla in jeder freien Minute zu entfliehen versucht – in der Welt der Bücher, aber auch durch seine Streifzüge über die städtischen Dächer ...

Aleja ist ein abenteuerlustiges Mädchen, das seinem Alltag in Sevilla in jeder freien Minute zu entfliehen versucht – in der Welt der Bücher, aber auch durch seine Streifzüge über die städtischen Dächer oder am Hafen. So verwundert es kaum, dass Aleja es eines Tages tatsächlich gelingt, auf große Abenteuerreise zu gehen, als sie sich an Bord eines magischen Piratenschiffes wiederfindet, dessen Besatzung ausschließlich aus Frauen besteht. Ziel der Fahrt ist – wie könnte es anders sein – die Erbeutung eines Schatzes, auf deren Weg jedoch allerlei Gefahren lauern. Gemeinsam mit den Piratinnen und nicht zuletzt dank ihres angelesenen Wissens bezwingt Aleja so manche Bedrohung. Das Buch ist spannend geschrieben und verknüpft Fiktion, Geschichte und Magie so glaubwürdig miteinander, dass die Leserin nicht anders kann als mit der Protagonistin zu verschmelzen. Sprachlich wirkt Maria Kuzniars Werk für Zehnjährige noch sehr komplex, auch irritieren die eingestreuten spanischen Wörter, die sich nicht aus dem Zusammenhang erklären. Umgekehrt ist das Buch gerade durch die reichhaltige Sprache, die genannte Komposition aus fantastischen und geschichtlichen Elementen sowie den anspruchsvollen Schreibstil auch noch für erwachsene Leserinnen ein Genuss.
Schön, diese sonst eher jungendominierte Thematik einmal gezielt an eine weibliche Leserschaft adressiert zu sehen!

  • Cover
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Veröffentlicht am 27.01.2021

Umfangreicher Ratgeber mit ausführlichem Quellenverzeichnis

Der Elternkompass
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Das Buch "Der Elternkompass" von Nicola Schmidt ist mit seinen über 300 Seiten ein umfassender Ratgeber, der Eltern jahrelang begleiten wird. Ausgehend von der Schwangerschaft, über die Geburt, das Baby-, ...

Das Buch "Der Elternkompass" von Nicola Schmidt ist mit seinen über 300 Seiten ein umfassender Ratgeber, der Eltern jahrelang begleiten wird. Ausgehend von der Schwangerschaft, über die Geburt, das Baby-, Kleinkind- und schließlich das Schulalter finden sich viel Tipps und Denkanstöße, die selbst erfahrenen Eltern wie uns noch einige neue Impulse geben. Im Dschungel der guten, oft ungefragt gegebenen Ratschläge von Verwandten, Freunde, Bekannten, Ärzten oder auch Fremden findet man so Orientierung und kann sich seine eigene, für die individuelle Situation passende, Meinung bilden.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Ratgebern, sind die Aussagen durch ein umfangreiches Quellenverzeichnis belegt, so dass man bei Bedarf in der ursprünglichen Publikation nachlesen kann. Das ist Vorbildlich und sollte von allen Verlagen bei Sachbüchern eingefordert werden!

Alles in allem ist "Der Elternkompass" ein sehr empfehlenswerter Ratgeber, den man bedenkenlos jedem neuen oder schon erfahrenen Elternpaar schenken kann!

  • Cover
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Veröffentlicht am 01.11.2020

Mit coolen Rätseln kreuz und quer durch die Vorweihnachtszeit

Escape Room. Die drei unheimlichen Geschenke. Ein Gamebuch-Adventskalender für Kinder
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Der Escape Room Adventskalender „Die drei unheimlichen Geschenke“ von Eva Eich ist ein originell gestalteter Krimi für Kinder. Nach einer kurzen altersgerechten Einführung in die Benutzung des Buches geht ...

Der Escape Room Adventskalender „Die drei unheimlichen Geschenke“ von Eva Eich ist ein originell gestalteter Krimi für Kinder. Nach einer kurzen altersgerechten Einführung in die Benutzung des Buches geht es direkt los mit der Geschichte, in der die Geschwister Toni und Luka mit der Entführung des Weihnachtsmanns konfrontiert und um Hilfe gebeten werden. Um diese Aufgabe bewältigen zu können, müssen die Kinder etliche Rätsel lösen. Was bei einem gewöhnlichen Adventskalender die Türen sind, wird in diesem Buch durch zu öffnende Doppelseiten repräsentiert. Dabei folgt natürlich auch hier nicht ein „Türchen“ dem nächsten, sondern muss erst anhand von Bildausschnitten im Buch gesucht werden – dies wiederum setzt die erfolgreiche Lösung des jeweiligen Rätsels voraus. Dass bei der Suche nach dem richtigen Bild ein kleiner Einblick in den Fortgang der Geschichte unausweichlich ist, mag Leser/innen stören, die sich lieber überraschen lassen wollen. Andererseits erzeugen diese Vorschauen aber auch Spannung und Neugier auf den weiteren Handlungsverlauf, da die Bilder lediglich andeuten, welche Erlebnisse auf die beiden Kinder warten. Dies steigert – wie soll es bei einem Adventskalender anders sein – die Vorfreude auf den jeweils nächsten Tag.

Die Altersempfehlung für Kinder ab neun Jahren empfinde ich als ein Jahr zu früh. Mit neun Jahren ist es für viele Kinder immer noch ein wohl gehütetes Geheimnis, dass es die Menschen sind, die sich um die Weihnachtsgeschenke kümmern. Dies wird hier jedoch ganz offen dargestellt. Die Behauptung des 13-jährigen Protagonisten, dass es den Weihnachtsmann nicht gebe, wird selbst von dessen neunjähriger Schwester nicht in Frage gestellt. Auch weitere Details, beispielsweise, dass Schaumküsse in der Mikrowelle aufgehen, müssen Neunjährige noch nicht erfahren und erst recht nicht auf die Idee gebracht werden, nachts heimlich aus dem Haus zu schleichen. Auch die Bilder sprechen eher größere Kinder an und sind „cool“ illustriert; erinnern vom Stil an Konsolenspiele oder computeranimierte Filme.

Alles in allem verspricht das Buch ein spannendes Weihnachtsabenteuer mit durchaus kniffligen Rätseln für Kinder ab 10 Jahren (und deren Eltern).

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Veröffentlicht am 01.11.2020

Nervenaufreibender Kampf ums Überleben

Love & Bullets
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Nick Kolakowskis Roman „Love and Bullets“ trägt zu Recht die Bezeichnung „Thriller“. Schon auf der ersten Seite spricht ein Auftragskiller in Gedanken klare Worte über seinen Job – und schon befindet sich ...

Nick Kolakowskis Roman „Love and Bullets“ trägt zu Recht die Bezeichnung „Thriller“. Schon auf der ersten Seite spricht ein Auftragskiller in Gedanken klare Worte über seinen Job – und schon befindet sich der Leser bzw. die Leserin mitten im Geschehen. Im Rückblick geht es aus wechselnden Perspektiven weiter und Teilchen um Teilchen setzt sich in ruhiger Ausführlichkeit das Puzzle um Bill und seine Machenschaften zu einem großen Ganzen zusammen. Bills Ziel war es gewesen, an Geld zu kommen, sehr viel Geld. Der Bestohlene, „der Dean“ genannt, ist jedoch alles andere als ein Opfertyp und setzt sogleich einen Auftragskiller auf Bill an, mit dem die Leserschaft bereits Bekanntschaft gemacht hat. Nach und nach stoßen weitere Romanfiguren hinzu, die das Geschehen einerseits immer breiter ausrollen, andererseits aber auch für Verwirrung sorgen, was nicht zuletzt am wiederholten Perspektivwechsel und etlichen Andeutungen liegt. Die Figuren setzen sich überwiegend aus Kriminellen zusammen, von denen keinem die Eigenschaft zugeschrieben werden kann, lange fackeln zu wollen. Demzufolge erstaunt es, dass Bill es wiederholt schafft, den Kopf aus der zunehmend enger werdenden Schlinge zu ziehen. Da Bill längst nicht so abgebrüht ist, wie er tut, sehr menschlich wirkt und sogar einen großen Teil des gestohlenen Geldes für einen guten Zweck spendet, gewinnt er rasch die Sympathie des Lesers bzw. der Leserin. Wer Spaß an Thrillern hat und Geduld für die sukzessive und teilweise quälend schleichende Aufdeckung der Geschehnisse aufbringt, wird an diesem durchdacht aufgebauten Roman seine Freude haben; vorausgesetzt, man hält die an Horror grenzende Handlung aus.

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Veröffentlicht am 01.11.2020

Rasanter Thriller

Capitana
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Bei dem Buch „Capitana“ von Melissa Scrivner Love stolpert der Leser/ die Leserin von Anfang an mitten ins Geschehen. Man taucht mit drei Highschool-Schülern, für die all dies noch Neuland ist, in die ...

Bei dem Buch „Capitana“ von Melissa Scrivner Love stolpert der Leser/ die Leserin von Anfang an mitten ins Geschehen. Man taucht mit drei Highschool-Schülern, für die all dies noch Neuland ist, in die Drogenszene ein und lernt Lola kennen, die dort die Fäden in der Hand hält. Obwohl schnell klar wird, dass Lola eiskalt Menschen erschießt, die ihre Macht untergraben könnten oder gefährden, erlebt die Leserschaft sie gleichzeitig als liebevolle Mutter, die mit Einfühlungsvermögen und Bescheidenheit dafür sorgt, dass es ihrer Familie und ihrem Umfeld gut geht. Somit lädt diese Hauptfigur vor allem die Leserinnen unausweichlich dazu ein, sich mit ihr zu identifizieren und sich gemeinsam mit ihr in der eiskalten Drogenwelt über Wasser zu halten. Die fragile Souveränität, die Lola zu Beginn des Romans innezuhaben scheint, wird durch mehrere unvorhergesehene Ereignisse mit einem Mal erschüttert und die Protagonistin findet sich in einem Kampf um Macht, Leben und Tod wieder.

Die rasante Geschichte gönnt dem Leser/ der Leserin kaum eine Pause – Scrivner Love beschreibt packend, anschaulich und ungeschönt die knallharte Wirklichkeit im Drogenmilieu – nichts für schwache Nerven, aber so fesselnd und faszinierend, dass man dieses Buch kaum aus der Hand legen kann.

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