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Veröffentlicht am 06.01.2020

Die Wälder, das bedeutet: kein Zurück mehr!

Die Wälder
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Melanie Raabe hat bisher schon vier Thriller geschrieben und endlich habe ich mein erstes Buch von ihr, "Die Wälder" gelesen.
Bereits ihr Schreibstil ist unglaublich atmosphärisch und lässt sich sehr schnell ...

Melanie Raabe hat bisher schon vier Thriller geschrieben und endlich habe ich mein erstes Buch von ihr, "Die Wälder" gelesen.
Bereits ihr Schreibstil ist unglaublich atmosphärisch und lässt sich sehr schnell und angenehm lesen.
Sie konnte mich in ihre Wälder mitnehmen mit der düsteren, leicht unheimlichen Stimmung.
Ich lese normalerweise eher sehr brutale Thriller, weil sie mich aus Erfahrung mehr packen, mitnehmen und mitfiebern lassen als die, die sich auf die Psyche fokussieren, aber Raabe hat durchaus einen guten Job gemacht.
Sie hatte mich und ich war sehr neugierig, was hinter allem steckt, was damals wirklich geschehen ist.
Leider konnte sie mich nicht zu 100% überzeugen. Es hat bereits beim ersten Perspektivenwechsel angefangen. Im Nachhinein klingt es ein wenig blöd und ich könnte mir immer noch gegen die Stirn schlagen, dass ich nicht verstanden habe, dass die andere Perspektive mit Peter die Vergangenheit erzählt. Im Nachhinein sehr offensichtlich und ich hatte durchaus meine Verdachtsmomente, aber mich haben eindeutig die anderen Namen und die Verwandtschaftsverhältnisse von Peter und Gloria irritiert. Ich würde theoretisch vorschlagen, dass die Spitznamen und die Verwirrung unnötig seien, aber Beides sind wichtige Stilmittel, die dem Leser etwas verdeutlichen sollten. Deswegen hätte ich mir beim ersten Wechsel einmalig ein "20 Jahre zuvor" u.ä. gewünscht.
Des Weiteren passiert im Laufe der Geschichte nicht wirklich viel. Alle Ereignisse spielen überwiegend an 2-3 Tagen, sodass die Tiefe an der ein oder anderen Stelle zu kurz gekommen ist.
Am Ende überschlagen sich wortwörtlich die Ereignisse. Wenn man diese ein bisschen mehr auseinandergezogen hätte, wäre die Spannung noch intensiver gewesen.
Das finale Ende hingegen gefällt mir unglaublich gut, obwohl manche möglichen Entwicklungen nur angeteasert oder durch eine Geste angedeutet werden.
Zum Schluss möchte ich noch auf die Charaktere und das Setting eingehen.
Nina ist gemeinsam mit zwei anderen jungen Männern die Hauptprotagonistin und ich finde sie eigentlich sehr sympathisch. Nicht alle ihre Entscheidungen hätte ich genauso getroffen, aber letztendlich waren sie gut ausgearbeitet.

Einer der beiden jungen Männern war mir nicht immer sympathisch und letztendlich haben mir die Vergangenheitsteile noch viel besser gefallen als die Gegenwart, nicht nur von der Spannung her.
Besonders gut haben mir die Wälder als Setting gefallen. Gleichzeitig Ort und Metapher zugleich. Dunkel, gruselig, angsteinflößend und gefährlich mit düsteren Sagen umrankt, aber durch die Beschreibungen auch sehr atmosphärisch.
"Die Wälder" ist durchaus ein Buch, das ich empfehlen kann, obwohl es mich nicht komplett von sich überzeugen konnte. Ich werde definitiv noch etwas von Melanie Raabe lesen. Ich vergebe 3,5/5 Sterne...

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Veröffentlicht am 03.01.2020

Spannend, verwirrend, fantastisch, aber soo gut!!!

Der unsichtbare Freund
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In den letzten Tagen habe ich eine ganz besondere Geschichte gehört, die sehr speziell ist und die Geister scheiden wird bzw. scheidet. Ein klarer Fall von, entweder du liebst oder hasst es. Ich gehöre ...

In den letzten Tagen habe ich eine ganz besondere Geschichte gehört, die sehr speziell ist und die Geister scheiden wird bzw. scheidet. Ein klarer Fall von, entweder du liebst oder hasst es. Ich gehöre klar zur ersten Personengruppe.
Bereits der sehr spezielle Schreibstil konnte mich in seinen Bann ziehen. Chbosky verwendet viele verrückte Metaphern, hält sich auf gar keinen Fall kurz und verweilt auch mal ein wenig länger bei den zahlreichen Perspektiven, die zunächst verwirrend wirken, aber langsam wie Schnüre von Marionetten zusammenlaufen. Doch ich mag seine Genialität, die unterschwellig mit den Metaphern die Atmosphäre der Geschichte widerspiegeln: düster, hoffnungslos und so, dass sich die feinen Härchen im Nacken aufstellen.
Er schafft es, dass ich gebannt an David Nathans Lippen gehangen habe und mich gar nicht traute mich zu bewegen, weil ich nichts verpassen wollte. Diese unterschwellige Bedrohung, Brutalität, der Wahnsinn, die Angst und Hoffnungslosigkeit. Doch es wurde nie erdrückend, weil es ebenfalls Gegenspieler wie unsere Protagonisten Christopher, Kate, den Sheriff und die Jungs gibt. Die die Atmosphäre auflockern, mit Liebe, Freundschaft, Hoffnung und Frieden füllen.
Ich kann zu 100% nachvollziehen, dass Viele das Buch abgebrochen haben, weil es zu langatmig sei, aber ich bin der Meinung, dass die Geschichte Zeit zum Entfalten brauchte. Ich bin nicht einmal sicher, ob ich alles verstanden habe, aber je öfter man sie mit anderen Augen, mit mehr Wissen liest, weiß worauf man achten muss, kann sie nur noch, noch besser werden!
Ich kann nichts beschreiben, worum es geht, weil so viel mehr hinter einem Verschwunden eines kleinen Jungen stecken kann! Es ist eine Mischung aus Mystery, Fantasy, Spannung, Brutalität, Wahnsinn und einer Prise Dunkelheit und Hölle.
Ebenfalls die Charaktere sind absolut gelungen! Christopher musste ich in mein Herz schließen, genauso wie seine Mutter Kate, die alles für ihren Jungen machen würde! Der Autor hat alles wunderbar mit viel Tiefe ausgeschmückt und ausgearbeitet!
So kann das Jahr gerne weitergehen!

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Veröffentlicht am 29.12.2019

Der Mensch: Krone der Schöpfung oder Schrecken des Ökosystems?

Eine kurze Geschichte der Menschheit
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An diesem Hörbuch habe ich ein paar Tage mehr gehört, aber mein Interesse ist in dieser Zeit auch zu keinem Moment abgeflaut.
Harari hat einen sehr flüssigen leichten Stil, der die komplexen Sachverhalte, ...

An diesem Hörbuch habe ich ein paar Tage mehr gehört, aber mein Interesse ist in dieser Zeit auch zu keinem Moment abgeflaut.
Harari hat einen sehr flüssigen leichten Stil, der die komplexen Sachverhalte, Epochen, Themen und Inhalte gekonnt und verständlich verpackt.
Er beschränkt sich nicht nur auf oberflächliche Spielereien, sondern taucht tief in die Materie ab, gibt Beispiele und beleuchtet ein Thema von allen Seiten, ob positiv oder negativ.
Beginnen tut er mit der Entwicklung von den Dinosauriern, Säugetiere hin über die verschiedenen Menschenformen zum Homo sapiens. Dort verweilt er ein wenig länger, bis er weiter über die kognitiven, landwirtschaftlichen und industriellen Revolution geht. Zwischendurch bespricht er Themen wie den Imperialismus, Kapitalismus, Kommunismus, Nationalismus, Religionen, Kulturen und was sue mit den Menschen machen. Viele Details sind erschreckend und stellen den Menschen nicht im besten Licht dar, aber findet die passenden Worte, um diesen auch nicht komplett zu verteufeln und zum Teufel zu jagen. Zum Schluss stellt er ein paar Zukunftsprognosen und Möglichkeiten auf, die sich bewahrheiten können oder auch nicht.
Insgesamt ein tolles Buch mit zahlreichen verschiedenen Themen, die mit Beispielen und verschiedenen Ansätzen gepflastert ist. Auch für Einsteiger geeignet, die erst in die Themen einsteigen möchten. Für meinen Geschmack hätte es noch mehr auf die Biologie eingehen können, aber ich bin auch sehr an gesellschaftlichen Themen und Geschichte interessiert. Harari schafft ein rundum sorglos Paket.

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Veröffentlicht am 19.12.2019

Wirke Magie und werde zur Lichtbringerin...

Die Lichtbringerin 1
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"Die Lichtbringerin" ist mein erstes Buch con Johanna Danninger, obwohl ich gerade zeitlich noch den ersten Band von "Secret Elements" nebenbei höre, deswegen habe ich direkte Vergleichsmöglichkeiten.
Zunächst ...

"Die Lichtbringerin" ist mein erstes Buch con Johanna Danninger, obwohl ich gerade zeitlich noch den ersten Band von "Secret Elements" nebenbei höre, deswegen habe ich direkte Vergleichsmöglichkeiten.
Zunächst gefällt mir ihr angenehmer und flüssiger Schreibstil sehr gut. Ihre Wortwahl ist zwar einfach gehalten und sie verzichtet soweit auf Metaphern, trotzdem wirkt es nicht plump.
Mit den Charakteren habe ich mir leider ein wenig schwer getan. Mein erster Eindruck von Lucia war nicht gerade positiv: Modepüppchen, dumm, faul, keinen guten Schulabschluss, etc., aber bereits nach wenigen Kapiteln konnte sie den Eindruck revidieren. An sich war sie mir sympathisch, aber ihre Art und Weise ging mir teils wirklich auf den Zeiger. Sie hat zwar ihre Zweifel und möchte alles begreifen, aber für meinen Geschmack akzeptiert sie viel zu schnell, lässt sich von Rakesh einlullen und nimmt hin, dass sie alles akzeptieren soll.
Genau hier ist der Punkt, die Grundidee und Rakesh, die ich gedanklich noch nicht einordnen kann, ob ich es positiv oder negativ bewerten soll.
An sich eine sehr faszinierende Thematik, aber für mein müdes Gehirn war das Abstrakte mit den Auren, Dimensionen, Chakren und Energien eindeutig zu hoch. Ich bin total verwirrt und mit Esoterik habe ich leider so gar nichts am Hut. Die Autorin hat oberflächlich von mir Laien betrachtet gut recherchiert, aber sie wollte zu viel auf einmal zeigen. Mir hätten kleinere Häppchen besser gefallen.
Rakesh schwankt in meinen Augen zwischen sympathisch, gruseliger Grinsekatze, einem Kerl, der die Glückskeksweisheiten mit Löffeln gegessen hat und...habe ich schon gruselig erwähnt?! Der Typ ist mir irgendwie nicht geheuer, da kann er noch so nett sein. Die anderen Charaktere fand ich gut beschrieben, obwohl ich mir auch hier mehr Tiefe gewünscht hätte.
Die Handlung war...lang. In 90% der Geschichte ist kaum etwas Passiert. Es dreht sich alles um die hilflose Lucia, die ihr neues Schicksal nicht akzeptieren möchte und immer mehr in die Fänge der Lichtbringer gerät. Ich wusste bis zu den letzten vier Kapiteln auch nicht wirklich, was der rote Faden ist, worauf die Geschichte hinauslaufen soll...

Mein Gehirn hat aufgrund der Esoterik schon auf Durchzug gestellt, als es endlich ein bisschen spannender wurde. Leider zu wenig für meinen Geschmack, obwohl das Ende nochmal ordentlich etwas Rausgehauen hat, sodass ich tatsächlich neugierig auf den 2. Band bin und ihn sehr zügig nach Erscheinen lesen werde...

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Veröffentlicht am 09.12.2019

Strange the dreamer - überraschend und sehr gut geschrieben!

Strange the Dreamer - Ein Traum von Liebe
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Bereits den ersten Band habe ich mit großer Freude gelesen, umso glücklicher war ich, als ich endlich den zweiten Band in den Händen gehalten habe.
Laini Taylor kann einfach schreiben. Punkt. Ich kenne ...

Bereits den ersten Band habe ich mit großer Freude gelesen, umso glücklicher war ich, als ich endlich den zweiten Band in den Händen gehalten habe.
Laini Taylor kann einfach schreiben. Punkt. Ich kenne nicht viele Autor/Innen, die sich wirklich mit ihrem Stil von der bunten und großen Massen von Autoren abheben können. Metaphorisch und besonders. Ich kann gar nicht aufhören neue Worte und kunstvolle Gedankenkonstruktionen zu unterstreichen und immer mehr in Lazlos Welt und Weep einzutauchen. Sie konnte nicht nur mein Innerstes berühren, sondern auch meine Gedanken waren nur noch auf die Buchstaben fokussiert. Ich konnte und wollte mich dieser Geschichte einfach nicht entziehen! Dafür liebe ich sie zu sehr!
Sarai und Lazlo haben sich ihre Plätze in meinem Herzen einfach nur verdient! Sarai geprägt durch so viel Leid, Schmerz, Scham, Mitleid, Unverständnis und Zerrissenheit. und dann Lazlo, der durch seine träumerische Naivität, Empathie und Freundlichkeit jeden Schmerz zerstreuen kann. Er ist so liebenswert, dass ich schon wieder Tränen in den Augen habe. Ihre beiden Entwicklungen haben mich berührt, mitgenommen, strahlen lassen. Ich habe ihnen jede einzelne Sekunde zusammen gegönnt!
Ich habe schon im Laufe des ersten Bandes ein wenig geahnt, was hinter seiner Herkunft stecken könnte, aber ich habe mich trotzdem keine Sekunde gelangweilt. Es ist magisch. In dem Buch kommt kaum Action vor, aber die Geschichte braucht so etwas auch ganz und gar nicht. Die Abenteuer und Interaktionen zwischen Sarai und Lazlo, der innere Konflikt, der Hass zwischen den Göttern und Menschen, die Hoffnung, dass es endlich einen Ausweg aus dem Teufelskreis gibt, kreiert eine unterschwellige Spannung, die mich Innerlich fast verrückt gemacht hat!
So viel wird nur zwischen den Zeilen angedeutet, aber dieses Prickeln und die Magie können wirklich nicht viele Autoren mit so wenigen Worten erschaffen. Laini Taylor mausert sich immer mehr zu einer meiner liebsten Autorinnen!
Die Handlung hat mich mitgenommen, mein Herz zerstört, zerrissen und genüsslich darauf herumgetrampelt, besonders das Ende macht mich unglaublich traurig, melancholisch und ich weiß nicht, wie ich bis zum Sommer warten soll?!
Diese herzzereißende und wunderschöne Geschichte hat mein Herz gewonnen und ich kann es kaum noch erwarten bis es weitergeht. Wenn es bis hierhin noch nicht deutlich geworden ist... Ich vergebe 5/5 Sterne!!!

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