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Veröffentlicht am 12.06.2025

Hexen, Flüche, Heimsuchung? Jack und Sarah ermitteln wieder

Cherringham - Die verfluchte Farm
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Inhaltsangabe Verlag:
Seit dem 17. Jahrhundert thront Mabbs Farm auf dem Hügel von Cherringham - einer Zeit, als die Einwohner Angst vor dem Teufel hatten und Hexen auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden. ...

Inhaltsangabe Verlag:
Seit dem 17. Jahrhundert thront Mabbs Farm auf dem Hügel von Cherringham - einer Zeit, als die Einwohner Angst vor dem Teufel hatten und Hexen auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden. Der Legende nach sind alle, die auf der Farm leben, verflucht. Aber liegt es wirklich an dem Fluch, dass die Ernte schlecht ausfällt, die Tiere krank werden und tödliche Feuer auf der Farm ausbrechen? Oder gibt es dafür einen ganz anderen Grund? Weder Jack noch Sarah glauben an das Übernatürliche - und bald entdecken sie sehr reale Verdächtige.

Meine Inhaltsangabe:
Die Mabbs Farm scheint verflucht: Maschinen gehen kaputt, Tiere erkranken, Feuer bricht aus. Der Farmer und seine Familie sind finanziell und nervlich am Ende, doch er will um jeden Preis an der Familienfarm festhalten. Die kursierenden Gerüchte über einen Fluch, der vor hunderten von Jahren von drei Hexen ausgerufen wurde, die vor ihrem Tod auf dem Scheiterhaufen verbrannt und dann dort auf dem Land vergraben wurden, halten sich hartnäckig. Jack & Sarah sind eher pragmatisch veranlagt und glauben nicht an derlei Spukgeschichten. Sie wollen der Sache auf den Grund gehen und haben auch schon den einen oder anderen Verdächtigen im Visier.

Erster Satz: »Charlie Fox blickte über das Tal zur Sonne, die nun begonnen hatte, hinter die Hügel zu sinken.«

Mein Eindruck:
Diesmal geht es also ein wenig unheimlicher zu, in Cherringham. Es geht diesmal nicht um einen Mordfall oder um einen Raub, den Jack und Sarah lösen müssen, sondern um einen angeblichen Fluch und die Vorkommnisse auf einer Farm, die dieser angeblich auslöst. Gewohnt souverän gehen die beiden den Spuren nach, decken Neues auf, stochern in Wespennestern herum und bringen das eine oder andere unliebsame Geheimnis ans Licht. Dabei steht auch jetzt ihre enge Freundschaft im Vordergrund, die beiden wachsen immer mehr zusammen und diese Entwicklung mitzuerleben, macht schon Spaß. Kein superspannender Krimi mit Finten und Plottwists oder besonders erwähnenswerter Raffinesse, dafür einfach sehr gut, kurzweilige, leichte Unterhaltung mit netten Figuren und einem wunderschönen Setting (wenn man wie ich England liebt). Wie gewohnt sehr professionell und angenehm gelesen von Sabina Godec. Lockerer CosyCrime, den man sich dank der überschaubaren Spiellänge von gerade einmal 3 Stunden 23 Minuten auch gerne mal an einem faulen Sonntag genüsslich reinziehen kann. Ich mags gerne. 4/5 Sterne.

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Veröffentlicht am 10.06.2025

Sachwissen perfekt verpackt in eine spannende Story rund um das Leben von Füchsen

Das geheime Leben der Tiere (Wald) - Stadt der Füchse
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Inhaltsangabe Verlag:
Zwei Füchse auf der Suche nach ihrem Zuhause
Der Wald ist wunderschön und voller Geheimnisse. Doch das Leben der Tiere dort ist auch gefährlich. Komm mit auf eine Reise unter die ...

Inhaltsangabe Verlag:
Zwei Füchse auf der Suche nach ihrem Zuhause
Der Wald ist wunderschön und voller Geheimnisse. Doch das Leben der Tiere dort ist auch gefährlich. Komm mit auf eine Reise unter die mächtigen Baumwipfel!
Der kleine Fuchs wird im Bau eines Dachses geboren, mitten im Land der Menschen. Er spürt, dass er nicht hierher gehört. Doch irgendwo auf der Welt gibt es einen Ort, der für ihn bestimmt ist, davon ist er überzeugt! Ein Glück, dass er gut darin ist, Dinge zu finden: Mäuse, Käfer, Ideen ... So gibt er sich den Namen Finder und macht sich auf die Suche nach einem Zuhause. Vielleicht liegt es in der geheimnisvollen Stadt, in der es viele Füchse geben soll?

Meine Inhaltsangabe:
Ein kleiner Fuchs kommt inmitten seiner Geschwister in einem Dachsbau im Wald zur Welt. Er ist sehr neugierig, will alles entdecken und fühlt sich eigentlich ganz wohl. Doch er strebt danach, mehr zu sehen und vor allem, seinen Platz in der Welt zu finden. Denn irgendwie spürt er, dass er nicht an diesen Ort hier gehört. Als es an der Zeit ist und die Fuchsmama ihre Kinder vertreibt und wegschickt, macht Finder, wie er sich selbst genannt hat, auf den Weg in die ominöse Stadt der Füchse, wo angeblich viele Füchse an einem Ort leben und es genug zu fressen gibt. Als er dort ankommt (es ist eine Menschen-Stadt), stellt er schnell fest, dass das Leben hier tatsächlich einfacher ist als im Wald und er bleibt eine Weile. Doch irgendwann spürt er sie wieder: die Sehnsucht nach seinem ganz eigenen Ort, an dem er sich zusammen mit seiner neu gefundenen Gefährtin niederlassen kann. Und so machen sich beide erneut auf den Weg.

Erster Satz: »Es ist die Mitte des Winters.«

Mein Eindruck:
Zusammen mit dem Fuchs Finder erlebe ich, wie es ist, ein Fuchs zu sein. Von Geburt an bis zur Gründung der eigenen Familie. Dabei lerne ich zunächst den Lebensraum Wald kennen, erfahre, wie Füchse aufwachsen, wie sie jagen und was sie alles fressen. Ich bekomme auch einen kurzen, traurigen Einblick was passieren kann, wenn ein Fuchs sich zu nah an die Menschen heranwagt und deren Hühner reißt. Als es dann in die Stadt geht, erlebe ich einen komplett anderen Lebensraum und welche Auswirkungen das dortige Überangebot an Futter auf die Füchse und deren Zusammenleben hat, wie sie es schaffen, so dicht mit Menschen zu überleben oder eben auch nicht zu überleben. Begleitet werden all diese super interessanten Informationen, die nicht trocken daherkommen, sondern in eine spannende Geschichtet verpackt sind, von vielen großen und kleineren s/w-Zeichnungen, die super schön und absolut realitätsnah sind. Vanessa Walders Schreibstil ist wie gewohnt sehr bildhaft und lebendig und löst Kopfkino aus. Es fühlte sich an, als wäre ich selbst der Fuchs und würde all das erleben. Tolle Sache! Hier bekomme ich nicht nur eine schöne Story, die spannend, traurig, lustig und kurzweilig ist, sondern erfahre Unmengen Wissenswertes über Füchse. Auf 15 Seiten am Ende des Buchs gibt es dann noch ganz viele Sachinformationen, eine Auswahl an passenden Büchern und Filmen sowie mehrere QR-Codes zum Thema. Ich bin begeistert, wie lebendig und unterhaltsam mit dieser Buchreihe Wissen vermittelt, Umwelt- und Tierschutz thematisiert und Lust auf mehr gemacht wird. 5/5 Sterne.

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Veröffentlicht am 09.06.2025

Absolut tolles Buch über das Leben von Wölfen

Das geheime Leben der Tiere (Wald) - Die weiße Wölfin
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Inhaltsangabe Verlag:
Komm mit auf eine Reise unter die mächtigen Baumwipfel!
Der Wald ist wunderschön und voller Geheimnisse. Doch das Leben der Tiere dort ist auch gefährlich.
Ein heftiger Sturm tost ...

Inhaltsangabe Verlag:
Komm mit auf eine Reise unter die mächtigen Baumwipfel!
Der Wald ist wunderschön und voller Geheimnisse. Doch das Leben der Tiere dort ist auch gefährlich.
Ein heftiger Sturm tost durch das Flusstal, als fünf Wolfswelpen geboren werden. Der letzte Welpe ist eine winzige Wölfin. Ausgerechnet sie nimmt sich vor, die allergrößte Jägerin zu werden. Und Anführerin obendrein! Das Rudel tauft sie „Fünf“, schwört ihr Schutz und lehrt sie Mut und Weisheit. Bis die Wölfin losziehen muss, um sich einer Welt voller Abenteuer und Bedrohungen zu stellen. Immer an ihrer Seite: der Rabe Raak. Denn allein ist selbst der größte und klügste Wolf verloren.

Meine Inhaltsangabe:
Als Fünf auf die Welt kommt, sieht sie eher aus wie ein Maulwurf, als ein Wolf, so winzig klein ist sie. Doch sie weiß von Anfang an, sich zu behaupten und so wächst sie gesund und munter gemeinsam mit ihren Geschwistern und unter dem restlichen Wolfsrudel im Wald heran. Sie muss erst noch lernen, was es heißt, ein Wolf zu sein. Dazu gehört eben nicht nur spielen, raufen, gefüttert werden, sondern noch so viel mehr. Schnell findet sie Gefallen am Jagen und schwört sich: eines Tages wird sie ein Leitwolf sein und die beste Jägerin überhaupt. Doch dann geschieht ein Unglück und Fünf muss schneller als gedacht ihren eigenen Weg gehen. Zusammen mit Rabe Raak, der in den letzten Monaten zu ihrem guten Freund geworden ist, macht sie sich auf in eine Welt voller Hunger, Angst und Bedrohungen, aber auch voller Möglichkeiten und Abenteuer.

Erster Satz: »In der Nacht, in der Vollmuts Welpen geboren wurden, ging die Welt unter.«

Mein Eindruck:
Absolut großartig, was Vanessa Walder da zu Papier gebracht hat. Aus Sicht der Wölfe wird deren Leben von Geburt bis zum Ende geschildert, ohne dabei zu vermenschlichen. Das erlaubt einen tiefen und sehr interessanten Einblick in den Lebensraum der Wölfe und hat mich total gefesselt! Da das Ganze als Erzählung und nicht als Sachbuch geschrieben ist, flog ich nur so über die Seiten. Ich habe mitgelacht, mitgefiebert und ja, auch das eine oder andere Tränchen blieb nicht aus. Denn hier geht es nicht um Friede, Freude, Eierkuchen, sondern um das echte Leben von Wölfen. Und das ist eben nicht nur das reinste Zuckerschlecken. Fünf auf ihrem Lebensweg zu begleiten, war für mich sehr berührend, aber auch super informativ, ich habe sehr viel gelernt. Ich wusste z.B. nicht, dass Wölfe und Raben tatsächlich Verbündete sind, die gemeinsam Jagen. Begleitet wird die Story von vielen größeren und kleineren s/w-Zeichnungen, die einfach nur atemberaubend schön sind! Wunderbar naturnah und sehr ausdrucksstark. Ein Augenschmaus. Auf den letzten sechs Seiten gibt es dann noch einiges Wissenswertes über Wölfe nachzulesen sowie eine Auflistung von Büchern und Filmen zum Thema für all diejenigen, die nun noch mehr über das faszinierende Leben der Wölfe erfahren wollen. Ich bin hellauf begeistert und legen dieses Buch jedem ans Herz, der Natur, Wald, Tiere liebt und gern hautnah in das Leben eines Wolfs eintauchen möchte. 5/5 Sterne.

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Veröffentlicht am 08.06.2025

Grandioser Krimi mit einem Ermittler, der in Erinnerung bleibt

Ein Mord im November - Ein Fall für DI Wilkins
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Inhaltsangabe Verlag:
DI Ryan Wilkins kennt die Universität Oxford nur aus der Ferne. Aufgewachsen in einem Trailerpark ist ihm diese elitäre Welt so fremd wie suspekt. Nun führt ihn der grausame Mord ...

Inhaltsangabe Verlag:
DI Ryan Wilkins kennt die Universität Oxford nur aus der Ferne. Aufgewachsen in einem Trailerpark ist ihm diese elitäre Welt so fremd wie suspekt. Nun führt ihn der grausame Mord an einer jungen Frau ausgerechnet in die ehrwürdigen Hallen eines der Colleges – und an die Seite seines Namensvetters, des smarten DI Ray Wilkins, Spross einer wohlhabenden nigerianisch-britischen Familie und Oxford-Absolvent. Das ungleiche Team muss herausfinden, wer die Unbekannte ermordet hat, deren Leiche im Arbeitszimmer von Sir James Osborne, dem Prorektor von Barnabas Hall, gefunden wurde. Die Ermittlungen erfordern Takt und Fingerspitzengefühl, beides nicht gerade Ryans Stärken. Dafür ist er ein brillanter Beobachter. Gemeinsam mit Ray stößt er auf Verbindungen zwischen der Toten und einer alten Schuld, die bald weitere Opfer fordert

Meine Inhaltsangabe:
DI Ryan Wilkins, 27 Jahre alt mit dem Aussehen eines 15-jährigen Teenagers, kommt aus schwierigen Verhältnissen, ist alleinerziehender Vater eines 2jährigen Jungen und in seiner Art eher unkonventionell bis rotzig. Von der Welt der Reichen und Gebildeten hält er mal so gar nichts, was sich wieder einmal bestätigt, als er wegen einer erdrosselten weiblichen Leiche in das College Barabas Hall in Oxford gerufen wird. Es ist sein erster Tag, er wurde wegen eines Vorfalls mit einem Bischoff strafversetzt. Dort trifft er auf seinen neuen Partner, DI Ray(mond) Wilkins, der so völlig das Gegenteil von Ryan ist. So ist es nicht verwunderlich, die die beiden so ihre Probleme miteinander haben. Sein Verhalten lässt auch jetzt wieder zu wünschen übrig, was ihm einige Probleme mit seiner Chefin einbringt, denn es gehen Beschwerden über ihn ein. Doch für Ryan zählt vor allem eins: den Mörder der jungen Frau finden!

Erster Satz: »Vom Sicherheitsstandpunkt war Barnabas Hall ein Desaster, jeder sagte das.«

Mein Eindruck:
Die beiden Hauptcharaktere haben zwar denselben Nachnamen, sonst aber so ganz und gar nichts gemeinsam. Ryan kommt aus schwierigen Verhältnissen und mir gefällt, dass das zu erkennen ist, wenn er spricht. Da hört man deutlich einen Straßenjargon heraus. Und so ist er auch gekleidet: verbeulte Jogginghose, Sneaker, Basecap falschherum aufgesetzt, billige Sportjacke. Dagegen ist Raymond immer schnieke, eloquent und angepasst. Da prallen Welten aufeinander. Und obwohl Ryan so speziell ist, liebe ich ihn heiß und innig! Er ist eine Seele von Mensch, nur halt kein bisschen diplomatisch. Schnell ist klar, dass er ein grandioser DI ist, da er eine herausragende Beobachtungsgabe und Kombinationsfähigkeit hat. Die Beziehung zwischen ihm und seinem kleinen Sohn geht zu Herzen und ist einfach nur wunderschön! Ich ertappe mich dabei, wie ich die ganze Zeit hoffe, dass sich für ihn alles zum Besten wendet. Der Fall selbst ist super spannend und nicht vorhersehbar. Toll auch der riesige Kontrast zwischen der gebildeten College-Gesellschaft in Oxford und dem sozialen Brennpunkt mit Trailerpark, Suchtproblemen und Gewaltbereitschaft. Mich hat der Schreibstil völlig für sich eingenommen, er hat etwas Besonderes, ohne dass ich da den Finger drauflegen könnte. Das war mal wieder so ein Buch, bei dem ich mich morgens beim Aufwachen schon darauf gefreut habe, es nach Feierabend endlich weiterlesen zu können. Schon allein, um mehr über die Charaktere zu erfahren, allen voran Ryan und an deren Leben teilzunehmen. Ich freue mich jetzt schon wie doof auf die Fortsetzung, denn das hier war Band 1 einer Reihe. Ein Hochgenuss und für mich und jetzt schon ein Jahres-Highlight! 5/5 Sterne + Highlight-Sternchen.

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Veröffentlicht am 07.06.2025

Ich sehe was, was du nicht siehst

Alle sehen eine Katze
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Inhaltsangabe Verlag:
Eine Katze geht auf leisen Pfoten durch ihre Welt. Sie begegnet einem Hund, einer Maus, einem Fisch, einem Floh und vielen anderen Lebewesen. Sie alle sehen eine Katze, aber jedes ...

Inhaltsangabe Verlag:
Eine Katze geht auf leisen Pfoten durch ihre Welt. Sie begegnet einem Hund, einer Maus, einem Fisch, einem Floh und vielen anderen Lebewesen. Sie alle sehen eine Katze, aber jedes Tier sieht die Katze anders. Für ein Kind sieht sie wie ein liebliches Schmusetier aus, der Hund sieht in ihr einen nervigen Störenfried und für den Fisch scheint sie ein Monster mit gelben Augen zu sein. Dabei ist es doch nur eine Katze.

Meine Inhaltsangabe:
Eine Katze läuft durch ihre Welt und begegnet nacheinander verschiedenen Wesen: Kind, Hund, Fuchs, Fisch, Maus, Biene, Vogel, Floh, Schlange, Stinktier, Wurm, Fledermaus und sich selbst in der spiegelnden Oberfläche eines Gewässers. Alle sehen diese eine Katze und doch sieht sie jeder ganz anders. Ganz wenig und sich wiederholender Text begleitet hier wundervolle, großformatige Bilder.

Erster Satz: »Die Katze ging durch die Welt mit ihren Schnurrhaaren, Ohren und Pfoten.«

Mein Eindruck:
Dass Wahrnehmung immer eine Frage der Perspektive ist, wissen wir alle irgendwie. Doch jetzt habe ich ein ganz wunderbares Bilderbuch schon für die ganz Kleinen entdeckt, dass diesen Fakt so schlicht wie genial vermittelt. Nämlich einfach nur mit einer ganz normalen Katze, die durch die Welt schlendert und dabei viele Begegnungen hat. Je nachdem, wem sie da über den Weg läuft, wird sie entweder als süßes Schmusetier (Kind), als ängstliches Opfer (Fuchs), als glubschäugiges Etwas (Fisch), als bedrohliches Monster (Maus), als Punktekunstwerk (Biene), als riesig und haarig (Floh), als Erderschütterung (Regenwurm) u.s.w. gesehen. Wäre die Katze all das, was die anderen in ihr sehen, würde sie aussehen wie eine kunterbunt zusammengewürfelte Collage der Unmöglichkeiten; und genau das ist sie auch! Und gleichzeitig ist sie einfach nur die eine Katze. Ganz grandios und eigentlich total einfach auf den Punkt gebracht, regt dieses Buch zum Nachdenken und Miteinanderreden an. Nur weil ich jemanden oder etwas so sehe heißt das nicht, dass es für Dich genauso sein muss. Es gibt immer mehr als nur eine Wahrheit. Verdientermaßen wurde »Alle sehen eine Katze« vom Wall Street Journal im Februar zum besten Kinderbuch der letzten 20 Jahre gekürt. Ich finde es super! 5/5 Sterne.

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