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Veröffentlicht am 14.05.2022

Ein Erbe, ein altes Familiengeheimnis und viele Rätsel – spannendes Kinderbuchdebut!

Das Glashaus-Geheimnis
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Großtante Adele hat Rosa und ihren Eltern das Haus sowie ihren kleinen Antiktrödelladen vererbt. Rosa ist traurig über den Tod von Adele und tut sich schwer damit, all ihre Sachen herzugeben. Da stößt ...

Großtante Adele hat Rosa und ihren Eltern das Haus sowie ihren kleinen Antiktrödelladen vererbt. Rosa ist traurig über den Tod von Adele und tut sich schwer damit, all ihre Sachen herzugeben. Da stößt sie auf ein Beutelchen mit Meerglassteinen, auf denen Buchstaben und Zahlen stehen, sowie auf eine Karte von Adele mit einem ihrer berühmten Rätsel. Zusammen mit ihrem Freund Sami und Äffchen Uma geht Rosa nun also auf Spurensuche und wird von einem Rätsel zum nächsten geleitet. Als wäre das nicht schon spannend genug, stellen die Kinder bald fest, dass noch jemand anderes hinter dem Geheimnis her ist und dafür auch nicht vor Diebstahl zurückschreckt. Geht es womöglich um ein großes Erbe? Oder steckt doch etwas anderes dahinter?

Verschiedene Rätsel, exotische Pflanzen, Antiquitäten, Trauer, Neid und ein Familiengeheimnis. Das Buch hat viel zu bieten. So wundert es nicht, dass es spannend zugeht und auch das Miträtseln nicht zu kurz kommt. Alle Charaktere sind bildhaft beschrieben, so dass es mir leichtfiel, sie mir vorzustellen und mich in sie hineinzuversetzen. Mit dem Äffchen Uma ist dann auch mal ein anderes Tier Teil der Story und sie macht alles ein bisschen lebendiger und lustiger. Der Schreibstil ist detailliert, bunt und lebhaft, sehr gut zu lesen und schön kindgerecht. Die vielen s/w-Zeichnungen, die übrigens von der Autorin selbst stammen, sind super gelungen und lockern die Kapitel schön auf. Mir gefällt auch die „Geschichte in der Geschichte“, also der Teil, wo es um Adeles Vergangenheit geht, richtig gut. Es gab einige Wendungen und Unvorhersehbares, vor allem zum Ende hin. Die Rätsel sind für den Leser schwer zu knacken, machen aber Spaß. Der Titel spricht ja von einem Glashaus und ich habe mich immer wieder gefragt, was es damit wohl auf sich hat. Die Antwort auf diese Frage bekam ich – wenn auch erst sehr spät im Buch, was mich aber nicht störte.
Mir ist vor allem aufgefallen, dass in dem Buch sehr viel Liebe steckt (in der Story, wie auch in der Cover- und Innengestaltung), was auch auf die Charaktere übertragen wurde. Ich mag sie alle sehr und sie sind einfach tolle, liebenswerte Menschen.

Für Rätselfreund:innen ab 9 Jahren ein spannendes Leseabenteuer zum Mitraten – daher von mir sehr gute 4/5 Sterne.

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Veröffentlicht am 06.05.2022

Den wahren Sinn des Lebens erkennt manch einer erst, wenn es schon fast zu spät ist

Das unglaubliche Leben des Wallace Price
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Wallace Price, um die 40, erfolgreicher Anwalt, stellt seine Arbeit über alles und so wundert es nicht, dass er alleine lebt und auch sonst keine Freunde hat. Seine Angestellten fürchten ihn, seine Kanzleipartner ...

Wallace Price, um die 40, erfolgreicher Anwalt, stellt seine Arbeit über alles und so wundert es nicht, dass er alleine lebt und auch sonst keine Freunde hat. Seine Angestellten fürchten ihn, seine Kanzleipartner mögen ihn nicht. Eines Tages fällt er in seinem Büro tot um… und wird auf seiner eigenen Beerdigung vom Sensenmann abgeholt und zum Wächter der Zwischenwelt, Hugo Freeman, gebracht. Er kann nicht glauben, dass er tot ist und will nicht ins Jenseits hinübergehen. Hugo, Sensenmann Mei, Geist Nelson und Geisterhund Apollo stehen ihm bei, auch wenn das manchmal alles andere als leicht ist. So nach und nach erkennt Wallace, dass er zu Lebzeiten falsche Prioritäten gesetzt hat und wie wichtig es ihm ist, anderen uneigennützig zu helfen. So versucht er, einiges gerade zu biegen.

Eine Zusammenfassung dieses Buches fällt mir schwer, weil es so dermaßen vielschichtig ist. Es ist kein Drama, keine Komödie, keine Fantasy, keine Lovestory – es ist von allem etwas und doch ganz anders. Das fängt damit an, dass der Sensenmann Mei eine asiatische junge Frau ist, Hugo der Wächter ein schwarzer Homosexueller mit Panikattacken, Geist Nelson ist Hugos Großvater, der ihn nicht allein lassen wollte – auch nicht nach dem Tod und Geisterhund Apollo war Hugos Therapiehund. Und alles spielt in einem kuriosen Teehaus. Wallace mutiert nach und nach vom Unsympathling zum Herzensmenschen. T.J. Klune erzählt dieses so ernste Thema Tod auf eine irre humorvolle und gleichzeitig warmherzige und sanfte Art. Es ist zwischendurch albern und berührend, traurig und beklemmend. Die sanften Bande, die sich zwischen Wallace und Hugo anbahnen sind herzerweichend, wunderschön, mitreißend und so wundervoll sensibel erzählt. Mir geht jetzt noch das Herz auf, wenn ich an die Story und an die Figuren denke, die unwiderruflich und ohne Umwege einen Platz in meinem Herzen eingenommen haben. Für mich ein absolutes Wohlfühlbuch mit Gefühlsachterbahn, dümmlichem Grinsen, Kloß im Hals, Tränen, Lachen, welches mir ganz viel Wärme geschenkt hat. Eins der Bücher, die man ganz schnell lesen will, die aber bitte niemals enden sollen.

Ganz klar 5/5 und das Prädikat HIGHLIGHT! Ich liebe es! Lest es, wenn ihr mit queeren Geschichten zurechtkommt, die gleichzeitig tiefgründig und humorvoll sind, die ein nicht ganz einfaches Thema behandeln und dennoch manchmal fast albern sind und die einen wundervollen, einzigartigen Schreibstil haben.

Das Einzige, was ich doof finde, ist der deutsche Titel, der m.M.n. überhaupt nicht passt. Der Originaltitel („Unter der flüsternden Tür“) wäre perfekt gewesen.

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Veröffentlicht am 02.05.2022

Nervenzerreißender Psychothriller – unglaublich fesselnd und nix für zarte Gemüter

Das Versteck
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Audrey, Autorin von Thrillern, fehlt etwas in ihrem Leben. Sie ist nicht direkt unglücklich, aber perfekt ist es eben auch nicht. So entschließt sie sich, für ein paar Tage weg von Mann und Kind in Louisiana ...

Audrey, Autorin von Thrillern, fehlt etwas in ihrem Leben. Sie ist nicht direkt unglücklich, aber perfekt ist es eben auch nicht. So entschließt sie sich, für ein paar Tage weg von Mann und Kind in Louisiana eine Auszeit zu nehmen, um dort in Ruhe an ihrem zweiten Buch zu schreiben. Brandon Petou, ein gutaussehender, sympathischer Mann, vermietet ihr ein kleines, abgeschiedenes Haus im Wald und kümmert sich auch sonst charmant um Audrey. Doch fühlt sie sich beobachtet und vermutet, dass Brandon nicht der ist, der er zu sein scheint. Sie untersucht das Haus genauer und entdeckt Entsetzliches. Und schon ist sie mittendrin, in ihrer eigenen, ganz echten und sehr gefährlichen Thrillerstory.

Nach kurzem, harmlosen Vorgeplänkel befand ich mich auch schon mittendrin in einem nervenaufreibenden Psychothriller, der mich unglaublich gefesselt hat. Die Story spielt 2019, in Louisiana und das Setting ist so perfekt und atmosphärisch – es hätte nicht besser passen können! Zwischendurch springen wir zurück ins Jahr 1997 und erfahren dort einiges über die Kindheit Brandons und seines besten Freundes Mitch, bevor wir dann einen Blick ins Jahr 2014 werfen und wieder zurück nach 2019 wandern. Dieses Hin und Her ist keinesfalls verwirrend, sondern unfassbar gut durchdacht. Ich erfahre immer mehr über die Zusammenhänge, die Vorgeschichte, alles verdichtet sich immer mehr und so lande ich letztlich beim großen Showdown, der unglaublich spannend ist.

Es ist keine leichte Kost, hier geht es hart zur Sache und wer Probleme hat mit Folter, Gewalt in Beziehungen und psychischen Abhängigkeiten, dem spreche ich eine Triggerwarnung aus. Ich selbst war zeitweise geschockt über die Brutalität, kann das aber gut einordnen – es passte einfach rein in die Story. Dabei wechselte ich zwischen Mitleid, Hass, Verständnis und Fassungslosigkeit gegenüber ein und derselben Person öfters hin und her, was das Buch für mich zu einem echten Leseerlebnis machte. Der Schreibstil ist unglaublich fesselnd und ich habe mich ertappt, wie ich tagsüber bei der Arbeit dachte: „hoffentlich ist bald Feierabend, damit ich weiterlesen kann“. Ich habe das Buch verschlungen, fühlte mich permanent unter Strom aufgrund der Spannung und der teils heftigen Vorkommnisse und genoss Kopfkino deluxe! Großartig – auch wenn das Ende für mich ein bisschen unglaubwürdig und ja – auch echt heavy war. Aber da kann ich drüber wegsehen, weil es bis zum wirklich allerletzten Ende schlicht genial war. Ganz klar: 5/5 Sterne.

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Veröffentlicht am 01.05.2022

Bestialische Morde in ländlicher Umgebung mit sympathischem Ermittler-Paar

Düsterhof (Thriller)
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Sinta Hoymann beauftragt den Privatdetektiv Felix Hertzlich, den Pferderipper ausfindig zu machen, der schon länger sein Unwesen treibt und nun Sintas Pferd angegriffen hat. Kurz später wird eben jede ...

Sinta Hoymann beauftragt den Privatdetektiv Felix Hertzlich, den Pferderipper ausfindig zu machen, der schon länger sein Unwesen treibt und nun Sintas Pferd angegriffen hat. Kurz später wird eben jede Sinta ermordet in ihrer Wohnung aufgefunden, bestialisch zugerichtet. Unter Verdacht festgenommen wird Sintas Exfreund Robin Thaler, der zudem der Reitpädagoge von Felix´ autistischer Schwester ist und die Trennung offensichtlich nicht verwunden hat. Er landet in U-Haft und bekommt die Pflichtverteidigerin Annabelle Hart beigestellt. Felix´ Schwester ist von Robins Unschuld überzeugt und liefert Felix diverse Informationen, mit denen dieser sich an Annabelle wendet. Gemeinsam versuchen sie nun, die Unschuld ihres Mandanten zu beweisen, der dann auch aus der U-Haft entlassen wird. Und schon geschieht ein weiterer Mord und Felix´ Schwester wurde entführt. Ein Spiel auf Zeit beginnt, Felix und Annabelle begeben sich in höchste Gefahr.

Ich mag die Figuren in diesem Thriller allesamt sehr. Sie werden bildhaft und detailliert beschrieben, haben ihre guten Seiten, aber auch ihre Macken und sind einfach menschlich. Privatdetektiv Felix, der ehemalige Polizist, der nach dem Tod seiner Eltern seine autistische Schwester betreut und seinen Humor trotz aller Tiefen, die sein Leben für ihn bereithält, nicht verloren hat, gefällt mir besonders gut. Der Fall an sich ist super spannend und ich hatte mehrere Lösungsmöglichkeiten im Kopf. In einigen Kapiteln kommt der (unbekannte) Mörder zu Wort und diese sind wirklich düster und sehr brutal. Hier bekommt man einen kleinen Einblick in seine extrem kranke Psyche und teilweise ist es schon sehr beklemmend. Aber eben auch so gut geschrieben und super spannend – das geht unter die Haut. Ich bin geradezu über die Seiten geflogen, der Schreibstil ist mitreißend und so bildhaft, dass ich das Setting und die Szenen immer wie in einem Film vor mir sehen konnte (das Cover passt übrigens PERFEKT zum Buch und der Titel auch – was einem erst am Ende so richtig bewusst wird).

Ein sehr guter, teils brutaler Thriller, der mir spannende Lesemomente beschert hat.
Von mir gibt es dafür sehr gute 4/5 Sterne.

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Veröffentlicht am 29.04.2022

Mein neues Lieblingskochbuch – vegetarisch, einfach, lecker!

Beatrix Potter: Mein großes Peter-Hase-Kochbuch
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Unterteilt in die vier Jahreszeiten sind hier die leckersten vegetarischen Gerichte zum Nachkochen und -backen enthalten. Dabei kommt das Buch völlig ohne Rezeptfotos aus, die rein optisch in dieses hübsch ...

Unterteilt in die vier Jahreszeiten sind hier die leckersten vegetarischen Gerichte zum Nachkochen und -backen enthalten. Dabei kommt das Buch völlig ohne Rezeptfotos aus, die rein optisch in dieses hübsch gestaltete Kochbuch auch gar nicht passen würden. Auf allen Seiten sind kleine Zeichnungen aus der Feder Beatrix Potters, die aber mit dem jeweiligen Gericht nichts zu tun haben. Dennoch ist es eine wahre Augenweide. Die einzelnen Jahreszeiten sind farblich unterschiedlich. Der grüne Frühling beinhaltet 10 Rezepte, der gelbe Sommer 9, der rosafarbene Herbst und der blaue Winter jeweils 11. Somit komme ich nicht auf 40 Rezepte, wie der Titel verspricht, sondern auf 41. Die zweiseitige Einleitung vorne gibt einen kurzen Überblick und jede der Jahreszeiten beginnt mit einem kurzen Text darüber, was die jeweilige Jahreszeit ausmacht. Hinten im Buch gibt es dann ein alphabetisches Rezeptverzeichnis und einen hübschen Saisonkalender für Gemüse, Salat, Obst.

Die Rezepte sind herrlich abwechslungsreich, mal zum Backen, mal zum Kochen, mal Salat, mal süß oder herzhaft, mal ganz simpel oder ein bisschen aufwändiger. Sie sind ausführlich beschrieben und dadurch gut und einfach nachzukochen. Angaben zu Nährwerten fehlen – aber die vermisse ich hier auch überhaupt nicht.

Ich wollte dieses Buch gerne haben, weil ich Peter Hase so sehr mag und die Zeichnungen von Beatrix Potter einfach umwerfend finde. Die Rezpete selbst waren da erst mal nebensächlich. Aber: beim Durchblättern ist mir kein einziges Rezept aufgefallen, dass mir nicht zugesagt hätte – sie alle klingen so lecker, dass einem schon beim Lesen das Wasser im Mund zusammenläuft.

Zwei Rezepte habe ich direkt ausprobiert: aus dem Frühling war es „Frühlingshafte Nudeln mit Bärlauch-Käse-Sauce“ (super schnell und SO lecker) und aus dem Sommer „Hanka Mankas Knusperstangen“ (raffiniert und zum Niederknien gut – meine Mutter hat eine Stange probiert und dann sofort das Rezept verlangt und die Zutaten gekauft und diese Stangen jetzt schon zwei Mal zubereitet).

Ich freue mich darauf, alle anderen Gerichte auszuprobieren – sie lesen sich einfach zu köstlich, um sie zu ignorieren. Es ist sicher kein Kinder-Kochbuch, auch wenn man das vielleicht vermutet. Vielmehr sind es Rezepte, die für Groß und Klein gedacht sind und die man sicher gut zusammen mit den Kindern gemeinsam zubereiten kann.

Aktuell auf jeden Fall mein Lieblingskochbuch – daher 5/5 Sterne.

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