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Veröffentlicht am 09.01.2022

Humorvolle Weihnachtsstory mit Herz – als Hörbuch für mich nicht so überzeugend

Geld oder Lebkuchen
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Vorweihnachtszeit auf Sylt, kaum Touristen vor Ort, eisiges Sauwetter und Ernst Mannsen fühlt sich überflüssig. Alle bereiten den großen Weihnachtsmarkt vor nur er hat nichts zu tun. Auf dem Markt erfüllen ...

Vorweihnachtszeit auf Sylt, kaum Touristen vor Ort, eisiges Sauwetter und Ernst Mannsen fühlt sich überflüssig. Alle bereiten den großen Weihnachtsmarkt vor nur er hat nichts zu tun. Auf dem Markt erfüllen die guten Seelen des Ortes den Kindern der Insel immer einen Weihnachtswunsch - finanziert über Spenden. Doch jetzt ist Dietrich, der Filialleiter und die Person, die immer den Weihnachtsmann spielt verschwunden und keiner weiß, wo die Spenden sind. Was sollen die Menschen nur machen? Die Kinder freuen sich doch so auf ihre Weihnachtsgeschenke. Zu allem Überdruss gehen auch noch Gerüchte um, dass die Gemeinde den jährlichen Zuschuss, mit dem der Kinderchor und das dort für die Kinder gekochte Mittagessen finanziert wird, gestrichen werden soll. Ernst ist außer sich und sieht seine Chance, den bisher über den Klee gelobten Dietrich zu übertrumpfen und endlich auch wieder für was gut zu sein. Er will die Bank überfallen und so das Geld für die Kinder beschaffen. Zusammen einer ehemaligen Theaterschauspielerin übt er das Vorhaben ein. Dabei kommen sie sich gar nicht so richtig kriminell vor, ist doch alles für den guten Zweck. Gedacht, getan – doch irgendwie kommt dann doch alles anders.

Die Story lebt von ihren bunten Charakteren, ist super humor- aber auch gefühlvoll. Ein perfektes Hörbuch für die Vorweihnachtszeit, geht es hier doch um Kinder, um Spenden, um den Weihnachtsmarkt und den guten Zweck. Leider fand ich die Sprecherin einfach nicht gut. Sie hat für mich zu aufgesetzt gelesen, was mir teils ziemlich auf die Nerven ging. Nichtsdestotrotz kam der Humor super rüber, vor allem die Planung und Umsetzung des Bankraubes war herrlich skurril und Martina, die Bankangestellte mit autistischen Zügen, gefiel mir ausgesprochen gut. Ernst Mannsen, erst ein wenig rabaukig und eingeschnappt, entwickelte sich zu einem herzensguten Menschen und die Frauen um ihn herum waren auch herrlich beschrieben – man hatte direkt das Bild vor Augen, wie sie haselnussschnapstrinkend in der Stube sitzen und schnacken.

Ich liebe Hörbücher, doch besteht hier immer die Gefahr, dass man mit der Stimme der/des Sprechers/in nicht warm wird – und so ging es mir leider hier. Als Printausgabe zum Selberlesen hätte das Buch von mir wahrscheinlich die vollen 5 oder doch zumindest 4,5 Sterne bekommen. So kann ich nur 3,5 Sterne geben – wobei das ja auch eine Wertung zwischen gut und sehr gut ist – also keinesfalls negativ. Bei einem Hörbuch ist der Interpret nun mal ein Hauptbestandteil und daher super wichtig. Und die Interpretation hier war hier leider nicht mein Fall.

Dennoch empfehle ich sehr gerne das Buch (zu erhalten über dtv) all jenen, die in der Advents- oder Weihnachtszeit gerne einen unterhaltsamen, humorigen und gefühlvollen Roman lesen, um sich in Feststimmung zu bringen.

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Veröffentlicht am 04.01.2022

Portrait eines Dorfes - düstere Atmosphäre, spannender Kriminalfall, recht bedrückend

Talberg 1935
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Talberg, ein finsterer Ort im bayerischen Nirgendwo. Der Dorflehrer Steiner wird tot im Wald unter dem von ihm erbauten Aussichtsturm gefunden. Elisabeth, seine Frau, die dem Steiner auch nach mehreren ...

Talberg, ein finsterer Ort im bayerischen Nirgendwo. Der Dorflehrer Steiner wird tot im Wald unter dem von ihm erbauten Aussichtsturm gefunden. Elisabeth, seine Frau, die dem Steiner auch nach mehreren Ehejahren noch kein Kind geschenkt hat und die im Dorf allgemein als Hexe bezeichnet wird, gerät unter Verdacht. Man ruft die Polizei in den Ort und Karl Leiner, der den Ort noch aus seiner Kindheit kennt und dessen Onkel der hitlergetreue Bäcker Leiner ist, übernimmt die Untersuchungen. Da verschwindet die Leiche vom Steiner. Leiner verhört sämtliche Dorfbewohner, doch außer Verhöhnungen und dummen Kommentaren ist da nichts zu holen. Steiner Senior, der im Dorf das Sagen hat und gern mal mit seinem Gehstock auf Unwillige eindrischt, schüchtert alle ein. Währenddessen sieht sein Sohn Johannes Steiner, der totgeglaubte Kriegsrückkehrer, dem jegliches Gefühl abhandengekommen ist und einer unsagbaren Grausamkeit Platz gemacht zu haben scheint, seine Chance, an Elizabeth, jetzt Witwe, heranzukommen. Da finden sie Heini, den bärenstarken, riesengroßen und geistig retardierten Enkel des Dorfwirtes, aufgehängt am Baum. Es sieht wie Selbstmord aus, also wie ein Schuldeingeständnis. Der Fall scheint geklärt – bis die nächste Leiche auftaucht. Wer hatte ein Motiv, die drei Dorfbewohner zu töten? Was hat Steiners lieb- und kinderlose Ehe damit zu tun? Schafft Polizist Leiner es, Licht ins Dunkel zu bringen?

Talberg 1935 ist eins der Bücher, die bei mir erst nach dem Lesen so richtig ihre Wirkung entfaltet haben. Ich hatte ein paar Probleme, in die recht düstere Geschichte reinzukommen. Das Dorf und seine Bewohner sind alles andere als liebenswert, ganz im Gegenteil: einer schlimmer als der andere. Nur Elisabeth und Karl Leiner habe ich als sympathisch empfunden. Die bedrückende, dunkle Stimmung hat sich beim Lesen direkt auf mich übertragen, womit ich ein Stück zu kämpfen hatte. Ich war mir lange nicht sicher, was ich von dem Buch halten soll: gefällt es mir? Oder doch nicht? Doch im Lauf der Geschichte hat sich dann ein ganz klares JA, gefällt mir, herauskristallisiert. Denn: der Kriminalfall an sich war sehr spannend und für mich auch nicht vorhersehbar. Zudem gab es einige Wendungen, die mir gut gefallen haben. Der Schreibstil Korns ist sehr nüchtern und direkt und dadurch fesselnd. Wie er es schafft, die düstere, irgendwie bedrohliche Stimmung, die in dem fiktiven Dorf herrscht, auf mich abfärben zu lassen, ist schon große Klasse!

Als ich das Buch zuklappte, war ich gedanklich bei einer Wertung von 3 Sternen… ein, zwei Tage später dann doch bei 4 – was meine endgültige Wertung ist. Wie gesagt: ein Buch, das nachwirkt. Kein Reißer, kein Schocker, aber durch die durchweg bestehende Atmosphäre sehr bedrückend und damit letztlich beeindruckend.

Ich werde mir – einfach weil ich wissen möchte, wie der Autor das Dorf weiter zeichnet – sicher auch Band 2 zulegen.

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Veröffentlicht am 02.01.2022

Witzig, traurig, bewegend, berührend, zum Lachen und Nachdenken – was für ein außergewönliches, grandioses Buch

Eine ganz dumme Idee
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Ein Bankräuber überfällt eine Bank, jedoch ohne Erfolg, da es sich um eine bargeldlose Bank handelt. Auf der Flucht rennt der verzweifelte Bankräuber in ein Haus und dort die Treppen hoch, bis er an eine ...

Ein Bankräuber überfällt eine Bank, jedoch ohne Erfolg, da es sich um eine bargeldlose Bank handelt. Auf der Flucht rennt der verzweifelte Bankräuber in ein Haus und dort die Treppen hoch, bis er an eine Wohnung mit offener Türe kommt. Rein, Tür zu, abwarten bis die Polizei weg ist. Das war der Plan. Doch in dieser Wohnung befinden sich gerade mehrere Menschen, die eben diese Wohnung besichtigen, in der der Bankräuber eben genau jetzt mit gezückter Waffe und Sturmhaube steht. Und so wird aus einem misslungenen Bankraub eine Geiselnahme. Mit „den schlechtesten Geiseln der Welt“, wie der Geiselnehmer sehr bald feststellen muss. Denn die sind irgendwie überhaupt nicht eingeschüchtert oder gar ängstlich. Alle haben ihre eigenen Probleme und Sorgen und möchten anfangs dieses Drama einfach nur zu einem schnellen Ende bringen, weswegen sie meinen, dem Geiselnehmer sagen zu müssen, wie er die Sache am erfolgreichsten anpacken muss. Dabei kommen alle sich in die Haare, finden aber auch Verständnis und Trost und einige finden sogar eine Kiste Wein in einem Wandschrank. Unterdessen versuchen die beiden Provinzpolizisten Jim und Jack (Vater und Sohn), Herr über die Lage zu werden, was nicht ganz einfach ist, wenn man den anderen liebt, aber auch genervt ist von ihm und ebenfalls so seine Päckchen zu tragen hat.

Ich bin mit der Erwartung an das Buch gegangen, einen humorvollen, witzigen Roman zum Lachen zu lesen. Diese Erwartung wurde erfüllt, denn genau das ist dieses Buch. Sie wurde aber auch noch weit übertroffen. Denn es handelt sich nicht um eine reine Komödie, sondern um so viel mehr. Wie Fredrik Backman es schafft, gleichzeitig lustig und traurig/nachdenklich zu schreiben – in nur einem Satz – das hat mich gelinde gesagt umgehauen! Der Schreibstil ist absolut umwerfend, ich wurde quasi von links nach rechts und von oben nach unten geschleudert, von Lachen zu Weinen, von Amüsement zu Berührtsein. Hier steckt so viel Menschlichkeit in den Zeilen, so viel Wärme und Liebe und Witz und Unterhaltung – und alles auf einmal. Es ist ein Krimi, ein Drama, eine völlig verrückte Komödie, eine sozialkritische Studie und eine Geschichte über Menschen und deren Ängste, Sorgen, Hoffnungen.

Von mir bekommt dieses unglaublich grandiose Buch 5 von 5 Sterne und das Prädikat „Highlight“, kombiniert mit „absolute Leseempfehlung“. Lustig, warmherzig, nachdenklich, traurig, zum Lachen und Weinen und einfach nur gut!

Ich weiß nicht, ob es notwendig ist, da ich selbst keinerlei Trigger habe. Doch ich möchte gern eine kleine Triggerwarnung loswerden: ich könnte mir vorstellen, dass Menschen, die mit dem Thema „Selbstmord“ getriggert sind, hier ihre Probleme bekommen könnten.

Fredrik Backman hat übrigens schon das Buch „Ein Mann namens Ove“ geschrieben, welches so genial verfilmt wurde. Und auch „Eine ganz dumme Idee“ wurde verfilmt. Als Netflix-Miniserie „Menschen in Angst“.

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Veröffentlicht am 01.01.2022

Superlustige Fortsetzung – Furzipups trifft auf ein Urhuhn mit Schluckauf

Furzipups und Hicksi Huhn (Bd. 2)
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Nanu? Was ist das denn für ein zauseliges Federvieh, dass da gelandet ist? Und warum hickst es immerzu? Schluckauf? Na, dagegen kann man doch was tun – denkt sich Furzipups. Und so versuchen sie es mit ...

Nanu? Was ist das denn für ein zauseliges Federvieh, dass da gelandet ist? Und warum hickst es immerzu? Schluckauf? Na, dagegen kann man doch was tun – denkt sich Furzipups. Und so versuchen sie es mit Luft anhalten, erschrecken, lachen. Aber nichts hilft – Hicksi Huhn hickst weiter. Doch dann stellen die beiden fest: Hicksis Hickser und Furzis Pupse passen rhythmisch perfekt zusammen – damit lässt sich doch was anfangen. Und so musizieren sie zusammen und haben viel Spaß dabei.
Wie auch schon beim ersten Teil („Furzipups der Knatterdrache“) haben wir hier eine super lustige Geschichte in kindgerechten, einfach zu verstehenden und lebhaften Reimen zwischen den Buchdeckeln. Gekrönt von den umwerfenden Zeichnungen von Wiebke Rauers – mal im Ernst: ist Furzipups nicht zuckersüß und Hicksi Huhn mit ihrer verrückten, leicht verpeilten Art nicht einfach entzückend? Kunterbunt, lebendig, fröhlich und absolut perfekt als Vorlesebuch geeignet. Diesmal ist kein reiner Pups-Knopf am Buch, sondern ein HICKS-Pups-Button – ich musste so lachen wegen der Geräusche. Herrlich! So kann man das Vorlesen noch lebendiger und interaktiv gestalten.
Auch hier gibt es natürlich eine Botschaft hinter der Geschichte: egal wie doof es manchmal auch ist, auf Regen folgt Sonnenschein. Und wenn man einen Freund hat, ist alles nur noch halb so schwer.
Süß, zum Lachen, tolle Reime, sensationelle Zeichnungen und dann dieser Hicks-Pups-Knopf! Von mir absolut 5 von 5 Sterne – das perfekte Vorlesebuch für die Kleinen ab 3 Jahren – zum Mitmachen und Mitlachen.

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Veröffentlicht am 31.12.2021

Zuckersüßes Bilderbuch in Reimen mit Pupsknopf für bauchmuskelstrapazierende Geräuscherlebnisse

Furzipups, der Knatterdrache (Bd. 1)
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Furzipups kann – im Gegensatz zu allen anderen Drachen seiner Herde – kein Feuer spucken. Immer, wenn er es dann doch versucht, strengt er sich so an, dass ihm statt eines Feuers vorne ein Knatterfurz ...

Furzipups kann – im Gegensatz zu allen anderen Drachen seiner Herde – kein Feuer spucken. Immer, wenn er es dann doch versucht, strengt er sich so an, dass ihm statt eines Feuers vorne ein Knatterfurz hinten entfleucht. So wird er ausgelacht und ist ein Außenseiter. Er probiert alles mögliche, um endlich Feuer spucken zu können. Doch nichts hilft. So kommt er zu dem Schluss: „Feuerspucken ist nur Stress“ und lässt es fortan bleiben. Stattdessen stellt er fest, dass er im Rhythmus pupsen kann, was ihm und seinen Mitdrachen viel Freude bereitet.

In den kleinen bunten Drachen Furzipups MUSS man sich einfach auf den ersten Blick verlieben! So ein knuddeliger bunter und zuckersüßer Mini-Drache. Klar, das liegt natürlich an den so goldigen, wunderschönen Zeichnungen von Wiebke Rauers, die das Buch zu einem echten Hingucker machen. Doch auch die Geschichte selbst – in Reimform – ist einfach super! Die Reime sind kindgerecht und einfach und lassen so jedes Kind an Furzipups Misere teilnehmen. Getoppt wird das ganze noch von dem Pupsknopf, der – wie könnte es anders sein – furzige Geräusche von sich gibt. Zum Brüllen – da bleibt kein Auge trocken.

Die Botschaft hinter der lustigen Pupsgeschichte: es ist nicht schlimm, anders zu sein und mach doch einfach dein eigenes Ding. Du bist gut, genau so, wie du bist!

Von mir gibt es für dieses zuckersüße Bilderbuch 5 von 5 Sternen. Hier passt alles: Text, Zeichnungen, Pupsknopf – ein Buch, das Kinder garantiert zum Lachen bringt und ganz viel Spaß verspricht.

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