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Veröffentlicht am 01.10.2020

NAMASTÉ LEBEN – UND JETZT LECKT´S MI ALLE AM ARSCH!

Tante Poldi und die Früchte des Herrn
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Nach dem letzten gelösten Mordfall fällt Poldi wieder in Schwermut zurück und möchte an ihrem ursprünglichen Plan anknüpfen, sich in Sizilien mit Meerblick gepflegt totzusaufen. Doch es kommt natürlich ...

Nach dem letzten gelösten Mordfall fällt Poldi wieder in Schwermut zurück und möchte an ihrem ursprünglichen Plan anknüpfen, sich in Sizilien mit Meerblick gepflegt totzusaufen. Doch es kommt natürlich anders, da sie nun ja wieder einen Mord aufzuklären hat. Nicht nur den am Hund ihrer Freundin, sondern auch den an der Wahrsagerin Giuliana. Sie entdeckt die Leiche, als sie nach einer sehr weinumnebelten Nacht neben dem Winzer Avola erwacht, sich eigentlich an nichts erinnern kann (gepflegt totsaufen eben) und raus an die frische Luft zu einem Morgenspaziergang im Weinberg aufbricht. Gegen Montana´s Willen, mit dem sie ja eigentlich eine Beziehung hat (oder nicht? Oder doch – die zwei sind sich wohl selbst unschlüssig), ermittelt sie auf eigene Faust, spannt ihr Umfeld mit ein und gerät selbst in größte Gefahr.

Wie schon in Teil 1 flucht und charmeurt Poldi sich durch die Geschichte und ist wunderbar präsent. Auch jetzt erzählt sie ihre Erlebnisse ihrem Neffen, dem angehenden Schriftsteller, der sie oft besucht. Herrlich, die Gespräche zwischen den beiden. Man trifft alte Bekannte, aber auch neue Charaktere nehmen wichtige Rollen ein. Der Tod darf auch jetzt nicht fehlen und ich liebe die Zwistigkeiten, die Poldi mit ihm austrägt – so völlig unbeeindruckt, wie die bayerische Wuchtbrumme nun mal von nahezu allem ist.

Neben dem ganzen Amüsement kommt aber auch die Spannung nicht zu kurz – es ist schließlich ein Krimi. Zwar immer mit einem humorvollen Augenzwinkern, nichtsdestotrotz eben spannend mit diversen Wendungen und Überraschungen.

Der Sprecher Philipp Moog macht einen grandiosen Job. Jeder Figur verleiht er eine unverwechselbare Stimme und vor allem Poldis bayerisches Säuseln oder Gepolter (je nachdem, in welcher Stimmung sie gerade ist) ist phänomenal. Eine wahre Freude, ihm zuzuhören und durch seine tolle Interpretation noch tiefer in die ohnehin schon geniale Geschichte des Autors einzutauchen.

Wer sich die ganze Rezension auf meinem Blog ansehen möchte – bitte sehr: https://lesezauberzeilenreise.blogspot.com/2020/10/tante-poldi-und-die-fruchte-des-herrn.html

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Veröffentlicht am 29.09.2020

Sehr spannend mit interessanten Einblicken in die damalige Medizin

Die Tinktur des Todes
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Dieser Kriminalroman spielt im 19. Jahrhundert in Edinburgh und hat die medizinischen Gepflogenheiten von damals als Hintergrund. Genau das macht das Buch auch so packend, weil hier nichts an den Haaren ...

Dieser Kriminalroman spielt im 19. Jahrhundert in Edinburgh und hat die medizinischen Gepflogenheiten von damals als Hintergrund. Genau das macht das Buch auch so packend, weil hier nichts an den Haaren herbeigezogen ist. Man begleitet als Leser die Protagonisten bei diversen schwierigen Hausgeburten und bei der Sprechstunde in der Arztpraxis. Und natürlich gibt es da noch die Todesfälle! Sowohl Will Raven, der junge verschuldete Famulus (das entspricht in etwa dem heutigen Arzt im Praktikum), der eines der Mordopfer sehr gut kannte, als auch Sarah, das zu höherem berufene Hausmädchen von Dr. Simpson, wollen die Morde aufgeklärt wissen. Die beiden, die ja nun nicht dem selben Stand angehören, nähern sich im Laufe der Geschichte aneinander an, was sehr schön beschrieben ist und Spaß macht, mitzuerleben. Es gibt ein paar schöne Wendungen und wie gesagt: sehr interessantes medizinisches Hintergrundwissen, vor allem auch zu Äther und Chloroform. Die Spannung nahm immer mehr zu und ich war von der Geschichte sehr gefesselt.

Der Schreibstil ist lebendig und dem 19. Jahrhundert angepasst. So findet man sich in dieser Epoche sehr schnell heimisch, auch wenn man sich an die Schreibweise erst ein kleines bisschen gewöhnen muss. Die Charaktere hatte ich direkt vor Augen und die jeweiligen Schauplätze ebenfalls. Ich habe mir beim Lesen oft gedacht: „gut, dass diese Zeiten vorbei sind“… gerade bei den medizinischen Beschreibungen.

Da dieses Buch unter der Überschrift „Die Morde von Edinburgh I“ läuft, gehe ich davon aus, dass es also weitergeht. Und eins ist sicher: die Fortsetzung werde ich auf jeden Fall auch lesen.

Wer mag, kann sich in meinem Blog die ausführliche Rezension mit Leseprobe ansehen: https://lesezauberzeilenreise.blogspot.com/2020/09/die-tinktur-des-todes-von-ambrose-parry.html

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Veröffentlicht am 25.09.2020

Tolle Idee, nicht optimal umgesetzt – ich habe mehr erwartet

Liane und das Land der Geschichten
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Liane ist ein sehr intelligentes, sensibles, emotionales und für ihr Alter sehr erwachsen wirkendes Mädchen. Sie ist eine Außenseiterin, oft einsam und auch allein gelassen von den Eltern, ohne Freunde ...

Liane ist ein sehr intelligentes, sensibles, emotionales und für ihr Alter sehr erwachsen wirkendes Mädchen. Sie ist eine Außenseiterin, oft einsam und auch allein gelassen von den Eltern, ohne Freunde oder sonstige soziale Kontakte. Lesen und Bücher sind ihr Lebensinhalt, in diese flüchtet sie sich nahezu ständig. Eines Tages findet sie in der Schulbibliothek einen kleinen, leuchtenden Globus. Und mit ihm beginnt das Abenteuer auf dem 8. Kontinent - dem Land der Geschichten.

Es dauert etwas mehr als die Hälfte des Buches, bevor das eigentliche Abenteuer zur Sprache kommt. Die erste Hälfte befasst sich nur mit Lianes Geschichte: ihrem Alleinsein, dem Gemobbtwerden, dem Ausgegrenztsein, ihrem trostlosen Familienleben (sie hat eigentlich nur dann Freude, wenn sie mit ihrem Vater den wöchentlichen Spaziergang macht) und ihrer Liebe für Bücher. An und für sich nicht schlimm, doch ist es nicht das, was ich von diesem Buch erwartet habe. Als es dann endlich losgeht, fühlt es sich für mich so an, als würde von nun an alles im Schweinsgalopp abgekaspert werden. Die Reise zum 8. Kontinent, die Zeit dort und die Prüfungen, die Liane und ihre beiden neuen, fremdartigen Freunde dort bestehen müssen werden leider sehr oberflächlich beschrieben. Man kann nicht eintauchen in das Land der Geschichten, weil der Aufbau das leider nicht hergibt. Es fühlt sich an wie Zeitraffer, als hätte man sich in der ersten Hälfte des Buches vertrödelt und müsste diese verlorene Zeit nun in der zweiten Hälfte wieder aufholen. Auch gefällt mir der Schreibstil nicht so wirklich. Er ist teils poetisch, ja, aber auch eher schwierig mit den hier sehr eindrücklich geschilderten Themen wie Mobbing und Einsamkeit. Wichtige Themen, keine Frage, doch hätte ich mir dann zum Ausgleich einen wirklich abenteuerlichen, spannenden und fesselnden Fortgang der Geschichte gewünscht. Der blieb leider aus, so dass das Ende dann irgendwie unbefriedigend war.

Das Cover gefällt mir sehr gut. Es ist kunterbunt und fantasievoll. Auch die Illustrationen im Buch sind hübsch und passend. Die Botschaft ("lest mehr, seid fantasievoller, seid kreativ und selbstbewusst,...) ist richtig und wichtig, wurde aber meiner Meinung nach nicht kindgerecht umgesetzt.

Das Buch wird als "Buch für bücherliebende Mädchen und Jungen" angepriesen. Ich glaube, das sollte man auch wirklich wörtlich nehmen. Denn dieses Buch ist nichts, um ein Kind zum Lesen zu bringen. Dafür ist der Schreibstil zu speziell. Dieses Buch setzt meiner Meinung nach voraus, dass das Kind schon längere Zeit sehr gerne liest. Leseanfänger werden sich mit der Geschichte eher schwertun. Meine Erwartung an das Buch wurde leider nicht erfüllt.

Wer mag, kann sich gern meinen ausführlichen Bericht im Blog ansehen: https://lesezauberzeilenreise.blogspot.com/2020/09/liane-und-das-land-der-geschichten-ein.html

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Veröffentlicht am 24.09.2020

Humorvoll und spannend – eine sehr gelungene Fortsetzung der Hex Files-Reihe

Hex Files - Wilde Hexen
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Nachdem Ivy und Raphael am Ende von Teil 1 ganz offensichtlich miteinander im Bett gelandet sind (dumm nur, wenn sie nicht mehr viel davon wissen... dieser Alkoholabsturz aber auch), begegnen sie sich ...

Nachdem Ivy und Raphael am Ende von Teil 1 ganz offensichtlich miteinander im Bett gelandet sind (dumm nur, wenn sie nicht mehr viel davon wissen... dieser Alkoholabsturz aber auch), begegnen sie sich jetzt ein bisschen befangen. Keiner will den anderen darauf ansprechen. Gut also, dass nun dieser neuerliche Fall das Talent der beiden Protagonisten erfordert. Diesmal geht es also zum Set einer magischen Gameshow. Die Dreharbeiten wurden durch einen grausamen Mord unterbrochen - diesen zu untersuchen ist nun also Aufgabe von Ivy (Undercover als "Mädchen für alles", später dann als Kandidatin der Serie) und Raphael (als Beobachter für den Zirkel).

Wie schon in Teil 1 sprüht dieses Buch nur so vor Witz und guter Laune. Ivy ist einfach die Allerbeste - ich liebe sie! Es ist unglaublich unterhaltsam, sie beim Recherchieren des Mordfalls zu begleiten, sowie sie in ihren emotionalen Wirrungen rund um Raphael zu erleben. Das Ende hat mich dann fast umgehauen - sehr schockierend. Aber da es einen 3. Teil geben wird, muss ich mir da sicher keine Sorgen um Ivy machen - hoffe ich.

Helen Harpers Schreibstil ist wunderbar leichtfüßig, locker und voller Witz und Humor, der voll auf meiner Linie liegt. Ich bin durch das Buch gerauscht, fühlte mich jederzeit bestens unterhalten und amüsiert, musste oft lachen und schmunzeln, war aber von der Story auch gefesselt. Ein gelungener Mix aus Komödie, Krimi, Fantasy und Romanze - sehr witzig und Lust machend auf mehr.

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Veröffentlicht am 24.09.2020

Die fesselnde, süchtigmachende Fortsetzung der Reise in die magische Bücherwelt

Das Buch der gelöschten Wörter - Zwischen den Seiten
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In diesem 2. Teil geht es nun also darum herauszufinden, wer der Kopf dieser finsteren Macht, der sog. Absorbierer ist und diesen möglichst unschädlich zu machen. Auf dem Weg dorthin durchwandern Hope ...

In diesem 2. Teil geht es nun also darum herauszufinden, wer der Kopf dieser finsteren Macht, der sog. Absorbierer ist und diesen möglichst unschädlich zu machen. Auf dem Weg dorthin durchwandern Hope und die anderen Protagonisten viele Bücherwelten und müssen sich gegen so manche Gefahr verteidigen. Nebenbei muss Hope sich auch noch um ihre kranke Mutter kümmern, die jedoch evtl. gar nicht krank, sondern vergiftet ist und sich über ihre Gefühle gegenüber Rufus, Kenan und Christian klarwerden.

Teil 2 dieser Bücherreihe geht nahtlos dort weiter, wo Teil 1 geendet hat. Und es geht auch genauso humorvoll, spannend, fesselnd und fantasievoll weiter. Es ist eine wahre Freude, in diese Welt einzutauchen (in die dieses Buches und in die verschiedenen Bücherwelten der Story) und ich konnte es schlicht nicht aus der Hand legen. Ich habe es in nahezu einem Rutsch weggesuchtet. Die Charaktere sind so lebendig, ich hatte das Gefühl, sie zu kennen und die Dinge gemeinsam mit ihnen zu erleben. Es ist immer ganz großes Kino, wenn ein Buch es schafft, mich wirklich in sich hineinzuziehen, mich das fühlen zu lassen, was die Charaktere fühlen, mich mit ihnen zu freuen, zu trauern, zu ängstigen, zu lachen und alles irgendwie hautnah mitzuerleben. Dieses Buch (wie auch Teil 1) hat genau das geschafft! Die Autorin beschreibt alles sehr lebendig und "fassbar", ihr Schreibstil ist so wunderbar locker und erfrischend und fesselnd von Anfang bis Ende. Hier liest man nicht nur, hier erlebt man mit!

Normalerweise kristallisieren sich bei Büchern immer ein oder zwei Protagonisten heraus, die mir ganz besonders gefallen und die mir ans Herz gewachsen sind. Hier sind es gleich ganz viele, weil alle wunderbar beschrieben sind: Hope, Rufus, Gwen, Lance, Oliver, Mrs. Gateway, M, Vivien (Hopes Mutter), Mick (Viviens Pfleger), Lassie, Hofhund, Dr. Faust,... ich kann gar kein Ende finden. Alle sind wichtig für die Geschichte und alle sind nun irgendwie Teil von mir. Toll, wenn ein Buch das schafft!
Für mich auf jeden Fall schon jetzt ein Jahres-Highlight; ebenso wie der 1. Band.

Teil 3 habe ich auch schon angefangen und bin - wie könnte es anders sein - völlig in dessen Bann gezogen. Die Rezension dazu folgt demnächst wie immer hier an dieser Stelle.

Von Herzen und aus voller Überzeugung kommende volle Punktzahl für dieses Leseerlebnis. Ginge es nach mir, dürfte diese Reihe rund um Hope, Rufus und alle anderen niemals enden.

Hier noch der Link zu meinem ausführlichen Bericht im Blog inkl. einer Leseproebe: https://lesezauberzeilenreise.blogspot.com/2020/09/das-buch-der-geloschten-worter-zwischen.html

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