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Veröffentlicht am 20.03.2020

Ein Schmuckstückchen – nicht nur für Katzenmenschen

Katzen – Letters of Note
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Nicht nur, aber doch vor allem für Katzenfans ein Muss, dieses kleine, wunderhübsche Büchlein. Das Buch basiert auf der sensationell populären Website »Letters of Note«, einer Art Online-Museum des Schriftverkehrs, ...

Nicht nur, aber doch vor allem für Katzenfans ein Muss, dieses kleine, wunderhübsche Büchlein. Das Buch basiert auf der sensationell populären Website »Letters of Note«, einer Art Online-Museum des Schriftverkehrs, das bereits von über 70 Millionen Menschen besucht wurde. Es enthält die schönsten Briefe, die je über Katzen geschrieben wurden... u.a. von Jack Lemmon, Anne Frank, Charles Dickens, Florence Nightingale und und und. Wer genau wissen möchte, von wem Briefe enthalten sind, der erfährt das im Blog in der Leseprobe, die das komplette Inhaltsverzeichnis enthält.

Die Briefe könnten unterschiedlicher nicht sein, stammen sie doch aus den verschiedensten Jahren...ach was, Jahrhunderten. Es sind extrem lustige Briefe darunter (Jack Lemmon, John Cheever, T.S. Eliot,...), aber auch nachdenkliche und traurige (Elizabeth Taylor, Ester Krumbachová,...). Allesamt sind sie einfach nur wunderschön! Vor dem eigentlichen Brief erfährt man immer ein bisschen was zum jeweiligen Verfasser, was ich sehr schön finde.

Dieses kleine Büchlein hat perfekte Jackentaschengröße, kann also leicht überall hin mitgenommen werden, ist wunderschön ausgestattet und sieht einfach so hübsch aus. Es eignet sich damit wunderbar als Geschenk für einen Katzen- oder Literaturfreund.

Es eignet sich auch wunderbar zum immer wieder drin Blättern und nochmals Lesen. Ob als Aufmunterung und zum Lachen (es sind WIRKLICH sehr witzige Briefe dabei) oder einfach, um seine Gedanken fliegen zu lassen.

Von mir ganz klar 5 von 5 Sternen. Dieses kleine Buch ist wirklich ein Schmuckstückchen - von innen und von außen.

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Veröffentlicht am 19.03.2020

Der uralte Kampf „Gut gegen Böse“

Der unsichtbare Freund
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Fast 23 Stunden Fantasy-Horror-Hörerlebnis! Das ist "Der unsichtbare Freund" von Stephen Chbosky in der Hörbuchversion.

Die alleinerziehende Kate flieht mit Christopher, ihrem 7jährigen Sohn, vor ihrem ...

Fast 23 Stunden Fantasy-Horror-Hörerlebnis! Das ist "Der unsichtbare Freund" von Stephen Chbosky in der Hörbuchversion.

Die alleinerziehende Kate flieht mit Christopher, ihrem 7jährigen Sohn, vor ihrem gewalttätigen Freund und taucht in einem abgelegenen Ort unter. Direkt am Haus liegt der Missionswald. Eines Tages betritt Christopher diesen Wald, angetrieben von einer Stimme, die nur er hört und geführt von einer Wolke mit Gesicht. Sechs Tage lang bleibt er verschwunden. Als er wieder auftaucht, ist er nicht mehr der Junge mit Lernproblemen, sondern ein intelligenter Christopher mit besondere Fähigkeiten und Gaben. Ab sofort ist er wie besessen von dem Zwang, im Wald ein Baumhaus zu errichten. Getrieben durch die Stimme, die ihm klar macht: wenn er es nicht bis Weihnachten fertig gebaut hat, werden alle, der ganze Ort, sterben.

Ich fühlte mich beim Hören nahezu sofort an die Netflix-Serie "Stranger Things" erinnert. Und an diverse Stephen King-Bücher. "Der unsichtbare Fremde" ist ein sehr umfassendes Buch (wie gesagt: fast 23 Stunden lang), sehr detailreich und wirklich fantasievoll. Zudem ist es recht subtil horrormäßig. Beim Hören empfand ich es nicht als so schlimm, hatte dann aber nachts tatsächlich den einen oder anderen nicht so schönen Traum.

Die ersten beiden mp3-CD´s vergingen wie im Flug, die letzte zog sich dann aber doch ziemlich in die Länge und war eher anstrengend, da sehr verworren und überbordend. Meiner Meinung nach hätte man das Ende auch ein wenig kürzer machen können. Es wäre dann weniger "schwurbelig" gewesen und für meinen Geschmack besser. Auch gab es sehr viele Wiederholungen (das Wort "Babyzähnchen" kam gefühlt 50 Mal im Buch vor und beschreibt die Steige, die zum Baumhaus hochführt). Und auch der Ausdruck "ein Lächeln wie ein krankes Stirnrunzeln" habe ich mehrfach gehört. Wie gesagt: manchmal wäre hier für meinen Geschmack weniger mehr gewesen. Letztlich ist es ein Buch über den uralten Kampf zwischen Gut und Böse. Nicht wirklich vorhersehbar, teilweise war ich über eine Wendung schon verblüfft, aber angenehm.

Der Sprecher (David Nathan, die deutsche Synchronstimme von Christian Bale und Johnny Depp) macht einen hervorragenden Job! Er liest es super betont und ich konnte allein anhand seiner Stimmfarbe erkennen, wen er aktuell spricht.

Mein Fazit: 4 von 5 Sternen. Einen Stern ziehe ich ab für das sehr lange, sich ziehende Ende, das für meinen Geschmack wirklich einen Tick zu viel Geschehen beinhaltete. Ansonsten ein wirklich fantasievolles, gruseliges Hörvergnügen für Freunde von Serien wie Stranger Things und für Fans von Stephen King.

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Veröffentlicht am 13.03.2020

Wunderbar gefühlvoll, berührend und voller feinem Humor - ein Juwel!

Dankbarkeiten
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Alt werden ist ein Privileg, alt sein ist manchmal nur schwer zu ertragen. Um das Altsein geht es in diesem kleinen aber überaus feinen Roman von Delphine de Vigan.

Michka, die stets ein unabhängiges ...

Alt werden ist ein Privileg, alt sein ist manchmal nur schwer zu ertragen. Um das Altsein geht es in diesem kleinen aber überaus feinen Roman von Delphine de Vigan.

Michka, die stets ein unabhängiges Leben geführt hat, muss feststellen, dass sie nicht mehr allein leben kann. Geplagt von Albträumen glaubt sie ständig, wichtige Dinge zu verlieren. Tatsächlich verliert sie nach und nach Wörter, findet die richtigen nicht mehr und ersetzt sie durch ähnlich klingende. Die junge Marie, um die Michka sich oft gekümmert hat, bringt sie in einem Seniorenheim unter. Der alten Frau fällt es schwer, sich in der neuen Ordnung einzufinden. In hellen Momenten leidet sie unter dem Verlust ihrer Selbstständigkeit. Doch was Michka am meisten beschäftigt, ist die bisher vergebliche Suche nach einem Ehepaar, dem sie ihr Leben zu verdanken hat. Daher gibt Marie erneut eine Suchanzeige auf, und Michka hofft, ihre tiefe Dankbarkeit endlich übermitteln zu können.
Klarsichtig und scharfsinnig zeigt Delphine de Vigan, was uns am Ende bleibt: Zuneigung, Mitgefühl, Dankbarkeit. Und zugleich würdigt sie in ›Dankbarkeiten‹ all diejenigen, die uns zu den Menschen gemacht haben, die wir sind.

Dankbarkeiten ist ein wundervolles Buch! Ganz schlicht eigentlich und dennoch unendlich berührend! Die vertauschten Wörter von Mischka sorgten bei mir für so manchen Lacher. Und das, obwohl es ja eigentlich ein Thema ist das alles ist, nur nicht witzig. Das mag ich an diesem Buch gerade so sehr. Ein ernstes, sensibles Thema wird mit ganz viel Humor und Wärme und Liebe angegangen. Es macht so einen Spaß, Mischka´s Geschichte zu lesen, in sie einzutauchen und leider-leider ist das Buch viel zu schnell zu Ende.

„Dankbarkeiten“ ist so menschlich und so feinfühlig und sensibel und dennoch oder gerade deswegen umso kraftvoller, intensiver und beeindruckender. Ein wirkliches kleines Juwel!

5 von 5 Sterne und eine von Herzen kommende Leseempfehlung für all jene, die auch mal die leisen, sanften, intensiven und berührenden Töne mögen.

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Veröffentlicht am 12.03.2020

Spannend und super unterhaltsam

Karl Valentin ist tot
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Ein Bayernkrimi, wie er im Buche steht: lustig, bayerisch, spannend und sehr unterhaltsam. Das ist Sabine Vöhringer´s "Karl Valentin ist tot". Es handelt sich hierbei um den 3. Teil aus der "Tom Perlinger-Reihe". ...


Ein Bayernkrimi, wie er im Buche steht: lustig, bayerisch, spannend und sehr unterhaltsam. Das ist Sabine Vöhringer´s "Karl Valentin ist tot". Es handelt sich hierbei um den 3. Teil aus der "Tom Perlinger-Reihe". Ich kenne die beiden Vorgänger (noch) nicht, was aber absolut kein Problem ist. Man kann auch als Nicht-Perlinger "Karl Valentin ist tot" wunderbar lesen.

Das Karl Valentin Gymnasium in der Münchner Altstadt brennt. Im Keller wird die Leiche der stellvertretenden Direktorin Marianne Eichstätt geborgen - grausam erstickt. Ein Jahr zuvor starb dort der 17-jährige Schüler Fabian Brühl auf mysteriöse Art und Weise. Je tiefer Hauptkommissar Tom Perlinger gräbt, desto brisanter wird die Lage. Der Täter hat bereits die nächsten Opfer im Visier. Und Tom hat keine Ahnung, dass der Feuerteufel auch sein persönliches Schicksal bestimmt.

Mir gefällt diese gefühlte Leichtigkeit, mit der Sabine Vöhringer den Krimi aufs Papier zaubert. Er liest sich unheimlich locker und flüssig, die Charaktere sind wunderbar beschrieben und die immer wieder eingefügten Sätze in bayerischer Mundart lockern alles noch weiter auf.

Die Geschichte selbst ist wirklich spannend. Beginnend mit dem Tod des Schülers Fabian und ca. 1 Jahr später der Tod der Lehrerin, mit der er kurz vor seinem eigenen tragischen Tod ein seltsames Zusammentreffen hatte. Dann verschwinden auch noch eine weitere Lehrerin und die Nichte von Hauptkommissar Perlinger. Und immer wieder gerät ein Schachturnier ins Blickfeld - was hat es damit auf sich? Und damit verbunden der Tod von Christels (Toms Lebensgefährtin) Bruder vor vielen Jahren? Gibt es da einen Zusammenhang? Oder doch nicht? Auch Maslof, eine Hauptfigur aus einem der vorherigen Fälle Perlingers, scheint irgendwie verwickelt zu sein...oder auch nicht. Wie gesagt: sehr spannend, aber niemals verwirrend oder unglaubwürdig. Dafür schön wendungsreich. Mir gefällt auch der Schauplatz München sehr gut, weil es dort - trotz Großstadt - einfach irgendwie familiär zugeht und ich mich beim Lesen nicht nur spannend unterhalten sondern auch wohlgefühlt habe.

Von mir gibt es 5 von 5 Sternen und ich habe Blut geleckt. Die beiden Vorgänger landen sicher demnächst auf meinem SUB.

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Veröffentlicht am 11.03.2020

Gin, Leben, Tod, Liebe, England - Wohlfühlkrimi pur!

Der Gin des Lebens
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Gin als Mittelpunkt eines Krimis, der Deutschland und England zusammenbringt. Klingt ein bisschen seltsam, ist aber ein wirklich humorvoller, rundum gelungener Roman von "Deutschlands König des kulinarischen ...

Gin als Mittelpunkt eines Krimis, der Deutschland und England zusammenbringt. Klingt ein bisschen seltsam, ist aber ein wirklich humorvoller, rundum gelungener Roman von "Deutschlands König des kulinarischen Kriminalromans" Carsten Sebastian Henn.

Cathy Callaghan entdeckt eines Morgens im Garten ihres Bed & Breakfasts in Plymouth/England die Leiche eines stadtbekannten Obdachlosen. Währenddessen wird in Deutschland Bene, der seiner Freundin einen Heiratsantrag machen will, von dieser verlassen. Beide haben also aktuell so ihre Probleme. Bene will seins damit lösen besser gesagt verdrängen, in dem er sich mit dem von seinem bereits verstorbenen Vater selbstgebrannten Gin hemmungslos betrinkt. Nach dem ersten Schluck stellt Bene aber fest, dass dieser Gin, den er nur aus Gefühlsduselei aufbewahrt hat, das Beste ist, was er je getrunken hat. Diesen Eindruck lässt er sich dann auch von Fachmännern bestätigen: das ist ein Gin, mit dem man so richtig den Reibach machen kann. Blöd nur, dass es von seinem Vater keinerlei Aufzeichnungen gibt, wie genau er den Gin "gebaut" hat. Also muss Bene sich auf die Suche machen... und die führt ihn nach Plymouth in eben jenes Bed & Breakfast zu Cathy, die ebenfalls eine ganz spezielle Verbindung zu Gin hat.

Ich finde das Buch großartig! Angefangen beim Titel, der einfach so super gewählt ist, da es hier ja schließlich um Gin geht und um den Sinn des Lebens... also "Gin des Lebens".
Die Figuren sind mir direkt ans Herz gewachsen, der Autor schreibt mit so viel Humor und so leichtfüßig, dass ich mich beim Lesen jeder Zeile einfach wohl- und gut gefühlt habe. Die herzlichen, teilweise etwas schrulligen/skurillen englischen Charaktere (die einfach so sind... ich war schon oft in Großbritannien), die schöne Beschreibung der Umgebung, die lockeren Gespräche zwischen den Protagonisten... hier stimmt einfach alles. Obendrauf gibt es dann noch den Corgi King George, der einfach durch seine Art jeden zum Schmunzeln bringt - und das, obwohl er nur eine unwichtige Nebenrolle spielt.

Die Geschichte ist "unterbrochen" von mehreren Abschnitten, deren Seiten grau hervorgehoben sind. Hier erfährt man ganz viel rund um den Gin und sie entstammen den Aufzeichnungen von Cathys ebenfalls bereits verstorbenen Vater Archibald Callaghan ("Gin - Alles was du wissen musst" von Archibald Callaghan (Plymouth/Devon)). Abgerundet wird das Buch dann durch einige Rezepte mit Gin sowie einem Glossar und einer Auflistung der wichtigsten Botanicals (Zutaten, die bei der Herstellung eines Gins verwendet werden können). Jedes Kapitel beginnt zudem mit einem schönen und passenden Zitat einer berühmten Persönlichkeit.

Mich hat das Buch überzeugt durch seinen umfassenden Humor, seine Spannung, seine Wendungen und den wirklich gut lesbaren Schreibstil des Autors. Einfach wunderbare Unterhaltung, die alles hat, was es braucht: ein Verbrechen, Liebe, Spannung, Wendungen, Humor und Wohlfühlfaktor.

Von mir daher ganz klar 5 von 5 Sternen.

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