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Veröffentlicht am 08.03.2026

Wenn ein vermeintlich kleiner Fall plötzlich große Wellen schlägt

Die Wahrheit ruht im Sempachersee
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In dem Krimi Die Wahrheit ruht im Sempachersee von Monika Mansour begleitet der Leser den Ermittler Cem Cengiz. Nach einem schweren persönlichen Verlust ist er nicht mehr derselbe. Seine Frau, eine Staatsanwältin, ...

In dem Krimi Die Wahrheit ruht im Sempachersee von Monika Mansour begleitet der Leser den Ermittler Cem Cengiz. Nach einem schweren persönlichen Verlust ist er nicht mehr derselbe. Seine Frau, eine Staatsanwältin, ist während einer Ermittlung verschwunden und bis heute nicht wieder aufgetaucht. Seitdem wird er eher zu vermeintlich einfachen Fällen geschickt.
Sein neuer Auftrag führt ihn an den Sempachersee. Dort sorgt ein rätselhaftes Vogelsterben für Aufsehen. Was zunächst nach einem kleinen Umweltfall aussieht, entwickelt sich schnell zu einer deutlich größeren Geschichte rund um einen möglichen Umweltskandal.
Leseeindruck
Am Anfang bin ich ehrlich gesagt nicht richtig mit Kommissar Cem Cengiz und seinem Umfeld warm geworden. Deshalb habe ich das Buch sogar kurz zur Seite gelegt und erst einmal einen anderen Krimi aus dem Emons Verlag gelesen.
Als ich mich dann ein zweites Mal an das Buch gesetzt habe, ging es plötzlich richtig schnell voran. Die Handlung wurde immer rasanter und spannender. An manchen Stellen hätte ich mir allerdings ein Personenverzeichnis gewünscht, da doch einige Figuren vorkommen und man leicht den Überblick verlieren kann.
Zum Ende hin nahm die Spannung enorm zu. Die Highlights hörten gefühlt gar nicht mehr auf und es fiel mir wirklich schwer, das Buch wegzulegen und erst am nächsten Abend weiterzulesen.
Besonders gut gefallen haben mir die aktuellen Themen wie Vogelsterben und Umweltskandal, die in die Geschichte eingebaut wurden. Gleichzeitig spielen auch die persönlichen Probleme des Kommissars eine wichtige Rolle. Die Charaktere sind sehr lebendig beschrieben, sodass ich sie mir gut vorstellen konnte.
Während des Lesens hatte ich allerdings öfter ein kleines Déjà-vu. Ich hatte immer wieder das Gefühl, eine ähnliche Geschichte schon einmal gelesen zu haben. Der Krimi erinnerte mich stellenweise auch ein wenig an Bücher der Schweizer Autorin Gabriela Kasperski. Da ich seit meiner Kindheit viele Bücher verschlinge, kann das durchaus gut möglich sein, dass ich ein ähnliches Buch gelesen habe.
Was mir außerdem positiv aufgefallen ist: Es gibt in diesem Krimi nicht übermäßig viele Tote – etwas, das ich persönlich angenehm fand.
Mein – Lesezeichenfees – Fazit
Nach einem etwas holprigen Einstieg hat mich das Buch am Ende doch voll abgeholt. Die Mischung aus spannendem Kriminalfall, aktuellen Umweltproblemen und den persönlichen Herausforderungen des Ermittlers hat mir gut gefallen. Besonders das packende Ende hat mich sehr versöhnt mit der Geschichte.
⭐⭐⭐⭐✨ (4,5 von 5 Sternen)
Auf Seite 60 wurde mir mit dem Wintersalat den Mund wässrig gemacht. Da fehlte mir ein Rezept.
Seite 151 Der Song von Meat Loaf gefiel mir an dieser Stelle sehr gut. (I'd do anything for love)

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Veröffentlicht am 08.03.2026

Ein Mord mit Wurzeln in der Vergangenheit

Stiller Bach
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Inhaltsangabe
Kinder entdecken im Stillen Bach eine Leiche, woraufhin Kommissar Maibach aus Friedrichshafen die Ermittlungen in Weingarten übernimmt. Während der Ermittlungen wird deutlich, dass die Ursache ...

Inhaltsangabe
Kinder entdecken im Stillen Bach eine Leiche, woraufhin Kommissar Maibach aus Friedrichshafen die Ermittlungen in Weingarten übernimmt. Während der Ermittlungen wird deutlich, dass die Ursache des Mordes weit in die Jugend der Beteiligten zurückreicht.
Rezension
Der Krimi Stiller Bach von Regina Riest ist ein eher ruhiger, „stiller“ Krimi, der sich zu Beginn viel Zeit nimmt, um die Figuren und ihr Umfeld vorzustellen. Dadurch dauert es etwas, bis die Handlung wirklich Fahrt aufnimmt, da man zunächst die Charaktere und ihre Beziehungen kennenlernt.
Kommissar Maibach aus Friedrichshafen übernimmt die Ermittlungen in Weingarten. Früher hat er in Ravensburg gearbeitet, sodass er mit der Region bereits vertraut ist. Erzählt wird die Geschichte hauptsächlich aus seiner Sicht, zusätzlich gibt es Kapitel aus der Perspektive des Mörders sowie eines Zeugen, wodurch sich verschiedene Blickwinkel auf die Ereignisse ergeben.
Die Autorin versucht Spannung unter anderem über ein wiederkehrendes Rätsel aufzubauen: Bereits auf Seite 69 taucht das Wort „Graffito“ auf. Kommissar Maibach recherchiert die Bedeutung im Internet, doch dem Leser wird die Erklärung lange vorenthalten – erst auf Seite 299 wird schließlich aufgelöst, was genau dahintersteckt.
Relativ schnell lässt sich erahnen, warum der Mord geschehen ist, da das Motiv in der Vergangenheit und besonders in der Jugend der Beteiligten liegt. Beim Täter bleibt es dagegen länger offen; beim Lesen hat man durchaus mehrere Verdächtige im Blick und kann eigene Vermutungen anstellen.
Das Lokalkolorit bleibt eher zurückhaltend. Zwar spielen Ravensburg und Weingarten eine Rolle, und besonders die Feste in beiden Städten sorgen für regionale Atmosphäre. An anderen Stellen – etwa bei den Mahlzeiten der Ermittler – hätte die Handlung jedoch genauso gut an einem anderen Ort spielen können.
Der Schreibstil ist gut lesbar und solide. Insgesamt bleibt der Krimi ruhig erzählt, mit einem klaren Highlight im Verlauf der Handlung, aber ohne durchgehend hohes Spannungstempo. Trotzdem liest sich das Buch flüssig und ist insgesamt stimmig aufgebaut.
Fazit
Stiller Bach ist ein ruhiger Kriminalroman, der stärker auf Figuren und Hintergründe setzt als auf schnelle Action. Wer leise Krimis mit regionalem Bezug und einem Rätsel aus der Vergangenheit mag, wird hier gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Viel Durcheinander in Endstation Fichtelgebirge

Endstation Fichtelgebirge
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Mit Endstation Fichtelgebirge legt Jacqueline Lochmüller einen weiteren Regionalkrimi vor, erschienen im Emons Verlag. Leider konnte mich dieser Band nur bedingt überzeugen.
Der Einstieg ist zwar nicht ...

Mit Endstation Fichtelgebirge legt Jacqueline Lochmüller einen weiteren Regionalkrimi vor, erschienen im Emons Verlag. Leider konnte mich dieser Band nur bedingt überzeugen.
Der Einstieg ist zwar nicht langweilig, aber ich hätte mir dringend ein Personenverzeichnis gewünscht. Es tauchen unglaublich viele Figuren in kurzen, wechselnden Handlungssträngen auf, sodass es lange dauert, bis man halbwegs sortiert hat, wer eigentlich wer ist – und wer welchen „Dreck am Stecken“ hat. Gefühlt hat beinahe jede Figur ihre dunklen Geheimnisse. Dieses permanente Springen zwischen den Perspektiven und die vielen kurzen Kapitel haben bei mir eher für Verwirrung als für Spannung gesorgt.
Was mich besonders gestört hat: In diesem Buch nuscheln gefühlt unheimlich viele Personen. Das zieht sich durch die gesamte Handlung und wurde für mich mit der Zeit richtig anstrengend. Auch die Dialoge der beiden Ermittler haben mich irritiert. Sie bleiben beim förmlichen „Sie“. Dadurch entstehen immer wieder steife Begrüßungsszenen mit „Herr Breuer“ und „Frau Herbich“, die auf Dauer eher befremdlich als authentisch wirken. Und wenn dann Frau Herbich mal ans Du denkt, wird das einfach wieder abgeblasen.
Der Altenpfleger war für mich eine der wenigen Figuren, mit denen ich wirklich mitgefühlt habe. Er stolpert von einem Schlamassel ins nächste – man leidet fast durchgehend mit ihm. Allerdings gab es auch hier Unplausibilitäten: Sein verletzter Fuß scheint nach einem Tag plötzlich wieder so in Ordnung zu sein, dass er arbeiten kann. Ebenso wenig nachvollziehbar war für mich, warum er das hochgradig traumatisierte Kind nicht sofort mitgenommen hat. Das Kind spricht kaum, ist sichtlich belastet, und die Balkontür lässt sich nicht einmal richtig schließen – das hat mich ehrlich gesagt ziemlich geärgert. Natürlich, dramaturgisch wäre der Krimi sonst schneller vorbei gewesen, aber es wirkte konstruiert. Vor allem, das Kind hat nicht wirklich begriffen, was es getan hat.
Auch die Vielzahl an Schauplätzen hat mich eher ermüdet. Die Figuren sind gefühlt überall in Süddeutschland unterwegs, doch echtes Lokalkolorit wollte bei mir nicht aufkommen. Einige Szenen – etwa rund um die Bäckerei – erschienen mir zudem nicht immer ganz plausibel.
Insgesamt hatte ich oft das Gefühl, mich in einem großen Durcheinander zurechtfinden zu müssen. Trotz aller Kritikpunkte habe ich das Buch zwar zu Ende gelesen, aber wirklich gepackt hat es mich nicht.
Fazit
Ein Krimi mit interessanten Ansätzen und einzelnen berührenden Figuren, der jedoch unter zu vielen Handlungssträngen, überladenen Ortswechseln und teilweise unplausiblen Entwicklungen leidet. Die häufig nuschelnden Figuren und die steifen Dialoge haben mein Lesevergnügen zusätzlich geschmälert.
Sagen wir so: Das wird nicht meine Lieblingsemonsserie.

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Veröffentlicht am 01.03.2026

Das Buch ist ruhig mit einigen kleinen Höhepunkten

Einatmen. Ausatmen.
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„Einatmen Ausatmen“ von Maxim Leo ist für mich ein stilles, ruhiges Buch mit einigen kleinen, aber wirkungsvollen Höhepunkten. Ich konnte es gut lesen – an drei Abenden war ich durch – und genau dieses ...


„Einatmen Ausatmen“ von Maxim Leo ist für mich ein stilles, ruhiges Buch mit einigen kleinen, aber wirkungsvollen Höhepunkten. Ich konnte es gut lesen – an drei Abenden war ich durch – und genau dieses angenehme Lesetempo passt auch zur Stimmung der Geschichte.

Das Buch macht ruhig. Ich musste nicht grübeln oder komplizierte Handlungsstränge entwirren. Stattdessen durfte ich einfach eintauchen, mitgehen, mitfühlen. Es gefiel mir – das Cover, die Charaktere, die Handlung. Alles wirkt stimmig und unaufgeregt, aber keineswegs langweilig.

Besonders Connie und Marlene mochte ich sehr. Ihre Art, miteinander und mit sich selbst umzugehen, hat mich berührt. Am meisten bewegt hat mich die Szene, in der Marlene am Sterbebett sitzt. Diese Passage war leise, würdevoll und sehr eindringlich – für mich einer der emotionalen Höhepunkte des Buches.

Auch die Szenen mit dem Hausmeister fand ich großartig. Sie hatten etwas Echtes, manchmal leicht Skurriles, aber immer sehr Menschliches. Und dann die Sache mit der Tierrettung und dem daraus entstehenden „Lärmresultat“ – ich will nicht zu viel verraten –, aber auch das gehört zu diesen kleinen Höhepunkten, die die ruhige Erzählweise immer wieder auflockern.

Es ist kein Liebesroman, auch wenn die Geschichte kurz in diese Richtung abdriftet. Doch genau das mochte ich: Es bleibt bei sich, bleibt ruhig, bleibt nah an den Figuren.

Insgesamt ist „Einatmen Ausatmen“ ein ruhiges Buch – aber nicht langweilig. Es hat leise Höhepunkte, viel Gefühl und eine angenehme Klarheit. Für mich war es eine wirklich schöne, entspannte Lektüre.

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Veröffentlicht am 27.02.2026

🧵 Mord nach Schnittmuster – ein kreativer, witziger Krimi mit kleinen Schwächen

Mord nach Schnittmuster
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Von Birgit Körner – erschienen im Emons Verlag

Schon das Cover macht Lust aufs Lesen: Es ist witzig, kreativ und gleichzeitig schön krimihaft gestaltet – genau mein Geschmack. Besonders gefallen hat mir ...

Von Birgit Körner – erschienen im Emons Verlag

Schon das Cover macht Lust aufs Lesen: Es ist witzig, kreativ und gleichzeitig schön krimihaft gestaltet – genau mein Geschmack. Besonders gefallen hat mir auch das genähte Lesezeichen, eine wirklich tolle und liebevolle Idee. Die 28 Näh-Hacks sind ein zusätzliches Highlight und machen das Buch zu etwas Besonderem, gerade für alle, die gerne nähen.

Die Geschichte selbst ist unterhaltsam, humorvoll und lebendig erzählt. Die Schauplätze in Esslingen werden ständig aufgegriffen, was der Handlung viel Atmosphäre verleiht. Auch das Thema Influencer ist gut umgesetzt und modern eingebaut. Vor allem Stine hat mir als Figur zunächst sehr gut gefallen – sie wirkt sympathisch, lebendig und authentisch.

Der Krimi ist insgesamt abwechslungsreich und witzig, allerdings stellenweise etwas durchwachsen. Besonders schade fand ich, dass der Kommissar sehr viele private Probleme mit in die Handlung bringt. Das nimmt der eigentlichen Krimispannung etwas Tempo und Fokus. Hier hätte ich mir gewünscht, dass der kriminalistische Teil stärker im Vordergrund bleibt.

Trotz dieser Kritikpunkte hat mich das Buch sehr gut unterhalten. Die Mischung aus Humor, Kreativität, Nähen, modernen Themen und Krimi ist originell und macht Spaß zu lesen.

Fazit:
Ein origineller, charmanter Krimi mit tollen Extras, lebendigen Figuren und viel Witz. Kleine Schwächen in der Spannung trüben den Gesamteindruck nur geringfügig. Deshalb vergebe ich sehr gerne 5 Sterne ⭐⭐⭐⭐⭐.

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