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Veröffentlicht am 27.09.2020

Wohlfühlbuch, aber leider zu dramatisch

It was always you
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Vorsicht, diese Rezension kann Spoiler zum Buch enthalten!

Mit Büchern aus dem Kyss Verlag hatte ich bisher immer ein paar Probleme. Denn auch, wenn ich die Geschichten wirklich süß finde, die Protagonisten ...

Vorsicht, diese Rezension kann Spoiler zum Buch enthalten!

Mit Büchern aus dem Kyss Verlag hatte ich bisher immer ein paar Probleme. Denn auch, wenn ich die Geschichten wirklich süß finde, die Protagonisten ganz nett sind und der Schreibstil des jeweiligen Autors oder der jeweiligen Autorin ziemlich flüssig lesbar ist, so können sie mich trotzdem nicht ganz überzeugen. Bei It Was Always You dachte ich, nun endlich mal ein Buch aus dem Verlagsprogramm gefunden zu haben, dass mich positiv überrascht und mich restlos begeistert. Doch schon nach ein paar Kapiteln wurde mir klar, dass das nur Wunschdenken ist.

Der Einstieg in die Geschichte hat mir noch gut gefallen. Wir lernen Ivy als selbstständige, sympathische Frau mit Humor kennen. Sie ist nett, hilfsbereit und sucht Fehler immer zuerst bei sich selbst. Ich konnte mich gleich mit ihrer Denkweise identifizieren und mochte ihren Blick auf die Welt. Auch Asher gefiel mir auf den ersten Blick ziemlich gut. Trotz seiner Arroganz und seiner offensichtlichen Wut gegenüber Ivy, wird schnell deutlich, dass sich hinter seiner Bad Boy Fassade mehr verbirgt. Er musste in der Vergangenheit viel Leid ertragen und wirkt deshalb oft abweisend und kalt, obwohl er eigentlich ein gutes Herz und einen zutraulichen und liebevollen Charakter besitzt. Schnell wird auch die Frage nach dem großen Geheimnis aufgeworfen: Was ist damals genau passiert? Warum musste Ivy gehen? Und was hat das ganze mit Asher zu tun?
Ihr seht also, dass die Geschichte ziemlich großes Potenzial hatte. Leider hörte es da aber auch schon auf. Denn nach dem ersten Drittel tritt die Geschichte ziemlich auf der Stelle. Die Ereignisse bleiben seicht und vorhersehbar, die Charaktere tänzeln umeinander herum und niemand – wirklich NIEMAND – redet miteinander. Das Buch hätte bestimmt 200 Seiten weniger, wenn nur einer der Beteiligten den Mund aufgemacht und eines der schwierigen Themen angesprochen hätte. Für mich wurden dadurch leider sehr viele Situationen unglaubwürdig.

ACHTUNG: KLEINER SPOILER FOLGT

Die Tatsache, dass Asher einerseits so penibel auf seinen Körper und seine Gesundheit achtet und sich dann nach einer (für ihn lebenswichtigen) Impfung betrinkt oder als er seine Medikamente beim Campingausflug absichtlich zuhause lässt, ist für mich einfach unvorstellbar und unglaubwürdig. Es ist selbstsüchtig, einerseits weil er den anderen damit die Verantwortung für sein Leben zumutet als er krank wird und andererseits weil er alt genug ist, um es besser zu wissen. Bei mir hat ihn dieses Verhalten einige Sympathiepunkte gekostet.

SPOILER ENDE

Ashers Verhalten, zusammen mit dem vielen unnötigen Drama, hat bei mir leider ein „too much“ Gefühl zurückgelassen. Für mich gab es einfach zu viele (nicht nachvollziehbare) Geheimnisse und zu viele (daraus resultierende) Missverständnisse. Was mir anfangs noch richtig gut gefallen hat, wurde mit voranschreiten des Buches anstrengend. Auch die anderen Charaktere, wie Harper und Richard, entwickelten sich für mich nicht besonders positiv. Harpers Verhalten fand ich Sam gegenüber unmöglich und Richard konnte ich überhaupt nicht verstehen. Seine Entscheidung, Ivy nach „dem Vorfall“ wegzuschicken war in meinen Augen nicht nachvollziehbar und hätte ein schwächeres Kind sogar traumatisiert und bleibend geschädigt (siehe Noah).

Unabhängig von den Dingen, die mich gestört haben, fand ich die Liebesgeschichte jedoch total schön! Sowohl Asher als auch Ivy sind als Einzelperson unvollständig. Sie haben viele Schwächen und wirken „unfertig„. Als Paar jedoch entwickeln sie sich weiter und wachsen zu einer super-süßen Einheit zusammen. Auch das Setting fand ich toll. Die Privatinsel von Ivys Familie wird so umfangreich und detailliert beschrieben, dass man sich alles sehr gut vorstellen kann. Ich wurde sogar etwas neidisch, weil ich auch gerne eine ganze Insel für mich hätte!
Mein Highlight im Buch war aber Ivys Stiefbruder Noah! Wo Asher kalt, schroff und ichbezogen agiert, ist Noah liebenswürdig, offen und gutherzig. Er ist super süß, lustig und jemand, mit dem man sich sofort anfreunden würde. Ich fand ihn richtig toll und freue mich sehr auf seine Geschichte in „It Was Always Love“.


„Vielleicht bin ich bloß eine Zeile in deinem Buch Ivy. Eine Zeile oder ein Wort. Aber du bist mehr als ein Kapitel in meinem. Du bist mein verdammtes Buch.“ S. 394


FAZIT

It Was Always You ist ein klassisches Wohlfühlbuch. Es bietet eine entspannte Leseatmosphäre, mit interessanten Charakteren und einer sehr schönen Liebesgeschichte. Für mich wirkt das Buch jedoch nicht vollständig ausgearbeitet. Es scheint, als hätte die Autorin auf Drama gesetzt, um die Seiten zu füllen, was für mich aber leider nicht reicht, um in eine Geschichte eintauchen zu können. Nimmt man dem Buch das (unnötige) Drama, wird daraus ein Manuskriptentwurf mit viel Potenzial, der meiner Meinung nach aber noch etwas Arbeit erfordert. Vielleicht bin ich auch einfach schon etwas zu alt für so viel Drama, denn ich hätte die Protagonisten am liebsten alle geschüttelt und geschrien: „Nun redet doch endlich mal miteinander, Kinder!“
Obwohl das jetzt vielleicht alles sehr negativ klingt, war das Buch für mich keinesfalls schlecht oder gar ein Flop. Die Liebesgeschichte konnte mich (trotz Altersunterschied der Protagonisten) von sich überzeugen, der Schreibstil war sehr angenehm zu lesen und die Aufmachung des Buches ist ein Traum! Für ein Lieblingsbuch sehe ich die Geschichte zu kritisch, aber It Was Always You kann sich definitiv unter meinen liebsten Wohlfühlbüchern einreihen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.04.2020

Emma Scott trifft Colleen Hoover

A Wish for Us
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Bonnie Farraday liebt Musik. Nichts kann die junge Frau so sehr begeistern wie Klassik. Sie lebt und atmet Melodien. In ihrem Musikstudium will sie deshalb alles darüber lernen und besser werden. Bonnie ...

Bonnie Farraday liebt Musik. Nichts kann die junge Frau so sehr begeistern wie Klassik. Sie lebt und atmet Melodien. In ihrem Musikstudium will sie deshalb alles darüber lernen und besser werden. Bonnie ist ehrgeizig und eine Kämpferin. Sie liebt ihre Familie und gehört zum Typ „Nice Girl with a Dream“. Bonnie hat nicht viele Freunde und hält diejenigen auf Abstand, die ihr näher kommen wollen. Trotzdem liebt sie mit ganzem Herzen und ist zu jedem nett.

Cromwell Dean ist ein erfolgreicher EDM DJ (elektronische Tanzmusik). Mit seinen Mixes lässt er die Clubs beben und wird von allen aus dieser Szene als musikalischer Gott verehrt. Cromwell ist Synästhetiker und kann Töne sehen, was ihm jedoch nicht nur den Vorteil bringt, ein Musikgenie zu sein. Er fühlt sehr intensiv und kann die Farben nicht ausblenden, weshalb er sich verzweifelt in Taubheit zu flüchten versucht. Diese Flucht macht ihn jedoch kalt und abweisend. Er lässt keine Nähe zu und benimmt sich häufig wie ein Arsch. Erst als er Bonnie trifft und diese ihn wieder an seine alte Sehnsucht erinnert, blättert die kalte Fassade. Denn Cromwell ist eigentlich ein sehr sensibler und hochemotionaler Mensch, für den Musik alles bedeutet.

„Manche betrachteten Synästhesie als eine göttliche Gabe. In mancher Hinsicht stimmte das auch, das konnte ich nicht leugnen. Aber im Hinblick darauf, dass sie meine Gefühle so sehr verstärkte, dass ich sie gar nicht aushalten konnte – was es ein Fluch.“ S. 288


MEINE MEINUNG

Dieses Buch … Leute … Was soll ich nur zu diesem Buch sagen …?
Es hat mein Herz gebrochen, meine Seele verletzt und mich fast zum Weinen gebracht.
Ganz ehrlich: Mir hat es noch nie weniger Freude bereitet, ein Buch zu lesen …

Bitte versteht mich nicht falsch: Das Buch ist großartig was die Ausarbeitung der Charaktere angeht. Cromwell und Bonnie besitzen so viel Tiefe, wie man es nur selten bei fiktiven Figuren erlebt. Die beiden sind vielschichtig wie Zwiebeln und bringen einen ebenso zum Weinen. Die Konflikte, die beide mit sich selbst austragen, sind richtig gut ausgearbeitet und glaubwürdig. Einerseits haben wir da Cromwell, der durch seine Synästhesie viel zu intensiv fühlt und das nicht verarbeiten kann. Er flüchtet mit Alkohol und seinem abweisendem Verhalten in Taubheit und redet sich ein, dass er gar nichts fühlen will. Bonnie wiederum hält die Menschen aus einem ganz anderen Grund auf Abstand, auf den ich hier nicht weiter eingehe, da ich sonst spoilern würde. Aber obwohl beide Protagonisten den Abstand zu anderen bevorzugen, kommen sie sich durch die Musik näher und lernen dabei, dass es okay ist, Gefühle zu haben und auch zu zeigen.

Musik ist ein großes Thema im Buch und eigentlich schwer zu beschreiben. Besonders die Synästhesie, das Sehen von Tönen in unterschiedlichen Farben, ist nicht gerade alltäglich und ein eher unbekanntes Phänomen. Trotzdem hat Tillie Cole es geschafft, Cromwells Gabe fließend in den Text einzufügen. Sie macht das mit so vielen Details, dass ich mich nur staunend verbeugen kann, denn auch hier glaubte ich ihr jedes Wort. Besonders gut haben mir die Szenen gefallen, in denen Cromwell versucht, Bonnie seine Farbenwelt begreiflich zu machen.

Der Schreibstil der Autorin ist jedoch gewöhnungsbedürftig. Obwohl sie sehr emotionale und feinfühlige Beschreibungen einbaut, kam mir ihre Art des Satzaufbaus etwas stockend vor. Über manche Sätze bin ich richtig darübergestolpert und kam aus dem Lesefluss heraus. Der Spannungsbogen war hoch, was auch ein Grund war, wieso mir das Buch so zusetzte. Die Handlung legt Tiefschlag, auf Tiefschlag, auf Tiefschlag, baut mal einen kleinen Aufwärtsschlenker ein und legt dann den nächsten Tiefschlag. Ich hatte beim Lesen keine Chance, mich von den Geschehnissen zu erholen bzw. diese zu verarbeiten, als schon der nächste Schlag kam. Und obwohl mir die Love Story, die Charaktere und Nebencharaktere wirklich gut gefallen haben, war mir ab der Hälfte alles einfach too much.
Mir ging das ständige Weinen auf die Nerven und dass es immer mehr Hindernisse und Tiefschläge gab. Auch wenn ich sonst sehr für Drama in New Adult bin, war es mir hier einfach zu viel. Die Triggerwarnung am Ende bestätigt das nur. So viel Drama auf einmal muss nicht sein.

„Hindernisse im Leben bringen einen manchmal dazu, die Welt mit anderen Augen zu sehen.“ S. 264


FAZIT

A Wish For Us ist ein hochemotionales Buch mit tiefgründigen Charakteren, die einem das Herz brechen und die Seele durchrütteln. Der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig und der Spannungsbogen hoch. Für mich war die Geschichte leider zu schwermütig und ich wollte die Handlung ab der Hälfte nur noch „hinter mich bringen“, da ich die Hoffnung auf ein Happy End nicht ganz aufgeben konnte. Man muss sich definitiv auf eine harte – aber wunderschöne – Lektüre einstellen, die wenig bis gar nichts von einer süßen und romantischen New Adult Story hat. Ich würde Tillie Cole als eine Mischung aus Emma Scott und Colleen Hoover bezeichnen – also absoluter Taschentuchalarm!

  • Cover
Veröffentlicht am 16.02.2020

Spannend, aber zu viel Drama

Rebellion. Schattensturm (Revenge 2)
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Die Lux-Reihe gehört zu meinen absoluten Lieblingsreihen und zu den Büchern, die ich immer wieder lesen kann. Somit war auch klar, dass ich das Spin-off dazu mögen würde. Luc gehörte bereits in der Hauptreihe ...

Die Lux-Reihe gehört zu meinen absoluten Lieblingsreihen und zu den Büchern, die ich immer wieder lesen kann. Somit war auch klar, dass ich das Spin-off dazu mögen würde. Luc gehörte bereits in der Hauptreihe zu meinen Lieblingen und ist neben Daemon mein liebster übernatürlicher Bad Boy. Die beiden lieben einfach mit ihrem gesamten Sein und würden alles für ihre Auserwählte tun. Dabei könnte selbst die Welt hinter ihnen untergehen, es wäre ihnen egal. Trotzdem muss ich zugeben, dass das Spin-off für mich nicht mit der Hauptreihe mithalten kann.

Rebellion setzt dort an, wo Revenge endete. Wir steigen somit nahtlos wieder in die Handlung ein und erleben die Nachwirkungen von Micahs Angriff auf Evie. Sie hat Alpträume und hadert mit ihrer Identität, nun da das große Geheimnis gelüftet wurde. Sie weiß nicht, wer sie wirklich ist oder wer sie sein möchte. Zugleich ist sie sich unsicher, ob Luc sie um ihrer selbst willen mag oder ob er an Nadia festhält. Hinzu kommen die Spannungen mit ihrer „Mutter“ und eine mysteriöse Grippewelle, die für viele Menschen tödlich endet. Anstatt einige Fragen zu beantworten, produziert dieser zweite Teil eine ganze Menge neue Fragezeichen. Es gibt zahlreiche Verluste, neue Erkenntnisse und noch mehr Drama.
Ich weiß nicht, ob ich inzwischen zu alt für so viel Drama bin oder ob ich mich mit diesen Teenie-Dramen einfach nicht mehr identifizieren kann, aber ab der Hälfte des Buches kam mir alles einfach too much vor:

Zu viele Probleme
Zu viele Fragen
Zu viele Dramen

Einzig die Beziehung zwischen Evie und Luc ließ mich weiterlesen, denn hier spürte man auf jeder Seite die Emotionen. Die beiden funktionieren einfach zusammen und ihre Verbindung ist so schön! Luc wird in Evies Gegenwart zum Softie, was nicht nur süß sondern auch saukomisch ist. Seine miesen Anmachsprüche und die verrückten Überraschungen brachten mich mehr als einmal zum Lachen.
Auch das Wiedersehen mit Daemon, Dawson, Katy, Dee und Co. war toll! Sie gemeinsam mit ihrem Familien zu erleben fühlte sich an, wie nach Hause zu kommen. Außerdem liebe ich die Streit-Gespräche zwischen Luc und Daemon. Die beiden führen eine einzigartige Bromance, auch wenn sie es nicht zugeben werden.

Die neue Spezies, die dieser Band einführt, ist sehr interessant und war neben Luc und Evie der Hauptgrund, warum ich das Buch beendet habe. Jennifer L. Armentrout versteht es einfach, etwas logisch zu erklären und ist eine der wenigen Autorinnen, die selbst eine Alien-Gattung in einen zeitaktuellen Bezug setzen kann. Sie bearbeitet Themen wie Diskriminierung, Ausgrenzung, Angst vor dem Unbekannten und Politik zusammen mit Alien-Experimenten und medizinischen Versuchen.


FAZIT

Eine etwas langatmige Fortsetzung, die für mich gerne 100 Seiten weniger hätte haben können. Es gibt viele neue Erkenntnisse und Dramen. Neue Fragen werden aufgeworfen und eine neue Spezies wird eingeführt. Das Wiedersehen mit bekannten Charakteren hat mir gut gefallen und die Beziehung zwischen Evie und Luc nimmt heftig an Fahrt auf. Die Emotionen waren deutlich spürbar und die Konflikte logisch und verständlich. Dennoch kann das Buch für mich nicht mit der Hauptreihe mithalten.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.02.2020

Ja, Nein, Vielleicht?... Ich bin zwiegespalten...

Bring Down the Stars
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„Wenn wir beide eine Person wären, würden wir sie glücklich machen.“ S. 200

Wo Emma Scott draufsteht, ist Emma Scott drin …
Dieses Buch ist eine Berg und Talfahrt an Emotionen und ich weiß jetzt – eine ...

„Wenn wir beide eine Person wären, würden wir sie glücklich machen.“ S. 200

Wo Emma Scott draufsteht, ist Emma Scott drin …
Dieses Buch ist eine Berg und Talfahrt an Emotionen und ich weiß jetzt – eine Woche, nachdem ich das Buch beendet habe – immer noch nicht, ob es mir gefallen hat. Aber von vorne:

Das Cover ist wahnsinnig schön und gehört zu meinen liebsten aus dem Lyx-Herbstprogramm. Als ich es zum ersten Mal sah, wusste ich bereits, dass ich es unbedingt lesen muss und als ich dann sah, dass meine liebe Emma Scott diese Geschichte geschrieben hat, kam es natürlich ganz oben auf meine Liste. So, aber genug geschwärmt. Es folgen harte Fakten:

Dass ich mit diesem Buch hadern würde, hätte mir bereits dadurch bewusst werden müssen, dass es monatelang auf meinem SUB lag. Denn auch, wenn ich Emma Scott und ihre tiefsinnigen, authentischen Geschichten liebe, ließ mich hier etwas zögern. Der Klappentext versprach große Emotionen und viel Drama, also eigentlich genau mein Geschmack. Als ich es dann endlich in die Hand nahm und die ersten Seiten las, verzog sich das komische Gefühl eine Zeit lang. Der Einstieg gefiel mir wirklich gut, war spannend und machte neugierig auf die Handlung. Wir lernen Autumn, Weston und Connor aus zwei Erzählperspektiven kennen. Ich mochte alle drei Protagonisten, aber Weston war von Beginn an mein Favorit.
Er ist auf den ersten Blick kalt und abweisend, doch innerlich ein Poet. Seine Texte sind gefühlvoll, schmerzhaft und wunderschön. Natürlich muss man sich in seine Worte verlieben. Autumn tat es auf jeden Fall.

Und ich glaube, hier liegt auch schon ein Teil meines Problems begraben. Denn dass Autumn sich nur aufgrund der Poesie auf Connor einlässt, nervte mich gewaltig. Sie fühlte sich zu ihm zwar hingezogen, aber aufgrund seiner fehlenden „Seele“ wollte sie keine Beziehung mit ihm. Ganz ehrlich? Was erwartet sie auch von College-Studenten? Mit Anfang zwanzig sind die wenigsten emotional so weit, dass sie tiefsinnige Gedichte verfassen und ewige Liebe schwören. Romantik in allen Ehren, aber das war mir dann doch too much!

Auch Connor hatte seine Momente, in denen er mir richtig auf die Nerven ging. Er ist dieser klassische College-Student, der keine Sorgen, keine Ängste und keine Scheu vor Konsequenzen hat (auf den ersten Blick jedenfalls). Er wird von seinen Eltern unter Druck gesetzt und darf seinen Traum von der Sportsbar nicht verwirklichen. Stattdessen wird von ihm erwartet, mehr wie Weston zu sein und hart zu arbeiten. Da aber jeder weiß, dass die Worte „Connor“ und „hart arbeiten“ nicht zusammenpassen, wird Weston dazu gedrillt, ihn zu unterstützen. Dieser tut das auch, denn Connor ist für ihn wie ein Bruder. Die Liebe zwischen den beiden ist auf jeder Seite spürbar.

Ich hadere mit diesem Buch. Einerseits gefiel es mir richtig gut, denn Schreibstil, Emotionalität, Setting und Charaktere waren genau das, was ich mir von Emma Scott erhoffe und was ich bei jedem Buch bekomme.
Andererseits mochte ich die Zusammensetzung der Protagonisten nicht, die Schwächen, die ihnen gegeben wurden und die Längen, die in der Mitte aufkamen.
Aber die überraschende Wendung, die das Buch zum Ende hin nahm, ließ mich beinahe aus dem Bett fallen und lässt mich nun trotzdem auf die Fortsetzung hinfiebern. Ich bin mir nicht sicher, wie ich das Buch bewerten soll, da ich eigentlich keine konkreten Gründe finden kann, die gegen die Geschichte sprechen. Trotzdem fehlte mir etwas – oder es war von etwas zu viel?
Ich bin unsicher …

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.04.2021

Leider gar nicht mein Fall .... Schreckliche Hauptprotagonstin, aber toller Schreibstil

What if we Drown
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Ich sage es gleich: Das war nicht mein Buch….
Obwohl mir der Einstieg in die Geschichte richtig gut gefallen hat und Sarah Sprinzs toller Schreibstil mich sofort fesseln konnte, war die Geschichte von ...

Ich sage es gleich: Das war nicht mein Buch….
Obwohl mir der Einstieg in die Geschichte richtig gut gefallen hat und Sarah Sprinzs toller Schreibstil mich sofort fesseln konnte, war die Geschichte von Laurie und Sam leider überhaupt nicht mein Fall. Grund für: Laurie. Aber fangen wir von vorne an.

Ich habe das Buch ziemlich schnell durchgelesen, was vor allem an Sarahs tollem Schreibstil und dem fantastischen Setting lag. Wer selbst schon mal in Kanada war weiß, wie toll die Landschaft dort ist und wie sympathisch die Mentalität der Kanadier sein kann. Sarah Sprinz hat beides wahnsinnig toll umgesetzt und wirklich gut beschrieben, sodass ich oft die Szenen direkt vor Augen hatte. Ich mochte ihren Schreibstil wirklich gerne. Er ist locker und erfrischend, dabei aber auch emotional und zwischendurch sogar tiefgründig-poetisch. Was mir nicht so gut gefallen hat, war die Mischung aus deutsch und englisch zwischendrin. Ich bin kein Fan von Denglisch und finde es gerade bei einem kanadischen, amerikanischen oder englischen Setting auch total unnötig.

Die Charaktere waren mir anfangs noch sehr sympathisch. Ich mochte die Idee von Lauries Neuanfang und fand die erste Begegnung mit Sam wirklich süß. Beides war nicht neu, aber gut umgesetzt und darauf kommt es für mich schlussendlich an. Aber dann erfährt Laurie wer Sam wirklich ist und es geht – für mich – bergab. Ihr Verhalten war einfach schrecklich und ich kann nicht verstehen, wie man so sein kann. Klar, sie trauert und das tut mir auch wirklich leid für sie, denn ihre Emotionen sind wirklich bei mir angekommen, aber was sie da mit Sam tut ist einfach nur kindisch, schrecklich, egoistisch und gemein. Dabei weiß sie von Anfang an, dass ihr Verhalten falsch ist und trotzdem beißt sie sich an ihrer Idee fest wie ein Hund an seinem Knochen. Ich habe mich die meiste Zeit einfach schrecklich über sie aufgeregt, was ich echt schade fand, denn es gab auch schöne Momente im Buch. Ich konnte Lauries Schmerz durchaus nachvollziehen und habe mir für sie gewünscht, dass es ihr bald besser geht. Nichtsdestotrotz war sie schrecklich zu Sam und hat ihre Trauer ständig als Ausrede genutzt, was ich einfach nicht nachvollziehen kann.
Sam fand ich toll, weshalb ich Laurie noch weniger mochte. Denn wer nur ein einziges Gespräch mit ihm führt, weiß, dass er ein herzensguter Mensch ist, der unter den Ereignissen jener schrecklichen Nacht leidet und alles versucht, um es wieder gut zu machen. Die Liebesgeschichte konnte ich demnach auch nicht fühlen. Ich fand sie echt süß, aber da mir Laurie so unsympathisch war, hätte ich mir für Sam eine bessere Frau gewünscht.


FAZIT

What if we Drown war leider überhaupt nicht mein Fall. Obwohl mich sowohl der Schreibstil als auch das tolle Setting begeistert haben, kam ich einfach nicht mit der weiblichen Hauptfigur klar. Laurie hat eine Entscheidung getroffen, die für mich absolut nicht nachvollziehbar war. Ihr Umgang mit Sam ist kindisch, schrecklich und egoistisch und ich wollte oft ins Buch springen und ihr das auch ins Gesicht sagen. Zudem fand ich die Mischung aus deutsch und englisch bei einem kanadischen Setting unnötig. Aber das ist reine Geschmackssache. Grundsätzlich hat mir der Schreibstil wirklich gut gefallen, ebenso wie die Nebencharaktere. Da aber vor allem Amber – um die es im zweiten Teil geht – immer wieder ins denglische Verfällt und das stilistisch nicht wirklich meinen Geschmack trifft, bin ich unsicher, ob ich die anderen Teile der Reihe lesen werde. Band 3 mit Hope spricht mich inhaltlich noch am ehesten an. Band 1 der Reihe kann ich inhaltlich leider nicht weiterempfehlen, finde ihn aber sehr gut geschrieben.

  • Cover
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  • Charaktere