Still zwischen den Worten
EdenDie Sprachwissenschaftlerin Alba ist spezialisiert auf die vom aussterben bedrohten Sprachen und beschließt nach eine Kongress, etwas für ihren klimatischen Fußabdruck zu tun. Denn die vielen Reisen für ...
Die Sprachwissenschaftlerin Alba ist spezialisiert auf die vom aussterben bedrohten Sprachen und beschließt nach eine Kongress, etwas für ihren klimatischen Fußabdruck zu tun. Denn die vielen Reisen für die Sprachen machen etwas mit ihr. Und so kauft sie ein Haus fernab von der Hauptstadt.
Der Charme von Islands Bevölkerung kommt genau zum Tragen, wie Alba in dem Dorf in der Nähe ihres Hauses unfreiwillig integriert wird und wie sie trotz ihrer gewählten Isolation mehr und mehr aufblüht. Zwischen den Zeilen und den Überlegungen zu Wortbedeutungen steckt aber noch so viel mehr. Oft auch im ungesagten und zwischen den Kapiteln. So werden manche Entwicklungen übersprungen und dann Tatsachen präsentiert. Oder aber man erfährt nur durch Nebensätze und Notizen, Randbemerkungen und Widmungen innerhalb von Büchern mehr über ihre Vergangenheit, die ganz sicher ebenfalls Anteil an ihrer Entscheidung, die Stadt zu verlassen, hatte. Ein Klever geschriebenes, still daherkommendes Buch mit Bedeutungen zwischen den Worten. Auch wenn mir manche Deklinationen etwas zu viel waren und Alba selbst auch von ihrer Innenwelt nur wenig preisgeben will und stattdessen lieber lange über Bäume (echte Stämme) und Wortstämme (die aber Kommunikation ermöglichen) nachdenkt, mochte ich die ruhige Erzählweise sehr.