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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.07.2025

Solider Thriller

Die Rabentochter
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Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, und so habe ich das Buch - trotz der nur mäßig spannenden Geschichte - schnell durchgelesen.

Die Idee klang vielversprechend: Rachel, eine 26-Jährige Frau, gibt ...

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, und so habe ich das Buch - trotz der nur mäßig spannenden Geschichte - schnell durchgelesen.

Die Idee klang vielversprechend: Rachel, eine 26-Jährige Frau, gibt sich die Schuld am Tod ihrer Mutter, da sie denkt, diese erschossen zu haben als sie 11 war. Seitdem lebt sie in einer psychiatrischen Klinik, quasi als selbstauferlegte Strafe. Erzählt hat sie aber in der ganzen Zeit niemandem, dass sie sich die Schuld gibt, so richtig erinnern kann sie sich nämlich nicht (und will es irgendwie auch gar nicht)-

Als sie einem jungen Journalisten (der Bruder ihres besten Freundes in der Klinik) ein Interview zu den Vorfällen gibt und dieser ihr den Ermittlungsbericht von damals zeigt, liest sie einen kurzen Satz, der ihre gesamten Erinnerungen ins Wanken bringt - denn eine 11-Jährige hätte die Mordwaffe niemals bedienen können.

Also kehrt sie zurück in ihr Elternhaus, natürlich ein riesiges, dunkles, von der Zivilisation abgeschnittenes Jagdhaus voller ausgestopfter Tiere und Waffen, das nun von ihrer 9 jahre älteren Schwester und Tante bewohnt wird, um die Wahrheit herauszufinden. Die ganze Story entwickelt sich ab da sehr abstrus. Man fragt sich vor allem, warum sie in 15 (!) Jahren nie auf die Idee gekommen ist, die Geschichte, die sie sich selbst zurechtgelegt hat, zu hinterfragen. So fest davon überzeugt gewesen kann sie ja nicht sein, wenn ein kleiner Satz plötzlich alles ändert.

In Rückblenden werden auch aus Sicht der (toten) Mutter die Ereignisse erzählt seit die Schwester 5 Jahre alt war (also 4 Jahre vor Rachels Geburt). Diese Perspektive fand ich viel spannender als die eigentliche "Gegenwartshandlung", auch wenn man sich echt oft an den Kopf packt, wie naiv die Mutter war. Diese Storyline hätte alleine stehend ein guter Psychothriller sein können.

Ihre als Psychopathin diagnostizierte ältere Tochter Diana tötet völlig gewissenlos Tiere und auch Menschen, einfach um zu gucken, was passiert. Sie bringt es aber nicht übers Herz, etwas dagegen zu unternehmen und redet sich permanent ein, dass sie sie ja so sehr liebt - gefährdet dadurch aber Rachel (seit Geburt an, da Diana ihr als Baby gerne mal ein Kissen aufs Gesicht gedrückt hat, bis sie aufgehört hat zu atmen) und ist indirekt auch Schuld am Tod ihres ungeborenen Sohnes (wer wandert denn mit einem psychopathischen Kind an den Rand einer Klippe?). Als sie dann etwas unternehmen will, ist es zu spät, weil die Tochter volljährig ist. Irgendwie hat sie auch ihren eigenen Tod (und den ihres Mannes) nahezu herausgefordert, weil sie 20 Jahre lang zugesehen hat, wie ihre Tochter skrupel- und empathielos durch die Welt rennt.

Nach dem etwa 300 Seiten langen Versteckspiel der Schwestern und einigen interessanten Enthüllungen der toten Mutter kommt es dann zum Showdown, bei dem plötzlich auf sehr wenig Seiten sehr viel passiert.

Das Buch ließ sich gut lesen, langweilig fand ich es nicht, man darf aber keinen zu ausgeklügelten Plot erwarten. Es war früh vorhersehbar, wie sich die Ereignisse zugetragen haben, ein überraschender Twist kam leider nicht. Ich finde es aber immer schwierig, wenn die gesamte Handlung auf einem kleinen Aspekt basiert, der irgendwie missverstanden, nicht richtig gelesen oder fehlinterpretiert wurde.

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Veröffentlicht am 14.07.2025

Spannung in abgelegenem Dorf

Krähentochter
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Dies war mein erstes Buch der Autorin. Es ist die "Vorgeschichte" der jungen Polizistin Sanna und behandelt ihren allerersten Fall, der in den 80er Jahren spielt. Von der Reihenfolge ist es also theoretisch ...

Dies war mein erstes Buch der Autorin. Es ist die "Vorgeschichte" der jungen Polizistin Sanna und behandelt ihren allerersten Fall, der in den 80er Jahren spielt. Von der Reihenfolge ist es also theoretisch sinnvoll, mit diesem Buch anzufangen, auch wenn es schon andere Bände der Reihe gibt.

Das Setting fand ich interessant; ohne Internet, Handys, Navis etc. war es doch im Vergleich zu heute etwas "mühsamer", sich in der Welt zu bewegen. Sannas erster Fall führt sie in das kleine schwedische Dorf Augu. Eigentlich soll sie hier nur das junge Mädchen Jorun zuhause abliefern, das den Mord an einer jungen Prostituierten, mit der sie sich angefreundet hatte, mit ansehen musste und selbst nur knapp überlebt hat. Auch Joruns Schwester wurde vor zwei Jahren grausam ermordet, der mutmaßliche Mörder sitzt im Gefängnis (das fand ich schon krass, wie viel das arme Mädchen schon ertragen musste!)

Während Sannas Aufenthalts in dem Dorf verschwindet jedoch wieder ein Mädchen in dem kleinen Dorf und sie bekommt Zweifel, ob der richtige Täter für den Mord an Joruns Schwester im Gefängnis ist. Ihr Chef bei der Polizei nimmt ihre Vermutungen aber nicht ernst und so nimmt Sanna sich einige Tage frei, um auf eigene Faust zu ermitteln.

Sannas Chef und ihre (männlichen) Kollegen fand ich richtig unangenehm, sie nennen sie "Blondie" und nehmen sie überhaupt nicht ernst. Außerdem wurde zeitgleich Olof Palme erschossen und alle Ermittlungskapazitäten fließen in die Aufklärung dieses Mordes.

Der Aufbau des Buches ist sehr interessant. Neben Sannas Perspektive wird auch immer wieder aus der Sicht von zahlreichen anderen Personen geschrieben. Zum Beispiel die Putzfrau Harriett, die Jorun im letzten Moment gerettet hat und mitsamt einer Schlange im gepäck mit nach Augu kommt, unterschiedliche Einwohner:innen des Dorfes etc. So hat man immer wieder eine andere Sicht auf das Geschehen und verdächtigt unterschiedliche Leute. Irgendwie scheinen viele Menschen in Augu etwas verbergen zu wollen.

Der Schreibstil ist sehr kurzweilig, sodass die Seiten nur so dahin fliegen, und die Atmosphäre durchgehend beklemmend.

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Veröffentlicht am 14.07.2025

Über weibliche Scham

Sorry not sorry
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Anika Landsteiners Buch "Sorry not Sorry" geht auf das Thema Scham und die Tendenz von Frauen ein, sich ständig zu entschuldigen. Zunächst mag es wie eine nette Lektüre erscheinen, doch es stellt sich ...

Anika Landsteiners Buch "Sorry not Sorry" geht auf das Thema Scham und die Tendenz von Frauen ein, sich ständig zu entschuldigen. Zunächst mag es wie eine nette Lektüre erscheinen, doch es stellt sich als äußerst lesenswert heraus. Landsteiner untersucht, was eine weiße cis Frau in der modernen Welt erlebt und warum sie das Bedürfnis hat, sich für jede Kleinigkeit zu rechtfertigen. Sie greift zahlreiche persönliche Erlebnisse auf und verbindet diese mit großen Begriffen wie "Feminismus" und dem "Patriarchat". Für Leserinnen, die bereits tief in diese Themen eingetaucht sind, könnte es teilweise Wiederholungen geben, dennoch bleibt es interessant. Das Buch beleuchtet auch Themen wie die große Liebe und Lebensabschnittspartner*innen ausführlich. Insgesamt ist es eine gelungene Lektüre, besonders für weiße cis Frauen. Das auffällige Cover und der zugängliche Schreibstil tragen zur Attraktivität des Buches bei, das schnell gelesen ist. Es ist in 10 Kapitel unterteilt, die verschiedene Essays zu Themen wie der "me too"-Bewegung, Endometriose, Hochzeit und Altern umfassen. Sie beschreibt weibliche Scham als ein Werkzeug des Patriarchats. Wer die Debatten der letzten Jahre verfolgt hat, findet aber wahrscheinlich wenig Neues und vermisst vielleicht eine vielschichtigere Analyse. Besonders spannend ist aber der Einblick in die medizinische Forschung zu Frauen- versus Männerleiden. Landsteiners Schreibstil ist sehr nahbar, und die Einbindung eigener Erlebnisse und Anekdoten macht die behandelten Themen lebendig und einprägsam. Insgesamt bietet das Buch einen guten Überblick über feministische Themen und weibliche Scham, auch wenn eine tiefere Analyse und Ausarbeitung in einigen Bereichen wünschenswert gewesen wäre, um für mich einen größeren Mehrwert zu bieten.

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Veröffentlicht am 14.07.2025

Keine Liebesgeschichte

Will & Will
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Wider erwarten handelt es sich hier nicht um eine Liebesgeschichte, obwohl das Buch so vermarktet wird. Es ist völlig anders als man nach dem Klappentext denken würde. Konnte mich nicht überzeugen. Der ...

Wider erwarten handelt es sich hier nicht um eine Liebesgeschichte, obwohl das Buch so vermarktet wird. Es ist völlig anders als man nach dem Klappentext denken würde. Konnte mich nicht überzeugen. Der passendere Titel wäre eigentlich "Die Tiny-Show", weil es nur um diesen nervigen Typen geht.

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Veröffentlicht am 14.07.2025

Es gibt bessere Bücher von John Green

Die erste Liebe
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Das Buch war leider nicht mein Fall. Das Ende ist total vorhersehbar und die Figuren alle eher oberflächlich beschrieben. Hassan war witzig, der Rest plätscherte so dahin.

Das Buch war leider nicht mein Fall. Das Ende ist total vorhersehbar und die Figuren alle eher oberflächlich beschrieben. Hassan war witzig, der Rest plätscherte so dahin.

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