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Veröffentlicht am 05.09.2025

Hat mir sehr gut gefallen

22 Bahnen
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Endlich habe ich es auch geschafft, "22 Bahnen" zu lesen und es hat mich wirklich sehr berührt. Die eher nüchterne, knappe Sprache und die Konstruktion der wörtlichen Rede sind vielleicht am Anfang etwas ...

Endlich habe ich es auch geschafft, "22 Bahnen" zu lesen und es hat mich wirklich sehr berührt. Die eher nüchterne, knappe Sprache und die Konstruktion der wörtlichen Rede sind vielleicht am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, wenn man sich aber einmal daran gewöhnt hat, passen sie einfach perfekt zum "Flow" des Buches.

Ich fand Tildas innere Zerrissenheit zwischen dem Verantwortungsgefühl gegenüber der jüngeren Schwester (weil die alkoholkranke Mutter die meiste Zeit nur auf dem Sofa liegt) und den Zweifeln, ob sie sich eigene Wünsche "erlauben" darf, sehr nachvollziehbar dargestellt. Mathestudium, Arbeit im Supermarkt, jeden Tag im Schwimmbad 22 Bahnen schwimmen, kochen, zum Elternsprechtag gehen etc. - im Gegensatz zu ihren Freund:innen hat Tilda es bisher nicht aus der Kleinstadt herausgeschafft. Die sich langsam entwickelnde Beziehung zu Viktor, der irgendwann im Schwimmbad auftaucht, hat mir auch gut gefallen.

Die Erkrankung der Mutter und der Versuch der Schwestern, ein halbwegs "normales" Leben aufrechtzuerhalten wird sehr unaufgeregt und ohne unglaubwürdiges "Drama" erzählt, sodass man - auch ohne selbst betroffen zu sein - eine Ahnung davon bekommt, wie schwierig das Zusammenleben mit so einem Menschen ist.

Jetzt freue ich mich auf den Film und "Windstärke 17"!

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Veröffentlicht am 05.09.2025

Solider Krimi

Bittere Nacht
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Ein solider Krimi, der nicht atemberaubend spannend war, mich aber durchgehend unterhalten hat. Am Ende wurden alle losen Fäden zusammengeführt und die Auflösung war stimmig.

Auch wenn dies mein erstes ...

Ein solider Krimi, der nicht atemberaubend spannend war, mich aber durchgehend unterhalten hat. Am Ende wurden alle losen Fäden zusammengeführt und die Auflösung war stimmig.

Auch wenn dies mein erstes Buch über das Ermittlerduo ist, bin ich sehr gut in die Geschichte reingekommen. Wie nebenbei erfährt man, während die Geschichte beginnt, einige Hintergründe der beiden Kommissare, das hat mir gut gefallen. Ich mag es auch, wenn nicht "nur" die eigentliche Ermittlungsarbeit beschrieben wird, sondern auch das Privatleben der Protagonist:innen vorkommt, das macht sie irgendwie nahbarer und die Story realistischer.

Ich würde insgesamt 3,5 Sterne geben und runde hier mal auf, da es einer der besseren Krimis war, die ich in letzter Zeit gelesen habe!

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Veröffentlicht am 22.08.2025

Kurze Dystopie

1000 und ich. Zweifle nicht, zögere nicht, hinterfrage nicht.
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Ich weiß nicht so recht, was ich von dem Buch halten soll - ich denke, man muss es eher als eine Art Metapher sehen, weiß aber nicht, ob Jugendliche (die ja primäre Zielgruppe sein sollen), das so weit ...

Ich weiß nicht so recht, was ich von dem Buch halten soll - ich denke, man muss es eher als eine Art Metapher sehen, weiß aber nicht, ob Jugendliche (die ja primäre Zielgruppe sein sollen), das so weit abstrahieren können.

Die Protagonistin "8" lebt in einer Art dystopischen Stadt. Jeder Tag ist gleich, aufstehen, mit tausenden anderen, die genauso aussehen wie sie, ins "Terminal" zur Arbeit fahren, stundenlang stupide Fragen beantworten, zurückfahren, schlafen.

Das alles wird begleitet von der permanenten Stimmer von "Evi", die pausenlos durchsagt, dass sie nicht zweifeln, zögern oder hinterfragen, sondern sich dem Willen der "Beseelten" unterwerfen sollen. Ständig präsent sind auch die "Seher" die ständig über der Stadt kreisen und nach "Abtrünnigen" Ausschau halten.

Anscheinend ist die Stadt "Surdus", in der 8 lebt, eine Art Trainingslager, in der den "Unbeseelten" ein eigener Wille, Gedanken, Gefühle etc. abtrainiert werden soll, damit sie irgendwann als Bedienstete auf die "andere Seite" hinter dem Meer übergehen, um den "Beseelten" (also "normalen" Menschen?) zu dienen. Eingeschlossen ist die ganze Stadt von einem hunderte Meter hohen Wall, sodass es kein Entkommen gibt.

So weit, so dystopisch. 8 merkt aber, dass sie "anders" ist, und Dinge fühlt oder denkt, die nicht da sein sollten. Da trifft sie "1000", die auch anders ist und Erinnerungen an eine andere Welt zu haben scheint. Gemeinsam wollen sie aus den Zwängen ausbrechen.

Die Prämisse des Buchs hat mir gut gefallen, dystopische (Jugend-)Romane, in denen die rebellischen Protagonist:innen aus dem unterdrückenden System ausbrechen wollen, habe ich schon einige gelesen. Da hier aber die gesamte Geschichte auf nur knapp 150 Seiten (wenn man die vielen leeren Seiten abzieht) stattfindet, bleibt sie dementsprechend flach und irgendwie inhaltslos.

Am Ende kommt eine Auflösung, die vor dem Hintergrund der aktuellen technischen Entwicklungen vorhersehbar war und irgendwie auch offen bleibt. Natürlich soll das Buch dazu anregen, zu hinterfragen, Dinge nicht als gegeben hinzunehmen und vor allem Entwicklungen wie KI kritisch zu sehen und die ethischen Aspekte zu hinterfragen. Durch den flachen Plot bleibt das aber irgendwie so vage und es passiert nichte Neues oder Spannendes. Das haben vergleichbare Bücher schon vor Jahren besser geschafft.

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Veröffentlicht am 18.08.2025

Ein kurzweiliger Thriller

Der Tower
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Der Schreibstil von Ivar Leon Menger ist wie immer toll. Durch die recht kurzen Kapitel fliegt man nur so durch das Buch und es wird keine Sekunde langweilig. Dies war aber das erste seiner Bücher, in ...

Der Schreibstil von Ivar Leon Menger ist wie immer toll. Durch die recht kurzen Kapitel fliegt man nur so durch das Buch und es wird keine Sekunde langweilig. Dies war aber das erste seiner Bücher, in dem es mir manchmal etwas zu schnell ging.

Die Protagonistin Nova bekommt das Angebot, ein Jahr im neuen, hochmodernen Pramtower mitten in Berlin zu leben - und das völlig kostenlos! Perfekt, da sie gerade sowohl ihren Job als auch ihre Wohnung und ihren Freund verloren hat. Der Tower ist komplett KI-gesteuert, von der Öffnung der Wohnungstür rein über Stimmerkennung bis zur Temperatur des Duschwassers.

Direkt am Anfang hätte ich mir schon etwas mehr Infos über Novas Hintergrund gewünscht. Sie blieb über das gesamte Buch für mich nicht richtig greifbar bzw. irgendwie etwas blass und "charakterlos", weil wir nicht so richtig etwas über ihr Leben erfahren. Wir erfahren zwar, dass sie einen semi-erfolgreichen Instagramkanal, hauptsächlich über Kunst, Feminismus und Nachhaltigkeit, führt - okay, aber was beschäftigt sie wirklich? Hier wirkt es ein bisschen so, als wären ein paar aktuelle "Buzzwords" und Themen, für die junge Frauen sich halt so interessieren, ohne wirkliche Substanz eingestreut worden.

Die Handlung selbst streckt sich auch nur über wenige (ich glaube drei, vier) Wochen, was auch dazu führt, dass es mir oft einfach zu schnell ging und Nova häufig entweder nicht nachvollziehbar handelt oder ihre Meinung super schnell ändert. Nach und nach bemerkt sie, dass im Tower nicht alles mit rechten Dingen zuzugehen scheint. Ihre Nachbarn (mit denen sie sich jeden Freitag zum Essen treffen MUSS) verhalten sich teilweise sehr merkwürdig, Konrad behauptet sogar, die KI lasse ihn nicht mehr aus dem Tower hinaus. Bei manchen Aktionen der KI wird zwar auch Nova stutzig, erstmal nimmt sie aber alles so hin, weil der "Tower" ihr ungeahnte Chancen eröffnet. So haben zwei ihrer neuen Nachbarn zufällig eine Galerie im Tower eröffnet und stellen Nova gleich nach ihrem ersten Kennenlernen als Galeristin ein.

Irgendwann beginnt sie aber, merkwürdige Träume zu haben und die KI wird immer übergriffiger und scheint sich zu verselbstständigen.

Mehr möchte ich gar nicht zur Handlung selbst schreiben, das aktuelle Thema "Gefahren der KI" wurde sehr interessant umgesetzt und am Ende gab es einen Twist, den ich so nicht habe kommen sehen. Alles in allem also ein gutes Buch, das angenehm zu lesen war. Es hätte aber gerne noch mehr "Thrill" haben können, auch der Schluss war mir persönlich zu schnell erzählt, sodass sich nicht so viel Spannung aufgebaut hat.

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Veröffentlicht am 14.08.2025

Unglaublich tolles Buch

Lügentochter
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Mich fasziniert alles, was mit dem Thema Sekten zu tun hat, wer sich auch dafür interessiert, ist bei diesem Buch genau richtig! Ich will gar nicht mehr viel vom Inhalt verraten, das kann in anderen Rezensionen ...

Mich fasziniert alles, was mit dem Thema Sekten zu tun hat, wer sich auch dafür interessiert, ist bei diesem Buch genau richtig! Ich will gar nicht mehr viel vom Inhalt verraten, das kann in anderen Rezensionen nachgelesen werden. Vor allem der Schreibstil und Aufbau des Buches haben für mich den Reiz ausgemacht, der Wechsel von der "Jetzt"-Zeit und der Zeit der Protagonistin in der Sekte hat es so spannend gemacht. Wie ist sie überhaupt dort gelandet? Was hat es mit dem "Vater" auf sich? Wie ist sie herausgekommen? Ich konnte dar Buch gar nicht mehr weglegen und habe es in einem Rutsch durchgelesen.

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