Hat mir sehr gut gefallen
22 BahnenEndlich habe ich es auch geschafft, "22 Bahnen" zu lesen und es hat mich wirklich sehr berührt. Die eher nüchterne, knappe Sprache und die Konstruktion der wörtlichen Rede sind vielleicht am Anfang etwas ...
Endlich habe ich es auch geschafft, "22 Bahnen" zu lesen und es hat mich wirklich sehr berührt. Die eher nüchterne, knappe Sprache und die Konstruktion der wörtlichen Rede sind vielleicht am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, wenn man sich aber einmal daran gewöhnt hat, passen sie einfach perfekt zum "Flow" des Buches.
Ich fand Tildas innere Zerrissenheit zwischen dem Verantwortungsgefühl gegenüber der jüngeren Schwester (weil die alkoholkranke Mutter die meiste Zeit nur auf dem Sofa liegt) und den Zweifeln, ob sie sich eigene Wünsche "erlauben" darf, sehr nachvollziehbar dargestellt. Mathestudium, Arbeit im Supermarkt, jeden Tag im Schwimmbad 22 Bahnen schwimmen, kochen, zum Elternsprechtag gehen etc. - im Gegensatz zu ihren Freund:innen hat Tilda es bisher nicht aus der Kleinstadt herausgeschafft. Die sich langsam entwickelnde Beziehung zu Viktor, der irgendwann im Schwimmbad auftaucht, hat mir auch gut gefallen.
Die Erkrankung der Mutter und der Versuch der Schwestern, ein halbwegs "normales" Leben aufrechtzuerhalten wird sehr unaufgeregt und ohne unglaubwürdiges "Drama" erzählt, sodass man - auch ohne selbst betroffen zu sein - eine Ahnung davon bekommt, wie schwierig das Zusammenleben mit so einem Menschen ist.
Jetzt freue ich mich auf den Film und "Windstärke 17"!