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Veröffentlicht am 07.08.2021

Schöne Kurzgeschichten zum Thema Liebe, Identität und Akzeptanz

Blackout
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„Blackout“ von Dhonielle Clayton, Tiffany D. Jackson, Nic Stone, Angie Thomas, Ashley Woodfolk und Nicola Yoon, veröffentlicht im cbj Verlag erzählt die Geschichte von jungen Menschen, die während eines ...

„Blackout“ von Dhonielle Clayton, Tiffany D. Jackson, Nic Stone, Angie Thomas, Ashley Woodfolk und Nicola Yoon, veröffentlicht im cbj Verlag erzählt die Geschichte von jungen Menschen, die während eines Stromausfalls in New York City die Liebe finden.

In sechs Kurzgeschichten begleiten wir ganz unterschiedliche Jugendliche die nicht nur mit dem Erwachsen werden beschäftigt sind, sondern sich auch mit Identität, Sexualität und Akzeptanz. Eines haben die Jugendlichen alle gemeinsam: sie sind Schwarz.

Der Hauptaspekt liegt auf der Liebe und dabei ist es völlig egal wer wie aussieht oder woher man kommt. Die Liebe ist vielfältig, nicht nur dir Liebe zu einem anderen Menschen, sondern auch die Liebe zu sich selbst spielt eine große Rolle.

In dem Buch geht es nicht um Aufklärung im speziellen, viel mehr um ganz gewöhnliche Geschichten, gerade um zu zeigen, dass es nicht immer auch um Rassismus gehen muss, sobald die Protagonisten schwarz sind.

Die Kurzgeschichten sind durch Familienverhältnisse und Freunde der Charaktere verwebt und so ergibt sich aus den Sechs Geschichten eine.

Das Buch macht gute Laune, ist teils vielleicht auch ein bisschen zu klischeehaft, aber im Großen und Ganzen hat das Buch mich überzeugt.

Man kann einzelne Unterschiede in den Schriftstilen feststellen, aber Größtenteils fallen sie gar nicht auf.

Wer sich für das Buch interessiert, sollte nicht vergessen, dass Kurzgeschichten oftmals nicht sehr in die Tiefe gehen und nicht besonders ausführlich sind. Das kann einen unter Umständen etwas enttäuschen, wenn man im einzelnen mehr über die Charaktere erfahren will.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.07.2021

Mord oder Selbstmord? Mit Witz und Charme ermittelt Miss Fisher.

Mord in der Mittsommernacht
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In dem Cosy-Krimi „Mord in der Mittsommernacht“ von Kerry Greenwood, veröffentlicht im Insel Verlag 2021, ermittelt Phryne Fisher gleich in zwei Fällen.

Am Strand von St. Kilda wird ein toter Mann angespült. ...

In dem Cosy-Krimi „Mord in der Mittsommernacht“ von Kerry Greenwood, veröffentlicht im Insel Verlag 2021, ermittelt Phryne Fisher gleich in zwei Fällen.

Am Strand von St. Kilda wird ein toter Mann angespült. Die Polizei geht von Selbstmord aus, doch die Ermittlungen zeigen, dass der Mann keinen Grund zum Suizid gehabt hätte, war es also Mord?

Das Erbe einer verstorbenen Mutter hinterlässt fragen. Gibt es noch ein Kind, das jetzt einen Anspruch darauf hätte?



Mir hat der Krimi gut gefallen. Er ist lustig, spannend und zeigt Australien in den 20er Jahren. Phryne und die anderen Charaktere werden toll beschrieben und ich liebe Phrynes Art zu sprechen und wie sie andere Menschen durchschaut. Auch Dot und die anderen sind durch ihr eigenen Denkweisen und Vorlieben so unterschiedlich aber durchaus interessant ツ.

Der Schreibstil gefällt mir, und auch der Sinn für Humor. Wer die Serie kennt, kann sich schon ein sehr gutes Bild von der Atmosphäre in dem Krimi machen. Teilweise war mir zu wenig Spannung in dem Ganzen, aber die Charaktere haben mich an das Buch gefesselt.

Die Umgebung wird gut beschrieben und die Hitze, die die Figuren erleiden müssen, kann man fast selbst spüren.

Manchmal konnte ich mir die Geschichte zu gut als Film vorstellen, sodass mir das Lesen zu langsam war, ich denke das ist aber eher eine persönliche Sache, als dass es am Schreibstil liegt.

Ich kann „Mord in der Mittsommernacht“ allen Fans von Cosy-Crime empfehlen, als auch Leuten, die die Serie kennen. Die Atmosphäre macht viel in dem Krimi aus und macht gute Laune.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.07.2021

Tolle Atmosphäre mit spannenden Charakteren

Trüffelgold
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Julie Dubois entführt die Leser*innen mit ihrem neuen Krimi „Trüffel Gold“, veröffentlicht 2021 durch die Bastei Lübbe, in eine malerische Welt voller kulinarischer Köstlichkeiten und einem bitterem Mord. ...

Julie Dubois entführt die Leser*innen mit ihrem neuen Krimi „Trüffel Gold“, veröffentlicht 2021 durch die Bastei Lübbe, in eine malerische Welt voller kulinarischer Köstlichkeiten und einem bitterem Mord. Während Marie Mercier eigentlich zur Erholung eine Auszeit nimmt, um den Tod ihrer Großmutter zu verarbeiten und deren Hof zu renovieren, geschieht ein Mord, in dem sonst so ruhigen Saint-André-du-Périgord. Marie, die normalerweise Kommissarin von Beruf ist, kann die Finger nicht von dem Fall lassen und versucht herauszufinden, warum der Radfahrer sterben musste. Dabei kommt sie dem eigentlich zuständigen Kommissar Michel Leblanc das ein oder andere Mal in die Quere. Wer wird den Fall wohl schneller lösen ?
Die Charaktere sind sehr Sympathisch und unterhaltend. Man kann zusammen mit Marie eine Auszeit nehmen und in eine idyllische Umgebung eintauchen. In Saint-André leben die unterschiedlichsten Menschen mit den unterschiedlichsten Motiven und eine brisante Information verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Der Krimi wird dicht das Genre Cosy-Crime gut beschrieben. Die Spannung wird vor allem durch die Atmosphäre und die Sympathie zu den Charakteren hergestellt. Auch zwischen Marie und Michel entwickelt sich eine Sympathie und man spürt die Sorge um Marie, die Michel sich macht, als Marie Einzelgäge unternimmt. Das Ende des Krimis ist etwas offen gehalten und lässt somit Spielraum für Interpretation sowie für eine Fortsetzung der Geschichte.
Ich kann den Krimi allen weiterempfehlen, die in einem Krimi auch mehr als die Auflösung des Falls erwarten. Die Atmosphäre und die Beziehung zwischen den Charakteren machen den Charme des Buches aus und Brutalität spielt hier eher eine Nebenrolle. Natürlich hat der Krimi auch Spannung, aber weniger, als in klassischen Krimis.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 04.06.2021

Spannende und tief gehende Geschichte

Keeping Secrets
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Keeping Secrets

Jeder darf Geheimnisse haben. Schauspielerinnen auch?

Tessa Thorn ist zwanzig Jahre, Schauspielerin und kennt sich mit Geheimnissen bestens aus. Für einen neuen Film muss sie nach Faerfax, ...

Keeping Secrets

Jeder darf Geheimnisse haben. Schauspielerinnen auch?

Tessa Thorn ist zwanzig Jahre, Schauspielerin und kennt sich mit Geheimnissen bestens aus. Für einen neuen Film muss sie nach Faerfax, eine Stadt, die Tessa mehr als einmal eine Panikattacke erleben lässt.
Cole Williams, angehender Journalist, wird beauftragt die Schauspielerin Tessa Thorn zu porträtieren und kommt dabei ihr und ihren Geheimnissen immer näher.   
Mit Spannung und Leidenschaft erzählt Anna Savas die Geschichte der Beiden in ihrem neuen Roman „Keeping Secrets“, veröffentlicht 2021 im LYX-Verlag.

Am besten hat mir die Darstellung der Figuren gefallen. Die Emotionen und Gefühle waren sehr stark zu spüren und die Figuren wirkten sehr echt. Die Spannung zwischen den beiden war deutlich zu spüren und Tessas Zerrissenheit bescherte einem eine tief gehende Gänsehaut.

Der Roman behandelt triggernde Inhalte und ist keine leichte Kost, dennoch liest es sich sehr flüssig und hat mich von der ersten Seite an gefesselt.
Tessa ist eine sympathische junge Frau, die schon so einiges erlebt hat und trotz ihrer Berühmtheit bodenständig geblieben ist. Man fühlt und leidet mit ihr und so nach und nach versteht man warum sie so geworden ist, wie sie ist.
Auch Cole hat kein einfaches Leben, dafür aber tolle Freunde, die ihm, im Gegensatz zu seiner verkorksten Familie, einen sicheren Hafen bieten und auch Tessa mit in ihren Kreis aufnehmen.

Abwechselnd wird aus Tessas und Coles Sicht geschrieben und das jeweils in der Ich-Perspektive, so erlebt man die Geschichte mit zwei unterschiedlichen Gefühlen.

Das Ende kommt sehr abrupt, wodurch noch ein paar Fragen offen bleiben, diesbezüglich würde ich mir wünschen, dass diese sich in den zwei Folgebänden noch klären.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass dies eine schöne und mitreißende Geschichte ist, die einem unter die Haut geht. Die Figuren sind schön beschrieben und machen die ganze Atmosphäre des Buches aus. Ich würde den Roman allen empfehlen, die gerne aus dem New Adult Romance Genre lesen und Geschichten mit Tiefgang mögen.
Leute, die die Geschichte von Cinder & Ella mochten, werden diese hier auch gerne lesen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.05.2021

Was würdest Du machen, wenn die Welt heute endet?

Unser letzter Tag
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Unser letzter Tag

Magst du Satire oder beschäftigst dich gerne mit tief gehenden philosophischen Fragen und Gedankenspielen? Fragst du dich auch manchmal, ob du dein Leben anders leben würdest, wenn du ...

Unser letzter Tag

Magst du Satire oder beschäftigst dich gerne mit tief gehenden philosophischen Fragen und Gedankenspielen? Fragst du dich auch manchmal, ob du dein Leben anders leben würdest, wenn du wüsstest, dass es bald vorbei ist?

Veröffentlicht 2021 in dem Kirschbuch Verlag, trifft der Roman den Nerv der Zeit. Erst kürzlich widmete sich die Nasa einer Simulation eines Asteroideneinschlags und konnte diesen in einer sechsmonatigen Übung nicht verhindern.
Der Roman „Unser letzter Tag“ von Stefan Suchanka beschäftigt sich genau mit diesem Szenario.
Die Menschen wissen, ihr letzter tag endet um 20:12 Uhr, durch einen Einschlag eines Asteroiden irgendwo zwischen Asien und Australien.
Wir begleiten Ludwig durch seinen letzten Tag und lernen dabei sieben seiner Freunde kennen, die er nach und nach besuchen geht. Jede dieser Freundschaften ist auf ihre Weise besonders und jeder Freundin hadert mit den eigenen Problemen.
In welchen Verhältnis sie zueinander stehen, was ihnen an ihrem letzten Tag besonders wichtig ist und was eine Tankstelle mit dem ganzen zu tun hat, erfahrt ihr, wenn ihr Ludwig und seine Freundinnen auf ihrem letzten Tag auf der Erde begleitet.

Der Roman beschäftigt sich auf eine lustige und gleichermaßen tief gehende Art mit vielen gesellschaftlichen Problemen. Ich fand dabei die Erzählweise besonders ansprechend. Stefan Suchanka beschriebt die einzelnen Charaktere und das Umfeld in einer Art und Weise, die mich genau fühlen lässt, wie es den Figuren ergeht und wie ihr Leben aussieht. Die Sprache bringt die Tatsachen auf den Punkt, schließlich geht die Welt bald unter und wir haben keine Zeit zu verschwenden. Die Sieben Freund
innen könnten unterschiedlicher nicht sein und zeigen damit die Bandbreite der Gesellschaft. Beschrieben werden diese mit den sieben Todsünden Hochmut, Habgier, Wollust, Neid, Maßlosigkeit, Wut und Trägheit. Haben sie deshalb den Tod verdient?
Ständig kommt man, während des Lesens, zu der Frage „Würde ich auch so handeln?“ oder „Wie wollte ich, dass mein letzter Tag aussieht, was würde ich machen wollen?“.
Mich hat begeistert zu sehen, wie sich die einzelnen Figuren an einem einzigen Tag verändert haben und dass diese auch in wenigen Stunden neue Freunde finden konnten. Manchmal habe ich mich aber auch gefragt, ob es tatsächlich so sein kann, dass man sich so schnell verändern kann, wenn man nur einmal den Spiegel vor die eigene Nase gehalten bekommt. Im großen und ganzen konnte mich dennoch der ausdrucksstarke Schreibstil und die witzigen und teils auch satirischen Einfälle überzeugen. Die Einfachheit in die Charaktere einzutauchen hat mich gefesselt und ich wollte das Buch gar nicht mehr weg legen. Die Frage, ob die Welt wirklich unter gehen wird, hat mich von Anfang an mitgenommen und bis zum Schluss begleitet. Das Buch lässt viel spekulations- und interpretationsspielraum und wird mir wahrscheinlich noch lange im Gedächtnis bleiben.

Empfehlen kann ich den Roman jedem/jeder, der/die sich gerne mit Gedankenexperimenten beschäftigt und einen Humor für Ironie hat.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere