Wirr, zäh und voller Fehler
Credence – Sie ist tabu, doch Liebe kennt keine RegelnDer Schreibstil ist wirklich gut: flüssig, bildhaft, angenehm zu lesen. Aber alles drumherum hat für mich einfach nicht funktioniert. Die Handlung zieht sich über weite Strecken enorm. Mehrere Zeitsprünge ...
Der Schreibstil ist wirklich gut: flüssig, bildhaft, angenehm zu lesen. Aber alles drumherum hat für mich einfach nicht funktioniert. Die Handlung zieht sich über weite Strecken enorm. Mehrere Zeitsprünge haben mich zusätzlich aus dem Lesefluss gerissen. Teilweise so sehr, dass ich Sätze mehrfach lesen musste, um überhaupt zu verstehen, was gerade passiert ist und wo ich mich zeitlich in der Geschichte befinde.
Was mich jedoch am meisten gestört hat, war die große Anzahl an Fehlern im Text. Falsch geschriebene Wörter, fehlende Wörter, Rechtschreib- und Grammatikfehler – natürlich passiert so etwas, und normalerweise kann ich darüber hinwegsehen. Hier waren es aber so viele, dass ich sie nicht mehr zu ignorieren konnte
Auch die Charaktere haben für mich überhaupt keinen Sinn ergeben. Kalebs Verhalten gegenüber Tiernan fand ich richtig unangenehm. Er drängt sich ihr auf, obwohl sie mehrfach Nein sagt. Sie hat Angst vor ihm – und plötzlich, ohne nachvollziehbare Entwicklung, kann sie nicht mehr ohne ihn und gesteht ihm ihre Gefühle? Diese emotionale Wendung kam für mich völlig aus dem Nichts. Dazu kommt, dass Tiernan gefühlt in jeder zweiten Szene Tränen in den Augen hat. Bei der Menge müsste sie eigentlich längst ausgetrocknet sein.
Unterm Strich: guter Schreibstil, aber eine wirre, unlogische Story, fragwürdige Charakterentwicklung und viel zu viele Fehler. Für mich hat das Buch sein Potenzial leider nicht genutzt