Der Schmetterlingskuss
Großmutters GeheimnisDänemark, 2015:
Alexander ist ruhelos und sehr unzufrieden mit seinem Leben.
Er kämpft mit seiner Gesangskarriere und einem unerfüllten Kinderwunsch,
den er und seine Frau so sehr haben. Eventuelle Zweifel ...
Dänemark, 2015:
Alexander ist ruhelos und sehr unzufrieden mit seinem Leben.
Er kämpft mit seiner Gesangskarriere und einem unerfüllten Kinderwunsch,
den er und seine Frau so sehr haben. Eventuelle Zweifel werden mit Alkohol
und Drogen beiseite geschoben. Zudem mischt sich ständig seine Mutter in sein Leben. Zu ihrem Leben, ihrer Vergangenheit ist sie eher zugeknöpft, erzählt nichts.
Eines Tages findet Alexander auf dem Dachboden zwei kleine Kassetten, und als er sie abspielt, knistert ihm eine Stimme aus der Vergangenheit entgegen.
1943. Die junge Opernsängerin Ruth wird nach Theresienstadt deportiert, nur die Liebe zur Musik gibt ihr Hoffnung. Ein halbes Jahrhundert später erzählt sie einem schnarrenden Kassettenrekorder in einem New Yorker Altersheim ihre Geschichte.
Alexanders Leben wird sehr detailliert wiedergegeben.
Sein unruhiges Wesen, seine Suche nach...Ja, wonach? Nach Antworten?
Er weiß es selber nicht genau. Seine Frau setzt alles daran, ein Kind
zu bekommen. Das wird mehr als anschaulich beschrieben. Alexander aber hat
Angst, Vater zu werden, Verantwortung zu übernehmen.
Erst als er seine Gefühle und Gedanken in Musik
übersetzt, kann er neuen Lebensmut und Stärke gewinnen.
Dazu verhilft ihm seine Großmutter. Sie nimmt ihm die vererbten Traumata
und gibt ihm die erlösende Kraft der Musik.
Erzählt wird in zwei Zeitsträngen.
Wobei die von Alexander teilweise sehr zäh wiedergegeben wird.
Die Charaktere sind spröde und wirken recht hölzern.
Lassen keine Nähe zu.
Ruths Geschichte ist da so ganz anders. Alles ist wunderbar erzählt.
Liest sich spannend und sehr authentisch.
Der Lesefluss wird aber durch Alexanders Teil immer wieder gebremst.
Das ist sehr schade. Denn dieses Thema ist so wichtig.
Die Begegnung von Großmutter und Enkel. Das vorsichtige Kennenlernen,
das besser verstehen. Das alles wird wiederum warmherzig ohne Pathos erzählt.
Bedauerlicherweise endet der Roman dann ziemlich abrupt mit einer
nicht so passenden übertriebenen Harmonie.