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Veröffentlicht am 17.11.2025

Der Schmetterlingskuss

Großmutters Geheimnis
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Dänemark, 2015:
Alexander ist ruhelos und sehr unzufrieden mit seinem Leben.
Er kämpft mit seiner Gesangskarriere und einem unerfüllten Kinderwunsch,
den er und seine Frau so sehr haben. Eventuelle Zweifel ...

Dänemark, 2015:
Alexander ist ruhelos und sehr unzufrieden mit seinem Leben.
Er kämpft mit seiner Gesangskarriere und einem unerfüllten Kinderwunsch,
den er und seine Frau so sehr haben. Eventuelle Zweifel werden mit Alkohol
und Drogen beiseite geschoben. Zudem mischt sich ständig seine Mutter in sein Leben. Zu ihrem Leben, ihrer Vergangenheit ist sie eher zugeknöpft, erzählt nichts.
Eines Tages findet Alexander auf dem Dachboden zwei kleine Kassetten, und als er sie abspielt, knistert ihm eine Stimme aus der Vergangenheit entgegen.
1943. Die junge Opernsängerin Ruth wird nach Theresienstadt deportiert, nur die Liebe zur Musik gibt ihr Hoffnung. Ein halbes Jahrhundert später erzählt sie einem schnarrenden Kassettenrekorder in einem New Yorker Altersheim ihre Geschichte.
Alexanders Leben wird sehr detailliert wiedergegeben.
Sein unruhiges Wesen, seine Suche nach...Ja, wonach? Nach Antworten?
Er weiß es selber nicht genau. Seine Frau setzt alles daran, ein Kind
zu bekommen. Das wird mehr als anschaulich beschrieben. Alexander aber hat
Angst, Vater zu werden, Verantwortung zu übernehmen.
Erst als er seine Gefühle und Gedanken in Musik
übersetzt, kann er neuen Lebensmut und Stärke gewinnen.
Dazu verhilft ihm seine Großmutter. Sie nimmt ihm die vererbten Traumata
und gibt ihm die erlösende Kraft der Musik.
Erzählt wird in zwei Zeitsträngen.
Wobei die von Alexander teilweise sehr zäh wiedergegeben wird.
Die Charaktere sind spröde und wirken recht hölzern.
Lassen keine Nähe zu.
Ruths Geschichte ist da so ganz anders. Alles ist wunderbar erzählt.
Liest sich spannend und sehr authentisch.
Der Lesefluss wird aber durch Alexanders Teil immer wieder gebremst.
Das ist sehr schade. Denn dieses Thema ist so wichtig.
Die Begegnung von Großmutter und Enkel. Das vorsichtige Kennenlernen,
das besser verstehen. Das alles wird wiederum warmherzig ohne Pathos erzählt.
Bedauerlicherweise endet der Roman dann ziemlich abrupt mit einer
nicht so passenden übertriebenen Harmonie.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.11.2025

Spielerisch Schwedisch lernen

Enjoy Schwedisch
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Dieses Buch ist wirklich ein Gute-Laune-Buch.
Nie hat es mehr Spaß gemacht, eine Sprache zu lernen.

Es gibt verschiedene Themenbereiche wie z. B.
nützliche Sätze im Alltag, beim Einkauf im Supermarkt ...

Dieses Buch ist wirklich ein Gute-Laune-Buch.
Nie hat es mehr Spaß gemacht, eine Sprache zu lernen.

Es gibt verschiedene Themenbereiche wie z. B.
nützliche Sätze im Alltag, beim Einkauf im Supermarkt oder gar
Flirten auf Schwedisch.

Die Grammatikboxen sind sehr übersichtlich.
Es gibt Übungen, Dialoge und sogar Rezepte.

Mit den Rätseln kann man spielerisch seine Sprachkenntnisse trainieren.
Ein richtig, nicht nur optisch gutes Buch.

Dazu gibt es viel Wissenswertes über Schweden.
Man lernt Land und Kultur besser kennen.

Ein richtig schöner und praktischer Reiseführer, der große
Lust auf Schweden macht.

Sehr zu empfehlen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 27.10.2025

Mutige Frauen in Paris

Wir dachten, das Leben kommt noch
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1942: Pat wird von Churchills geheimer Spezialeinheit rekrutiert. Getarnt
als Französin schmuggelt sie Sprengstoff und übermittelt verschlüsselte
Funksprüche. Eine aufregende Zeit, über die sie ...

1942: Pat wird von Churchills geheimer Spezialeinheit rekrutiert. Getarnt
als Französin schmuggelt sie Sprengstoff und übermittelt verschlüsselte
Funksprüche. Eine aufregende Zeit, über die sie niemals reden darf.
1990er Jahre: Gwen, BBC Moderatorin kontaktiert Pat weil sie sich für
ihre Vergangenheit interessiert. Sie soll ein Buch über die SOE Girls schreiben.
Geheimagentinnen im inoffiziellen Auftrag der britischen Regierung, die aus dem Untergrund heraus agierten.
Erzählt wird auf verschiedenen Zeitebenen.
Das ist teilweise etwas verwirrend, weil das nicht chronologisch passiert.
Leider sind die Charaktere alle etwas unnahbar und es fällt schwer, sich mit
ihnen zu identifizieren.
Pat und Gwen sind die Hauptfiguren und es dauert schon einige Seiten, bis man sämtliche Charaktere sortiert und zugeordnet hat. Es ist mühsam, der Geschichte zu folgen, weil oft nicht klar ist, um wen es gerade geht. Zeitweilig hat mich die Geschichte sogar verloren.
Ich habe lange gebraucht, bis mich das Buch etwas fesseln konnte.
Interessant ist dieser Teil der Zeitgeschichte, ist er doch recht unbekannt.
Die Schreibweise ist eigentlich gut und fließend.
Das reicht aber bei weitem nicht aus. Ohne Spannung, teilweise recht zäh erzählt, zieht sich alles in die Länge. Für mich ein etwas unbefriedigendes Leseerlebnis.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.10.2025

Warmherzig und voller Leben

Marzipan und Winterküsse
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Linda ist nicht nur eine leidenschaftliche Köchin, sie trägt ihr Herz auch
auf dem rechten Fleck. Obwohl sie sich als Sous Chefin in einem Spitzenrestaurant
einen Namen gemacht hat, ist sie sehr bodenständig ...

Linda ist nicht nur eine leidenschaftliche Köchin, sie trägt ihr Herz auch
auf dem rechten Fleck. Obwohl sie sich als Sous Chefin in einem Spitzenrestaurant
einen Namen gemacht hat, ist sie sehr bodenständig geblieben.
Als ihr Chef ins Krankenhaus kommt und die Vertretung übernimmt, steht sie für ihre
Kollegen ein. Besonders für die schüchterne Auszubildende Rosina die sie
für sehr talentiert hält.
Als Rosina vom Vorgesetzten schikaniert wird, wirft Linda das Handtuch.
Sie startet als Privatköchin und kommt mit einem wunderbaren Mann zusammen.
Lindas exzellente Kochkünste und ihre liebenswerte Art öffnen die Herzen der Kunden.
Gefühlvoll und mitreißend ist dieser Roman und er erzeugt eine richtig schöne
Wohlfühlatmosphäre, die sich durch das ganze Buch zieht.
Die Autorin hat die Gabe, den Leser so richtig in den Roman einzubinden.
Dazu trägt auch die fließende Schreibweise bei.
Die wunderbare Beschreibung der Kulisse von Lübeck in der Vorweihnachtszeit
gibt dem Leser das Gefühl, direkt vor Ort zu sein.
Auch die Charaktere sind liebevoll gezeichnet.
Ich konnte mir alles so richtig bildhaft vorstellen.
Die Mischung aus ernsten Themen und etwas Romantik macht dieses Buch aus.
Locker, leicht, aber doch auch mit ernsteren Tönen.
Ein wunderbares Buch, besonders auch für die Vorweihnachtszeit.

  • Einzelne Kategorien
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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.10.2025

Ein ungeheuerliches Geheimnis

Die Psychoanalytikerin
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Hamburg 1920
Vera Albers ist Psychoanalytikerin und hat die Praxis ihres im
Ersten Weltkriegs gefallenen Mannes übernommen.
Die Praxis läuft gut. Sie hat viele Patienten mit den unterschiedlichsten
seelischen ...

Hamburg 1920
Vera Albers ist Psychoanalytikerin und hat die Praxis ihres im
Ersten Weltkriegs gefallenen Mannes übernommen.
Die Praxis läuft gut. Sie hat viele Patienten mit den unterschiedlichsten
seelischen Narben, fast alle durch ihre Kriegsvergangenheit.
Als es unter ihnen zu mysteriösen Todesfällen kommt, bittet Kommissar Bender Vera um
Hilfe. Da ein Zusammenhang naheliegend scheint, soll sie tiefer in die
Vergangenheit ihrer Patienten eintauchen....

Der wunderbar flüssige Schreibstil der Autorin nimmt einen geradewegs mit
in eine vergangene Zeit. Die Nachkriegszeit des Ersten Weltkriegs wird gekonnt
in die Geschichte eingewoben.
Es gibt einen tiefen Einblick in die Arbeit der Polizei. Was damals schon alles so möglich war.
Auch die Arbeit der Psychoanalytikerin wird sehr gut wiedergegeben. Überhaupt das Frauenbild der 1920er Jahre.
Der gut gesetzte Spannungsbogen lässt einen durch die Seiten fliegen.
Die damaligen Lebensumstände, die Charaktere und ihre Entwicklungen sind wunderbar beschrieben.
Alle Sorgen und Nöte der Menschen sind atmosphärisch dicht erzählt.
Die Autorin schafft es spielend, Historisches mit dem Erdachten zu verbinden.
Die Figuren sind wunderbar gezeichnet und die seelischen Verwerfungen werden
greifbar.
Alles wird sehr anschaulich und bildhaft beschrieben.
Man hat das Gefühl, direkt vor Ort zu sein.
Ein gelungener Roman mit hohen Spannungsanteilen, zahlreichen Wendungen und immer wieder
überraschend. Bis am Ende die losen Fäden gekonnt verknüpft werden.
Eine Leseempfehlung.


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